Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

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    Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

    Beitrag von captaincow am So 25 März 2012, 17:23

    DES
    TEUFELS
    MASKERADE


    - Victoria Schlederer -





    Klappenbroschur | 544 Seiten
    Erschienen im November 2009
    im Heyne Verlag
    Preis: 14,00 €
    ISBN: 978-3-453-52655-6




    I N H A L T


    Geneigter Leser, das Bureau könnte in akute Erklärungsnot geraten, sollte die Bevölkerung herausfinden, dass es staatliche Bestandsaufnahmen über Gestaltwandler und Vampire gibt. Noch sind diese phantastischen Wesen aus dem alten Volk scheu und ziehen es vor, unter sich zu bleiben. Doch als meine seltsamen Gefährten und ich den Fluch der uralten Familie Trubic aufzuklären suchten, stießen wir auf das wahre Ausmaß der okkulten Verwicklungen! Denn hören Sie: Schon bald droht ein unglaublicher Aufstand aus dem Dunkel auf die Bühne der Weltpolitik überzuschwappen …

    Prag, in den letzten Jahren der K&K-Monarchie: Hier unterhält Dejan Sirco, Baron und Hauptmann außer Dienst, sein „Bureau für Okkulte Angelegenheiten“. Und das mit gutem Grund, bevölkern doch die unterschiedlichsten und unwahrscheinlichsten Wesen die Goldene Stadt. Unterstützung erhält Dejan von der lebensweisen Dirne Esther, dem ehemaligen Straßenjungen Mirko sowie Lysander Sutcliff, einem Earl, der durch eine Kette unglücklicher magischer Verwicklungen seit Jahrhunderten im Körper eines Otters sein Dasein fristen muss. Der neueste Fall des farbenfrohen Quartetts gestaltet sich diffizil: Es gilt, einen mörderischen Fluch zu ergründen, in dessen Bann ein altes Adelsgeschlecht seit Jahrhunderten steht. Im Zuge der Ermittlungen offenbart sich Dejan, dass weit mehr auf dem Spiel steht, als das Schicksal einer Familie: Denn hinter den Kulissen der bekannten Welt planen Geheimgesellschaften und phantastische Wesen schon lange den Aufstand, der auf die Bühne der Weltpolitik überzuschwappen droht. Der Schlüssel zu alldem liegt ausgerechnet in der Hand des janusköpfigen Felix Trubic, seines Zeichens Geheimagent seiner Kaiserlichen Majestät, der dem „Bureau“ den Auftrag erteilt hatte.





    M E I N U N G


    Das erste Mal kreuzten sich unsere Wege auf der Leipziger Buchmesse 2009. „Des Teufels Maskerade“ hatte es in die Finalrunde des Heyne Schreibwettbewerbs geschafft und weil ich eine Verschnaufpause brauchte, setzte ich mich auf einen der Hocker und hörte zu – schon da fesselte mich Victoria Schlederers Lesung aus ihrem Manuskript. Als sie zur Siegerin gekürt wurde, nahm ich mir fest vor, den Roman zu lesen, sobald er erscheinen würde – doch irgendwie geriet das wieder in Vergessenheit.

    Jetzt wurde ich aber doch wieder neugierig auf das Buch, zumal die Autorin ein weiteres Buch veröffentlicht hatte. Vor dem Lesen war ich bereits überzeugt, dass dieses Buch mir gefallen würde – die bereits gehörte Lesung, sowie der Klappentext versprachen einen Roman ganz nach meinem Geschmack. Aber wie toll dieses Buch wirklich ist – damit hatte ich nicht gerechnet.

    Ich kann nicht anders, als bei „Des Teufels Maskerade“ in Schwärmereien auszubrechen. Schon von der ersten Seite an fesselte mich das Buch ob seines unverwechselbaren Stils. Unkompliziert kann man ihn nicht gerade nennen, denn hier und da schleichen sich Bandwurmsätze ein oder die Autorin bedient sich veralteter Formulierungen und Wörter. Das mag unter Umständen störend sein, doch hier passt es wie die Faust aufs Auge. Durch den Stil fällt es dem Leser nicht schwer, sich an den Anfang des vergangenen Jahrhunderts zurückzuversetzen. Die dichten Beschreibungen der Atmosphäre tun ihr Übriges – man kann nicht anders als im Prag und Wien vergangener Tage zu versinken.

    Doch nicht nur die vergangene Zeit beschwört die Erzählweise herauf. Auch Lebendigkeit wird den Seiten eingehaucht, durch gekonnte Dialogführung und viel Sprachwitz. Jeder Charakter bekommt seine eigene Stimme, die man in den Briefen, die sie sich im Laufe des Romans schreiben, wiedererkennt. Da ist Sir Lysander, der sich immer sehr gehobener Formulierungen bedient; Esther, die so schreibt, wie sie spricht, oder Mirco, der doch noch einfachere Worte verwendet als Baron Dejan Sirco.

    Doch nicht nur ihre Art zu reden und zu schreiben zeichnet die vielen Charaktere aus. Sie sind mit so viel Detail gezeichnet, dass sie einem wie wahre Menschen (oder Tiere) vorkommen und nicht wie Figuren in einem Buch. Facettenreich bleiben dabei allerdings nicht nur die Hauptcharaktere – auch Nebencharaktere werden durch ihre Eigenschaften zum Leben erweckt. Die Autorin betreibt dabei aber keine Schwarz-Weiß-Malerei. Die guten Charaktere treffen zweifelhafte Entscheidungen, verhalten sich falsch, während ihre Antagonisten nicht durchweg schlecht und grausam handeln. Oftmals wird so etwas in Romanen vernachlässigt, doch Victoria Schlederer fängt in ihrem Roman – auch wenn er sich ins fantastische Genre einordnen lässt – die Menschen so ein, wie sie wirklich sind: Vielschichtig und selten bloß einem bestimmten Charaktertypen zuordenbar.

    Nicht nur bei den Charakteren bleibt die Autorin dicht an der Realität. Die fantastischen Kreaturen und Phänomene, die in „Des Teufels Maskerade“ auftauchen, werden glaubhaft in unsere Wirklichkeit eingebunden. Das Problem, das in dem Roman ermittelt werden muss, ist nicht rein fantastischer Natur, sondern hat auch einen politischen Bezug. Diese gekonnte Verschmelzung von Realität und Fantasie löst bei mir umso größere Begeisterung für das Buch aus.

    Doch auch die Handlung vermochte mich zu begeistern. Mystisch ist sie, geprägt von vielen Details aus der Vergangenheit, die ich als Leser nur zu gern ergründete. Hin und wieder wird der Haupthandlungsstrang zwar von einigen Nebenhandlungssträngen unterbrochen, was manch einer als störend ansehen mag. Mich störte es jedoch nicht, denn diese Unterbrechungen ließen mich oftmals die Charaktere besser kennenlernen und lockerten gleichermaßen die Handlung auf, sodass sie wenig konstruiert wirkt. Positiv anzumerken ist hier auch der Aufbau der Geschichte: Aus der Perspektive des Barons Dejan Sirco erfährt man den Großteil der Vorkommnisse, doch hin und wieder liest man auch Briefe von anderen Romanfiguren oder erlebt Rückblicke durch Ausschnitte aus älteren Tagebucheinträgen des Barons. Und doch sind da Momente in seinem Leben, die nur angedeutet werden – die man sich durch seine Verhaltensweise oder die anderer Charaktere erschließen kann. Ausdrücklich genannt werden sie jedoch kaum. Diese Vorgehensweise empfand ich als besonders beeindruckend. Anstatt einfach eine Tatsache festzulegen, wird sie über den Roman hinweg in vielen Gesten und Taten verdeutlicht, sodass sie dem Leser als wirklich glaubhaft erscheint.





    F A Z I T


    Wer actionreiche Geschichten mag, sollte einen Bogen um „Des Teufels Maskerade“ machen. Der Stil kann unter Umständen störend sein, wenn man einen einfach vor sich hinplätschernden Roman lesen möchte.

    Doch wer Lust auf einen historischen Fantasyroman der etwas anderen Art hat, sich für skurrile und lebhafte Charaktere begeistern kann und innerhalb des Genres nach Innovation sucht, der sollte sich „Des Teufels Maskerade“ zu Gemüte führen. Mir bleibt nur übrig zu sagen: Was für ein Buch! Was für eine atemberaubende Geschichte, belebt von einzigartigen Charakteren und mit stimmigen Worten erzählt!

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    Re: Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

    Beitrag von AimOfDestiny am Mo 26 März 2012, 12:43

    Klingt ja sehr interessant! Deine Beschreibung erinnert mich etwas an Gail Carrighers Umbrella Protectorate-Serie, die ich sehr mag. Wenn Des Teufels Maskerade einen ähnlichen Stil pflegt, dann gehört dieser Roman definitiv direkt auf meine Wunschliste. :)
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    Re: Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

    Beitrag von captaincow am Mo 26 März 2012, 14:57

    Hallo (:

    Von der Buchreihe von Gail Carriger habe ich auch schon gehört - hab sie allerdings noch nicht gelesen, weshalb ich schlecht sagen kann, ob sie sich ähneln. So wie der Inhalt klingt, dürfte das aber der Fall sein. Nur dass in "Des Teufels Maskerade" die Hauptfigur männlich ist.

    Ich kann das Buch aber auf jeden Fall empfehlen, mir gehen die Charaktere einfach nicht mehr aus dem Kopf und ich werde das Buch sicherlich bald wieder lesen, einfach weil es mir so gut gefallen hat :)

    Liebe Grüße
    Hannah
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    Re: Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

    Beitrag von captaincow am Mi 25 Apr 2012, 18:15


    Für alle Unentschlossenen oder Sparsamen unter euch erscheint im Juli übrigens das Taschenbuch zu "Des Teufels Maskerade":


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    Re: Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

    Beitrag von Pooly am So 28 Okt 2012, 14:03

    Hallo Hannah,

    ich schleiche schon eine Weile um deine Buchvorstellung herum und komme nach einer Ewigkeit nun auch endlich dazu, sie zu lesen und etwas dazu zu sagen. Leider ist das Cover nicht mehr zu sehen - geht das nur mir so? Aber gut, das soll mich wenig stören, denn die Inhaltsangabe und auch deine Rezension dazu sprechen nun wirklich Bände. Das klingt tatsächlich nach einem Buch, das vielleicht etwas für mich sein könnte, deswegen wandert es nun auf meine Leseliste. Ich danke dir für deine ausführliche Meinung und generell dafür, dass du das Buch vorgestellt hast.

    Viele liebe Grüße,
    Marie


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    Die ganze verdammte Nacht lebt in meinem Kopf.«

     

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    Re: Victoria Schlederer - Des Teufels Maskerade

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