Der Führer
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Der Führer
Vorab möchte ich betonen, dass dieser Text keinerlei rechtes Gedankengut beinhaltet und auch keineswegs diktaturverherrlichend ist. Ich hoffe, der Hauch von Kritik ist hier klar genug :)
DER FÜHRER
Der Führer, er sieht dich,
er weiß, was du tust
schau’ ruhig in den Spiegel,
er meint es nur gut.
Er weiß, wann du krank bist
und woran es liegt,
und alles das nur, weil
dein Führer dich liebt
Wir folgen dem Führer,
er führt uns ins Glück,
wir sind seine Diener,
was ihn sehr entzückt.
Wir denken nicht nach,
nein, der Mensch, der liegt brach.
Wir werden nicht verlieren,
wir geben nicht nach.
Es ist ein Geschenk
dass der Führer uns führt.
Ein Vaterersatz,
der das Leben verziert.
Er will uns nur helfen,
ja, er macht uns stark,
Zu stark für die Massen,
die er ja nicht mag.
Er malt uns ein Feindbild,
wie es ihm gefällt,
vielleicht ist es reich,
vielleicht intelligent.
Es ist auch egal,
man hasst, was man nicht kennt,
im Namen des Führers
und für seine Welt!
Wir folgen dem Führer,
er führt uns ins Glück,
wir sind seine Diener,
was ihn sehr entzückt.
Wir denken nicht nach,
nein, der Mensch, der liegt brach.
Wir werden nicht verlieren,
wir geben nicht nach.
Der Kampf ist gewonnen,
der erste Feind tot,
der Führer, er hat
uns befreit von der Not.
Er redet, er schwafelt
dem Volk geht’s doch gut
doch wer heilt den Führer
und wer seine Brut?
Wir folgten dem Führer
und glaubten ans Glück
Wir war’n Marionetten
und er war entzückt
Wir dachten nicht nach,
doch nun liegen wir brach
Wir haben verloren,
der Glaube ließ nach.
© Norman Knaus
DER FÜHRER
Der Führer, er sieht dich,
er weiß, was du tust
schau’ ruhig in den Spiegel,
er meint es nur gut.
Er weiß, wann du krank bist
und woran es liegt,
und alles das nur, weil
dein Führer dich liebt
Wir folgen dem Führer,
er führt uns ins Glück,
wir sind seine Diener,
was ihn sehr entzückt.
Wir denken nicht nach,
nein, der Mensch, der liegt brach.
Wir werden nicht verlieren,
wir geben nicht nach.
Es ist ein Geschenk
dass der Führer uns führt.
Ein Vaterersatz,
der das Leben verziert.
Er will uns nur helfen,
ja, er macht uns stark,
Zu stark für die Massen,
die er ja nicht mag.
Er malt uns ein Feindbild,
wie es ihm gefällt,
vielleicht ist es reich,
vielleicht intelligent.
Es ist auch egal,
man hasst, was man nicht kennt,
im Namen des Führers
und für seine Welt!
Wir folgen dem Führer,
er führt uns ins Glück,
wir sind seine Diener,
was ihn sehr entzückt.
Wir denken nicht nach,
nein, der Mensch, der liegt brach.
Wir werden nicht verlieren,
wir geben nicht nach.
Der Kampf ist gewonnen,
der erste Feind tot,
der Führer, er hat
uns befreit von der Not.
Er redet, er schwafelt
dem Volk geht’s doch gut
doch wer heilt den Führer
und wer seine Brut?
Wir folgten dem Führer
und glaubten ans Glück
Wir war’n Marionetten
und er war entzückt
Wir dachten nicht nach,
doch nun liegen wir brach
Wir haben verloren,
der Glaube ließ nach.
© Norman Knaus
Re: Der Führer
Hmm... hättest du es nicht erwähnt, wäre es mir wohl nicht ganz klar geworden.
So finde ich es... gut umgesetzt. Solche Gedichte sind meiner Meinung nach eine recht heikle Sache... hm.
Was mir nicht ganz gefällt, ist, dass nur dem Führer die Schuld gegeben wird. 'Wir waren Marionetten' trifft meiner Meinung nach nicht auf jeden Mitläufer zu. Schließlich hatten viele Spaß an der Gewalt und der Grausamkeit. Und viele sind nicht so einsichtig, und bei vielen ließ der Glaube auch nicht nach. Dem nach würde ich nicht von 'wir' ausgehen, sondern nur von einer person. Dann wäre es realistischer.
Gefällt mir.
So finde ich es... gut umgesetzt. Solche Gedichte sind meiner Meinung nach eine recht heikle Sache... hm.
Was mir nicht ganz gefällt, ist, dass nur dem Führer die Schuld gegeben wird. 'Wir waren Marionetten' trifft meiner Meinung nach nicht auf jeden Mitläufer zu. Schließlich hatten viele Spaß an der Gewalt und der Grausamkeit. Und viele sind nicht so einsichtig, und bei vielen ließ der Glaube auch nicht nach. Dem nach würde ich nicht von 'wir' ausgehen, sondern nur von einer person. Dann wäre es realistischer.
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»Und wir leben im Fieber«, murmelte ich. Sind wir wirklich noch unschuldig?
The Innocent
Re: Der Führer
Erstmal vielen Dank für die nette Kritik :) War in letzter Zeit so selten hier, weswegen ich nun ziemlich spät antworte. Der Mai ist ja dann doch schon ganz schön lange her ;-)
Irgendwo muss ich dir zustimmen, ja. Klar sind da immer einige, die auch ihren Spaß dran haben und blind ans System glauben. Dennoch denke ich, dass der Hauptvorwurf durchaus "dem Führer" und den hohen Tieren in seinen Reihen gelten kann.
Selbst wenn ein gewisses Maß an Rassenhass und/oder Gewaltbereitschaft vorhanden ist, wäre es wohl niemals so weit gekommen. So mancher wollte folgen, die meisten mussten folgen und ein paar haben sich getraut was zu sagen und es oft mit dem Tod bezahlt.
Ich will es absolut nicht rechtfertigen - das liegt mir mehr als nur fern - aber ich bin der Meinung, dass selbst die, die Bereitschaft zeigten, ein solches System zu stützen, letztlich nur Marionetten auf der Suche nach Anerkennung waren, die für die Machenschaften eines Mannes und seiner Partei ausgenutzt wurden. Die Tatsache, dass viele wohl niemals darüber nachgedacht haben, welche Folgen ihr Handeln hat, befreit sie natürlich nicht von der Schuld.
Zumal es ohnehin so war, dass das Volk nach anfänglichen Demokratieversuchen, die nicht so recht glückten, nicht ganz böse drum war, dass da wieder jemand war, der klar sagen konnte, wo's langgeht.
Ich könnte jetzt wohl noch ganze Romane zu dem Thema schreiben, aber ich denke, du weißt worauf ich hinaus will. Viele haben das System unterstützt und zum großen Übel beigetragen, alleine wäre die Bevölkerung wohl jedoch nie auf solch kranke Ideen gekommen. Und insofern finde ich den Marionettenbegriff nicht ganz unangebracht.
Aber freut mich, dass der Text gefällt! =)
Gruß,
Norman
Irgendwo muss ich dir zustimmen, ja. Klar sind da immer einige, die auch ihren Spaß dran haben und blind ans System glauben. Dennoch denke ich, dass der Hauptvorwurf durchaus "dem Führer" und den hohen Tieren in seinen Reihen gelten kann.
Selbst wenn ein gewisses Maß an Rassenhass und/oder Gewaltbereitschaft vorhanden ist, wäre es wohl niemals so weit gekommen. So mancher wollte folgen, die meisten mussten folgen und ein paar haben sich getraut was zu sagen und es oft mit dem Tod bezahlt.
Ich will es absolut nicht rechtfertigen - das liegt mir mehr als nur fern - aber ich bin der Meinung, dass selbst die, die Bereitschaft zeigten, ein solches System zu stützen, letztlich nur Marionetten auf der Suche nach Anerkennung waren, die für die Machenschaften eines Mannes und seiner Partei ausgenutzt wurden. Die Tatsache, dass viele wohl niemals darüber nachgedacht haben, welche Folgen ihr Handeln hat, befreit sie natürlich nicht von der Schuld.
Zumal es ohnehin so war, dass das Volk nach anfänglichen Demokratieversuchen, die nicht so recht glückten, nicht ganz böse drum war, dass da wieder jemand war, der klar sagen konnte, wo's langgeht.
Ich könnte jetzt wohl noch ganze Romane zu dem Thema schreiben, aber ich denke, du weißt worauf ich hinaus will. Viele haben das System unterstützt und zum großen Übel beigetragen, alleine wäre die Bevölkerung wohl jedoch nie auf solch kranke Ideen gekommen. Und insofern finde ich den Marionettenbegriff nicht ganz unangebracht.
Aber freut mich, dass der Text gefällt! =)
Gruß,
Norman
Re: Der Führer
Hi Norman
Ich finde dein Gedicht ausgesprochen interessant. Mir war irgendwie sofort klar, dass das kritisch gemeint ist, auch ohne dein Kommentar am Anfang, der trotzdem gut ist um Missverständnissen vorzubeugen.
Was ich auch sehr gut finde ist das strenge Einhalten des Reimschemas was - vielleicht unbewusst - noch mehr dieses Führer - Folger - Prinzip verdeutlicht. Außerdem hat das Gedicht eine irgendwie fröhliche Ausstrahlung und einen beschwingten Rhytmus, was für mich noch mehr diese Denk nicht nach sondern tu einfach - Einstellung ausdrückt.
Gefällt mir wirklich sehr.
Lg Simon
Ich finde dein Gedicht ausgesprochen interessant. Mir war irgendwie sofort klar, dass das kritisch gemeint ist, auch ohne dein Kommentar am Anfang, der trotzdem gut ist um Missverständnissen vorzubeugen.
Was ich auch sehr gut finde ist das strenge Einhalten des Reimschemas was - vielleicht unbewusst - noch mehr dieses Führer - Folger - Prinzip verdeutlicht. Außerdem hat das Gedicht eine irgendwie fröhliche Ausstrahlung und einen beschwingten Rhytmus, was für mich noch mehr diese Denk nicht nach sondern tu einfach - Einstellung ausdrückt.
Gefällt mir wirklich sehr.
Lg Simon

Mein Roman: Guerilla
Es gibt Momente im Leben die sind unbezahlbar.
Am leichtesten erkennt man sie daran, dass sie nie zurückkommen, wenn man sie einmal verloren hat.
Re: Der Führer
Hallo Norman,
hui, ein starkes Stück, muss ich sagen, aber auch ich finde, wie Simon, dass die Kritik, wenn man das Gedicht bewusst liest, sehr stark hervorkommt. Dieses einheitliche Schema, das dieses "Ich denke nicht, ich folge" Handeln sehr gut verdeutlicht. Und dieses verherrlichende, übertriebene Kastendenken. Dieses kranke sich gut Fühlen beim gewinnen der Schlacht.
Und zum Schluss - nachdem alles vorbei ist - dann das Zweifeln.
Leider wohl zu spät.
Stimmt irgendwie nachdenklich und gibt viel geschichtlichen Stoff wieder.
Gefällt mir.
Lieben Gruß
Marie
hui, ein starkes Stück, muss ich sagen, aber auch ich finde, wie Simon, dass die Kritik, wenn man das Gedicht bewusst liest, sehr stark hervorkommt. Dieses einheitliche Schema, das dieses "Ich denke nicht, ich folge" Handeln sehr gut verdeutlicht. Und dieses verherrlichende, übertriebene Kastendenken. Dieses kranke sich gut Fühlen beim gewinnen der Schlacht.
Und zum Schluss - nachdem alles vorbei ist - dann das Zweifeln.
Leider wohl zu spät.
Stimmt irgendwie nachdenklich und gibt viel geschichtlichen Stoff wieder.
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Lieben Gruß
Marie


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Laune: Es geht nur um mich und die Sonne
Ich schreibe: Zurzeit nichts mehr, aber ich plane an einer neuen Idee.
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