Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Brom - Der Kinderdieb

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    Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Lexi am Di 19 Jun 2012, 13:17



    Der Kinderdieb [The Child Thief]
    Pan Verlag
    ~ 650 Seiten

    Inhalt
    Auf der Flucht vor einer Bande Drogendealer irrt Nick nachts durch New York, wissend, dass er nicht mehr nach Hause kann. Da begegnet er einem seltsamen Jungen, der ihm ein neues Leben an einem wunderbaren Ort verspricht. Verzweifelt entscheidet Nick sich, diesem Peter zu folgen - und landet in einem Alptraum ohne Entrinnen.
    Avalon, einst blühend und wunderschön, liegt im Sterben. Die "Fleischfresser" verfolgen Peter und die Kinder, die er aus der realen Welt nach Avalon gebracht hat, und das Überleben wird immer schwieriger. Die Welt liegt unter Nebel verborgen, der Avalon vor der ganzen Welt abschirmt und als Nick begreift, was eigentlich vorgeht, ist es für eine Flucht schon längst zu spät.

    Meine Meinung
    Ich war wirklich begeistert von der Welt, die Brom hier gezeichnet hat, von den Charakteren und all dem Blut.

    Ich habe es an vielen Stellen als sehr beklemmend empfunden, was aus den Kindern wird, was aus Peter wurde, wer die "Fleischfresser" wirklich sind und wohin es führt, wenn man erstmal Köpef abschlägt und dann fragt.
    Mir kamen desöfteren die Tränen, obwohl ich bewusst vermieden habe, mein Herz allzu sehr an einen bestimmten Charakter zu hängen, weil ich schon am Anfang mit jeder Menge Toten gerechnet habe.

    Es wird keine klare Grenze zwischen Gut und Böse gezogen, Peter selbst ist ein Charakter, den man in vielerlei Hinsicht durchaus als böse und grausam bezeichnen könnte, aber auch er hat seine Momente, in denen man widerstrebende Sympathie empfinden muss.
    Und am Ende ist nicht alles Gold, was glänzt.

    Zwischen all dem Blut und Hass gab es immer wieder Momente, in denen ich grinsen musste. Die Vorstellung, dass eine Horde schwarzhäutiger Monster in New York einfällt, Rolltreppe fährt und sich zur nächsten Kirche aufmacht, um einen Dämonen zu verbrennen, ist einfach zu absurd, um nicht darüber zu lachen.

    Ein großartiges Buch, hervorragend geschrieben und wunderschön aufgemacht.
    Eine sehr düstere und damit keinesfalls für Kinder geeignete Version der Geschichte von Peter Pan.
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von SaKi am Di 19 Jun 2012, 20:17

    Danke für deine tolle Vorstellung!

    Das Buch steht schon länger auf meiner Leseliste und fast genauso lange auch schon bei mir im Regal, ich komme nur einfach nicht dazu. Freue mich aber schon aufs Lesen, vorher sind nur noch ein paar andere Sachen dran.

    Ich liebe übrigens Charaktere, die eigentlich böse und grausam sind, aber irgendwie doch .......... sympathisch? Nachvollziehbar? Ich weiß nicht genau, was das richtige Wort dafür ist ^^'
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Deadwing am Di 19 Jun 2012, 22:26

    Ich kann Lexis Vorstellung nur zustimmen, das Buch befindet sich nämlich auch in meinem Regal und auch mir hat es echt gut gefallen, eben gerade daduch, dass es keine Kindergeschichte ist, sondern bisweilen ziemlich grausam. Peter Pan mal anders. Und doch kann man seine Beweggründe nachvollziehen...
    An die Stelle mit den Monstern in der New Yorker Innenstadt kann ich mich auch noch gut erinnern, die war wirklich ziemlich schräg. xD

    Und außerdem ist das Buch einfach toll gestaltet. Sogar mit Bildern hier und da. Ich mag sowas. Mr. Green

    Jetzt hab ich direkt Lust bekommen, es mal wieder zu lesen, hm...
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von SaKi am Di 19 Jun 2012, 23:01

    Na ja, BROM ist ja auch eigentlich Zeichner *g* Da ist das nicht weiter verwunderlich Wink
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Lexi am Mi 20 Jun 2012, 13:28

    @ saKi:
    Wenn du solche Charaktere magst, dann kann das Buch dir eigentlich nur gefallen ^^
    Und die Bilder sind wirklich klasse!
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Storypassion am Mi 20 Jun 2012, 13:34

    Hallo Lexi.

    Danke für die Rezi, ich freu mich immer, wenn das Buch jemand kennt und es auch gut gefunden hat. Ich versuche es bei uns im Laden immer an den Mann zu bringen, weil es eins meiner Lieblingsbücher ist - aber das erweist sich manchmal als schwierig.
    Ein großartiges Buch, da kann ich mich dir nur anschließen.
    Peter Pan mal ganz anders und trotzdem auf eine Art irgendwie genauso "zauberhaft".

    ----

    Die Geschichte ist einfach fantastisch erzählt. Man erfährt viel aus der Sicht von Peter, was ihn dazu bewogen hat seine Kindheit zu bewahren und Avalon aufzusuchen. Denn auch Peter ist ein Kind mit dunkler Vergangenheit, die sich nach und nach aufdeckt.
    Auch die Geschichten der Kinder sind alle für sich tragisch und haben so viel mit der Realität gemein, die wir von heute kennen, dass es schon erschreckend ist. Familiäre Gewalt, Alkohol und verstoßene Kinder, die an die falschen Freunde geraten. Drogen, Raub und Körperverletzung. Mobbing und Einsamkeit. Alles hochaktuelle Themen die Brom in einem fantastischen Roman verarbeitet hat.
    Als die Geschichte sich auf die Insel Avalon verlagert, nimmt die Geschichte immer mehr an Tempo und Spannung an.
    Man wird als Leser mit kleinen Häppchen gefüttert, die uns immer näher an die Wahrheit bringen sollen.
    Warum erschafft Peter eine kleine Armee aus Kindern?
    Wieso lässt er zu, dass einige von ihnen im Kampf sterben?
    Was ist mit der Insel Avalon?

    In der Mitte des Buches gibt es Zeichnungen des Autors, die die wichtigsten Personen darstellen. Die Zeichnungen sind einfach fantastisch und sehen wirklich klasse aus.
    Ich war beim Lesen des Buches so gefesselt, dass ich das Buch zwischenzeitlich wirklich beiseite legen musste um kurz durchzuatmen.
    Der Schreibstil ist stellenweise wirklich sehr heftig und derbe.
    Ich weiß noch, wie ich damals bei unserer Bücherei anfragte, ob die das Buch im Sortiment haben und ich als Antwort bekam: "Das Buch werden wir nicht in unseren Bestand aufnehmen. Es ist zu gewalttätig und entspricht nicht unseren Vorstellungen."
    Ganz ehrlich: Nachdem ich das Buch gelesen hatte, war mein erster Gedanke: Man kann es auch übertreiben!
    Natürlich, die Sprache ist wirklich sehr heftig stellenweise und es kommt auch einiges an Gewalt darin vor, aber ein Buch nicht in den Büchereibestand zu nehmen, mit diesen Begründungen. Also das ist in meinen Augen übertrieben. Aber das muss auch jeder selbst entscheiden.

    Das Buch gibt einen vollkommen neuen Blick auf die Fantasy und erschafft eine ganz eigene Welt.
    Ich war von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und kann es nur jedem empfehlen, der einen Klassiker der Kinderbuchliteratur in ganz neuem Gewand sehen möchte.
    Nur eines noch: Macht nicht den Fehler es mit James M. Barries' Peter Pan zu vergleichen.
    Broms "Der Kinderdieb" ist ein vollkommen eigenständiges Buch.


    Liebe Grüße,
    Jacky sunny
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Lexi am Mi 20 Jun 2012, 14:15

    Oh Jacky, danke für den coolen Beitrag!
    Kann mich dem nur anschließen.

    Ich verstehe nur immer nicht, wsa die Leute für ein Problem mit der Gewalt haben.
    Was das betrifft, sticht das Buch nicht wirklich aus vielen der Fantasybücher, die ich gelesen habe, heraus. Da kenn ich noch ganz anderes.
    Und es hat ja auch keiner behauptet, es sei für KInder geeignet.
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Vampirmaedchen am Do 21 Jun 2012, 19:25

    Hallo Lexi!

    Danke für die Vorstellung, obwohl die Meinung etwas kurz war, aber ich denke, das ist okay, weil man vielleicht dadurch nicht zu sehr auf den Inhalt eingehen kann - vielleicht gerade bei diesem Buch :)

    Oh ha, also wird es wirklich noch "böse"? Mensch, dann sollte ich mich wohl doch dazu einmal durchringen das Buch weiter zu lesen ... Ich finde die Bilder, die Brom selbst gemalt hat, einfach wunderschön und man konnte die Liebe zu den Charakteren sehen.
    Eines muss ich aber noch gestehen - ich habe die Kinderversion von Peter Pan nie gelesen oder gesehen, also wäre es meine erste Story über Peter Pan, wenn ich das Buch durchgelesen habe.

    Ich finde das Cover auch einfach sehr schön - hach, ich schwelge gerade in großer Lust von den Kapiteln, die ich bis jetzt gelesen habe :}
    (Nick hat gerade seinen ersten Trainingstag)

    Nochmals, danke für die Rezension!

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Deadwing am Do 21 Jun 2012, 21:37

    SaKi schrieb:Na ja, BROM ist ja auch eigentlich Zeichner *g* Da ist das nicht weiter verwunderlich Wink
    Ah, okay - das war mir jetzt gerade gar nicht so bewusst ehrlich gesagt... aber das erklärt natürlich einiges. ^^
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Storypassion am Sa 23 Jun 2012, 15:13

    Falko schrieb:Oh Jacky, danke für den coolen Beitrag!
    Kann mich dem nur anschließen.

    Ich verstehe nur immer nicht, wsa die Leute für ein Problem mit der Gewalt haben.
    Was das betrifft, sticht das Buch nicht wirklich aus vielen der Fantasybücher, die ich gelesen habe, heraus. Da kenn ich noch ganz anderes.
    Und es hat ja auch keiner behauptet, es sei für KInder geeignet.

    Hi Lexi :)

    Eben. Das kann ich oft auch nicht nachvollziehen.
    Ich weiß nicht, ob die Bücherei das Buch mittlerweile doch in den Bestand aufgenommen hat. Mir ist es da allerdings noch nicht bewusst aufgefallen. Schade eigentlich.
    Ich versuche es weiterhin an meine Kunden zu bringen - oft mit Erfolg. Very Happy

    Liebe Grüße,
    Jacky sunny
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Dina86 am Di 03 Jul 2012, 19:19

    Ich habe mir das Buch als Ebook herrunter geladen, nachdem ich eure Meinungen gelesen hatte. Eigentlich wollte ich es nicht lesen doch die Schwämerei hier war einfach mitreißend. Ich muss ehrlich sagen, ich habe schon lange nichts mehr gelesen was an dieses Buch herran kommt.
    (Ausser die Bücher von Mara Wolf)
    Es ist fesselnd, wenn für mich am Anfang etwas verwirrend. Vorallem die erste Stelle mit dem Nebel wo Peter und Nick herrum oder besser hindurch geistern.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht, denn leider ist meine Lesezeit gerade sehr eingeschränkt..
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Pooly am So 28 Okt 2012, 02:48

    Hallo zusammen,

    nun habe ich mir nicht nur die Rezension sondern auch noch einmal alle Kommentare durchgelesen und muss sagen: Ich kann die Entscheidung, dieses Buch gekauft zu haben, nicht bereuen. Bisher habe ich auch von Freunden sehr viel Gutes darüber gehört und bin selbst sehr gespannt, wie es mir wohl gefallen wird. Es wartet nun ja schon in meinem Regal auf mich. Und so, wie ihr alle hier davon schwärmt, ist es gerade auf meiner Leseliste sehr weit nach oben gerutscht. Ich bin schon unheimlich gespannt, ob ich mich am Ende euren lobenden Worten werde anschließen können und hoffe, wirklich einmal - vielleicht hierin - eine Lektüre finden zu können, die mich ohne Zweifel überzeugt.

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Tin am Mi 07 Nov 2012, 11:42

    Hallöchen :)

    Da ich das Buch selbst gerade lese, habe ich die meisten Kommentare und auch deine Rezension ehrlich gesagt nur überflogen, um mich nicht zu spoilern, aber ich wollte dennoch einmal kurz zwischenmelden, dass ich jetzt, nach ca 1/3 des Buches, schon total gefangen bin! Herzchen Gut, zwischendurch ist es schon echt fies, aber trotzdem wirklich super! Herzchen Ich melde mich hier nochmal, wenn ich fertig bin :)

    Liebe Grüße
    Tin

    EDIT: Ich bin nun fertig. Wenn das ok ist, kopiere ich einfach mal das, was ich für meine eigene Rezension geschrieben hatte hier hinein. :)

    Meine Meinung:
    Wer denkt bei dem Namen "Peter" und der Erwähnung eines Landes, in dem niemand je erwachsen werden muss nicht unweigerlich an die Geschichte des "Peter Pan"? Ich tat es und auch die ersten Seiten des Buches ließen mich immer wieder Parallelen ziehen. Doch sehr bald merkt man, dass es sich bei dieser Geschichte um eine ganz andere Version des Märchens handelt ...

    Schon zu Beginn des Buches, mit den ersten Worten des Prologs, wird dem Leser vor Augen geführt, dass es sich beim "Kinderdieb" um eine Geschichte voller Gewalt und Brutalität handelt. Das mag zunächst abschreckend klingen und ich habe durch das ganze Buch hindurch eine Gänsehaut nach der anderen bekommen, doch Broms Schreibstil ist so klar und fesselnd, dass man dennoch nicht anders kann als weiter zu lesen.
    Besonders verschreckend ist natürlich das Wissen, dass es Kinder sind, die sich hier in tödliche Kämpfe begeben und dass auch Peter, den es danach lüstet seine Gegner einen nach dem anderen abzuschlachten, eben nur ein Junge ist. Brom erzählt seine Geschichte schamlos und stellt dem Leser die Geschehnisse so klar vor Augen, dass die unheimlich real wirken. Trotz einiger Momente, in denen ich reinen Ekel verspürt habe, ließ sich das Buch unheimlich gut lesen und die knapp 650 Seiten "flogen" nur so vorbei. Die Geschichte um Peter hatte mich ganz in ihren Bann gezogen, sodass es mir schwer fiel, das Buch aus der Hand zu legen. Ich muss allerdings zugeben, dass mich diese ... unglaubliche Todeswut, die alle 50 Seiten (gefühlt) wieder erwähnt wurde, ab und an ein wenig genervt hat.

    Die Welt, die Brom in seinem Buch zeichnet strotzt von einer unglaublichen Liebe fürs Detail und wird dem Leser so deutlich vor Augen geführt, dass man nicht anders kann, als sich völlig hineinzuversetzen und ganz in der Geschichte zu stecken. Das bietet natürlich einen großen Vorteil die Figuren zu verstehen und mit ihnen mit zu fühlen. So konnte ich mit ihnen lachen, Angst haben und stellenweise sind mir sogar ein paar Tränen gekommen. Selbst die Figuren, die irgendwie nur am Rand der Geschichte stehen werden sehr klar charakterisiert - mit nur wenigen Worten.
    Allen voran stehen aber natürlich Peter und Nick, zwei Jungen, die durch Peters Handeln das selbe Schicksal tragen, aber dennoch vom Charakter her unterschiedlicher nicht sein könnten. Beide konnte ich, trotz einiger Eigenheiten (vor allem Peters Mordlust), sehr schnell in mein Herz schließen.

    Drei weitere Dinge sind noch zu erwähnen, die das Buch als Ganzes abgerundet haben. Da wären zum einen die Illustrationen des Autors, die das ganze Buch hindurch immer wieder auftauchen und einzelne Szenen noch einmal realer erscheinen lassen. Besonders gut gefiel mir, dass sich genau in der Mitte des Buches einige farbige Zeichnungen befinden, auf denen die wichtigsten Figuren aus Peters Welt abgebildet sind. Interessant hierbei ist, dass die meisten Bilder die Szenerie genau so zeigten, wie ich sie mir vorgestellt hatte, was von der besonderen Darstellungsgabe des Autors zeugt.
    Des Weiteren ist die Geschichte gespickt von Rückblicken in Peters "Anfänge" in Avalon (dem Land, in dem er lebt), durch die man ihn immer ein bisschen besser kennen- und verstehen lernt.
    Und zuletzt das Nachwort des Autors, zur Entstehung des Buches. Normalerweise lese ich mir diese nicht durch, doch hier interessierte mich, was er zu sagen hatte und ich fand es unheimlich spannend zu lesen, wie "Der Kinderdieb" aus dem Wunsch entstand, nach dem Vorbild der "wahren" Geschichte Peter Pans einen eigenen Peter zu entwickeln, der die Kinder mitnimmt, damit sie nie erwachsen werden.

    Fazit:
    Eine wirklich tolle, wenn auch grausame Geschichte über die Magie der Kindheit und einen Jungen, der nicht erwachsen werden will. Voller Fantasie und bildreich erzählt, mit einem Ende, das überrascht, aber dennoch zufrieden stellt.
    Leider muss ich einen halben Stern Abzug geben, da ich eine Wendung (*Spoiler an* Das Zusammentreffen von Avalon und "unserer" Welt *Spoiler aus*) ein wenig albern fand.
    Somit vergebe ich 4,5 von 5 Sternen mit einer klaren Leseempfehlung. Ein Buch, das sicher länger in Erinnerung bleibt.
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Teleri am Mi 19 Dez 2012, 08:36

    Also ich fand Broms "Der Kinderdieb" auf eine ureigene Art und Weise genial. Wirklich interessant und spannend beschrieben. Eine Mischung aus Avalon und Peter Pan und der Peter Pan gehört zu den Charas, die ich wirklich mag. Zwielichtig, aber wenn man genau darüber nachdenkt nicht wirklich boshaft. Vielleicht ein bisschen blutrünstig, zugegeben. Aber ich fand auch, dass die Figuren gelebt haben, die Brom mit hineingebracht haben.
    Es war eine hervorragende Umsetzung der Peter Pan welt und der Teufel Very Happy

    Ich mochte es und habs gerne gelesen. Kann ich nur empfehlen.
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    Re: Brom - Der Kinderdieb

    Beitrag von Vampirmaedchen am So 23 Jun 2013, 19:35

    Da ich das Buch heute nach einem zweiten Lese-Versuch durchbekommen habe, möchte ich hier natürlich auch meine Meinung festhalten: 

    "Der Kinderdieb" hatte ich schon einmal vor ein oder zwei Jahren angefangen zu lesen und dann abgebrochen. Damals war es mir irgendwie zu schwer vom Feeling vorgekommen und mit dem Schreibstil konnte ich mich auch nicht anfreunden. 
    Doch jetzt habe ich mich dazu durchgerungen es noch einmal zu probieren und ich muss sagen: Was zum Teufel noch mal hatte ich mir damals nur gedacht?!

     
    Brom erzählt eine schaurig, schöne düstere Geschichte, in der man einfach nur abtauchen kann. Ich hatte selbst das Gefühl, das ich mit Peter durch den Wald jage, den Teufelsbaum besuche oder bei der Schlacht dabei war - und das passierte allein auch schon durch die Illustrationen, die vorhanden sind. (Ich hab mir teilweise manche sogar mehrere minutenlang einfach nur angeschaut, weil man immer wieder etwas Neues entdeckte. Besonders wenn man das Kapitel zum Bild kannte.)
     
    Die Charaktere wuchsen von Seite zu Seite mehr, bekamen immer mehr Farbe und Tiefe. Man konnte viele Protagonisten für ihre Entscheidungen verstehen, (auch mal hassen) und selbst bei denen, die man nicht so mochte, konnte man verstehen, warum sie so gehandelt haben. (Ganz besonders erging mir das so beim Prediger. Ich kann den Charakter jetzt immer noch nicht leiden, aber der Grund für sein Verhalten war zu verstehen, obwohl ich das echt nicht gutheiße.)
     
    Auch, wenn ich das Märchen 'Peter Pan' nicht wirklich im ganzen kenne - damals waren andere Märchen einfach schöner für mich - hat Brom es wirklich geschafft, seine eigene Geschichte zu erzählen. (Was er auch zum Schluss anmerkte, dass das sein Ziel war.)
     
    Und damit ich euch nicht irgendwie ausversehen Spoiler beende ich meine Rezension mit den Worten: Ich finde, dass "Der Kinderdieb" ein wirklich sehr gelungenes Buch ist, dass ich sehr gerne gelesen und gerne mit Peter, Nick und dem Kapitän dieses Abenteuer bestritten habe. (Harr, da sind so viele spannende Sachen passiert, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und wollte.) Wink

    Gebe dem Buch 4,5 von 5 Sternen (:

    Liebe Grüße, 
    Vee

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    Re: Brom - Der Kinderdieb

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