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    Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

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    Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Miyann am Mo 19 Nov 2012, 22:07









    Yoko Ogawa
    Das Ende des Bengalischen Tigers
    Liebeskind Verlag
    18,90
    ISBN 978-3-935890-75-5
    1. Auflage 21. Februar 2011
    224 Seiten
    Gebunden
    Verlagsseite

    Leseprobe
















    Inhalt

    Wanderungen zwischen Imagination und Realität: In elf miteinander verwobenen Geschichten entwirft Yoko Ogawa eine Alltagswelt, in die unvermittelt etwas Fremdes, Bedrohliches einbricht. Eine Lektüre auf dünnem Eis, tiefgründig und geheimnisvoll.

    Was hat eine Mutter, die ihr Kind verloren hat, mit einer alten Witwe zu tun, deren Mann vor Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist? Welche Verbindung gibt es zwischen einer Schriftstellerin, die regelmäßig bis spät in die Nacht arbeitet, und einer Konditorin, die als Mädchen in ein ehemaliges Postamt eingebrochen war?

    Yoko Ogawa spinnt ein feines Netz von Geschichten, die in einer rätselhaften Welt spielen. Alle Figuren folgen ihrem eigenen unergründlichen Schicksal, und doch kreuzen sich ihre Wege, während sie wie im Traum an den Abgründen des Lebens entlangwandeln. (Quelle)



    Besonders die Äste der Kiwisträucher bogen sich unter ihrer Last, und in mondhellen Nächten, wenn der Wind durch die Blätter fuhr, sah es aus, als würden Schatten von tiefgrünen Fledermäusen den Hügel umschwirren. Manchmal hatte ich richtig Angst, dass sie beim leisesten Geräusch schlagartig auffliegen könnten.
    S. 37

    Meine Meinung

    Es war ein absoluter Zufall, dass ich dieses Buch gefunden habe und ich bin wohl auch nur aufgrund des schönen Covers hängen geblieben. Aber es sieht wirklich toll aus, oder? Ich finde es sehr schön und außergewöhnlich. Die meisten Bücher der Autorin haben so tolle Umschläge und ich musste mich wirklich beherrschen, nur aufgrund der Optik nicht mehr zu bestellen.

    Als das Buch dann endlich nach einer Woche Wartezeit bei mir eintraf, passte es perfekt, da ich gerade ein Buch beendet hatte. Also begleitete mich »Das Ende des Bengalischen Tigers« und ich habe angefangen reinzulesen. Und konnte nicht mehr aufhören. Und auch jetzt, wo ich das Buch fertig gelesen habe, spukt es immer noch in meinen Gedanken herum, ich würde es am liebsten noch einmal zur Hand nehmen und ein zweites Mal lesen, in der Hoffnung, noch mehr zu finden, das mir beim ersten Lesen entging.

    Das Buch besteht aus elf Kurzgeschichten, die aber alle ineinander verwoben sind. Immer wieder werden kleine Elemente aus den vorherigen Geschichten aufgegriffen und so formt sich beim Lesen langsam ein Gesamtbild. Jede Geschichte ist aus der Sicht einer anderen Person geschrieben und so erfährt man einiges über die Innensicht als auch durch folgende Kurzgeschichten über die Außensicht oder Außenwirkung der einzelnen Personen. Man reist dabei aber durch Raum und Zeit, betrachtet vergangene Ereignisse, die die Menschen zu dem gemacht haben, das sie sind.

    Wie der Titel schon sagt, dreht sich der Inhalt um das Ende und zwar in verschiedenen Arten: Das Sterben und menschliche Abgründe, oft sind die Erzählungen ein wenig morbide. Dabei transportieren sie aber immer eine ruhige Stimmung, die sich von Geschichte zu Geschichte unterscheidet, abhängig von der erzählenden Person. Aber immer haftet den Erzählungen eine leicht surreale Atmosphäre an.

    Der Schreibstil ist wunderschön, leicht zu lesen, aber trotzdem ... besonders. Yoko Ogawa hat wirklich eine ganz spezielle Art, die Geschehnisse in Worte zu fassen. Nicht umsonst ist sie eine von Japans größten Schriftstellerinnen. Ihr gelingt es, diese Szenen in beeindruckender Weise darzustellen.
    Ich glaube, das spezielle daran sind wirklich die Momente, die sie ausgewählt hat und die sie darstellt. Diese besonderen Momente, die einerseits so alltäglich und andererseits so ungewöhnlich sind.

    Wie bereits geschrieben, habe ich den Drang, das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen um die Tiefgründigkeit der einzelnen Geschichten und ihre Verwobenheit genauer zu erfassen.
    Falls jemand nicht genau weiß, ob dieses Buch etwas für ihn ist, empfehle ich die Leseprobe. Bei book2look kann man eine ganze Kurzgeschichte lesen, ihr müsst also keine Angst haben, dass es mitten in der Handlung abbricht.

    Ich würde gerne noch viel mehr zu diesem Buch schreiben, aber mir fehlen fast ein bisschen die Worte, um die Gefühle wiedergeben zu können, die für mich dieses Leseerlebnis so einzigartig gemacht haben. Aber einzigartig war es auf jeden Fall.


    Am schönsten ist es, wenn der Mond scheint. Sein Licht kommt erst dann richtig zur Geltung, wenn die Laternen auf der zur Ruhe gekommenen Straße nur noch trüb vor sich hin schimmern. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass meine Taschen - ganz gleich welche Art - im Mondschein am faszinierendsten aussehen. [...]
    Das Mondlicht bringt schonungslos die winzigsten Details zum Vorschein. In dem kurzen Augenblick, wenn die Passanten an meinem Laden vorbeigehen, durchschaue ich sie.
    S. 71

    Fazit

    Ein ungewöhnliches Buch, das elf Kurzgeschichten in einem Roman verbindet. Wunderbar geschrieben, sehr fesselnd, in meinen Augen etwas ganz besonderes, das mich immer noch nicht losgelassen hat und wohl noch lange beschäftigen wird.


    Idee: 5/5
    Handlung: 5/5
    Charaktere: 5/5
    Schreibstil: 5/5
    Lesespaß: 5/5

    Gesamt:

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Tan am Di 20 Nov 2012, 11:55

    Hey Marit!

    Das klingt ja tatsächlich nach einem interessanten Buch! Kurzgeschichten die miteinander verwoben sind - sehr spannend! Ich habe mal einen Film gesehen der auch so aufgebaut war, und ich fand ihn auch super interessant.
    Der Schreibstil klingt auch sehr vielversprechend, und ja es ist tatsächlich ein sehr schönes Cover! Wirst du dir nun denn mehr von der Schriftstellerin kaufen, da sie es dir mit ihrer, sagen wir, verwobenen Geschichte sehr angetan hat?

    Ich werde es mir auf jeden Fall auf meine Merkliste setzen und mal in die Leseprobe reinlesen.

    Danke für die Vorstellung! Herzchen

    LG Tan

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Miyann am Di 20 Nov 2012, 19:48

    Hey Tan!

    Meinst du vielleicht Babel? "Ruhm" beispielsweise ist auch ähnlich aufgebaut, wobei die Personen dort noch etwas enger verzahnt sind, würde ich sagen. Das Buch ist aber auch echt empfehlenswert, wenn du so etwas magst.

    Ich habe bereits noch ein Buch bestellt (schon bevor ich dieses hier gelesen hatte), aber das ist leider noch nicht angekommen. *seufz* Doofe Büchersendungen.

    Ich hoffe, die Leseprobe gefällt dir, die Autorin braucht eindeutig mehr Leser! Very Happy

    Viele Grüße
    Marit

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Tin am Mi 21 Nov 2012, 14:39

    Hallöchen! (:

    Ich bin es schon wieder. *grins*
    Ich möchte auch gar nicht mehr viel sagen, nur, dass ich das Buch nun noch mit auf meine Weihnachtswunschliste gesetzt habe. Hoffentlich bekomme ich es auch!!

    Liebe Grüße
    Tin

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Miyann am Sa 01 Dez 2012, 09:56

    Huhu Tin! :)

    Ohh, das freut mich so sehr! Ich finde das Buch nämlich immer noch ganz grandios. Es war so schön, in dieser ruhigen Stimmung zu versinken ... Und gleichzeitig war die Handlung immer wieder überraschend und speziell.
    Ich hoffe, du bekommst es zu Weihnachten, denn auf eine zweite Meinung wäre ich total gespannt. :)

    Viele Grüße
    Marit

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Tan am Sa 01 Dez 2012, 10:06

    Oh Marit sind deine Bücher denn jetzt endlich gekommen? o.o

    Meinst du vielleicht Babel? "Ruhm" beispielsweise ist auch ähnlich aufgebaut, wobei die Personen dort noch etwas enger verzahnt sind, würde ich sagen. Das Buch ist aber auch echt empfehlenswert, wenn du so etwas magst.
    Nein ^^ ich meine 11:14 - elevenfourteen. Ein wirklich packender Film. Genau um 11:14 Uhr treffen sich die ganzen Hauptpersonen, um die es bis dahin in dem Film ging. Wie eine Vorgeschichte dazu, wie sie zu jenem Ort und jener Tat kamen. Interessant gemacht, echt Very Happy

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Miyann am Sa 01 Dez 2012, 10:32

    Ja, endlich. Hat auch lange genug gedauert. ;D

    Oh, der Film klingt super, der wandert gleich auf meine Wunschliste. Ich liebe solche Filme. :)
    Vielen Dank für die Empfehlung!

    Viele Grüße
    Marit

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Pooly am Fr 21 Dez 2012, 23:36

    Hallo Marit,

    danke für diese tolle Vorstellung; nachdem wir letztens bei Skype darüber gesprochen hatten, stolpere ich hier nun also auch über dieses Buch und ja, ich denke, das wäre definitiv etwas für mich. Klingt sehr außergewöhnlich und spannend zu lesen. Ich werde es mal auf meiner Wunschliste verankern - als erstes Buch seit langem; du kennst ja mich und meinen aktuellen Kampf mit Literatur so im Allgemeinen.

    Ich bin schon sehr gespannt.
    Danke für diese sehr tolle Vorstellung.

    Viele Grüße,
    Marie


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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von SaKi am Mi 21 Aug 2013, 17:44

    Hallo Marit,

    danke für deine Rezension. Da ich ja gerade "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" von Yoko Ogawa lese und dieses Buch mir sehr gut gefällt (ich hatte es mal im Buchladen zufällig in der Hand, hab reingelesen und fand es gut, hatte es aber noch nicht gekauft. Als es mir in einem anderen Buchladen ein paar Tage später wieder in die Hand fiel, habe ich es kurzerhand als Urlaubslektüre mitgenommen und habe es seitdem nicht bereut), werde ich mit Sicherheit auch dieses Buch von ihr lesen. Beim Lesen deiner Rezension musste ich auch an Daniel Kehlmanns »Ruhm« denken, das mochte ich auch sehr gern. Ich bin gespannt auf das Ende des bengalischen Tigers und werde mich gleich mal auf amazon danach umsehen Wink

    LG
    SaKi

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

    Beitrag von Miyann am Sa 21 Sep 2013, 10:43

    Hallo Saki,

    wir haben ja schon kurz beim Gesichtsbuch geschrieben. "Das Geheimnis der Eulerschen Formel" steht auch schon auf meiner Wunschliste. Ich bin ganz überrascht, in letzter Zeit sehe ich immer häufiger Bücher von der Autorin im Handel stehen. Ich finde aber auch, dass die Cover ins Auge stechen, die finde ich tatsächlich sehr gelungen so schlicht und schön.

    Stimmt, mit "Ruhm" kann man die Grundidee des Buches tatsächlich vergleichen. Auch wenn Yoko Ogawa nicht so viele Stilspielereien vornimmt wie Kehlmann.
    Ich hoffe, das Buch gefällt dir, wenn du es liest. :)

    Viele Grüße
    Marit

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    Re: Yoko Ogawa - Das Ende des Bengalischen Tigers

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