Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

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    Welche Kurzgeschichte gefällt euch besser?

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    captaincow
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    Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

    Beitrag von captaincow am Di 05 Jun 2012, 19:40

    Hallo ihr Lieben!

    Herzlich Willkommen zum 45. Storybattle!

    Es treten misstress und Imaginary gegeneinander an. Sie mussten jeweils eine Kurzgeschichte zum Thema "Vampir" verfassen.

    Ihr könnt jetzt für die Kurzgeschichte stimmen, die euch besser gefallen hat. Bitte füllt dazu das Umfragenfenster aus. Es wäre schön, wenn ihr auch einen Kommentar zu den Schriftstücken und eurer Meinung zu ihnen hinterlassen könntet, aber das ist natürlich kein Muss.
    Die Umfrage läuft bis zum 19. Juni 2012.






    Stille

    (geschrieben von misstress)

    Es ist still. Kein Laut dringt an meine Ohren. Nichts droht meine Konzentration zu stören. Das einzige, das ich vernehmen kann, ist das stetige Pochen meines Herzens. Tadamm. Tadamm. Dumpf und gleichbleibend ruhig, als sei es bereits des Schlagens müde. Blut, das träge durch das Pulsieren des roten Muskels durch meine Adern rauscht und einen bitteren Geschmack auf meiner Zunge hinterlässt.
    Es ist dunkel. Kein Licht dringt an meine Augen. Nichts hilft mir, mich zurechtzufinden. Und doch weiß ich genau, wo ich mich befinde. Die Schatten huschen schweigend umher, behalten die Geheimnisse der Nacht für sich. Nebel schieben sich wie bleiche Gespenster um meine hockende Gestalt.
    Seit Stunden sitze ich auf dem Sims des flachen Dachs und beobachte das schlanke, nackte Fenster mir gegenüber. In einer Stunde wird die Sonne über den Horizont kriechen und ich meine Aufgabe erfüllt haben. Der Griff um den schmalen Holzpflock wird für einen Wimpernschlag lang fester, als meine Gedanken zu den Monstern wandern, die es zu zerstören gilt. Vampire. Bevor ich mich jedoch durch eine hektische Bewegung oder einen unüberlegten Laut verraten kann, ermahne ich mich selbst zur Ruhe.
    Wie lange habe ich mich auf diesen Moment vorbereitet? Ich darf mich jetzt nicht von meinem Hass, meinem Zorn beherrschen lassen, sondern muss einen kühlen Kopf bewahren. Noch einmal atme ich tief durch, dann schleiche ich auf weichen Sohlen von dem schwarzen Dach, meide den Schornstein, aus dem heißer Qualm aufsteigt und angele mich schließlich über die Feuerleiter zu dem Fenster, das dem Schlund der Hölle ähnelt.
    Ich spüre, wie mein Herz vor Aufregung zu neuem Leben erwacht und heftig Adrenalin durch meinen Körper schießt. Meine Sicht wird plötzlich klarer, mein Geruchssinn intensiver. Vollkommen.
    Ein leises Klicken ist das einzige, das meine Ankunft durch das Fenster in die Wohnung verrät. Doch abgesehen davon schweigt das Haus. Ich lasse das Wohnzimmer hinter mir, trete in den Flur und stoße zielsicher, aber leise die zweite Tür von rechts auf. Das Schlafzimmer.
    Im breiten Doppelbett liegen zwei Gestalten schlafend aneinander geschmiegt wie die Schneiden einer Schere. Erleichterung durchflutet mich. Ich habe offensichtlich den richtigen Augenblick abgewartet: die Vampire sind pünktlich vor Morgengrauen in ihr Heim zurückgekehrt und haben sich dem Schlaf hingegeben, um der Sonne fern zu bleiben. Lange, schwarze und definitiv lichtundurchlässige Vorhänge verhüllen die Fenster.
    Langsam trete ich näher an das metallene Doppelbett. Kein Holz. Sehr schlau, denke ich - ihnen ungewollt Anerkennung zollend. Doch diese Vorsicht wird ihnen nicht das Leben retten – ihre verfluchte Existenz.
    Zuerst begebe ich mich an die Seite des Mannes. Die Erfahrung sagte mir, sollte die Frau vorher erwachen, wäre sie zu hysterisch, um sich noch genügend gegen mich zu wehren. Der Mann hingegen würde ein größeres Problem darstellen. Also musste er zuerst eliminiert werden.
    Die aufsteigende Erregung lässt mich zärtlich lächeln. Ich werde die Welt von diesen blutsaugenden Monstern befreien! Entschlossen hebe ich den Pflock ein Stück höher, sodass er kurz über der sich bewegenden Brust des Vampirs schwebt. Ich unterdrücke ein triumphierendes Lachen und ramme das Stück Holz, ohne noch einen Moment zu verschwenden, in die Brust des Mannes.
    Die Spitze durchdringt Haut, Fleisch, Gewebe und trifft schließlich auf den pulsierenden Muskel. Ein paar Blutspritzer spüre ich meine Wangen treffen. Einen Augenblick lang betrachte ich mein Werk, dann zucke ich lapidar mit den Schultern und positioniere mich auf die Seite der Frau, die weiterhin der Welt der Lebenden keinerlei Beachtung schenkt. Den zweiten Pflock entnehme ich der Innenseite meiner schwarzen Lederjacke.
    Die Frau liegt auf dem Bauch. Es stört mich, also packe ich ihre Schultern und drehe sie mit einem Ruck herum. Wie erwartet schlägt sie ihre Augen auf. Müde realisiert sie allmählich das fremde Gesicht, das meines ist und versucht erst dann, sich aufzurichten. Ich gestatte ihr einen Blick auf ihren toten Gemahl, dann jedoch, als sich ihr Mund weitet und droht, einen Schrei zu entlassen, stoße ich den zweiten Holzpflock in ihre Brust. Ich verschaffe ihr damit eine Freiheit, die ihr die Unsterblichkeit verweigert hat. Sie müssen mir dankbar sein. Sie alle! Noch einmal stoße ich zu, als ich merkte, dass ich das Herz verfehlt habe. Schrecken durchfährt mich. Noch nie war mir so etwas passiert!
    Ein blutiges Liebesnetzt erstreckt sich vor mir, als ich ein paar Schritte zurücktrete, um mein Werk zu begutachten. Ich lasse meine Hand über die Wand wandern und drücke auf den einstmals weißen Schalter. Grelles Licht umfasst uns alle. Meine Finger sind in Kirschen getaucht. Ich probiere ihren metallenen Geschmack, bevor ich das Leuchten davon scheuche.
    Ich weiß nicht, wie lange ich dort stehe, als ich ein paar Schritte im Flur vernehme. Erschrocken wende ich mich dem Eingang zu und erblicke einen kleinen Jungen, der sich verschlafen über seine Augen reibt. Er trägt einen Pyjama, auf dem ein Teddybär abgebildet ist. Mitleid regt sich in mir.
    Ein Jammer, dass sich ein Monster selbst in so einem kleinen, scheinbar unschuldigen Körper versteckt halten kann. Ein weniger disziplinierter Jäger würde sicherlich darauf hinein fallen und seine Aufgabe unerfüllt lassen. Doch ich bin nicht so. Ich bin besser. Also greife ich in die andere Tasche und ziehe den dritten und letzten Pflock hervor, bevor ich mit einem Lächeln auf das Kind zugehe. Es ist dunkel. Und irgendwann ist es auch still.





    VERSUS






    Nacht
    (geschrieben von Imaginary - Gewinnergeschichte)

    Dunkelheit legte sich über die Stadt und tauchte die Gassen in tiefe Schatten, die nur von den künstlichen Lichtern des Nachtlebens durchbrochen wurden. Um diese Zeit war kaum jemand in dieser Gegend unterwegs; hier und dort ein paar Drogendealer oder Süchtige, die bei ihnen einkauften; einsame Pärchen, die sich mühten, schnell weiter zu kommen und die sich nicht länger als nötig in dieser Gegend aufhalten wollten. Und dann noch er, der unerkannt und fast lautlos durch die Schatten wandelte und Ausschau nach Passanten hielt. Er hasse den Sommer. Sommer bedeutete Sonnenschein und die Tage waren länger als die Nächte. Es gab weniger Möglichkeiten als in den kalten Winternächten, auch wenn man dem Sommer zugute halten musste, dass bei dem lauen Wetter bei den Leuten zumindest die Bereitschaft, sich draußen herumzutreiben, größer war. Dennoch war es im höchsten Maße einschränkend, nur so wenig Zeit zur Verfügung zu haben.
    Die klackernden Schritte auf dem Asphalt, die sich stetig näher bewegten, ließen ihn aufhorchen. Endlich. Sein nächstes Opfer. Er presste sich noch tiefer in den schützenden Schatten, den ihm die Hauswand bot, und wartete ab, bis die Stiefelspitze der Frau am Boden zu sehen war. Mit einer schnellen Bewegung griff er nach dem Arm der jungen Frau und zog sie zu sich heran. Ein hoher Schrei zerriss die Luft, doch der Mann presste ihr die Hand auf den Mund, um ihn zu ersticken. Wild strampelnd und um sich schlagend versuchte sie, sich aus seinem Griff zu befreien, doch er war stärker und hielt sie eisern umklammert.
    »Halt still«, wies er sie kühl an. »Dann lasse ich dich am Leben.«
    Ihre Augen weiteten sich, doch sie wehrte sich noch immer. Er seufzte. Dummes Mädchen.
    »Ich meine es ernst. Ich kann dich auch einfach töten. Halt still. Ich will nur von dir trinken, dann darfst du gehen.«
    Langsam nahm er seine Hand von ihrem Mund, bereit, sie aber dennoch am Schreien zu hindern, falls sie es erneut versuchte – doch das tat sie nicht. Sie weinte, zitterte wie Espenlaub und starrte ihn ängstlich an, doch zumindest schrie sie nicht wieder los.
    »B-bitte lassen Sie mich gehen«, wimmerte sie.
    »Das werde ich. Ich habe es dir versprochen.«
    »A-aber …« Plötzlich brach sie ab. »Ich habe Sie schon einmal gesehen. Ihr Gesicht. S-sie waren i-in der Z-z-zeitung.«
    »Schwachsinn«, entgegnete er kalt. »Versuch nicht, abzulenken. Entspann dich, es wird bald alles vorbei sein.«
    Wieder fing sie an, um sich zu schlagen, doch er war schneller. Grob presste er sie gegen die steinerne Hauswand und beugte sich über sie.
    »B-bitte n-n-nicht …«
    Er ignorierte sie und strich sanft, fast schon andächtig, mit der Zunge über ihren Hals.
    »Shhh. Gleich ist es vorbei«, sprach er und biss dann ohne Vorwarnung zu. Es war auch nach den vielen Frauen, von denen er bereits getrunken hatte, noch immer schwierig, auf Anhieb die richtige Stelle zu finden, um mit den Zähnen das empfindliche Halsfleisch so aufreißen zu können, dass er Zugang zu dem köstlichen Blut bekam, doch diesmal gelang es ihm schon nach kurzer Zeit. Blut quoll langsam aus der Wunde hervor, während der Körper der jungen Frau noch immer vor Angst zitterte und bebte. Begierung saugte der Mann an der Wunde und verdrehte genüsslich die Augen, als der warme Lebenssaft der Frau über seine Zunge lief und sich in seinem Mund zu einer wahren Symphonie der Sinne zusammenfügte.
    Nach einer Weile hörte er schließlich auf und drückte ihr unsanft einen Kuss auf die Lippen. Wieder begann sie zu wimmern und Tränen rannen über ihr Gesicht. Mit einem kühlen Grinsen beugte er sich vor, fuhr mit der Hand über ihr Gesicht und wischte die Tränen fort.
    »Siehst du? Es war doch gar nicht so schlimm«, flüsterte er und fuhr sich noch einmal mit der Zunge über seine blutverschmierten Lippen. »Leb wohl.«
    Mit diesen Worten wandte er sich von der Frau ab und flüchtete sich erneut in die schützende, dunkle Nacht, um wieder bis zu seinem nächsten Auftauchen unerkannt umher wandeln zu können.

    Die Frau lief jedoch nach Hause, so schnell ihre zittrigen Beine sie trugen. Nachdem sie die Haustür doppelt abgeschlossen hatte, griff sie nach der Tageszeitung, die noch immer ausgebreitet auf dem kleinen Wohnzimmertisch lag. Mit einem Würgezeit kämpfend registrierte sie das Gesicht des Mannes, der sie gerade überfallen hatte und las nun erstmals den Artikel, für den sie heute Morgen keine Zeit mehr gehabt hatte:

    Erneut sind unsere Leser dazu aufgerufen, die Augen nach diesem Mann offen zu halten. Alexander L. gelang vor kurzem die Flucht aus einer psychiatrischen Klinik. Er leidet an schweren Wahnvorstellungen und hält sich für einen Vampir. Allein in den letzten drei Wochen überfiel Alexander L. fünf junge Frauen und biss sie, um ihr Blut zu trinken. Wenn Sie Alexander L. begegnen sollten, versuchen Sie die Ruhe zu bewahren und halten Sie unbedingt Abstand. Alexander L. ist gefährlich und möglicherweise bewaffnet. Bei Hinweisen kontaktieren Sie bitte umgehend die Polizei.

    Mit zittrigen Fingern wählte sie die angegebene Nummer.
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    Re: Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

    Beitrag von misstress am Di 05 Jun 2012, 20:13

    Uii, Sina, also ich muss sagen, es ist cool, dass sich der ... Grundaspekt unserer Geschichten, sag ich mal, ähnelt. witzig Very Happy

    Ich mag deine Idee und natürlich deine Umsetzung sehr *-*Bin sehr gespannt, wie es ausfällt (:
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    Re: Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

    Beitrag von Tikali am Di 05 Jun 2012, 21:36

    Also ganz ehrlich:

    Ich fand beim Lesen beide Geschichten spannend und gut geschrieben, stilistisch fand ich "Stille" ein bisschen besser, weil der Titel anfangs und am Ende aufgegriffen wird und die Handlung abrundet.

    Inhaltich gesehen fand ich beide toll, allerdings hat mich "Nacht" mehr ...sagen wir schockiert?
    Das ist ja echt gemein! Whut plz?
    An sich finde ich die Pointe richtig gut, weil man zu dem Thema ja eher einen Fantasytext erwartet... zumindest nicht sowas.

    Deshalb habe ich für "Nacht" gevotet, aber mir haben beide gefallen!
    Also ein Lob an euch beide! ^___^
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    Re: Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

    Beitrag von captaincow am Sa 16 Jun 2012, 11:17

    H A L L O | I H R | L I E B E N !!!

    Das Battle endet in drei Tagen, bis dahin habt ihr also noch Zeit, eure Stimme abzugeben. Es wäre schön, wenn sich noch ein paar unter euch finden würden, die hier abstimmen, denn bisher wurde erst eine Stimme abgegeben.
    Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen der Geschichten!


    Liebe Grüße
    Hannah

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    Re: Alte Schreibbattles #45: Imaginary vs. misstress

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