Pooly's Kunst und Schreibforum

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Ich möchte euch alle herzlich willkommen heißen in Pooly's Kunst und Schreibforum!

Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
Lasst euch nicht abschrecken. Eventuell könnte die Anzahl unserer Foren euch etwas erschlagen. Aber es dauert wirklich nicht lange, bis man sich hier eingefunden hat und im Notfall sind alle User und Teammitglieder bereit, euch unter die Arme zu greifen :)

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Pooly & Co.

    Memories of Magic

    Austausch

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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Di 10 Apr 2012, 17:58

    Arriaka

    Ich hatte mich gerade von der Trage erhoben und war aufgestanden als der Cop näherkam.

    Fuck

    Aus den Augenwinkeln sah ich den Sanitäter irgendwelchen Papierkram erledigen den ich ihm vermutlich eingebrockt hatte. Unbewusst sondierte ich die Umgebung nach Fluchtmöglichkeiten.

    Kleine Gasse direkt neben dem Krankenwagen, führt vermutlich um den Häuserblock herum, dahinter anschluss an die Hauptstrasse und die Ausgrabungsstellen

    Das müsste eigentlich genügen. Ich wollte mich gerade für die ersten Fragen des Polizisten wappnen als der Zweite von einem jungen Mädchen beinahe umgerannt worden wäre. Der Cop wandte sich überrascht zu seinem Kollegen um. Ich blinzelte kurz verwundert - eine bessere Möglichkeit zur Flucht hätte man mir nicht liefern können - und ging zügig Rückwärts, den Cop nicht aus den Augen lassend. Als ich den Eingang zur Seitengasse erreicht hatte, drehte ich mich um und rannte los.

    Die Gasse war nicht besonders lang und als ich an ihrem Ende wieder ins Licht trat sah ich in einiger Entfernung die Ausgrabungsstelle. Ich sah mich um, vor einer Hauswand sitzend saß eine heruntergekommene Gestalt am Boden, sie trug einen breitkrempigen Hut tief ins Gesicht gezogen und schien zu schlafen. Vermutlich ein Bettler, dachte ich mir, was ein Blick in die Blechdose vor ihm bestätigte. Die Gestalt rührte sich nicht, ich beugte mich ein wenig näher und atmete ein Sammelsurium an Gerüchen ein die mir die Tränen in die Augen trieben. Die Alkoholfahne war jedoch die wichtigste Information. Ich blickte mich um, nahm der traurigen Gestalt den Hut ab, setzte ihn auf und ging lächelnd weiter.

    Nächster Punkt auf der Tagesordnung: Andere Klamotten

    Während ich in Richtung der Ausgrabungsstelle ging, wo sich etliche Arbeiter zu schaffen machten, blickte ich mich suchend um.


    Zuletzt von Wataru am Mi 11 Apr 2012, 23:42 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Mi 11 Apr 2012, 21:06

    Sofiya

    Ich zuckte auf Dys Worte hin nur mit den Achseln, sollte er doch denken, was er wollte. Obwohl ich mir schon dachte, dass er verschwinden würde, sobald ich ihn allein ließ, hatte ich auf seine Gegenwart keine Lust mehr. Er ging mir mit seinem Gerede auf die Nerven und ich hatte das Gefühl, meine Laune verschlechterte sich mit jeder Minute.
    So nutzte ich den ersten Moment, mich aus dem Staub zu machen. Elodie, ein französisches Mädchen, das an der Uni studierte, die für die Ausgrabungen zuständig war, fragte, ob wir die Gloria mitgenommen hätten.
    "Ja, haben wir", antwortete ich mit einem Lächeln. "Ich hol sie dir." Ohne ein weiteres Wort an Dy erhob ich mich und machte mich auf den Weg zum Bauwagen, indem wir unser Werkzeug hatten. Elodie folgte mir eilig. Sie mochte den Wagen nicht, auch wenn sie nie verraten hatte, warum das so war.
    Ich reichte ihr das Gerät, das wir dazu benutzten zu trockene Plana für ein Foto anzufeuchten, damit man die einzelnen Befunde besser erkennen konnte, und sie bedankte sich artig. Einen Augenblick lang schaute ich ihr hinter, wie sie zu ihrem Fotoputz aufbrach, dann wandte ich mich ab.
    Hunger hatte ich keinen mehr und nicht die geringste Lust, wieder zu Dy zu gehen. Der konnte mir echt gestohlen bleiben, es fand sich sicher auch wer anders, der ihn beaufsichtigen konnt. Ich war doch kein Kindermädchen!
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Fr 13 Apr 2012, 22:10


    Stimmt, das war keine besonders intelligente Frage gewesen. Aber dadurch, dass es bei Kristen ebenfalls heute angefangen hatte, bestärkte sich mein Verdacht, dass es einen Zusammenhang gab. Auch wenn ich noch keinen Schimmer hatte, welchen.
    »Ich kann mir das leider auch überhaupt nicht erklären«, gab ich zu und seufzte. »Ich glaub Ihnen gern, dass Sie Ihre Veränderung gut finden. Wer würde nicht gern wieder jung sein.« Ich schmunzelte. »Das kann ich von mir allerdings nicht behaupten … Zumindest hab ich bisher noch nichts Positives feststellen können. Es wird einfach nur heiß und tut weh. Mit dem unschönen Nebeneffekt, dass es glüht. Ich wünschte, ich wüsste wenigstens, wofür es gut ist …«





    Irrte ich mich oder ließ mich Sofiya hier einfach hocken?
    Ich war der Meinung, mir dadurch nicht die Laune oder gar den Appetit verderben zu lassen und schob mir noch zwei Brötchenhälften in den Mund. Als ich mich gerade erhob, sah ich den Typen von vorhin ins Zelt kommen. Bevor ich auch nur zucken konnte, hatte er mich ins Auge gefasst und im selben Moment realisiert, dass Sofiya nicht da war, um meine Aufpasserin zu spielen.
    Einen Moment noch schien er zu überlegen, dann kam er auf mich zu. Ich hatte eigentlich keine Lust, hier drinnen Stress anzufangen, würde aber einer Konfrontation auch nicht aus dem Weg gehen. Der sollte mal schön sehen, dass ich keinen Beschützer brauchte!
    Kampflustig reckte ich das Kinn und starrte ihm entgegen.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Sa 21 Apr 2012, 19:19

    K R I S T E N

    "Hm", machte ich und schwieg lange, weil ich nicht genau wusste, was ich sagen oder tun sollte. Ich wünschte mir in diesem Augenblick sehr, ich könnte dem jungen Mann irgendwie helfen, denn es war traurig zu sehen, dass er offenbar so sehr unter diesen eigenartigen Vorkommnissen litt, auch wenn er es zu verbergen versuchte.
    "Haben Sie nicht vorhin gesagt, dass ...", begann ich irgendwann laut zu überlegen und nickte dann vor mich hin, als mir die Erinnerung kam. "Haben sie nicht gerade gesagt, dass es beide Male aufgetreten ist, als jemand verletzt war? Zuerst war es die Frau und dann haben Sie sich vermutlich gerade selbst an den Scherben geschnitten. Vielleicht hat es etwas damit zu tun?"
    Es war nicht so, dass ich an Märchen glaubte, wirklich nicht. Aber ab und an sah und hörte man von seltsamen Dingen, von Menschen, die Dinge bewerkstelligen konnten, die sie eigentlich nie hätten schaffen dürfen. Wer weiß, womit das zu tun haben könnte?
    "Wenn das Glühen Ihrer Hände und meine ... Verjüngung ... tatsächlich miteinander zu tun haben sollten, vielleicht gibt es dann noch mehr Menschen wie uns. Also Menschen, die ... sich irgendwie verändert haben." Und in dem Moment, in dem ich es aussprach, klang es schon wieder so unmöglich, dass ich meinen eigenen Worten wohl nicht geglaubt hätte, wenn ich sie hätte hören können. "Vielleicht sollten wir aber einfach mal zum Arzt mit Ihnen. Und bei mir würde es vielleicht auch gut tun."



    J A C K

    Ich musterte das gefallene Mädchen, das mich ihrerseits jedoch nur mit einem scheuen und ängstlichen Ausdruck in den Augen anschaute und ich wusste in diesem Moment nicht, ob ich das seltsam oder erheiternd finden sollte. Die Stirn in Falten legend, nahm ich meine Hand zurück und steckte sie wieder in die Tasche meiner Hose. Sie sah nicht aus wie jemand, der gern unhöflich war, eher unschuldig und bemitleidenswert, mit ihren großen Augen, deren Blick ich nicht deuten konnte, und den blonden Strähnen, die ihr wirr ins Gesicht fielen. Wovor war sie davon gelaufen?
    "Was ist los, habe ich dir die Sprache verschlagen?", schmunzelte ich kühl, als sie noch immer nichts sagte. "Oder hast du dir beim Hinfallen den Kopf angestoßen?"



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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Mo 23 Apr 2012, 12:14

    Arriaka

    Ich schlenderte in Richtung der Barracken in denen die Arbeiter der Ausgrabung untergebracht waren. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Wäschenleine an der einige Hemden und Hosen hingen und im warmen Mittagswind trockneten. Ich blickte mich aufmerksam um, doch es war niemand zu sehen. Anscheinend waren die Arbeiter um diese Zeit in den Ausgrabungszelten beschäftigt oder sie aßen zu Mittag. Zielstrebig marschierte ich an der Wäscheleine vorbei, nahm mir im Vorbeigehen ein schmutzbraunes Hemd von der Leine, und zog es an. Meine Hose war noch in ausreichend gutem Zustand, an einigen Stellen zwar eingerissen, aber ich befand sie für tauglich. Meine Stiefel hatten nichts abbekommen ausser einer ordentlichen Menge Staub, der hier allerdings niemandem auffallen würde.

    Zwischen einem kleinen Busch der ausreichend Schatten und Sichtschutz spendete zog ich das Hemd und mein verschlissenes T-Shirt aus und überprüfte die Verbände die der junge Sanitäter angelegt haben musste. Ich hatte keine Schmerzen, aber angesichts des Schmerzmittels war das auch nicht weiter verwunderlich. Ich schob das T-Shirt unter den Busch und bedeckte es mit etwas Schotter. Ich steckte die Pistole wieder in die Jeans und zog das Hemd darüber. Während ich es zuknöpfte marschierte ich hinüber in Richtung der Ausgrabungsstelle. Unweit davon saßen einige Arbeiter beim Essen. Studenten, schoss mir durch den Kopf, als ich einige der Arbeitsutensilien begutachtete die in der Nähe herumlagen. Ich zog den Hut tiefer ins Gesicht und beobachtete die Leute als mein Blick auf einen Jungen fiel, der so gar nicht in den illustren Kreis dieser Dreckwühler und Pinselschwinger passte. Ein großer Kerl hatte sich vor ihm aufgebaut und ballte die Fäuste. Alles an der Körperhaltung der beiden schrie nach Konflikt. Neugierig ging ich näher.

    Ich dachte an die Strassenkämpfe zu denen mich mein Vater regelmässig mitgeschleppt hatte, nicht um zuzusehen... nein, so war Daddy nicht gestrickt.

    Wenn du die Schmerzen und das Adrenalin nicht unter Kontrolle bekommst wirst du unvorsichtig, hörst Du! Das kannst du dir später nicht erlauben! Und jetzt geh wieder in den Ring und wisch mit diesem Drecksack den Boden auf.
    Mit diesen Worten hatte er mich wieder in den Ring zurückgestossen wo ein Typ auf mich wartete der mindestens 15 Kilo schwerer und zwei Köpfe grösser war. Daddy wollte immer nur das beste für mich. Ich lächelte als ich daran dachte und wartete auf den Beginn des Kampfes.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Janey am Mo 23 Apr 2012, 19:00

    Levinia

    Er zog die Hand zurück und musterte mich. Seinen Blick konnte ich bis weit unter die Haut spüren. Die Hände hatte er in die Hosentaschen gesteckt, er würde mich also nicht gleich schlagen. Was sollte ich denn davon halten? Vielleicht lauerte da noch irgendein Hinterhalt. Ich wollte mich aufrichten und verlagerte mein Gewicht auf die linke Seite, um mich abzustützen. Mein Körper fiel die wenigen Zentimeter zurück auf die Straße, als mein Arm unter dem Schmerz der Schulter wegknickte und so versuchte ich es über die andere Seite, mit Erfolg. Nun stand ich dem Mann gegenüber und musste feststellen, dass er doch nicht so riesig war, wie er von unten gewirkt hatte. Eine Handbreite war er größer, eine gefährlich wirkende Handbreite. In seinem Anzug, der wohl schon bessere Tage erlebt hatte, machte er auf mich auch keinen seriösen Eindruck. An wen war ich hier nur geraten? Ab dem Moment, als ich mich aufgerichtet hatte, hatte ich ihm in die Augen gesehen, keinen Blick an ihm vorbei gehen lassen. Auch wenn ich gerne so schnell wie möglich hier weg und mich umsehen wollte, schaute ich ihn nur stumm an und versuchte ihn einzuschätzen. Das gelang eher schlecht als recht, denn ich hatte in meinem Leben nicht viel Kontakt zu anderen Menschen gehabt. Was ich daraus gelernt hatte war, niemandem zu vertrauen. Und so gab ich ihm seinen durchdringenden Blick zurück, versuchte nicht zu blinzeln.
    Ob er mir die Sprache verschlagen hätte? Oh ja das hatte er sehr wohl! Er war der erste Mensch außerhalb der Mauern mit dem ich näheren Kontakt hatte, ob ich es wollte oder nicht. Hatte ich mir den Kopf angestoßen? Meine Hand glitt langsam, als ob eine falsche Bewegung etwas Schlimmes auslösen könnte, an meinen Hinterkopf, ertastete jedoch nichts Befremdliches. Und so schüttelte ich nur kaum merklich den Kopf. Ein Wort brachte ich immer noch nicht zu Stande. Dabei hatte ich so viele Fragen! Aber ich bezweifelte, dass dies der richtige für sie war, kein Mensch mit dem ich Kekse essen würde.
    Aber ich musste wissen an wen ich da geraten war, was das für ein Mensch war, der noch keine Schläge verteilt hatte. Und so sagte ich mit leiser beinahe unverständlichen Stimme, die schon bei dem ersten Wort zu zittern begann: “Wer sind sie?“
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Teleri am Mi 25 Apr 2012, 16:20

    Dee


    Wir hatten das Mädchen gerade herausgebracht, als auch die Sanitäter schon ankamen. Ich war froh, endlich wieder an der frischen Luft zu sein. Rauch und Staubpartikel vertrugen sich nicht besonders gut, in meiner ohnehin von den Zigaretten ramponierten Lunge. Vielleicht war die Idee mit dem Rauchen aufzuhören doch keine Schlechte - aber wenn ich davon ausging, dass die Leute mich ertragen mussten, gewann ich den Eindruck, dass es eine Strafe für alle anderen wäre und verwarf den Gedanken wieder.
    Ich wurde ebenfalls gefragt und meinte mit kratziger Stimme: "Wir waren nur im ersten Stock."
    Die Feuerwehrleute drangen weiter in das Haus ein und gerade als ich mich bereit machen wollte, dem Mädchen Fragen zu stellen, wurde mein neuer Bekannter angerempelt. Ich drehte mich ihm zu und runzelte die Stirn.
    In der Sekunde schienen jedoch Gedanken durch das Mädchen zu gehen, die ich gerade eben noch befragen wollte ich drehte mich zu ihr um und wollte ihr gerade folgen, als einer meiner Kollegen das übernahm. Na hoffentlich würde er sie bekommen.
    Ich nickte Jack zu, der sagte, dass er telefoniern musste.
    Was zum Teufel war denn hier nur geschehen. Das war eindeutig nicht mein Tag. Immerhin war einer der Jungs so nett, mir einen Kaffee in die Hand zu drücken. Ich bedankte mich und spürte den quälenden Hunger wieder.
    Als jedoch der Mann zurückkam, der dem Mädchen hinterher gerannt war und die Schultern zuckte, musste ich mir eingestehen, dass es meine eigene Blödheit war - ihr nicht selbst zu folgen. "Geben Sie eine Fahndung nach dem Mädchen raus ... sie hat sich wirklich außerordentlich komisch verhalten und mein Instinkt trügt nie ...", grummelte ich ihn dann an.
    Ich seufzte ein wenig und fuhr mir über die Stirn. Ich war von oben bis unten Putzbedeckt ... tolle Sache.
    Also nutzte ich die Gelegenheit und ging zu Jack: "Soll ich mich um das Mädchen kümmern. Sie haben doch immerhin telefonieren wollen", sagte ich nun.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Fr 27 Apr 2012, 23:24

    (Sorry, Marie, ich hoffe, ich kann Jun morgen schreiben, grade geht's echt nicht mehr ...... pale )



    »Na, hat deine Beschützerin dich sitzen lassen, du kleiner Dieb?«, machte er mich an und ich funkelte ihn von unten her an. So direkt vor mir fiel mir erst auf, dass er einen ganzen Kopf größer als ich war. Doch das beeindruckte mich wenig – ich hatte schon andere Typen zu Boden geschickt, immerhin war ich klein und wendig.
    »Ich brauch keinen Beschützer«, knurrte ich. »Was für ein Problem hast du? Hat dir jemand deine Sandkastenschippe weggenommen?«
    »Du kleiner, mieser …«, grollte er und packte mich am Kragen, doch ich schüttelte ihn ab und zeitgleich griff jemand von hinten an die Schulter dieses Typen. Es war einer der Studenten.
    »Hey, was soll das hier?«
    »Siehst du doch, Falk«, schnappte der Kerl und machte sich los. »Ich will diesem Schmarotzer eine Lektion erteilen. So einen wie den wollen wir hier nicht.« Der Blick, mit dem er mich bedachte, war voller Hass und Abscheu.
    Ich starrte zurück, schwieg aber.
    »Sofiya hat nichts gegen ihn und ihre Eltern ebenso wenig, du hast es gehört. Also geh lieber wieder an die Arbeit, wenn's dir in den Fingern juckt.«
    »Soll er doch kommen, der traut sich doch eh nicht«, knurrte ich – und kam gar nicht mehr dazu … auch nur irgendetwas zu tun. Der Schlag des Kerls traf mich völlig unvorbereitet direkt vors Kinn und im selben Moment, in dem der andere »Hey, spinnst du?!« rief, ging ich zu Boden. Doch genauso schnell rappelte ich mich wieder auf und sprang den Idioten an – allein dem Überraschungsmoment war es wohl zu verdanken, dass der Kerl kurz das Gleichgewicht verlor, mein Körpergewicht wäre dazu jedenfalls nicht ausreichend gewesen. Ich nutzte sein Straucheln aus und grub nun meinerseits meine Faust in seine Magengrube. Er ächzte, doch dann setzte er nach und binnen Sekunden hatten wir uns auf dem staubigen Boden ineinander verkeilt.
    Ich spürte plötzlich einen so starken Hass und blanke Aggression in mir aufwallen, dass ich für eine Sekunde vergaß, was ich hier tat und wo ich mich befand. Die Welt bestand nur noch daraus, den Kerl unter mir, über mir, wo auch immer er sich gerade befand, niederzuringen und mit allen Mitteln zu verletzen. Und dann spürte ich deutlich mehr Hände und Arme, als der Typ haben konnte und schon wurden wir auseinander gezerrt. Mich hielten zwei oder drei Studenten fest, den anderen auch. Sie brüllten ihn an, mich, sich gegenseitig, ich brüllte ihn an und sie alle und der Kerl warf mir weiterhin Beleidigungen an den Kopf, beleidigte dann auch seine Kollegen, gab mir die Schuld dafür und wünschte mir die Pest an den Hals.
    Wir versuchten noch eine Weile uns loszureißen, doch es war zwecklos.
    »Benehmt euch gefälligst mal eurem Alter entsprechend und nicht wie zwei wildgewordene Handfeger!«, rief Falk, der Student, der den Kerl vorhin schon zur Vernunft bringen wollte und nach ein paar Verwünschungen und Flüchen starrten wir uns schnaubend in die Augen.
    Falk ignorierte seinen Kollegen und kam auf mich zu. »Mach, dass du wegkommst, Kleiner. Und lass dich hier nicht mehr blicken. Das ist besser für uns alle.«
    »Nichts lieber als das!«, erwiderte ich und die anderen Typen ließen mich los. Mein linkes Auge und meine Rippen schmerzten, doch ich stellte mit Genugtuung fest, dass mein Gegner auch nicht besser aussah als ich mich fühlte. Wenigstens etwas.
    Unter den Blicken der Studenten machte ich, dass ich aus dem Zelt kam. Immerhin konnte ich nun einfach abhauen und musste mir diesen Tag nicht mehr in der Hitze und dem Dreck um die Ohren schlagen.
    Allerdings musste ich, um in die Innenstadt zu kommen – und dort meine Klamotten zu wechseln – über die Hauptstraße. Und noch immer standen dort unzählige Menschen, die den Ausgrabungen zusahen. Oder dem kleinen Schauspiel, was wir ihnen gerade geliefert hatten.
    Wunderbar.
    Darauf hatte ich keinen Bock. Meine Wut war noch nicht verflogen, kehrte nun sogar noch stärker zurück.
    Ohne mein Tempo zu verringern, mit gesenktem Kopf, lief ich auf die Leute zu. Die würden mir schon aus dem Weg gehen, notfalls stieß ich sie einfach weg. Doch schon der dritte Mensch, an dem ich vorbeirauschen wollte, bewegte sich kein Stück und ich rannte mit voller Wucht in ihn – oder sie – hinein.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Mi 09 Mai 2012, 14:25


    »Möglich wär's, ja.« Ich nickte bestätigend, als sie ihre Vermutung, dass dieses seltsame Glühen mit Verletzungen zusammenhing, laut aussprach. »Aber ich war beide Male ziemlich im Stress, deswegen weiß ich nicht, ob es nicht vielleicht auch daran liegt. Und ehrlich gesagt«, fügte ich an und streckte mich, »habe ich eigentlich kein großes Interesse daran, es in nächster Zeit rauszufinden. Ich hab eh noch ein Gespräch mit meinen Kollegen vor mir – und so, wie ich sie kenne, wird es nicht so entspannt ablaufen wie mit Ihnen. Da kommen bestimmt einige neugierige Fragen auf mich zu.« Ich konnte nicht anders als schmunzeln. Aber neben neugierigen Fragen würde sicherlich auch eine gehörige Portion Unsicherheit und Verwirrung mitschwingen. Wenn ich Pech hatte, hielten sie mich nun für vollends abartig.

    Als Kristen meinte, dass es vielleicht noch mehr Menschen geben könnte, die sich verändert haben, wusste ich nicht genau, was ich darüber denken sollte. Wenn es wirklich eine Ursache für all das gab, war das wahrscheinlich. Aber wenn es nun keinen Zusammenhang gab?
    Wenn das hier vielleicht gar nicht real war?
    Ich teilte Kristen meine Gedanken mit und seufzte. Ja, was wenn und was wenn nicht? »Momentan bin ich enfach zu verwirrt, um geradeaus zu denken. Eigentlich will ich gerade nur, dass das nicht mehr passiert, solange meine Schicht dauert«, fügte ich an und seufzte. Meine Schicht. »Ich glaube, es wird Zeit, ich muss weitermachen. Ich kann die anderen unmöglich solange allein dort lassen. Mit den Handschuhen wird es schon gehen. Und bis zum Schichtende halte ich mich einfach von Verletzungen und übermäßigem Stress fern …«
    In diesem Moment machte Kristen den Vorschlag, mit mir zum Arzt zu fahren und aus Schreck sprang ich auf. »Nein, bloß nicht! Der stempelt mich doch sofort als verrückt ab, wenn ich ihm erzähle, was passiert ist. Schlimm genug, dass Sie es gesehen haben und meine Kollegen … von den Gästen ganz zu schweigen. Der Arzt würde mich sicher direkt einweisen, das würde ich auch tun, wenn mir jemand so eine seltsame Geschichte erzählen würde …«

    Jetzt da ich eh schon stand, hielt ich es für eine gute Idee, direkt wieder an die Arbeit zu gehen.
    »Kommen Sie wieder mit rein? Wenn Sie möchten, können Sie gern das Menü fortsetzen. Das geht natürlich aufs Haus.«
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Di 22 Mai 2012, 21:00

    Arriaka

    Neugierig verfolgte ich den Kampf zwischen dem Hühnen und diesem Jungen. Er konnte nicht viel älter als 16 oder 17 Jahre sein aber dennoch bewegte er sich wie jemand der nicht zum ersten mal kämpfte.

    Als die beiden aufeinander losgingen bemerkte ich wie sich das Gesicht des Jungen zu einer Fratze blanken Hasses verwandelte. Interessiert trat ich ein paar Schritte näher und verfolgte jede seiner Bewegungen. Er war schnell und wieselflink. Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen als ich die ungelenken Bewegungen des Hühnen verfolgte. Er mochte von beiden ohne Frage der stärkere sein, aber gegen diese Schnelligkeit hatte er keine Chance. Umso enttäuschter war ich als es den umstehenden Studenten gelang die beiden doch noch zu trennen. Gerade wollte ich mich abwenden um weiterzumarschieren als der Junge geradewegs in mich hineinrannte und seine Wucht hätte mich beinahe umgeworfen.

    Ich keuchte auf als mir die Luft aus den Lungen gedrückt wurde und musste dennoch kurz darauf lachen.

    "Whoa... langsam."

    Ich erkannte, dass er immer noch vor unterdrückter Wut bebte und verkniff mir eine scherzhafte Bemerkung, stattdessen erinnerte ich mich an die lakonische Sachlichkeit meines Vaters und sagte nur: "Den hättest Du locker in die Tasche gesteckt."


    Zuletzt von Wataru am Fr 25 Mai 2012, 12:06 bearbeitet; insgesamt 6-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Fr 25 Mai 2012, 11:53

    K R I S T E N

    Ich seufzte tief, als der junge Mann sich voller Tatendrang wieder erhob und nickte einige Male, während ich noch auf meine Hände hinabsah, noch immer halb in Gedanken versunken. Ja, vermutlich hatte er recht und es machte keinen Sinn, sich über diese seltsamen Dinge den Kopf zu zerbrechen. Vielleicht was das alles hier auch nur ein eigenartiger Traum? In meinen Träumen war ich oft noch eine junge Frau, warum sollte es in diesem Fall also anders sein?
    Was auch immer der Grund war, ich beschloss, dass wir es wohl gut sein lassen mussten und erhob mich ebenfalls langsam.
    "Ja, Sie haben wohl recht, wir sollten hinein gehen. Tut mir Leid, wenn sie Sie aufgehalten haben sollte", lächelte ich entschuldigend. "Natürlich, Sie sollten wieder an die Arbeit." Ich legte ihm meine Hand auf den Arm. "Aber Sie müssen mir versprechen, sich nicht zu sehr anzustrengen." Er sah zwar schon etwas besser aus als vor einigen Minuten noch, aber insgesamt wirkte er noch immer etwas blass und erschöpft und ich wünschte mir, ich wäre in der Lage ihm irgendwie zu helfen.
    "Aber das Menü geht natürlich nicht aufs Haus", stellte sich leise lachend fest und ging langsam wieder auf die Tür zu, aus der wir gekommen waren. "Immerhin schulde ich ihnen noch etwas, von heute morgen."



    J A C K

    Ich hatte gerade ansetzen wollen, um dem Mädchen vor mir eine Antwort zu geben, als ich aus dem Augenwinkel vernahm, dass dieser Polizist wieder neben mir auftauchte und die Kleine interessiert musterte. Ich warf einen Blick über seine Schulter und zog die Augenbrauen hoch, als die Liege, auf die er gerade noch zugegangen war, leer dastand, der Krankenpfleger schien sich gerade vorn im Auto aufzuhalten.
    "Sieht aus, als wäre unsere Patientin entwischt", stellte ich ich schmunzelnd fest, ohne auf die Fragen der beiden einzugehen.


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Mo 28 Mai 2012, 00:51


    Ich hatte mich schon auf eine Standpauke oder einen dummen Kommentar eingestellt und zu einer bissigen Antwort angesetzt, als mir aufging, was sie tatsächlich gesagt hatte. Perplex hielt ich inne.
    »Ich hätte … was?«
    Unglaublich. Nicht genug damit, dass diese – wie sollte ich sie nennen? Ihre Erscheinung war äußerst seltsam – Frau lachte, nachdem ich sie ziemlich grob angerempelt hatte, nun sagte sie mir auch noch, dass ich den Typen hätte fertigmachen können?
    Das passierte wirklich nicht alle Tage. Normalerweise hatten die Leute nur ein verächtliches Schnauben oder wütendes Geschrei für mich übrig – nun ja, das kannte ich ja auch von meinem Alten – aber das hier war neu. Und meine Wut war verraucht.
    »Klar hätte ich das«, erwiderte ich nun und musterte die Frau gründlich. Den Klamotten nach könnte sie fast zu den Arbeitern hier gehören, doch was machte sie dann hier oben? Außerdem … irgendwie passte sie trotz allem nicht hierher. Ich wusste nicht genau, was sie von den anderen abhob, aber sie sah weder wie eine Studentin noch wie irgendein anderer Ruinenbuddler aus. Noch dazu dieser riesige Hut – irgendwie passte an dieser Frau nichts zusammen.
    »Wer bist du eigentlich?«, fragte ich also geradeheraus und sah der Frau aus zusammengekniffenen Augen ins Gesicht.





    »Keine Sorge, Sie schulden mir gar nichts«, lächelte ich und hielt ihr die Tür auf. »Nach all der Aufregung, die ich verursacht habe, ist es nur recht und billig, wenn Sie sich noch ein wenig auf meine Kosten entspannen können. Machen Sie sich keine Gedanken darüber! Und versprochen, ich werde mich nicht überanstrengen. Ich habe zum Glück heut die Frühschicht, also hab ich es eh bald hinter mir.«
    Als wir wieder drinnen waren, entschuldigte ich mich kurz und verschwand in Richtung der Garderobe. Dort suchte ich nach den Handschuhen, fand sie zum Glück schnell und zog sie nach einem langen, prüfenden Blick auf meine Hände über. Ich atmete tief durch, kehrte dann in den Gastraum zurück. Glen schenkte mir einen Blick, der fragte: »Alles in Ordnung«, und ich antwortete ihm mit einem angedeuteten Nicken. Tatsächlich ging es mir besser. Die wirren Gedanken und die Fragen, die sich aufgetan hatten, schob ich weit von mir. Ich musste mich nicht nur auf meine Arbeit konzentrieren, ich wollte es auch. Wahrscheinlich würde ich in dieser Nacht kaum Schlaf finden, weil ich mich in Grübeleien verlor – also musste ich das nicht auch noch während der Arbeitszeit tun.
    Mittlerweile ging es auf den Nachmittag zu und der Gastraum leerte sich zusehends. Nicht mehr lange und die letzten Mittagsgäste wären verschwunden. Bis dann die ersten Gäste für ein frühes Abendessen eintreffen würden, gab es genügend Zeit, in Ruhe mit meinen Kollegen zu sprechen. Bis dahin würde ich mich mit Arbeit ablenken.
    Wie zum Zeichen schellte die kleine Glocke, ein neues Gericht war fertig. Bevor Glen in Richtung Küche aufbrechen konnte, gab ich ihm ein Handzeichen und übernahm das. Außerdem musste ich ja eh in der Küche Bescheid geben – Kristens Essen stand noch aus.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Di 29 Mai 2012, 17:52

    Arriaka

    Ich musste ein Schmunzeln unterdrücken als der Kerl sich vor mir aufbaute und mich zu mustern begann. Er war wirklich hübsch, aber doch noch ein wenig jung. Interessiert beugte ich mich ein wenig näher und sah ihm direkt in die Augen.

    Etwas geweitet, leichtes Zittern in den Händen, Schweiß

    Alles erklärbar durch den Kampf und das Adrenalin, dass vermutlich immer noch durch seinen Körper rauschte. Allerdings passte das nicht zu seiner Körpersprache. Ich lächelte und schaute an ihm vorbei auf die Typen hinter ihm. Der große Kerl sah ihm immer noch zornig hinterher und einer seiner Kollegen redete auf ihn ein.

    Kein Kokain oder dergleichen. Ich tippe auf Meth oder Speed. Irgendein Amphetamin, kein Wunder das der Junge so geladen ist.

    Ich machte einen Schritt zurück und sah ihn wieder an.
    "Arriaka... aber du kannst Raka zu mir sagen." erwiderte ich ernst auf seine Frage.

    Spott oder ein aufgesetztes Lächeln hätte er sofort durchschaut, dass spürte ich, also liess ich es bleiben und musste mir eingestehen das mir der Junge sympathisch war. Ich beschloss ihn nicht einfach stehen zu lassen.

    "Komm mit... ich hab da drüben nen Kiosk gesehen. Ich spendier dir was zu trinken."

    Mit diesen Worten drehte ich mich um und marschierte auf den Kiosk zu. Es würde sicher nicht schaden ein wenig Distanz zwischen die Studenten und den Jungen zu bekommen.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Janey am Mo 04 Jun 2012, 17:29

    Levinia


    Die Miene des Mannes entspannte sich und ich verstand es erst, als auch ich den anderen Mann neben ihm wahrnahm. Dieser trug eine Polizeiuniform, die ziemlich verstaubt war und mir wurde unbehaglich, das kleine Bisschen an Sympathie für den Mann mir gegenüber schwand. Was nun? Aufgeregt ließ ich den Blick vom Einen zum Anderen schnellen, bereit auf die kleinste Bewegung zu reagieren.

    Soso, der Polizist wollte allein mit mir sein, mich aushorchen und den anderen telefonieren lassen. Mit nur vierzehn Jahren allein in der Stadt, durfte man das? Bestimmt nicht, wenn man schon einen verbotenen Eindruck machte! Also mit dem Polizisten allein wäre wohl mein Ende, ich musste hier weg, einen Platz für heute Nacht finden und Spaß haben, dafür war ich schließlich hier. Nur, um mich amüsieren zu können, musste ich wohl jemanden fragen, der sich hier auskannte. Vielleicht könnte ich sogar meine Mutter finden, sie endlich zur Rede stellen, fragen was ich immer schon fragen wollte: Warum sie mich allein ließ, mit diesen komischen Leuten im Haus, die mich nicht herauslassen durften! Sie war Schuld für mein Versäumnis, aber was hatte ich denn versäumt? Das musste ich unbedingt wissen und so machte ich auf dem Absatz kehrt und lief los, direkt in einen weiteren Polizisten hinein, der wohl zu seinem Kollegen wollte. Mein Fuß blieb an dem seinen hängen und ein dumpfes Geräusch ertönte, als mein Kopf auf das Pflaster prallte. Ich musste unbedingt meine Sinne schärfen! Taumelnd versuchte ich aufzustehen, murmelte ein „Entschuldigung!“ und schwankte wenige Schritte um die nächste Ecke, wo ich mich an der Hauswand abstützte, hinunter sank und die Augen schloss.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Di 19 Jun 2012, 22:53


    Ich fühlte mich nicht wohl, als sie mir so tief in die Augen sah, ihr Blick war ziemlich intensiv. Also schaute ich demonstrativ weg, beobachtete irgendwelche stumpfsinnigen Gaffer, wie sie die Arbeiten beobachteten.
    »Also?«, sagte ich, als sie an mir vorbei blickte, wahrscheinlich stand der Typ, mit dem ich mich gerade geprügelt hatte, immer noch wutentbrannt im Zelt rum.

    Endlich nannte sie mir zumindest ihren Namen, auch wenn sie nicht viel mehr von sich preisgab. Hmpf. Raka also.
    Als sie mich plötzlich zum Kiosk einlud, blieb ich noch ein paar Sekunden perplex stehen. Die war ja echt mal total seltsam! Aber nem geschenkten Gaul … und die kleine Prügelei hatte mich eh durstig gemacht.

    Ich ging hinter ihr her, erreichte sie aber erst, als sie schon am Kiosk angekommen war. Nun ja, wenn ich schon eingeladen wurde, dann konnte ich das ruhig ausnutzen. »Krieg ich ne Coke und ein Hot Dog? Und außerdem … Raka und wie weiter? Warum bist du hier und nicht da unten? Und was soll dieser komische Hut? Hast du dem nem Penner geklaut?« Ich lehnte mich in den Schatten der Theke und blinzelte zu ihr herüber.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Mi 20 Jun 2012, 00:00

    Arriaka
    Ich lachte kurz auf als der Schwall seiner Fragen über mich hereinbrach.

    "Ja... stimmt. Den Hut hab ich tatsächlich einem Penner geklaut", erwiderte ich amüsiert als mein Blick auf die Zeitung fiel die auf dem Tresen lag. Auf der Titelseite stand in einer Spalte neben dem Hauptartikel, der sich um das Erdbeben drehte, ein Text mit der Überschrift: Beliebter Politiker und seine siebenjährige Tochter ermordet.

    Ich zog die Zeitung näher heran und überflog den Artikel. Hatte die Mafia mich deswegen ausser Gefecht setzen wollen ? Tote Kinder waren schlechte Publicity und schlechte Publicity war nicht gut fürs Geschäft. Wenn es um Kinder ging war selbst die Mafia vorsichtig, warum auch immer. Ich setzte mich auf einem Barhocker zurecht und spürte das kalte Metall der Waffe an meinem Rücken.

    Einige Leute werden mir ein paar Fragen beantworten müssen, dachte ich und gab dem Mann hinter dem Tresen ein Zeichen.

    "Eine Coke und nen Hot Dog für meinen Begleiter hier und ein Wasser für mich."

    Ich kramte ein Bündel zerfledderter Geldscheine aus meiner Tasche und legte ein paar davon auf den Tresen.

    "Das sollte genügen"

    Der Mann nickte, schob das Geld ein und stellte uns kurz darauf die Getränke vor die Nase. Anschliessend machte er sich am Hot Dog zu schaffen.Ich nahm einen Schluck und blickte zu dem Jungen hinüber der mich immer noch misstrauisch musterte.

    "Und wie ist dein Name ?"
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Mi 20 Jun 2012, 00:12


    Mir fiel auf, dass sie geschickt meine Fragen umgangen hatte. Na gut, wenn sie mir jetzt nichts erzählen wollte … vielleicht später.
    Als sie die Zeitung heranzog, sah ich auch auf die Titelseite. Ja, das blöde Erdbeben, weshalb alle in der Stadt in heller Aufregung waren. Wen interessierten diese immer wieder durchgekauten Details? Alles, was man darüber wusste, hatte einen Tag danach alle Titelseiten geziert und war aus jedem Radio gequakt. Seitdem gab es nichts Neues. Vielleicht waren deswegen so viele Gaffer bei den Ausgrabungen, allen voran diese Pressegeier: Sie hofften auf superinteressante neue Erkenntnisse. Wenn es nach mir ginge, konnten diese Leute noch ne Weile weiterbuddeln. Vor allem diesem Kerl von vorhin wünschte ich neben der Pest auch absolut kein Glück beim Staubaufwirbeln an den Hals.

    Keine Ahnung, was Raka an diesem Artikel so interessant fand, aber ihre Mimik veränderte sich. Vielleicht bildete ich mir das auch nur ein. Wahrscheinlich war mein Hirn immer noch nicht so ganz intakt. Kein Wunder bei der Folter, die man mir für den dummen halbgeklauten Rucksack aufgebrummt hatte.

    Das Geld, das Raka dem Kiosk-Besitzer zuschob, schien mir trotz des erbärmlichen Zustand ziemlich großzügig bemessen. Vielleicht sollte ich mich an sie halten, auch wenn ich mir mikroskopische Chancen ausrechnete, sie zu beklauen. Aber wer weiß, wo ein Schein herkommt, warten vielleicht noch mehr.

    Erst als der Kiosk-Typ mir mein Hot Dog reichte, trank ich meine Coke halb leer und antwortete auf Rakas Frage.

    »Ich bin Dylan, aber wer nicht sterben will oder mein Alter ist, nennt mich Dy.« Dann widmete ich mich mit größer Konzentration meinem Hot Dog. Binnen Sekunden war es verputzt und die Cola ausgetrunken.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Mo 16 Jul 2012, 23:57

    Arriaka

    Ich nickte und schaute Dylan aus dem Augenwinkel zu wie er seinen Hot Dog verputzte. Der Junge musste ordentlich Hunger haben.

    Kommt wohl gerade vom Speed runter, dachte ich und schmunzelte.

    Amphetamine waren in meinem Business zwar nicht unüblich aber wenn ich es vermeiden konnte verzichtete ich darauf. In letzter Zeit musste ich allerdings zu anderen Pillen greifen. Irgendetwas hatte sich verändert. Der letzte Job war überhaupt nicht so abgelaufen wie ich es geplant hatte und wenn ich etwas gar nicht leiden konnte, dann war das ein Plan der nicht sauber ablief. Das Mädchen, das plötzlich ins Zimmer kam, hatte mich geschockt. Ich hatte Angst. Warum und wovor das konnte ich nicht sagen aber ich hatte definitiv Angst.

    Vielleicht ist es ganz gut für eine Weile raus zu sein aus dem Business, überlegte ich.

    "Dy also.", sagte ich, setzte mich etwas bequemer auf dem Hocker zurecht und sah wieder zu ihm hinüber. "Es sieht nicht so aus als würde dir der Hot Dog reichen. Wohnst Du hier in der Gegend ?"
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Do 30 Aug 2012, 20:11

    K R I S T E N

    Wenn auch schweren Herzens folgte ich dem jungen Mann wieder ins Innere der Gaststätte und konnte nicht umhin, immer wieder besorgt zu ihm hinüber zu schauen, wie er begann, seiner Arbeit wieder nachzugehen und deswegen immer wieder einmal in mein Sichtfeld kam. Ich sorgte mich noch immer sehr um ihn, nicht zuletzt deswegen, weil ich ihn schon aus den wenigen Gesprächen, die wir bisher geführt hatten, ins Herz geschlossen hatte. Schon seit Ewigkeiten hatte mich niemand mehr so freundlich behandelt wie er und auch, wenn heute vermutlich einer der eigenartigsten und außergewöhnlichsten Tage der letzten Jahre war, war ich sicher, dass all diese Fügungen in ihrer Essenz gut waren. Ich fühlte mich gut. Bestens, sogar.
    Besser als in all den letzten Jahren zusammen, dachte ich.



    J A C K

    Noch während ich versucht hatte, die Situation zu durchblicken, hatte sich Dee bereits in Bewegung gesetzt, um seiner verschwundenen Zeugin hinterher zu eilen und die kleine am Boden hatte sich aufgerappelt, um Entschuldigung gebeten und war davon gelaufen und die Stirn runzelt sah ich mich in alle Richtungen um. Ein eigenartiges Gefühl hatte Besitz von mir ergriffen, ich war sicher, dass hier etwas vor sich ging. Etwas, das nichts mit der Explosion zu tun hatte, etwas, das ich nicht erklären konnte, deswegen gab es vermutlich nichts weiter, dass ich meinem Vorgesetzten würde berichten können, also entschloss ich mich doch dazu, mein Handy wieder in die Hosentasche zu schieben und von hier zu verschwinden.
    Die Dunstwolke, die sich über die Szenerie gelegt hatte, war inzwischen schon etwas verflüchtigt, trotzdem dauerte es eine ganze Weile, bis ich die Absperrbänder und sensationsgeilen Reporter hinter mir mir gelassen hatte und auch die letzten Geräusche von Menschenmengen und Sirenenheulen verschwunden waren. Und mir eine Zigarette ansteckend, seufzte ich, bevor ich den Rauch in meine Lungen atmete, um mich weiteren - und in meinen Augen eher sinnlosen - Beobachtungen hingab.


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Mo 03 Sep 2012, 18:34


    Tatsächlich knurrte mir immer noch der Magen. Könnte nen Bären roh verspeisen, glaube ich. »Du kannst mir gern noch nen Hot Dog ausgeben. Oder zwei«, grinste ich und spähte ins Innere des Kiosks, aus dem der Besitzer uns dumpf entgegen blickte. »Ich wohn, wo ich Bock hab. Hier garantiert nicht, ist mir zu staubig und es gibt zu viele seltsame Leute.« Damit wandte ich den Blick wieder zu Raka und musterte sie eingehend. Wozu wollte sie das wissen? Konnte ihr doch wohl egal sein, wo ich wohne. »Is mir im Prinzip auch egal, wo ich penne, solang ich nich in die Bude von meinem Alten muss.«
    Trotz ihrer komischen Fragen und ihres absolut seltsamen Aussehens war mir Raka nicht unsympathisch. Oder vielleicht gerade deswegen. Wer hatte mir das letzte Mal was zu essen ausgegeben und ohne Moralpredigt mit mir gequatscht? Kein Plan. Wahrscheinlich war das noch nie passiert. Ich konnte mir durchaus vorstellen, noch eine Weile mit ihr zusammenzubleiben. Aber ich würde einen Teufel tun, ihr das auf die Nase zu binden. Das war ja wohl oberpeinlich.





    Zum Glück war das Essen für Kristen schnell fertig und ich brachte es ihr mit einem Lächeln an den Tisch. »Ich bestehe übrigens immer noch darauf, dass das Essen aufs Haus geht. Für einen einzigen Tag habe ich Ihnen ganz schön viel Wirbel bereitet.« So gesehen hatte Kristen in ihrem Alter schon lange nicht mehr eine solche Aufregung gehabt. Aber alles in allem hatte ich kein allzu schlechtes Gefühl. Immerhin war nicht viel passiert, niemand war sonderlich zu Schaden gekommen und ich hatte immer noch die Hoffnung, dass die paar Gäste, die meine Hände gesehen hatten, das Gesehene als einen Streich ihrer Augen abtun würden.
    Als ich gerade zur Küche zurückkehrte, lehnte sich Félicien ans Ausgabefenster. »Mach Schluss für heute, Jun. Die paar Gäste da schafft Glen schon allein und in einer halben Stunde ist hier eh erst mal nichts mehr los.«
    Ich bedachte ihn mit einem »Das ist ja wohl nicht dein Ernst«-Blick, doch als er mich weiterhin mit unbewegtem Gesicht ansah, hielt ich es für besser, stumm zu nicken und mir meine Schürze abzubinden.
    »Hock dich hinten hin, wir machen dann nachher alle Pause und dann reden wir. Und das bevor die anderen zur Spätschicht kommen.«
    Offenbar hatte Félicien genug Feingefühl, um den anderen nicht von dem Vorfall zu erzählen. Ich mochte mir auch gar nicht vorstellen, wie Darren und Bassie reagieren würden.
    Darren …
    Da war doch noch was. Das Treffen heute Abend. Hatte ich tatsächlich die Nerven, mir heute Abend sein Gejammer über seine – mal wieder – Verflossene anzuhören und ihn dabei zu beobachten, wie er mehr Alkohol in sich hineinschüttete, als ein normaler Mensch vertragen konnte?
    Ich hatte keine Ahnung. Aber erst mal gab ich Glen Bescheid, dass Kristens Essen auf meine Rechnung ging, dann begab ich mich in die Garderobe zum umziehen und überließ den Gastraum samt Kristen Glen.


    Zuletzt von SaKi am Mi 05 Sep 2012, 13:12 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Wataru am Mo 03 Sep 2012, 20:10

    Arriaka

    In Gedanken ging ich meinen Bestand an Bargeld durch und kam zu dem Schluss, dass ich damit 2 oder 3 Tage über die Runden kommen würde. Meine Waffe trug ich bei mir, im Schaft des linken Stiefels hatte ich den Schalldämpfer und ein Ersatzmagazin stecken, in dem des rechten ein Messer. Alles klar, was brauchte ein Mädchen mehr. Ich grinste und gab dem Wirt einen Wink.

    "Noch zwei Hot Dogs."

    Der Dicke sah misstrauisch zu Dylan und danach zu mir. Ich seufzte und begann ein paar Scheine abzuzählen woraufhin er mit den Schultern zuckte und sich wieder an die Arbeit machte.

    Während ich das Geld auf den Tresen blätterte beobachtete ich Dylan interessiert aus dem Augenwinkel. Er verfolgte meine Hände genau und schien ziemlich flink abzuschätzen welche Summe ich mit mir herumtrug. Ich unterdrückte ein Lachen, steckte das Geld wieder in die Hosentasche und sah ihn an.

    "Du wohnst also wo du Bock hast. Hmm."

    Ich überlegte einen Moment, mein Haus stand ein ganzes Stück ausserhalb der City aber langfristig würde ich irgendjemanden hinschicken müssen um mir etwas zu organisieren. Vermutlich stand das Haus unter Beobachtung. Die Mafia würde sich sicher für jeden interessieren der sich Zugang zu meinem Reich verschaffte. Aber besser sie kassierten ihn als mich... oder ?

    Nach kurzem Überlegen verwarf ich die Idee jedoch wieder. Zu Auffällig. Ausserdem war der Junge alles andere als zuverlässig. Ich würde wohl nicht darum herumkommen selbst nach dem Rechten zu sehen. Aber alles der Reihe nach.

    "Hör zu, ich brauche eine ungestörte Unterkunft für heute Nacht. Irgendein Ort an dem nicht ständig jemand vorbeikommt. Hast du ne Idee ?"


    Zuletzt von Wataru am Mi 05 Sep 2012, 10:28 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Mi 05 Sep 2012, 03:02

    K R I S T E N

    Als er mir schon bald mein Essen brachte, beugte ich mich den Wünschen des jungen Mannes, dass das Essen aufs Haus gehen sollte. Dabei hätte ich mich doch so gern noch für das Tragen meiner Taschen und die Empfehlung dieses Lokals - und vor allem für die netten Gespräche - bedankt. Aber ich sah in seinen noch immer etwas erschöpften Augen, dass er wohl keine Widerrede dulden würde, dass es ihm vielleicht auch eine Art Pflicht zu sein schien, mir dieses Essen zu spendieren und ergeben nickte ich.
    "Aber nur dieses eine Mal", lächelte ich, bevor er wieder verschwand und ich schweigend mein Mahl genoss. Es schmeckte wirklich hervorragend und ich hatte - ganz entgegen meiner Erwartungen - sogar richtigen Hunger und keinerlei Probleme mit dem Essen. Und weder das eine, noch das andere waren gewöhnlich.
    Ich ließ mir mit dem Essen Zeit und als ich irgendwann meinen leeren Teller von mir schob und auch den letzten Schluck aus meinem Wasserglas getrunken hatte, dauerte es nicht lange, bis einer der Kellner sich durch die anderen Tische zu mir hindurchschlängelte und mich freundlich fragte, ob es geschmeckt hätte und ob ich noch etwas wünschen würde.
    Ich verneinte freundlich, wenn auch etwas enttäuscht darüber, dass Jun sich offenbar zurückgezogen hatte - auch wenn es vermutlich das Beste für ihn war, wenn er sich etwas ausruhen würde.
    "Das Essen geht aufs Haus, habe ich gesagt bekommen", meinte er und schenkte mir ein breites Lächeln, ich fingerte jedoch trotzdem nach der Brieftasche in meiner Handtasche und suchte ein paar Dollar heraus, um sie dem Knaben in die Hand zu drücken. Überrascht, dass meine Finger dabei nicht so sehr zitterten wie üblich, bedankte ich mich noch einmal und bat ihn darum, Jun schöne Grüße zu bestellen.
    Und als er mir einen schönen Tag gewünscht und mein Geschirr abgeräumt hatte, erhob ich mich ungewohnt leichtfüßig und machte mich auf dem Weg hinaus.


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Janey am Mo 01 Okt 2012, 21:36

    Levinia

    Die Welt um mich herum schwankte, als befände ich mich auf einem Schiff. Kurz blieb ich so sitzen, die Hände an den Kopf gepresst, um die mich im Gleichgewicht zu halten, bis ich mich wieder aufrichtete und mich umsah. Um den Aufenthalt von Melvin war ich mir nicht im Klaren und so lief ich entgegengesetzt der Richtung, aus der ich soeben gekommen war.
    Wegen meiner Tollpatschigkeit war ich über mich selbst verärgert und guckte nicht nach links und rechts. Wo ich da vorbeilief wusste ich nicht, bis mich der Geruch nach essbarem vor der Tür eines Restaurants stehen blieben ließ. Klar, ich hatte heute Morgen gefrühstückt, aber es näherte sich schon dem früheren Abend und ich war es gewohnt drei Mahlzeiten einzunehmen. So stand ich mit interessiertem Blick vor dem Fenster und lugte in den Gastraum hinein.
    Die Spucke lief mir im Mund zusammen und ich schluckte sie wiederwillig hinunter. In meinem Rucksack hatte ich eine Flasche Wasser, erinnerte ich mich und griff hinter mich. Doch der Rucksack war nicht an seinem Platz. Hatte ich ihn denn überhaupt bei meiner Flucht aus dem Auto mitgenommen? Daran konnte ich mich nicht entsinnen. Erschöpft ließ ich mich nieder und holte tief Luft. Wie sollte ich denn ohne Wasser diesen Tag überstehen? Der Schweiß rann mir beinah in Bächen den Rücken hinab. Ein Blick auf meine Hose ließ mich scharf ausatmen. Die Knie waren vollkommen aufgestoßen. In Anbetracht der Hintze und den bereits vorhandenen Verschliss, nah ich all meinen Mut zusammen und riss an den Löchern die Hose weiter auf. Die Luft an den Beinen tat gut und ich ließ mich etwas erleichtert gegen die Hauswand fallen.

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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Sa 29 Jun 2013, 20:00

    Sofiya

    Da ich mich nicht mehr um diesen Streuner kümmern wollte, suchte ich mir einen ruhigen Platz - und fand ihn im Verpflegungszelt. Das Mittagessen war bereits vorbei und außer mir niemand mehr hier. Seufzend ließ ich mich auf die Bank fallen und legte den Kopf auf die Arme.
    Was tat ich hier eigentlich? Natürlich war die Ausgrabung spannend und alles, aber ... ich fühlte mich nicht mehr wohl hier. Vielleicht wollte ich einfach nur einen Ort, an dem ich für immer leben konnte?
    Ich schloss die Augen und stellte mir so einen Ort vor. Es müsste eine Kleinstadt sein. Und ein großes Haus mit Garten, am besten am Rand, gern auch im Wald.
    Meine Gedanken schweiften immer weiter ab, bis ich schließlich einschlief.

    Seltsame Dinge tauchten in meinen Träumen auf. Vögel mit menschlichen Gesichtern, die über der Stadt und der Grabungsstelle kreisten. Sie warfen riesige Schatten ...

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    Re: Memories of Magic

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