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    Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

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    Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Jojo am Di 17 Jul 2012, 21:43

    Henning Mankell - Mittsommermord


    Bildquelle

    Originaltitel: Steget efter
    Verlag: Paul Zsolnay Verlag
    Seitenzahl: 603 Seiten
    ISBN: 3-522-04962-2

    Inhalt:
    Sind die drei Jugendlichen, die zusammen Mittsommer verbracht haben, wirklich in Europa oder hat die besorgte Mutter recht? Wallander und seine Kollegen sind sich nicht sicher, noch dazu taucht Svedberg nicht mehr auf.
    Einer Eingebung folgend brechen Wallander und Martinsson in die Wohnung des Kollegen ein und findet ihn erschossen im Wohnzimmer. Bald tauchen auch die drei Jugendlichen auf. Tot sitzen sie verkleidet in einem Naturreservat. Wallander vermutet einen Zusammenhang, aber der Täter scheint der Polizei immer einen Schritt voraus zu sein.

    »Normale Leute haben Alpträume, wenn sie schlafen«, sagte Nyberg. »Wir, die wir gezwungen sind, in so etwas hier auf dem Kopf zu stehen, erleben unsere Alpträume im wachen Zustand.«


    Meine Meinung:
    Dies ist der siebte Teil der Wallanderreihe von Henning Mankell und ist genau gelungen, wie all die anderen Teile, die ich bis jetzt gelesen habe.
    Mankells Figuren wachsen einem sofort ans Herz. Der etwas mürrische Wallander, der mittlerweile stark mit seiner Gesundheit zu kämpfen hat, aber sich seine Diabetes nicht eingestehen möchte und auch seinen Kollegen nichts davon erzählt. Wieso weiß er selbst nicht. Ich als Leser habe teilweise mit ihm gelitten und man konnte sich auch sonst sehr gut in seine Gedanken hineinversetzen. Besonders auch die Hilflosigkeit, die er bei der Aufklärung des Falles immer wieder empfindet, macht sich auch in einem selbst breit. Gleichzeitig möchte man ihm am liebsten zurufen, was man erfährt, wenn man kleine Stellen aus der Sicht des Mörders liest und mehr über seine Pläne und Vorhaben erfährt.
    Martinsson und Ann-Britt Höglund merkt man an, dass sie seine beiden engsten Kollegen sind und durch kleine persönliche Dinge, die eingeworfen werden, erhält man auch von den beiden ein sehr schönes Bild.
    Aber auch alle anderen Charakter, die in diesem Buch vorkommen, sind von Mankell wieder sehr gut gezeichnet. Ich konnte sie alle vor mir sehen, auch wenn sie nur eine sehr kleine Rolle in den Ermittlungen bekommen haben. Sie waren trotzdem präsent und genau das ist mir bei Büchern sehr wichtig.

    Ich habe Angst, dachte er. An das Böse habe ich nie geglaubt. Es gibt keinen bösen Menschen, niemand wird mit einer genetisch bedingten Brutalität geboren. Dagegen gibt es böse Umstände. Das Böse gibt es nicht. Aber hier ahne ich etwas, das sich in einem verfinsterten Gehirn abspielt.


    Was mir ebenfalls gefallen hat, ist, dass auch bei diesem Buch auf unrealistische Szenerien eher verzichtet wurde. Man erhält, denke ich, einen halbwegs guten und authentischen Einblick in die Polizeiarbeit. So ist es zwischenzeitlich so, dass sie immer wieder auf die gleichen Gedanken und Fragen in der Ermittlung eingehen, weil sie einfach nichts weiter haben. Der Mörder hinterlässt nur wenig Spuren und so muss jeder noch so kleinen Spur nachgegangen werden. Genau so stelle ich es mir irgendwie auch im wahren Polizeileben vor. Zwischendurch geht es einfach nicht weiter, man findet keine neuen Hinweise und hat wohl auch das Gefühl, den Fall nie aufklären zu können, was leider oft genug auch dann am Ende das Ergebnis ist.
    Hier allerdings wird der Fall aufgeklärt und bringt einen Mörder hervor, der irgendwie unverständlich handelt. Das ist vielleicht nur mein einziger, kleiner Kritikpunkt. Man versteht die Intention des Mörders nicht, aber man hat gleichzeitig das Gefühl, dass er selbst nicht genau weiß, wieso er all das getan hat. Er ist eher ruhig und unauffällig und passt gar nicht in das kaltblütig Bild, das man sich zu Beginn gemacht hat.
    Was mir ebenfalls immer sehr an Mankells Büchern gefällt und auch in diesem nicht fehlen durfte, ist die schlichte Schreibweise und die Kritik an der Politik und der Gesellschaft. Immer wieder wird Wallander, der bereits fast fünfzig Jahre alt ist, bewusst, wie sich die Welt in den letzten Jahren geändert hat und auch diesmal kommt er von der Frage nicht los, was er als Polizist eigentlich noch tun kann.

    Eine neue große Teilung des Volkes ging im Land vor sich. In Menschen, die gebraucht wurden, und Menschen, die unnötig waren. In dieser Wirklichkeit Polizist zu sein würde immer schwierigere Wahlsituationen mit sich bringen. Sie würden weiterhin eine Oberfläche sauber halten, obwohl die Fäulnis darunter weiterbestand, in der tragenden Konstruktion der Gesellschaft.


    Fazit:
    Insgesamt hat mir Mittsommermord wieder sehr gut gefallen und ich kann es wirklich nur empfehlen. Man versteht es außerdem auch, wenn man vorher noch kein anderes Buch über Wallander gelesen hat. Ein spannender Krimi, der mich bis zur letzten Seite gefesselt hat.
    Von mir erhält das Buch 4,5 von 5 Sterne, aufgrund der einen kleinen Sache mit dem Mörder, dessen Handeln man nicht voll und ganz nachvollziehen kann.
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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Pooly am Sa 21 Jul 2012, 15:30

    Hallo Jojo,

    danke für diese schöne Rezension - ich sollte es mir wirklich angewöhnen, mehr Rezensionen zu lesen, denn man stößt wirklich immer wieder auf interessante Werke und Bücher und ich bekomme selbst wieder Lust zu lesen. In letzter Zeit sieht das ja bei mir wieder etwas mau aus, ich kann nicht einmal sagen, warum. Dieses Buch hier klingt aber wirklich genau nach dem Genre, das ich mir zurzeit gern vornehmen würde. Düster und spannend und realistisch. Besonders das, was du über die Polizeiarbeit sagst, hat mich angesprochen und neugierig gemacht. Es ist ja recht oft so, dass ich Büchern, Filmen und Serien die Schlussfolgerungen der Polizisten etwas sehr weit hergeholt scheinen, geht zumindest mir manchmal so. Es klingt also in meinen Ohren sehr gut, wenn du sagst, dass es realistisch wirkt.

    Du hast ja bisher die meisten Wallander-Bücher gelesen, oder?
    Du schreibst, dass man dieses hier auch verstehen kann, ohne die vorherigen zu kennen. Würdest du mir trotzdem empfehlen, sie in der Reihenfolge zu lesen oder spielt das gar keine Rolle?

    Danke auf jeden Fall für diese schöne Vorstellung! Die Zitate haben das Bild abgerundet, das hat mir sehr gefallen.

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Jojo am Sa 21 Jul 2012, 15:38

    Hey Marie,

    Vielen dank fürs Lesen der Rezension und es freut mich umso mehr, dass sie dir gefallen hat.
    Ich habe bis jetzt auch erst fünf Teile der Wallander-Reihe gelesen, somit die Hälfte.
    Ich muss aber sagen, dass es wirklich vollkommen egal ist.
    Man hat vielleicht nur ein etwas anderes Bild von Wallander, wenn man ihn von Anfang an kennt, also mit "Der Mörder ohne Gesicht" beginnt. Da gibt es nämlich noch eine Person, die ihn irgendwie zeichnet und auch in den weiteren Büchern immer wieder erwähnt wird. Wobei mein Bild eben auch durch die Filme geprägt ist, die ich ja jetzt wirklich fast alle gesehen habe und auch schon, bevor ich die Bücher gelesen habe.

    Aber ich habe eben jetzt auch zwei Bücher nicht gelesen und es ist mir nicht irgendwie negativ aufgefallen.
    Ich denke, das sollte man ganz für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil fand es angenehm, denke aber auch, dass es vollkommen egal ist und muss gestehen, dass mir die ersten beiden Teile im Vergleich nicht ganz soo gut gefallen haben, wie die darauf folgenden.

    Ich hoffe, das hat dir irgendwie weiter geholfen ^^"

    Viele Grüße
    Jojo
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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Pooly am Sa 21 Jul 2012, 16:08

    Hallo Jojo,

    danke für deine Erklärungen, das war zwar etwas wirr, hat mir aber auf jeden Fall geholfen -lach-
    Hm, ich werde noch mal drüber nachdenken, aber ich glaube, einfach meinem zweitweiligen Ordnungsdrang entsprechend würde ich gern alles zusammen und in der Reihenfolge lese, werde dann also demnächst mal nach dem ersten Teil Ausschau halten. Danke noch einmal.

    Liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Jojo am Sa 21 Jul 2012, 16:15

    Hey Marie,

    Ja, das hab ich mir schon fast gedacht, dass es ein bisschen wirr war ^^"
    Tut mir Leid. Aber ich denke, es ist wirklich auch vollkommen egal.

    Aber, mir ging es genau wie dir. Wenn ich schon die Möglichkeit habe, eine Reihe neu anzufangen, fange ich sie auch lieber direkt von vorne an. Wink
    Wenn du die Bücher mal lesen solltest, würde ich mich jedenfalls auf deine Meinung freuen.

    Viele Grüße
    Jojo
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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Tin am Sa 21 Jul 2012, 22:34

    Hallo Jojo,

    deine Rezension hatte ich schon auf deinem Blog gelesen, jetzt möchte ich sie also auch kommentieren. :)

    Du machst mich immer neugieriger auf die Reihe! Besonders gut gefällt mir deine Einschätzung, dass man sich gut in die Personen hineinversetzen und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Für mich spielt das beim Lesen irgendwie immer eine große Rolle, gerade bei Thrillern/Krimis (auch wenn es da manchmal ein wenig ... gruselig sein kann). Irgendwie steigert das die Spannung nur umso mehr! :)
    Auch gefällt mir, dass das Buch (bzw. so wie ich herauslesen konnte die ganze Reihe), relativ realistisch ist. Gerade bei solchen Themen finde ich das immer wichtig und kann jedes mal nur den Kopf schütteln, wenn ein Autor meint, seine Geschichte total überziehen zu müssen.

    Und da wir ja wirklich (wie du schon mal bemerktest) einen ähnlichen Geschmack zu haben scheinen, denke ich, dass mir die Reihe sicher auch gut gefallen könnte.

    Ich denke aber auch, dass ich sie eher mit dem ersten Band beginnen würde.

    Liebe Grüße,
    Tin
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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

    Beitrag von Jojo am So 22 Jul 2012, 19:39

    Hey Tin,

    Danke fürs Lesen der Rezension.

    Schön, dass ich dich neugierig machen konnte.
    Und du hat Recht. Bei diesem Genre ist es immer wichtig, dass man sich in die Personen hineinversetzen kann. Egal in welche, ob Polizist oder eben Mörder. Und auch die Realität ist ja oft etwas verzerrt. Sie ist sicherlich hier auch nicht ganz einwandfrei gewährleistet. Ein echter Polizist oder Kommissar würde wohl an einigen Stellen immer noch den Kopf schütteln, aber es ist trotzdem, denke ich, gut getroffen.

    Und wenn du möchtest, kann ich dir auch mal den ersten Band ausleihen. Dann kannst du reinschnuppern und musst ihn nicht gleich kaufen Wink

    Viele Grüße
    Jojo

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    Re: Henning Mankell - Mittsommermord [Wallander #7]

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