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    Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

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    Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

    Beitrag von Tin am Sa 28 Jul 2012, 20:07


    Originaltitel:
    Le voyage d'Hector #4
    219 Seiten (Taschenbuchausgabe)
    ISBN: 9783492259828


    Inhalt:

    Ein Junge findet das Leben ganz schön kompliziert. Und sein Vater, der Glücksexperte Hector, stellt fest, dass die ewigen Fragen niemals aufhören. Voller Weisheit und mit frechem Charme erzählt der Bestsellerautor Francois Lelord die Geschichte von dem kleinen Kind, das wir alle einmal waren, und von der großen Unternehmung, die Geheimnisse des Lebens zu entdecken.
    (Quelle: Verlagsangaben)


    Meine Meinung:

    Vor ein paar Jahren bin ich durch eine Freundin auf mein erstes Hector-Buch gestoßen: "Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück" (Le voyage d'Hector #1). Von diesem Buch an, hatte mich Francois Lelord gänzlich gefangen. Jedes Buch der Hector-Reihe folgt zwar einem bestimmten Muster, ist aber dennoch auf seine eigene Weise jeweils so einzigartig und wundervoll geschrieben, dass man es einfach lieben muss. So war es nun auch bei diesem.

    Gleich auf der ersten Seite wird deutlich, dass dieses Buch - auch wenn es einer Grundstruktur folgt, die allen Büchern gleich ist - doch ganz anders ist, als seine drei Vorgänger: Anders als sonst wird die Geschichte hier nicht aus der Sicht Hectors geschrieben, sondern aus der Sicht seines Sohnes, Petit Hector.
    Im ersten Moment dachte ich, dass das Buch ein Sprung in die Vergangenheit, Hectors eigene Kindheit ist. Doch schon bald wird deutlich, dass dem eben nicht so ist.
    Petit Hector ist ganz angetan davon, dass sein Papa Psychiater ist - und dass dieser auf verschiedenen Forschungsreisen immer kleine Notizbüchlein führte, in denen er seine Beobachtungen aufschrieb. Und nun ist es eben an ihm, in die Fußstapfen seines Papas zu treten und seinerseits seine kleinen "Lehren" zu notieren. Und das ist dann auch die einzige Gemeinsamkeit mit den anderen Bänden der Hector-Reihe.

    Dementsprechend, dass hier aus der Perspektive eines Kindes geschrieben ist, ist auch der Schreibstil relativ simpel. Das tut dem ganzen allerdings keinen Abbruch, sondern unterstützt nur noch den Charme des Buches. Petit Hector ist, vielleicht ein wenig bedingt durch den Beruf seines Vaters, ein äußerst nachdenkliches Kind (ich würde gerne sagen "für sein Alter", doch dieses wird im gesamten Buch nie erwähnt). Er hat die gleichen "Probleme", die jedes Kind kennt: Kann der und der noch mein bester Freund sein, wenn es ein anderer nicht mehr ist? Was bedeutet es, verzeihen zu können? Was ist Moral? Warum wird alles so kompliziert, wenn man älter wird? Und vor allem: Wie funktioniert das mit der Liebe? All diese Gedanken, die man so gut nachvollziehen kann, sowie einige Kleinigkeiten (zum Beispiel, dass Petit Hector in seinem Büchlein "Nuttilitarist" statt "Utilitarist" schreibt) machen die Geschichte zu einem einzigartigen Lesevergnügen, das auch ein wenig zum nachdenken und mitphilosophieren einlädt.
    Erwähnenswert ist vielleicht auch noch, dass Petit Hector neben einigen "Weisheiten" auch, für uns, ganz "banale" Beobachtungen notiert, was wiederum den Charme des Buches ausmacht. Ein Beispiel hierfür:

    "Im Leben ist es wichtig, einen kompletten Satz Spielkarten zu haben.

    Man kann den anderen mehr Angst machen, wenn man nicht in Zorn gerät.

    Wenn man Freunde hat, kann man Bündnisse schmieden.

    Wenn ich groß bin, kann ich entscheiden, nicht mehr in die Kirche zu gehen."


    (Quelle: Francois Lelord: Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens, S. 69)

    Wer die Figuren Francois Lelords' kennt, wird sie auch in diesem Buch lieben, wem sie unbekannt sind, der wird eben dies schnell lernen. Besonders dadurch, dass man seine Gedanken, wie bereits erwähnt, so gut nachvollziehen kann, wächst einem Petit Hector schnell ans Herz. Es gab viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste, mit ihm lachen oder anders mit ihm mitfühlen konnte. Natürlich läuft in seinem Leben nicht immer alles glatt, aber er hat ja seinen Papa und seine Maman, mit denen er über alles reden kann und die stets bemüht sind, ihm nützliche Ratschläge zu geben.
    Aber auch die anderen Figuren, vor allem Petit Hectors Freunde, sind sehr realistisch und greifbar - auch wenn sie eigentlich nie vollständig charakterisiert werden, sondern immer nur in Verbindung mit Petit Hector selbst auftreten.


    Fazit:

    Jedem Freund von Francois Lelords Büchern, jedem Freund der Belletristik, aber auch jedem, der einfach auf der Suche ist nach einem locker leichten Lesegenuss, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Allerdings möchte ich noch erwähnen, dass es, auch wenn es so leicht zu lesen und nachzuvollziehen ist, kein Buch "für mal eben zwischendurch" ist, da es schon ein wenig zum Nachdenken anregt und eventuell auch noch ein wenig nachzuklingen im Stande ist.
    Ingesamt bekommen die beiden Hectors von mir 5 von 5 Sternen!
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    Re: Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

    Beitrag von Nakyo am So 29 Jul 2012, 13:40

    Hey,

    das klingt ja nach einem witzigem und charmantem Buch :) Und es klingt ganz so, als müsse man die vorrangegangenen Bänder nicht lesen... Mich würde jedoch interessieren, ob das nun mehr ein Kinder- Jugend- oder Erwachsenenbuch ist?

    LG
    Nadine
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    Re: Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

    Beitrag von Tin am So 29 Jul 2012, 13:57

    Hallo Nadine,

    ja, witzig und charmant ist es auf jeden Fall! Und nein, du hast recht, man muss die vorangegangenen Bände nicht gelesen haben. Sicher, man hat dann den "Vorteil", dass man die handelnden Personen schon ein wenig kennt, aber eigentlich bauen die Geschichten nicht wirklich aufeinander auf und wenn doch mal etwas aus einem vorigen Band Erwähnung findet, so wird es auch direkt erklärt. :) Und gerade bei diesem hier besteht eigentlich keine Gefahr, dass man etwas nicht versteht, da es eben aus der Sicht von Petit Hector geschrieben ist.

    Zu deiner Frage für welche Lesergruppe das Buch geschrieben ist: Hätte ich es als Kinder- oder Jugendbuch eingeschätzt, hätte ich es auch in dieser Sparte vorgestellt. Wink Genau genommen würde ich eher sagen, dass es "Generationenübergreifend" ist. Auch, wenn es aus der Sicht eines Kindes dargestellt wird, denke ich, dass es für Kinder vielleicht dennoch etwas zu ... philosophisch ist. Für Jugendliche eignet es sich aber ebenso, wie für Erwachsene. :)

    Liebe Grüße,
    Tin
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    Re: Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

    Beitrag von Pooly am Do 06 Sep 2012, 22:10

    Hallo Tin,

    danke für diese schöne und ausführliche Vorstellung. Das klingt aber wirklich nach einem sehr schönen und 'warmen' Buch, das zum Nachdenken anregt und sicherlich auch sehr schön zu lesen ist - zumindest spricht das Zitat schon Bände. Ich habe bisher leider noch nichts von Francois Lelord gelesen, aber es scheint mir fast, als müsse ich das demnächst einmal ändern. Klingt auf jeden Fall nach einem sehr interessanten Buch, das mir auch gefallen könnte.

    Welches Buch aus der Reihe fandest du denn bisher am besten, Tin? Hast du einen Liebling?

    Liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

    Beitrag von Tin am Sa 29 Sep 2012, 09:56

    Hallo Marie!

    Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt dazu komme, auf deinen Kommentar zu reagieren. Es freut mich, dass dir meine Rezension gefallen hat und dass ich dich vielleicht ein wenig zum Lesen eines seiner Bücher anregen konnte. Ich weiß ja, dass du eigentlich nicht so auf diese Art Bücher stehst, aber ich glaube auch, dass es dir gefallen könnte!

    Zu sagen welches der Bücher mein Liebling ist, ist sehr schwierig. Sie haben alle ihren eigenen Charme und dieses besondere Etwas, das sie irgendwie ganz einzigartig macht. Ich denke allerdings, dass dieses hier und das neueste "Hector und das Wunder der Freundschaft" die beiden Bücher sind, die mich am meisten ansprechen konnten, einfach, weil sie doch noch ein wenig anders sind, als die übrigen. Dieses, weil es eben aus einer ganz anderen Sicht geschrieben ist und "Hector und das Wunder der Freundschaft", weil es einige Erzählsequenzen gibt, die die eigentliche Handlung "aufbrechen" und es so auch zu etwas ganz anderem machen. Ich habe auch auf jeden Fall noch vor, das Buch demnächst vorzustellen!! :)

    Liebe Grüße,
    Tin

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    Re: Francois Lelord - Hector&Hector und die Geheimnisse des Lebens [Hector #4]

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