Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Shame

    Beitrag von misstress am Mi 21 März 2012, 11:30



    Schauspieler:
    Michael Fassbender
    Carey Mulligan
    James Badge Dale

    Drehbuchautor/Regisseur:
    Steve McQueen




    Handlung


    Es geht um einen sexsüchtigen Geschäftsmann Brandon [Michael Fassbender], der allein in einer eher karg und steril eingerichteten Wohnung lebt und stets von seinen Trieben geleitet wird, die anschließend nach ihrer Befriedigung zu einer Art Selbsthass und Scham seinerseits führen. Er versucht in der Zeitspanne, die der Film umfasst, eine Beziehung aufzubauen, die auf Gefühlen basiert, doch es gelingt ihm nicht. Die Ankunft seiner Schwester Sissy [Carey Mulligan], die scheinbar das komplette Gegenteil von ihm darstellt, lässt ihn noch weiter schwanken und bringt ihn an den Rand eines Abgrunds. Doch auch für sie scheint das Leben nicht einfach zu sein. Je weiter Brandon sich von seinen Gefühlen distanziert, desto weiter nähert sich Sissy sich ihnen an und wird von ihrer Gewalt fast verschlungen.



    Meine Meinung:


    Schauspielerisch ist der Film brillant. Fassbender, der den labilen Sexsüchtigen spielt, der vor nichts scheut, seinen Trieben Befriedigung zu verschaffen - von Sexspielzeugen aus China, über gewisse Damen im Internet bis zu Prostituierten beiden Geschlechts, schafft diesen Charakter bis ins kleinste Detail. Der Zuschauer erkennt bei nur einem Blick auf die Miene den inneren Kampf des Protagonisten. Er ist gefangen zwischen seinem Hass auf sich selbst und seiner Sucht nach Sex, die wohl auch durch eine beliebig andere Substanz ausgetauscht werden könnte, wie man in der Sequenz sieht, in der Brandon nach Drogen greift. Die Szene, in der er auf die Männertoilette flüchtet, eine Hand gegen die Wand presst und sich selbst Befriedigung verschafft, scheint auf den ersten Blick nicht sonderlich tragisch. Doch man sieht genauer hin - die Kamera bewegt sich nicht, blickt über Fassbenders Schulter und lässt den Zuschauer die spürbare Anspannung in den Schultern des Protagonisten erkennen. Es scheint kein Vergnügen zu sein, ein Zwang wohl eher.

    Mulligan zeichnet hingegen die Darstellung der Schwester, die sich an ihren Bruder klammert, ihm gegenüber keinerlei Scham empfindet und auch ihren Gefühlen freien Lauf lässt. Sie kanalisiert nicht, stoppt nicht - hält nichts zurück. Sie lernt Brandons Boss und scheinbar einzigen Freund kennen und schläft zwanzig Minuten später mit ihm im Bett ihres Bruders. Anschließend ist sie fast außer sich, verzweifelt, dass jener sich nicht zurückmeldet, obwohl sie weiß, dass er verheiratet und eine Familie hat. Brandon macht ihr Verhalten wahnsinnig. Durch lange Szenen, die keine Unterbrechung finden, eine Kamera die weiter und weiter und immer weiter auf das Geschehen richtet, erkennt der Zuschauer die Spannungen in der Beziehung der Geschwister, aber auch die Selbstverständlichkeit und Anziehung.

    In einer nahezu zweiminütigen Sequenz, in der die Kamera ausschließlich im close-up auf Mulligans Gesicht gerichtet ist, während sie Frank Sinatra's New York singt - geht alles mögliche in einem selbst vor. Man spürt ihre Zerbrechlichkeit, ihre gefühlvolle Art. Fast genauso lang wird die Kamera während ihres Auftritts auf Brandon gerichtet, dem die verschiedensten Gefühle ins Gesicht geschrieben steht - der Höhepunkt: aus seinem inneren Konflikt entflieht ihm eine einzelne Träne, die sich aus dem Augenwinkel stiehlt und die Wange hinabrinnt. Man ist gefangen.

    Steve McQueen hat ein Kunstwerk erschaffen, das nicht dem klassischen Hollywoodrepertoire entspringt [Gott sei Dank!]. Es ist von Gefühlen gespickt, die die verschiedensten Emotionen in dem Zuschauer auslösen und ihn dazu veranlassen, selbst Scham zu empfinden, nicht nur für einen selbst, sondern auch für den Protagonisten, der nur ein Sklave seiner Triebe zu sein scheint. Bravo! Ein grandioser Start in das Kinojahr 2012. Besser kann man es gar nicht machen.




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    Re: Shame

    Beitrag von Baltimore am Do 22 März 2012, 11:18

    Ahh, danke für die Filmvorstellung, Laura!
    Ich habe den Trailer auch schon vor einiger Zeit gesehen und fand den sehr ansprechend. Überhaupt mag ich die Schauspieler sowieso von vornherein schon und das Thema ist wirklich kontrovers und anders - ich kanns kaum erwarten, den Film auch zu sehen (:
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    Re: Shame

    Beitrag von misstress am Do 22 März 2012, 11:29

    Immer wieder gern (:

    Ja, wie gesagt, ich kann ihn dir nur empfehlen. Auch wenn ich im Nachhinein doch etwas verstört war, aber legt sich xD
    und die Schauspieler 1 A (: hab jetzt mal "Hunger" gesehen, der wurde ja auch von Steve McQueen produziert und da spielt auch Fassbender die Hauptrolle und der ist genauso krass :3
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    Re: Shame

    Beitrag von Baltimore am Do 22 März 2012, 11:41

    Jaa, dass der Film wohl sehr verstörend sein wird, lässt der Trailer ja auch schon vermuten. Ist schon heftig, aber genau solche Filme mag ich auch total.
    "Hunger" kenn ich gar nicht, aber da hätt ich auch mal wieder was zum Schauen ^.^
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    Re: Shame

    Beitrag von misstress am Do 22 März 2012, 11:44

    jaa genau (:

    wollte auch in den nächsten Tagen mal eine Rezi dazu schreiben ^^
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    Re: Shame

    Beitrag von Pooly am Di 04 Sep 2012, 17:01

    Hallo Laura,

    ah, wie interessant, danke für diese Vorstellung. Ich hatte schon vor einiger Zeit einmal mit einer Freundin über diesen Film gesprochen, die ihn auch sehr genial fand - ich war und bin noch immer unsicher, ob es etwas für mich wäre, aber der Trailer macht auf jede Fälle schon neugierig, das muss ich gestehen. Außerdem finde ich, dass Michael Fassbender ein hervorragender Schauspieler ist, deswegen reizt es mich allein schon wegen ihm, in diesen Film mal hineinzusehen.
    Auf jeden Fall Dank für diese Vorstellung.

    Ach ja und was ich gerade noch bemerke: Ich nehme an, dass der Film ab 18 Jahren ist? Wenn ja, wäre es toll, wenn du das noch im Titel vermerken könntest.

    Liebste Grüße,
    Marie


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    Re: Shame

    Beitrag von Imaginary am Mi 29 Apr 2015, 08:12

    Da Michael Fassbender ja auf meiner Stalking-Liste ist- ... das kommt falsch raus, wenn ich das so sage. *hust* Also ich hab ihn als Verkörperung für einen meiner RPG-Charaktere und traditionell pfeife ich mir mit jedem Schauspieler, der von mir auserkoren wurde, einen meiner geliebten Charaktere zu verkörpern, zu Recherchezwecken grundsätzlich alles rein, was ich finden kann, früher oder später, deshalb stand natürlich auch Shame auf meiner Liste.
    Ich fand ihn auch ganz gut gemacht, sehr dicht erzählt und von allen Schauspielern überzeugend rüber gebracht. Besonders gut haben mir eben die Szenen mit den beiden Hauptdarstellern gefallen, die haben diese schwierige Geschwisterbeziehung unter dem Gesichtspunkt der emotionalen Probleme beider Beteiligten einfach sehr gut herübergebracht - hat mir gefallen :) Ist zwar sicher kein Film, den ich ständig gucken könnte, aber kann man sich auf jeden Fall gut ansehen.
    Und was das Alter angeht, ich hab gerade nochmal nachgeschaut, er ist ab 16 und nicht ab 18 :)

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    Re: Shame

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