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    Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

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    Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Tin am Sa 19 Mai 2012, 10:47


    304 Seiten (Taschenbuch)
    ISBN: 978-3499241000

    Inhalt:
    Mit hintergründlichem Humor schildert Daniel Kehlmann das Leben zweier Genies: Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß. Er beschreibt ihre Sehnsüchte und Schwächen, ihre Gratwanderung zwischen Lächerlichkeit und Größe, Scheitern und Erfolg. Ein philosophischer Abenteuerroman von seltener Phantasie, Kraft und Brillanz.

    Meine Meinung:

    Direkt vorweg: Ich glaube, ich bin eine der wenigen Personen, die diesen "Hype" um das Buch überhaupt nicht nachvollziehen kann. Zunächst möchte ich aber auf das eingehen, was mir doch gefallen hat.

    Ich finde die Geschichte an sich wirklich nicht schlecht. Ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, dass Kehlmann in seinem Buch das Leben Gauß' und Humboldts nebeneinander stellt, der eine kommt nie aus Deutschland raus, der andere kann gar nicht genug von der Welt sehen. Zwei Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können, die aber dennoch eines gemeinsam haben: Die Vermessung der/ihrer Welt und die dann im hohen Alter (endlich) aufeinander treffen.
    Zudem lässt sich das Buch, bis auf eine Sache, relativ gut lesen, es ist nicht im Fachjargon geschrieben, wie man vielleicht erwarten könnte, somit leicht verständlich und ein "gutes" Buch für zwischendurch.

    Damit komme ich aber schon zu den negativen Aspekten.
    Was mich am meisten gestört hat, ist der ewige Konjunktiv. Es gibt keine wörtliche Rede, sondern eben nur Redewiedergabe und wenn man dabei nicht genauestens aufpasst, wer was sagt, kann es schnell passieren, dass man einen Satz oder einen ganzen Abschnitt noch einmal lesen muss. Leider gewöhnt man sich - das war zumindest bei mir so - erst gegen Ende des Buches daran, sodass ich hierfür einen klaren Abzug geben muss.
    Des Weiteren ist mir aufgefallen, dass sehr oft zwischen Themen gesprungen wird, die Übergänge sind nicht immer fließend und manchmal werden Themen oder Personen so unvermittelt aber selbstverständlich eingeführt, dass ich mich fragen musste, ob ich vielleicht etwas überlesen hatte - die Erklärung, um was/wen es sich handelte, kam dann erst ein paar Zeilen/Seiten später. Zudem fand ich es am Anfang sehr verwirrend, dass die Kapitel immer abwechselnd aus der Sicht von Gauß bzw. Humboldt geschrieben ist, was am Anfang nicht klar wurde, da immer nur von "er" die Rede war - dass damit auf einmal ein anderer gemeint war, stand dann wieder erst weiter unten oder sogar ein paar Seiten später. Hieran gewöhnt man sich allerdings mit der Zeit. Lediglich das vorletzte Kapitel vordert die Aufmerksamkeit des Lesers dann wieder sehr heraus, da hier sogar innerhalb eines Kapitels zwischen Gauß und Humboldt gewechselt wird.

    Auch mit den Personen selbst konnte ich, leider, nicht viel anfangen. In meinen Augen waren sie an den meisten Stellen viel zu überheblich, sodass ich manchmal nur den Kopf schütteln konnte. Auch gab es niemandem, mit dem ich mich ansatzweise hätte identifizieren können, was ich irgendwie immer brauche, um einer Geschichte aufmerksam folgen zu können.
    So blieb leider auch der hochgepriesene Humor für mich völlig verborgen, an den meisten Stellen war das Buch in meinen Augen ganz und gar emotionslos.

    Fazit:

    Trotzdem es vielleicht so eindeutig klingt, habe ich mich mit der endgültigen Bewertung schwer getan. Sollten es nun zwei oder drei Sterne werden? Hebt das Positive die negativen Seiten auf?
    Da die Geschichte an sich es aber doch irgendwie geschafft hat, mich in gewisser Weise zu fesseln, und ich zwischendurch nicht das Bedürfnis hatte, das Buch abzubrechen, gebe ich der "Vermessung der Welt" alles in allem doch noch 3 von 5 Sternen (mit Tendenz zu 2,5).
    Direkt weiterempfehlen würde ich es allerdings nur an Leser, die sich für die Personen Humboldt und Gauß interessieren. Wer auf der Suche nach einem komischen Werk oder einer Geschichte mit Tiefgang ist, ist in meinen Augen bei diesem Buch völlig falsch.

    Ich setze jetzt allerdings sehr hohe Erwartungen an den Film, da hier viele der negativen Aspekte nicht so umgesetzt werden können (zumindest erhoffe ich mir das Very Happy), sodass vielleicht das beste aus der Geschichte herausgeholt werden könnte.

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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Deadwing am Sa 19 Mai 2012, 13:12

    Hey! Very Happy

    Bei mir ist es jetzt schon ein paar Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, meine Oma hatte es mir ausgeliehen. ^^ Daher sind meine Erinnerungen daran auch nicht mehr so klar, aber ich weiß noch, dass ich durchaus über viele Stellen Schmunzeln konnte. Die von dir angesprochenen etwas gewöhnungsbedürftigen Sprünge zwischen den Charakteren und das mit der nicht vorhandenen wörtlichen Rede habe ich aber auch noch vage im Hinterkopf.
    Auch, wenn ich das Buch sicher nicht als eines meiner Lieblingsbücher bezeichnen würde (und den Hype in der Form auch nicht unbedingt nachvollziehen kann ^^), hätte ich Lust, es noch einmal zu lesen.

    Du hast Recht, der Film könnte wirklich interessant sein, wenn diese stilistischen Herausforderungen wegfallen. ^^

    Liebe Grüße
    Merle

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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Amira am Sa 19 Mai 2012, 21:10

    Hallo Tin!

    Vielen Dank für deine Rezension!

    Ich selbst habe das Buch noch nicht gelesen, Neugierde meinerseits ist aber da und da meine Eltern das Buch besitzen (oder waren es Freunde...?) ist es mir möglich, es ohne Probleme auszuborgen (:
    Schade, dass es dir nicht wirklich gefallen zu haben schien. Du zählst einige problematische Punkte auf, jedoch klingt die Handlung ansich ungemein interessant ... Da kann ich wohl nur hoffen, dass ich mit der wörtlichen Rede zurecht komme Wink
    Das wiederum:
    Lediglich das vorletzte Kapitel vordert die Aufmerksamkeit des Lesers dann wieder sehr heraus, da hier sogar innerhalb eines Kapitels zwischen Gauß und Humboldt gewechselt wird.
    klingt in meinen Augen nicht unbedingt negativ - mittlerweile gibt es so viele Bücher, wo du praktisch deinen Kopf ausschalten kann, da finde ich es als Leser weitaus spannender gefordert zu werden!
    Aber nunja, mal schauen, wie meine endgültige Meinung nach dem Lesen ausfallen wird Very Happy

    Liebe Grüße,
    Naomi


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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von captaincow am Sa 19 Mai 2012, 23:02

    Hey Tin (:

    Vielen herzlichen Dank für die Rezension (:

    Das Buch interessiert mich schon länger und da wir es zu Hause haben, hoffe ich, es auch bald mal lesen zu können. Auch wenn deine Meinung jetzt eher weniger gut ausfällt, bin ich sehr neugierig auf das Buch. Mein Bruder liest kaum und dieses hier hat er wirklich gemocht - es muss also etwas Gutes dran sein Very Happy
    Mit der Figuren-Identifikation ist es natürlich schade, dass sie nicht vorhanden war. So etwas brauche ich bei Büchern glücklicherweise aber nicht unbedingt, sodass ich denke und hoffe, dass es daran bei mir nicht scheitern wird :]

    Ich bin mal gespannt, wie es mir mit dem Buch so ergehen wird...

    Liebe Grüße
    Hannah

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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Jojo am Mo 28 Mai 2012, 20:40

    Hey Tin,

    Auch für diese Vorstellung vielen Dank :)
    Interessant, deine ausführliche Meinung zu dem Buch zu hören. Ich habe ja vorher schon ein bisschen mitbekommen, dass es nicht so gut war ... Nun ja. Kann ja nicht alles immer gefallen. Schade, aber.

    Wir haben das Buch auch bei uns stehen und mein Vater hat es auch schon gelesen, war aber wohl auch nur mäßig bis gar nicht begeistert. Ich werde es wohl auch lesen, wobei du es irgendwie auf meiner Liste mit deiner Meinung etwas nach hinten katapultiert hast. Aber irgendwann bestimmt. Vor allem auch als Vergleich zu "Ruhm". Das Buch hat mir nämlich ziemlich gut gefallen.

    Liebe Grüße
    Jojo

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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Vampirmaedchen am Di 05 Feb 2013, 17:15

    Hallo Tin!

    Danke für die Vorstellung des Buches, auch, wenn es dir nicht wirklich zugesagt hat. (:
    Mir hat der Titel nur was gesagt, weil ich etwas von dem Film gehört hatte, aber selbst da sprach es mich einfach nicht an. Und das Buch tut es jetzt auch nicht - muss ich ganz ehrlich sagen. Deine Rezension bestätigt das auch nur. Es klingt sehr verwirrend geschrieben und ich finde, dass Bücher einen unterhalten müssen und nicht einen zwingen sollen höchstkonzentriert zu lesen, um auch alles zu verstehen. Manche Lektüre lese ich natürlich - glaube ich zumindest *lach* - auch mal, die so ist, aber dennoch: Bücher müssen zum Kopf abschalten da sein, wie ich finde.

    Trotzdem schön zu sehen, dass du das Buch 3 Sterne gibst!

    Liebe Grüße,
    Vee

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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

    Beitrag von Pooly am Mi 03 Jul 2013, 12:42

    Hallo Tin,

    danke für die Vorstellung dieses Buches. Ich habe es schon lange auf meinem SuB liegen und habe bisher entweder sehr begeisterte oder eher weniger gute Meinungen dazu gehört, auch von vielen Menschen, deren Lesegeschmack ich recht deutlich vertraue. Deswegen weiß ich noch so gar nicht, ob ich mich der einen oder der anderen Seite anschließen werde - das macht es natürlich spannend, weil ich allein vom Inhalt her durchaus nach etwas klingt, das ich würde mögen können.

    Deine Rezension hat mich auf jeden Fall dazu angeregt, dieses Buch auf meiner Leseliste weiter nach oben wandern zu lassen. Ich hoffe nur, dass mein Lesetief irgendwann einmal ein Ende nimmt und ich dazu komme, es auch zu lesen.

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Daniel Kelhmann - Die Vermessung der Welt

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