Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

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    Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Storypassion am Di 24 Apr 2012, 14:24


    Susanne Preusker - "Sieben Stunden im April"


    Inhalt:
    April 2009: Zehn Tage vor ihrer Hochzeit erlebt Susanne Preusker eine Katastrophe. An ihrem Arbeitsplatz, dem Hochsicherheitsgefängnis in Straubing, wird die Gefängnispsychologin von einem inhaftierten Sexualstraftäter sieben Stunden lang eingesperrt, mit dem Tode bedroht und mehrfach vergewaltigt. Ungeschminkt und mit erzählerischer Präzision schildert Susanne Preusker das Unvorstellbare, die Todesangst, aber auch, wie sie nach dem Trauma überlebt hat. Ein mutiges Buch, das einen schon nach wenigen Seiten in seinen Bann zieht!

    Zur Autorin:
    Susanne Preusker ist Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin. Sie war Leiterin einer sozialtherapeutischen Abteilung für Sexualstraftäter in einem Hochsicherheitsgefängnis. Sie lebt in Straubing und Magdeburg.

    Meine Meinung:

    Die Geschichte von Susanne Preusker ist erschreckend und bewunderswert zugleich.
    Ich habe sie damals in der NDR-Talkshow gesehen und wollte unbedingt ihre Geschichte lesen, weil es mich interessierte, wie sie mit solch einem dramatischen Schicksalsschlag umgeht. Es war Interesse an einem völlig fremden Menschen und seinem Weg zurück ins Leben.
    Ich habe die Lektüre nicht bereut, auch wenn ich es stellenweise anstrengend fand mich in ihre Art der Geschichte hineinzuversetzen.

    Susanne Preusker ist wie immer zur Arbeit gegangen, sitzt am Schreibtisch ihres Büros, als ein Gefangener hereinkommt. Er hat keinen Termin, lässt sich nicht abwimmeln. Frau Preusker kommt in eine Lage, die sich kein Mensch jemals ausmalen kann.
    Der Gefangene bedrängt sie, sperrt sie in ihrem Büro ein und vergewaltigt sie. Sieben Stunden lang. Niemand kommt ihr zur Hilfe, niemand kann sie befreien. Erst nach dieser quälend langen Zeit kommt sie frei und überlebt trotz mehrfacher Todesdrohungen. Sie hat nicht aufgegeben, hat sich nicht aufgegeben - auch wenn sie oft kurz davor war.

    Ich habe die Leidensgeschichte und Lebensgeschichte von Susanne Preusker mit viel Interesse gelesen. Sie beschreibt unverblühmt und detalliert was ihr geschehen ist. Sie beschreibt die sieben Stunden in Todesangst aus ihrem Blickwinkel und lässt uns teilhaben an einer der schlimmsten Katastrophen ihres Lebens.
    Es machte mir teilweise Angst, wie detailliert Frau Preusker die Tat die ihr angetan worden ist, beschrieb und wie tief sie in ihre Psyche, ihre Angst und die Stituation blicken ließ. Das war ein mutiger Schritt. Vielleicht aber auch zu gewagt?!
    Ich weiß es nicht.
    Vielleicht ist das ihre Form der Therapie.
    Es ist grausam, unvorstellbar und macht stellenweise sogar wütend.
    Doch sie kämpft sich zurück ins Leben. Erzählt in kleinen Geschichten, die stellenweise keinerlei Zusammenhang haben, wie sie nach der Tat zurück ins Leben ging. Wie verändert sie war und wie sie sich an ihr neues Leben gewöhnen musste.
    Sie erzählt von ihrem Mann, der sie nach dieser Tat erst Recht heiraten wollte, obwohl Frau Preusker sich selbst schon beinahe aufgegeben hätte.
    Klaustrophobie, Angst einkaufen zu gehen, Angst anderen Menschen zu begegnen - all das spielt in ihrem neuen Leben eine Rolle. Der Prozess gegen den Täter und ihr Sohn, ihr Mann, die ihr in allem zur Seite stehen. Dem Täter in die Augen blicken.

    Eine beeindruckende Frau, die den Mut hatte nach einem traumatischen Erlebnis zurück ins Leben zu gehen und dem Mann in die Augen zu blicken, der ihre gesamte Welt um 180Grad gedreht hat.

    Es war eine beklemmende Lektüre. Manchmal fühlte ich mich, als würde ich in Frau Preuskers Tagebuch lesen und würde jeden Moment dabei erwischt. Es war mir an manchen Stellen einfach zu persönlich, zu tiefschürfend und zu detailliert.

    Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen.
    Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven Like a Star @ heaven
    Eine bemerkenswerte Frau mit einer dramatischen Geschichte, die es ins Leben zurück geschafft hat.



    Liebe Grüße,
    Jacky
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Mara Kiara am Di 24 Apr 2012, 21:07

    Hey Jacky!
    Bei dem mit dem "zu persönlich" muss ich dir zustimmen, aber natürlich ist ein derartiges Thema sehr interessant und es ist mutig von der Autorin den Schritt zu machen, mit dem Erlebten an die Öffentlichkeit zu gehen. Deine Zusammenfassung finde ich sehr gut und die Begründung, weshalb du beim Lesen ein beklemmtes Gefühl hast, ist gut nachvollziehbar. Hätte ich nicht besser formulieren können :)
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Storypassion am Di 24 Apr 2012, 22:02

    Hallo Mara :)

    Vielen Dank für das Lesen der Rezi.
    Mutig ist es in jedem Fall, ich bewundere sie auch dafür. Doch ob ich selbst diesen Schritt gehen würde... eine schwierige Situation.

    Hast du das Buch gelesen?
    Bin mir nach deinem Beitrag nicht so ganz sicher. Erröt

    Liebe Grüße,
    Jacky Smile
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Tin am Mi 25 Apr 2012, 18:00

    Hallo Jacky,

    ich bin gerade durch Zufall auf deine Rezension gestoßen.
    Schon hieraus geht hervor, was für eine bewundernswerte Frau Susanne Preusker sein muss. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schrecklich ein solches Erlebnis sein muss! Das hat mich schon sehr neugierig gemacht ...
    Interessant finde ich, dass du sagst, es sei dir an manchen Stellen zu persönlich geworden. Das wundert mich eigentlich, denn genau diesen persönlichen Einblick "erwartet" man doch, wenn man eine Biographie liest, oder? Vor allem da sie selbst Psychologin ist, kann ich mir aber sehr gut vorstellen, dass ihre Biographie vielleicht tiefgehender und "analytischer" ist, als andere.


    Vielleicht werde ich mal reinlesen - dann lasse ich dich natürlich wissen, was ich davon halte. (:

    Auf jeden Fall vielen Dank für die Vorstellung,
    Tin
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Storypassion am Do 26 Apr 2012, 10:19

    Guten Morgen Tin :)

    Danke fürs Lesen und dein Interesse.

    Natürlich weiß man, worauf man sich einlässt, wenn man eine Biographie kauft. Man weiß, dass man viel persönliches erfahren wird. Aber bei diesem Beispiel war es eben so, dass ich tatsächlich sehr geschockt war, wie detailliert Susanne Preusker vor allem die Tat beschrieben hat. Es war eben wirklich so, als würde ich in ihrem Tagebuch lesen und das war doch schon erschreckend. Natürlich war es interessant und es gehört ja auch zu ihrer Geschichte dazu, aber das hatte ich dann doch nicht erwartet. Ich weiß auch nicht warum.

    Ich hatte jetzt weniger das Gefühl, das die Sicht auf ihr Leben analytischer und psychologischer ist, als bei anderen...
    Ich denke diese Tat der sie zum Opfer gefallen ist, hat in dem Moment auch ihre Psychologin in sich ausgeschaltet.
    Also wie schon gesagt, es war wirklich wie ein Tagebuch zu lesen. Denn sie erzählt alles in kleinen - fast in sich geschlossenen - Geschichten. Immer wieder Auszüge aus dem neuen und alten Leben.

    Falls du wirklich mal reinliest, bin ich gespannt was du sagst :)

    Liebe Grüße,
    Jacky
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Mara Kiara am Fr 27 Apr 2012, 22:08

    Hi Jacky :)
    Ich hab mir das Buch in der Bücherei ausgeliehen, es lange liegen lassen und nur einen Teil gelesen, bevor ich es wieder zurückgeben musste. Passiert mir leider öfter Rolling Eyes
    Liebe Grüße, Mara
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Storypassion am Sa 23 Jun 2012, 14:42

    Hallo Mara :)

    Entschuldige, ich hatte deine Antwort irgendwie übersehen... Embarassed
    Wie hat dir denn das Bisschen was du gelesen hast gefallen?

    Das kenn ich nur zu gut. Ich bin auch bei uns in der Bücherei angemeldet und es passiert mir sehr oft, dass ich Bücher zurückgebe, die ich nicht mal angelesen habe. So ist das...

    Liebe Grüße,
    Jacky sunny
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Mara Kiara am Sa 23 Jun 2012, 19:14

    hi Jacky :)
    so sind wir schwer beschäftigte leser nunmal, nicht jedes buch kann gelesen werden Wink ja, mir hat der gelesene Teil gefallen, auch wenn ich es genauso wie du an manchen stellen etwas beklemmend fand. aber hut ab an die autorin :)
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Vampirmaedchen am Fr 08 Feb 2013, 13:36

    Hi!

    Bei dem Titel dachte ich am Anfang noch "Na, mal sehen was das für ein Buch ist", aber nachdem ich deine Meinung dazu gelesen habe, habe ich mich dazu entschieden dieses Buch haben zu müssen. Ich will es lesen.
    Es muss wirklich schrecklich für die Autorin gewesen sein, dass alles zu erleben und dann auch aufschreiben zu müssen. Wobei ich denke, dass das wirklich, vielleicht, eine gute Therapie für sie war.
    Mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen, so leid es mir tut, weil mich deine Meinung einfach umgehauen hat, weil du ja geschrieben hast, dass das wirklich sehr eindringlich und detailliert beschrieben wird. Ich finde das ziemlich krass. Und mutig von der Frau Preusker. Wow.

    Vielen, vielen Dank für deine Vorstellung!

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Storypassion am Mo 18 Feb 2013, 15:43

    Hallo Vee Smile

    Dankeschön, dass du vorbeigeschaut hast und das dich die Rezension überzeugt hat.
    Ich bin gespannt, was du zu dem Buch sagen wirst.

    Liebe Grüße,
    Jacky sunny
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    Re: Susanne Preusker - Sieben Stunden im April

    Beitrag von Pooly am Sa 27 Jul 2013, 15:19

    Hallo Jacky,

    was für eine interessante Vorstellung. Ich muss gestehen, dass ich bisher noch nie etwas von diesem Buch oder der Autorin gehört habe, kann aber nicht abstreiten, dass es wirklich interessant und sehr sehr eindringlich klingt. Ich denke, vor allem detailliert über solche Erlebnisse und das Danach zu schreiben, kann für einige Menschen sehr therapierend sein, weil man sich praktisch vor Augen halten muss, dass es besser werden kann, werden wird und vielleicht auch schon geworden ist. Es dann mit der Öffentlichkeit zu teilen, finde ich einen sehr großen und mutigen Schritt - so kann sie vielleicht auch anderen Menschen helfen, die Ähnliches erlebt haben und nun wieder ihren Weg finden müssen.

    Ich befürchte aber, dass ein solches Buch mich zwar interessieren würde, es wäre vermutlich aber nichts für mich. Ich kann nicht von mir behaupten, schwache Nerven zu haben, aber die Thematik (vor allem in der von dir beschriebenen Detailverliebtheit) macht mich in höchstem Maße bedrückt (vor allem, wenn ich weiß, dass es auf einer wahren Begebenheit beruht) und so beeindruckend und interessant die Geschichte auch sein mag, habe ich den Verdacht, dass ich mich beim Lesen eher schlecht fühlen würde, so tief in die Psyche eines Menschen einzudringen.

    Trotzdem danke ich dir vielmals für diese Vorstellung!

    Liebe Grüße,
    Marie


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    Die ganze verdammte Nacht lebt in meinem Kopf.«

     

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