Pooly's Kunst und Schreibforum

Liebe Gäste und natürlich auch liebe Mitglieder!


Ich möchte euch alle herzlich willkommen heißen in Pooly's Kunst und Schreibforum!

Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
Lasst euch nicht abschrecken. Eventuell könnte die Anzahl unserer Foren euch etwas erschlagen. Aber es dauert wirklich nicht lange, bis man sich hier eingefunden hat und im Notfall sind alle User und Teammitglieder bereit, euch unter die Arme zu greifen :)

Viel Spaß!



Pooly & Co.

    Memories of Magic

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    Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Fr Feb 24, 2012 8:28 pm




    A L L G E M E I N E S

    Genre: Contemprary Fantasy
    Diskussionsrunde und Anmeldung: Hier
    (Weitere Anmeldungen sind jederzeit möglich und willkommen.)



    I N H A L T

    Vor etwa zwei Wochen wurde die Gegend um Tarakona überraschend von einem mittelschweren Erdbeben heimgesucht. Ein großer, künstlicher Hügel bekam dabei einen Sprung, der Mauerstrukturen in seinem Inneren freilegte. Dieser Riss weckte die Neugier von (Hobby-)Archäologen, Anwohnern und einigen anderen, die auf eine Sensation hofften. Während die Archäologen langsam vordrangen, veränderte sich die Umgebung unmerklich. Das Gras schien grüner zu sein, die Pflanzen und Tiere generell üppiger, aber niemand maß dem Bedeutung bei. Bis sich die ersten unerklärlichen Phänomene zeigten ...
    Menschen, die andere nur durch Berührungen heilen, trösten oder verletzen können.
    Menschen, denen plötzlich Fell wächst und die sich mehr und mehr verschiedenen Tieren angleichen.
    Menschen, die seltsame Strömungen in der Natur wahrnehmen können.
    Die Regierung versucht, die Phänomene in den Griff zu bekommen und die Bevölkerung im Unwissen zu lassen. Vielleicht ist es möglich, diese neuen Gaben zu nutzen? Auf der anderen Seite stehen ein "Mönche", die versuchen, die Sache zu erforschen, um herauszufinden, mit was sie es eigentlich zu tun haben.
    Und zwischendrin normale Menschen, deren Welt völlig aus den Fugen geraten ist. Wir.




    C H A R A K T E R E
    * Alania
    * Baltimore mit Enver Germain und Nyx McKenzie
    * Janey mit Levinia Jiyan
    * June mit Sofiya Angali
    * Nakyo mit Sait Naoki Bernard
    * Pooly mit Jack Brookstone und Kristen Laurens
    * SaKi mit Jun Ye Langley und Dylan Zachary
    * Skadi mit Djadir Ibn al-Fatih
    * Teleri mit Deorn Blanchet
    * Wataru mit Arriaka Ibaiguron





    Zuletzt von Pooly am Do März 01, 2012 7:45 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Fr Feb 24, 2012 9:17 pm

    K R I S T E N

    Als ich an diesem Morgen erwachte, wusste ich sofort, dass etwas anders war.
    Es war nicht die Uhrzeit - nein, wie immer war es Punkt sieben Uhr, wie jeden Tag. Es war auch nicht die weiße Zimmerdecke, an die ich wie jedem Morgen minutenlang starrte, in der Hoffnung, einen Gedanken an ihr kleben zu finden, der mir helfen würde, den nächsten Tag zu durchstehen. Es war nicht das Wetter, das wie immer in letzter Zeit sonnig und schön war. Es war nicht mein Bett, nicht der Geruch der Wäsche und nicht die Temperatur im Raum.
    Alles war wie immer. Und doch anders.
    Es war die Art gewesen, die Augen aufzuschlagen. Als hätte mein Herz mir schon beim ersten Schlag, den ich bewusst wahrnahm, sagen wollen: "So, heute stehst du auf, denn es wird ein guter Tag", als wäre neues Leben in meinen alten Körper zurückgekehrt. Leben in einem Körper, der doch schon so lange dem Tod verschrieben worden war. Und nachdem ich eine Weile an die Decke gestarrt und Gedanken gesucht hatte, richtete ich mich auf und dachte, dass es vielleicht doch noch nicht zu spät war, auf gute Tage zu hoffen.
    Ich vermisste die Stimmen von Menschen, während ich auf dem Weg ins Bad durch die Wohnung humpelte, die Stimmen von Bekannten und Enkeln, die mir einreden, dass ich längst zu alt wäre, dass ich jemanden brauchte, der sich um mich kümmerte. Wenn es sie gegeben hätte, hätten sie recht gehabt. Sie hätten lange reden müssen, aber irgendwie hätte ich mich meinem Schicksal ergeben und mich einem guten Pflegeheim verschrieben, vielleicht noch ein paar Freunde gefunden, in meinen letzten Tagen. Aber keine Stimmen gaben mir keinen Anlass, mein vertrautes Zuhause zu verlassen. Also blieb ich.
    Ich hatte oft darüber nachgedacht, wie es sein würde, wenn ich sterbe.
    "Allein in deiner Wohnung", murmelte ich, zitternde Finger suchten den Wasserhahn, um ihn aufzudrehen, Gelenkschmerzen, ich konnte mich kaum mehr auf den Beinen halten, auch wenn mein Herz heute froher zu schlagen schien als sonst. Aber vielleicht war das ja auch ein schlechtes Zeichen, ich war kein Arzt. "Und erst nach Wochen wird dich jemand finden." Eigentlich sprach ich nie mit mir selbst, aber meine eigene Stimme zu hören, gab mir das Gefühl von Leben, in diesem Haus.
    Ein prüfender Blick in den fleckigen Spiegel. Und eine zweite Sache, die anders war. Vielleicht.
    "Und seit wann sind deine Haare grau, Kristen? Hm?", fragte ich mein verschwommenes Spiegel-Ich und schüttelte wirr den Kopf. "Ich dachte immer, sie wären weiß gewesen." So weit war es also schon mit mir gekommen.



    Zuletzt von Pooly am Fr Feb 24, 2012 9:27 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Fr Feb 24, 2012 9:24 pm

    Sofiya

    Ich grinste, als ich Papa nach einem längeren Telefonat fluchen hörte. Er hatte gesagt, er wolle wieder mit einem Kollegen sprechen, der einfach nicht einsah, dass die Grabungsstelle hier wichtig sein könnte.
    "Hat er wieder nicht zugesagt?", fragte Mama seufzend, die neben mir am Tisch saß und anstatt zu frühstücken, noch einmal die Pläne durchsah. Sie sah genauso aus wie ich, wenn auch etwas älter. Ihr Haar war von helleren Strähnen durchzogen, aber sie wirkte noch immer energiegeladen und frisch.
    Papa setzte sich kopfschüttelnd uns gegenüber. "Nein, immer noch nicht. Er weigert sich. Dabei könnten wir sein Wissen gut gebrauchen."
    Obwohl meine Eltern schon recht alt waren, war dies ihre erste eigene Grabung. Sie versprach recht groß zu werden, sodass ich durchaus verstand, warum meine Eltern Hilfe wollten.
    Seit zwei Tagen erst war ich bei ihnen, aber sie hatten mich schon völlig eingeplant. Ich saß nun also den ganzen Tag zwischen anderen Archäologen und zeichnete Profile, Befunde und ähnliches. Meine Hose war staubig - zum Glück hatte es nicht geregnet - und mein T-Shirt ebenso. Ich hätte gern die Schuhe ausgezogen, aber Stahlsohle war Pflicht.
    Schnell schob ich das letzte Stück Brot in den Mund, dann erhob ich mich. Bisher war das unser allgemeines Startzeichen.
    "Wollen wir?" fragte ich und betrachtete meine Eltern, die hier so völlig in ihrem Element waren.
    Papa nickte und band sich den Zopf aus braunen Haaren noch einmal zurecht. "Lass uns gehen!"
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Baltimore am Fr Feb 24, 2012 9:33 pm


    Vielleicht könnte es ein normaler Tag werden war der erste Gedankenstrom, der mir durch den Kopf jagte, als ich den Tag damit begann, an die Decke zu starren. Ich fühlte mich wie gelähmt, als würde ich nur noch aus Augen bestehen, als hätte ich schon längst die Kontrolle über meinen Körper verloren. Ich war zu müde, um nicht zu liegen, zu wach um noch zu schlafen. Dabei zeigte die Uhr gerade einmal eine leuchtende 6, gefolgt von unwichtigen Minuten, die nicht verstreichen wollten.
    Seit wievielen Tagen hatte ich kein Auge mehr zubekommen? Ich wusste es nicht mehr. Mit quälender Langsamkeit richtete ich mich auf und strich mir über die Arme; zitternd stellten sich die Haare auf und mir wurde übel davon, wie intensiv ich dies mitbekam und wie wenig weit meine Gedanken reichten, während jedes Zucken eines Muskels meine Aufmerksamkeit verlangte.
    Die Hände am Keramik des Waschbeckens abgestützt, putzte ich die Zähne, zog mich vor dem klobigen Kleiderschrank um und band mir unwillig eine Krawatte um den Hals. Erst dann fiel mir auf, dass ich heute frei bekommen hatte. Ich würde nicht in die Schule gehen müssen, ich würde nicht in meinem Büro sitzen und irgendwelche Streits schlichten müssen. Also befreite ich mich vom Hemd und zog stattdessen einen Pullover über. Der Kühlschrank war leer, der Wäschekorb quoll über, mein Kopf blieb das reinste Chaos. Ich wusste nichts mit meiner Zeit anzufangen, also schaltete ich den Fernseher ein. Ein paar Kanäle schaltete ich durch, von Kinderserie zu Morgenfernsehen ... Nachrichten, Bilder des Bebens, die über die Mattscheibe flimmerten. Bilder, die mich ebenso wenig wie viele andere schlafen ließen, ging es doch um die Stadt, die auch ich meine Heimat nannte.


    Zuletzt von Baltimore am Fr Feb 24, 2012 9:50 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Fr Feb 24, 2012 9:44 pm


    Frühschicht. Ich war kein Freund des zeitigen Aufstehens, doch anstatt mich noch einmal umzudrehen, hatte ich mich direkt aus dem Bett geschält. Durch die Gardinen stahlen sich ein paar Sonnenstrahlen, tanzten über mein Hemd und die Hose, die ordentlich auf dem Stuhl neben dem Fenster hingen. Ich fuhr mir mit der Hand über die verschlafenen Augen, erhob mich schließlich und trottete ins Bad.
    Wenig später hatte ich mir die Haare zusammengebunden, den Fernseher angeschaltet und verfolgte, eine Tasse Kaffee in der Hand, die Morgennachrichten. Seit zwei Wochen – seit dieses Erdbeben überraschend Tarakona erschüttert hatte – war das Topthema dasselbe: Die Untersuchungen an den Rissen im Erdreich und den freigelegten Ruinen. Die Bilder waren dieselben, oder zumindest ähnlich, zeigten einen Schwarm Forscher, die eifrig über die staubigen Flächen eilten, kleine Teams mit Kamera- und Tonmann, die alle paar Meter live vom Geschehen berichteten, im Hintergrund die Häuser des Westviertels. Meines Viertels.
    Als der Wetterbericht strahlenden Sonnenschein und dreißig Grad verkündete, stellte ich die Kaffeetasse in die Spüle – in der noch ein paar andere auf den nächsten Abwasch warteten – und suchte meinen Kram zusammen. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass Darren, mein Kollege, mir mitgeteilt hatte, dass er heute Abend einen mit mir trinken gehen wollte. Seufzend steckte ich das Handy ein – wahrscheinlich hatte ihn mal wieder seine Freundin verlassen. Das klang nach einem langen Abend – und einer Menge Alkohol, zumindest für Darren.
    Ich zog die Vorhänge vors Fenster, damit sich die Wohnung nicht so aufheizen würde und trat zwei Minuten später aus der Haustür in die Hitze.


    Zuletzt von SaKi am Fr Feb 24, 2012 10:41 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Fr Feb 24, 2012 10:08 pm

    J A C K

    Die Sonne brannte um diese Jahreszeit schon zu unmöglich frühen Stunden vom Himmel herab und ich klappte die Sonnenblende hinunter, als ich um die Kurve bog und sie mir direkt von Osten her entgegen schien, um mir die Sicht zu nehmen. Nicht, dass es viel gebracht hätte, dafür stand sie noch zu tief, ein rascher Blick auf die Kontrollanzeige neben dem Tachometer verriet mir die Urzeit 5:30. Kein Tag, der besonders früh anfing, wenn man es - wie ich - gewöhnt war, einen Mann als Vorgensetzen zu haben, der sich seine Späße daraus machte, seine Mitarbeiter zu den frühsten Zeiten aus ihren Betten zu jagen. Im Grunde war es mir egal, so lange die Bezahlung stimmte.
    Ich fuhr auf ein Stauende auf und lehnte mich zurück, als ich auf die Bremse trat, lockerte meine Krawatte etwas und stellte die Klimaanlage höher. Fünf Kilometer, verkündete der Nachrichtensprecher für Verkehrsangelegenheiten im Radio gerade. Die Umleitungen, die wegen des Erdbebens eingerichtet worden waren, überlasteten das Verkehrsnetz nun schon seit zwei Wochen.
    Ich nahm einen Schluck aus dem Kaffeebecher, der in der kleinen Halterung neben mir ruhte, betrachtete mich kurz im Rückspiegel und zappte ein wenig durch die Sender, auf der Suche nach guter Musik. Ein schrilles Klingeln durchriss die Stille und ich drückte den kleinen, grünen Hörer auf dem Armaturenbrett, um abzuheben.
    "Brookstone", meldete ich mich, auch wenn mir die Anrufererkennung schon mitgeteilt hatte, dass es sich um meinen Kollegen handelte, der vermutlich schon im Büro auf mich wartete.
    "Nicht so förmlich, Schatzi", kicherte Woods und ich zog skeptisch eine meiner Augenbrauen in die Höhe. "Ich mach mir nur Sorgen um dich, weil du noch nicht aufgekreuzt bist."
    "Stau", stellte ich knapp fest. "Bin in einer halben Stunde da."
    "Was? Aber dann sind wir ..."
    "Hör zu, es kann nicht jeder direkt neben dem Büro wohnen", fuhr ich ihm dazwischen. Die Geduld, für die ich sonst bei meinen Mitmenschen wohl bekannt war, zerstäubte sich schon, wenn ich nur seine ätzende Stimme hörte, in allen sieben Winden.
    "Ach, glaub mir, Brooky, für deine Wohnung würde ich meine sofort opfern."
    "Hast du noch was Wichtiges?", wollte ich wissen, aber er seufzte nur entsagend.
    "Nein, wollte nur dein süßes Stimmchen mal wieder hören."
    "Ja."
    "Ja?"
    "Machs gut, Woods", sagte ich und legte auf, ohne eine Antwort abzuwarten.


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Fr Feb 24, 2012 10:37 pm


    Ich hockte im Schatten eines großen Baumes, der am Rande des Hügels stand, und beobachtete, wie sich die Ruinen unter mir wieder mit Menschen füllten. War verdammt knapp gewesen, beinahe hätte mich so ein Uniformtyp erwischt, als er mich dort unten herumschleichen sah. Verfolgt hat er mich! Pah, als wenn so ein Hammel mich kriegen würde. Aber fürs erste war's das wohl. Bis Sonnenuntergang war da nichts mehr zu holen.
    Ich lehnte mich an den Stamm und klopfte den Staub aus den Hosenbeinen, die gestern Abend noch schwarz gewesen waren. Verdammt, warum musste es da auch so dreckig sein, das versaute einem die beste Klamotte, Punk hin oder her.
    Ich schnippte einen Kiesel in den Kessel, in dem Leute, die möglichst wichtig aussehen wollten, in kleinen Gruppen zusammenstanden, und hoffte, er würde einen von ihnen treffen. Aber dafür war der Schubs zu kraftlos gewesen.
    Während ich noch überlegte, wie ich diesen verteufelt heißen Tag herumkriegen sollte, kramte ich eine Tablette aus meiner Hosentasche und schluckte sie herunter.
    »Fuck, weit reicht das auch nicht mehr«, grummelte ich und erhob mich nun doch. »Zeit, sich mal wieder nach ein paar Portemonnaies umzusehen.«
    Und ganz in der Nähe sah ich auch schon mein Ziel: Ein junges Mädchen mit einem großen Rucksack, das mit ihren Eltern gerade an den Ruinen ankam.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Janey am Fr Feb 24, 2012 10:47 pm

    Levinia



    Seine kalten Hände griffen nach mir, als wollte er mich mit nach unten ziehen. Meine Füße rutschten weiter an die bedrohliche Kante heran, als er einen Arm von mir zu packen bekam. Panik blitzte mir aus seinen Augen entgegen und ich wurde Stück für Stück weiter gezogen, während er unaufhörlich weiter herab sank. Ich versuchte seine Hände zu erwischen, versuchte ihn wieder hinauf zu ziehen, doch ein so kleines Mädchen, wie ich es war, schaffte es nicht und so zog mich die Schwerkraft schneller zu der Kante hin, bis meine Zehenspitzen über den Rand ragten. Entsetzt starrte ich hinunter und sah wie sich die Sonne auf den nassen Felsen spiegelte und blickte dann in seine ängstlichen Augen, die sich weiteten, als er mich mit hinunter zog. Ich schrie.

    “Hey, hey, alles ist gut. Beruhige dich! Du bist in Sicherheit, dir kann nichts passieren.“, meine Amme war hereingekommen und versuchte nicht von meinen wild umher strampelnden Beinen getroffen zu werden. Langsam verebbte das Fallgefühl und ich verstand wo ich war. Nassgeschwitzt setzte ich mich auf und starrte meine Amme an. “Wieder schlecht geträumt?“, fragte diese behutsam. “Er hatte solche Angst! Warum bin ich nicht mit ihm gefallen? Warum musste mir alles genommen werden, was mir wichtig war?“, brachte unter Tränen heraus, “Warum ausgerechnet mein Vater?“


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Baltimore am Sa Feb 25, 2012 7:56 am


    Ich schaltete den Fernseher nach den ersten Nachrichten wieder ab und öffnete stattdessen die Fenster, um ein wenig Luft in die stickige Wohnung zu lassen. Draußen war es noch wärmer, als hier drinnen, dabei war es geradeeinmal ein junger Morgen. Ich blinzelte in das wartende Licht und warf meinen Blick gen der Gegend hinter der vom Beben aufgerissenen Erde. Von hier konnte man nicht besonders viel sehen, doch ich war mir noch nicht sicher, ob ich es wagen sollte, wie ein Schaulustiger dort herumzulungern.
    Doch vielleicht konnte ich etwas helfen?
    Ich stützte mein Kinn auf die Handflächen, während meine Taille sich gegen die Fensterbank drückte. Einige Bewohner waren schon auf den Beinen, hier und dort fuhren Autos entlang. Manche zur Arbeit, andere ungewöhnlich viel in die befallene Gegend, in deren Nähe sich auch meine Wohnung befand. Es könnte nicht schaden, einen Blick auf die Unglücksstelle zu werfen, beschloß ich und warf das Fenster zu.
    Mein Portemonnaie, Schlüssel und ein paar Kleinigkeiten packte ich in meine Hosentaschen, dann ließ ich meine Wohnung hinter mir.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Sa Feb 25, 2012 10:57 am

    Sofiya

    "Hey, Sofiya!" Einer von Papas Studenten, die hier freiwillig aushalfen, dafür aber einen Praktikumsschein kriegen würden, blieb neben mir stehen. Meine Eltern überwachten wie so oft die Werkzeugausgabe, während ich mich zu den anderen gesellt hatte. "Hast du wieder den ganzen Rucksack voll Schokoriegel?", fragte er grinsend und mit diesem Blick in den Augen, der deutlich anzeigte, dass gleich wieder die Bettelei losgehen würde.
    "Ja, aber vor dem Mittagessen sind die tabu, weißt du doch." Ich grinste zurück und er nickte. Nach diesem kleinen Geplänkel bewaffneten wir uns mit den Schubkarren, auf die Kisten gestapelt waren, in denen sich Zeichenmaterial befand, oder eben Schaufeln, Spaten, die ein oder andere Spitzhacke und nicht zu vergessen, die Eimer mit den Feinwerkzeugen.
    Bis jetzt waren wir nur auf Mauerstrukturen und kleinere Scherben gestoßen, noch nichts Großes, was sich wirklich verwerten ließ. Und jeden Tag wuchs die Hoffnung, dass sich das änderte.
    Langsam verteilten wir uns wieder auf die Grabungsfläche, inzwischen kannte jeder seinen Platz. Ich stellte meinen Rucksack, indem sich außer den besagten Schokoriegeln nur noch zwei Flaschen Wasser befanden, in den Schatten eines der großen Gewächshauszelte, suchte mir ein Kniekissen und kümmerte mich dann darum, ein Profil durch einen sehr kleinen Befund zu ziehen. Mama bestand darauf, dass alles untersucht wurde. Man konnte ja nie wissen.
    Ich war nicht die einzige, die regelmäßig darüber murrte ...
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Nakyo am Sa Feb 25, 2012 11:05 am

    Sait Naoki Bernard


    Das leise Flüstern von Stimmen war es, was mich an diesem Morgen weckte. Hatte Ma zu solch früher Stund' Besuch? Das wäre ungewöhnlich, schlief sie doch gerne etwas länger und überließ es mir morgens, mein Frühstück und Pausenbrot zu schmieren.
    Noch leicht dusselig stand ich auf und trottete im Schlafanzug zur Tür. Als ich diese öffnete verstummten die Stimmen und wie gewöhnlich lag die Wohnung im Stillen vor mir. Irritiert blinzelte ich, schüttelte dann jedoch den Kopf. Wahrscheinlich stammten die Stimmen noch aus einem alten Traum der Nacht.
    Gähnend setzte ich mich schließlich mit einer großen Schüssel Cornflackes auf den Balkon. In der Wohnung selbst war es zwar angenehm kühl, aber ich mochte die morgendliche Luft, wenn die Stadt gerade im Aufwachen lag. Außerdem hatte ich von hier aus einen idealen Blick auf den großen Hügel, welcher bei dem Erdbeben vor zwei Wochen aufgerissen war. Schon seit Tagen suchte mich das Gefühl heim, dass ich unbedingt dorthin musste. Und heute morgen stand für mich fest, dass ich nicht abwarten konnte, bis morgen das Wochenende begann. Und so nahm ich nach dem Frühstück zwar meine Schultasche mit, damit niemand Verdacht schöpfte - wobei Ma sich ohnehin nicht viel um mich sorgte und Pa war wieder auf einer seiner Geschäftsreisen - schlug aber den Weg zum großen Hügel ein. Ich hatte beschlossen, das langweilige Schulleben hinter mit zu lassen und das es Zeit für ein Abendteuer war.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Sa Feb 25, 2012 12:12 pm

    K R I S T E N

    Ich versuchte, das seltsame Ich im Spiegel nicht zu beachten, kleidete mich umständlich ein und verfluchte ein weiteres Mal mein Alter. Und dass ich so dumm war, noch immer allein zu leben. "Irgendwann fällst du hin und brichst dir was", seufzte ich, während ich mich von meinem Hocker aufrappelte und aus dem Bad schlurfte, mir die Brille noch einmal richtig auf die Nase schob.
    Mein Frühstück bestand aus einem wässrigen Kaffee, ohne Milch und ohne Zucker, ich trank ihn allein in meinem kleinen Esszimmer sitzend und beobachte den kleinen Vorgarten des Mehrfamilienhauses, in dem schon die ersten Kinder spielten. Die Sonne schien schon hell und spendete Wärme und Licht, trotzdem war es mir recht kühl. 'Du bist ein Kaltblüter', hatte John immer gesagt. 'Deine Hände sind immer kalt, egal wie warm es draußen ist.' Aber zumindest im Sommer kam mir das gelegen.
    Nachdem ich meine Tasse gelehrt hatte, stellte ich sie in den Geschirrspüler. Ich hielt nicht viel von diesen seltsamen Erfindungen der neuen Zeit, eine ordentliche Hausfrau sollte es wohl eigentlich schaffen, selbst abzuwaschen. Aber ich hatte mich von einem Vertreter zum Kauf der Maschine überreden lassen und musste mir immer wieder eingesehen, dass sie mir doch gute Dienste erwies. Ich stellte immer nur das obere Fach voll - zum unteren konnte ich mich nicht mehr hinabbücken. Aber mehr als ein Teller, eine Tasse und etwas Besteck sammelte sich über den Tag bei mir sowieso nicht an.
    Ich stand eine Weile in der Mitte meiner Wohnung, bis mir auffiel, dass ich keine wirkliche Ahnung hatte, was ich mit mir anfangen sollte. Und dass das in den letzten Jahren nie ein Problem für mich gewesen war, einfach auf der Terrasse sitzen und Zeitung lesen, was brauchte man mehr? Doch heute hatte ich das erste Mal seit langem wieder das Bedürfnis, etwas zu tun, hinauszugehen und ein wenig von der Welt zu sehen. Vielleicht einkaufen gehen, ich hatte kaum mehr Essen im Kühlschrank. Und vielleicht einmal diesen Hügel besuchen, bei dem dieses Erdbeben geschehen, hier ganz in der Nähe. Ich hatte die Menschen auf der Straße darüber reden hören.
    So griff ich nach meiner dünnen Sommerjacke und nach einem Einkaufsbeutel aus Stoff, schlüpfte zittrig in meine Schuhe und taste fahrig nach dem Schlüssel in meiner Tasche. Alles an Ort und Stelle.
    Und mein Herz schlug noch immer so seltsam schnell, als ich die Tür hinter mir schloss, mich die kleine Treppe im Hausflur hinunterschob und in den Morgen hinaus trat.


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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 2:40 pm


    Ich beobachtete noch eine Weile das Mädchen, wie es mit irgendeinem Typen sprach, der aussah wie das personifizierte Klischee eines Studenten. Verwöhntes Muttersöhnchen, das mal ein bisschen im Sand buddeln durfte. Endlich verschwand er wieder und die Kleine stellte ihren Rucksack ab und verschwand in einer der Gruben.
    »Na, herzlichen Dank für die Einladung«, grinste ich und sah mich um. Die meisten Leute waren damit beschäftigt, im Boden herumzuwühlen oder zu diskutieren. Durch die Absperrungen fühlten sie sich wohl sicher – aber mal ehrlich, als wenn ein buntes Flatterband auch nur irgendwen ernsthaft davon abhalten würde, ihr heiliges Gelände zu betreten.
    Als ich sicher war, dass niemand in der Nähe mich bemerkt hatte, schlich ich zu dem Zelt, an dem der Rucksack lehnte und krallte ihn mir.





    Ich war froh, dass ich meinen Arbeitsplatz zu Fuß erreichen konnte. Mit der Bahn ging es zwar normalerweise schneller, aber der gesamte Verkehr in meinem Viertel erholte sich nach dem Erdbeben nur schleppend und ich hätte eine Stunde eher aufstehen müssen, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln rechtzeitig anzukommen.
    Also schlenderte ich die Hauptstraße entlang, überquerte die große Kreuzung, an dessen Nordseite eines der größten Modegeschäfte des Viertels thronte, wo eifrige Bauarbeiter damit beschäftigt waren, Risse in der Fassade zu kitten. Die halbe Straßenseite war gesperrt worden, auch im Asphalt hatten sich Risse aufgetan. So oft ich den Umstand auch verfluchte, heute war ich froh, dass ich kein Auto besaß.
    Das »La jolie Martre«, mein Arbeitsplatz, war ein dreigeschossiger, beige gestrichener Altbau in einer nicht weit entfernten Nebenstraße. Die Silhouette eines Marders, der aufgerichtet saß und nach links schaute, prangte neben dem Schriftzug über dem Eingang. Tagsüber wurde der Hauptraum im Erdgeschoss genutzt, ein großer Speisesaal, in dem von 11 bis 22 Uhr warme Gerichte serviert wurden. Ab 22 Uhr wurde die Bar im ersten Obergeschoss geöffnet, wo Cocktails und andere alkoholische Getränke ausgeschenkt wurden. Die oberste Etage war dem Chef vorbehalten.
    Ich war noch etwas früh dran, doch prinzipiell war es besser, ein gutes Stück zu früh als ein paar Minuten zu spät da zu sein. Als ich gerade in unsere Straße einbiegen wollte, fiel mir eine alte Frau ins Auge.




    (Ich lasse sie erst mal einkaufen, dann kann ich immer noch schreiben, dass sie sich mit Tüten abmüht oder was auch immer sie so auf der Straße treibt und in ihm den Drang weckt, ihr helfen zu wollen *gg*)
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Sa Feb 25, 2012 3:10 pm

    J A C K

    Es dauerte eine halbe Ewigkeit, bis sich der Verkehr endlich wieder lockerte und ich ab und an ein paar Meter vorfahren konnte. Ich zündete mir gerade die zweite Zigarette an und atmete den Rauch genüsslich ein, als ich endlich eine Ampel überquerte und auf eine Straße abbog, die wieder relativ frei war und den Weg zum Büro ohne weitere Verzögerungen durchfahren konnte.
    Ich parkte in einem unterirdischen Parkhaus, ließ mir Zeit mit meiner Zigarette und trat sie am Ende auf dem Boden aus, genoss die frische, feuchte Luft des Kellers und schlenderte dann zum Fahrstuhl, der mich in Windeseile in eins der obersten Stockwerke des Hochhauses brachte. Die verdunkelten Glasscheiben, aus denen die Außenwand gebaut war, hielten das aufdringlichste Sonnenlicht draußen, der Konferenzraum, den ich betrat, war trotzdem stickig, die Atmosphäre ebenso dick wie die Luft. Nur drei anwesende Personen, die alle drei vor ihren Kaffeetassen hockten und eher tot als lebendig aus ihrem Halbschlaf aufsahen, als ich ohne anzuklopfen eintrat.
    Ich verkniff mir eine Bemerkung über die Disziplin in dieser Behörde und nahm meinen üblichen Platz ein, sehr zur Freude von Woods, der mich ansah, als wollte er mich gleich umarmen.
    "Da bist du ja, Brooky", grinste er, sein frischer Gesichtsausdruck passte dabei so wenig zu seinem zerzausten schwarzen Haar und den dunklen Ringen unter seinen Augen. Wie üblich in ein schlecht sitzendes weißes Hemd gekleidet, war der Wissenschaftler wohl der einzige in diesem Raum, der das Recht hatte, müde auszusehen, ich hatte keine Ahnung, wie lange er wohl wieder einmal nicht geschlafen hatte.
    Attemew und Oha auf der anderen Seite des langen, gläsernen Tisches schwiegen und starrten weiter stur in ihre Kaffeetassen. Sie hatten inzwischen wohl zu viel Respekt vor mir, als dass sie es noch wagten, zu sprechen. Im Gegensatz zu Woods, der schon so irre im Kopf war, dass er vor niemandem mehr Respekt hatte.
    "Wo bleibt der Chef?", fragte ich, ohne meinen Sitznachbarn anzusehen, der ungeduldig mit den Fingern auf den Tisch trommelte.
    "Kommt gleich, Schatzi", meinte der er etwas fahrig, während ich mich nach der Sekretärin umsah, die mir hoffentlich auch bald Kaffee bringen würde.
    Ein Blick auf meine Armbanduhr verriet mir 6:30. Nein, um diese Uhrzeit reichte eine Tasse nicht aus.


    K R I S T E N

    Ich hatte mich immer glücklich geschätzt, den kleinen Einkaufsladen direkt neben meiner Wohnung zu haben und umso froher war ich um den jungen Mann gewesen, der mir stets dabei geholfen hatte, meine Einkäufe die wenigen Meter bis nach Hause zu tragen. Jimmy war sein Name gewesen, daran konnte ich mich genau erinnern, sein Sommersprossengesicht war eines der wenigen, das immer freundlich und ehrlich gelächelt hatte, wenn ich den Laden betrat. 'Kann ich ihnen helfen, Mrs. Laurens?', hatte er immer gefragt und ich hatte erst abgestritten und dann doch zugelassen, dass er es tat, weil ich ja eigentlich wusste, dass ich es kaum allein schaffte, all das schwere Zeug zu schleppen. 'Natürlich, ich trage es Ihnen noch bis in die Küche', hatte Jimmy gelacht. 'Allein schaffen sie das doch gar nicht.' Dann hatte ich immer geschmunzelt und ihm ein paar Dollar mehr in die Tasche gesteckt und er war noch röter geworden und gegangen.
    Heute war Jimmy nicht da, als ich den Laden betrat, nur eine etwas müde und grimmig dreinblickende junge Frau, um die 40. Ich grüßte sie so munter ich konnte, aber sie sah kaum von dem Magazin auf, das sie gerade las, also schluckte ich und machte mich darauf gefasst, meinen Einkauf heute allein zu erledigen.
    Es war allein schon der Fliesenboden in den hell beleuchteten, akklimatisieren Gängen, der mir zu schaffen machte, meine Schuhe hatten keine dieser Gummisohlen, die zurzeit so modern waren und wenn ich an etwas in den unteren Regalen wollte, musste ich mich anstrengen, nicht auszurutschen und hinzufallen.
    "Und wer hilft dir dann, wenn du hier auf dem Boden sitzt und nicht mehr hoch kommst, hm?", murmelte ich leise, als ich ein bisschen Butter und Brot in meinem Einkaufskorb verstaute. Mein Tatendrang, als ich das Haus verlassen hatte, hatte meine Körperkraft wohl leider überschätzt, denn auch ein mutiges Herz braucht wohl einen starken Körper, um seine Ziele erreichen zu können. "Aber ich habe ja Zeit", murmelte ich, während der Korb schwerer und schwerer wurde.
    Die mürrische Frau zog die Waren so schnell über das Band, dass ich kaum hinterher kam, sie in meinem Beutel zu verstauen und die ersten Kunden hinter mir begannen ungehalten zu murmeln, als ich packte und packte und der Beutel immer schwerer in meiner Hand wurde - und erst dann zum Bezahlen kam. Ich drückte der Kassiererin einen Schein in die Hand, der wohl viel zu groß war, aber ich sagte, es würde so stimmen und schob mich so schnell wie möglich aus dem Laden, um die Leute nicht noch mehr aufzuhalten.
    Die Menschen heutzutage. So schnell unterwegs, mit ihren Autos und Flugzeugen und allem möglichen Zeug. Keine Zeit, keine Zeit. Das war der Satz, den man wohl am häufigsten aus ihren Mündern hörte.
    "Keine Zeit, einer ollen Frau zu helfen", murmelte ich, während ich den Beutel schleppte und ihn schon nach wenigen Metern wieder abstellen musste. Der sommersprossige Jimmy hatte wohl recht gehabt. Schwer atmend versuchte ich, mein Herz wieder zu beruhigen, das inzwischen wohl wirklich zu schnell schlug, als dass es gesund sein könnte.



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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 3:21 pm


    Die alte Dame war aus dem kleinen Laden auf der anderen Straßenseite getreten und mühte sich nun sichtlich mit einem prall gefüllten Beutel ab. Schon wenig später musste sie ihn absetzen und blieb schwer atmend stehen. Ein paar Passanten manövrierten sich um sie herum, einer rempelte sie an und fluchte, als er beinahe stolperte. Sie tat mir furchtbar leid.
    Die Ampel, bei der ich stehengeblieben war, sprang auf Grün und ohne groß nachzudenken hatte ich mich in Bewegung gesetzt.
    »Entschuldigung, darf ich Ihnen behilflich sein?«, sprach ich sie an, als ich sie erreicht hatte. Ich hatte ohnehin Zeit und augenscheinlich brauchte die alte Dame wirklich eine helfende Hand, um ihre Einkäufe und sich selbst sicher nach Hause zu bringen. »Wohnen Sie in der Nähe? Ich könnte Ihren Beutel tragen.«



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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Sa Feb 25, 2012 3:35 pm

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    Eine ungewohnt freundliche Stimme riss mich aus meinen Gedanken, während ich dem Mann nachsah, der mich gerade angerempelt hatte und nun weiter ging, als wäre ich nur ein seltsames Hindernis gewesen, das es zu überwinden galt.
    Nun aber stand ein junger, schmucker Mann vor mir, der mir seine Hilfe anbot und ich sah ihn eine ganze Weile verwundert an, bis ich mich zusammenriss und vorsichtig nickte. Meine Hände waren ganz schwitzig und ich räusperte mich, um das unangenehme Gefühl der Hilflosigkeit zu vertreiben, aber wie erwartet hielt es an.
    "Oh ja, das wäre wirklich sehr nett", sagte ich dann, noch immer etwas schwer atmend, etwas schnürte mir die Kehle zu.
    'So alt bist du also schon geworden', flüsterte eine innere Stimme in mir. 'Diese Welt hier ist nichts mehr für dich.'
    "Ich wohne gleich da drüben, bei der roten Tür", krächzte ich und deutete mit meinem Finger auf das Gebäude gleich hinter der nächsten Straße. "Ich will aber keine Umstände machen", beteuerte ich dann leiser und lächelte wohl mehr schlecht als recht zu dem jungen Mann auf. Er sah wirklich freundlich aus, so weich und besorgt im Gesicht, ganz anders als viele seiner gleichaltrigen Mitmenschen.



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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Baltimore am Sa Feb 25, 2012 4:22 pm

    "Ich hab mir Sorgen gemacht", hörte ich die Stimme meiner Mutter auf der anderen Leitung krächzen und starrte weiter in den Kaffeebecher aus Pappe in meinen Händen. "Wieso hast du dich denn nicht gemeldet? Als ich von dem Beben in den Nachrichten gehört habe, da ..." Ihre Stimme brach ab. Ich wusste, das wäre der Augenblick gewesen, um etwas zu sagen, um sie zu beruhigen, doch es fiel mir schwer, auch nur ein einziges Wort an sie zu richten. In Gedanken war ich schon wieder an der Grabungsstelle, am Hügel, dort wo das besagte Beben stattgefunden hatte.
    "Mama, ich ... es tut mir leid, ich hab dafür jetzt keine Zeit. Ich ruf dich später nochmal an, okay?"
    "Nyx, ich bitte dich, rede mit mir!"
    "Mir geht es gut, wirklich. Ich ruf dich an, bye!"
    Und schon hatte ich den roten Hörer meines Blackberrys gedrückt und den letzten Rest Kaffee in meine Kehle geschüttet. Ein paar Augenblicke blieb ich noch in dem nur spärlich besuchten Coffeeshop sitzen, dann rutschte ich von der Türkisen Bank, stopfte mein Handy zurück in die Hosentasche und beschloß, dass es noch nicht zu früh war, um in die Redaktion zu gehen. Als mangelhaft bezahlte Journalistin führte ich vielleicht nicht den richtigen Job aus, um mir jeden Tag einen Kaffee bei Starbucks leisten zu können, doch ich war zufrieden. Ich arbeitete hart. Es ging mir gut, dachte ich.
    Und seit zwei Wochen ging es mir sogar besser als sonst. Zusammen mit Bobby, dem Photografen in meinem Team, hatte ich mir eine Story um das Beben erkämpft und durfte täglich von den Geschehnissen an der Grabungsstelle berichten, Photos veröffentlichen und Interviews führen. Und obwohl ich am Vorabend von meinem Chef schon fast mit Gewalt aus dem Büro geschmissen worden war, hinderte es mich nicht daran, die ganze Nacht über das Beben nachzugrübeln und schließlich im Internet für das Buchprojekt zu recherchieren, das mir seit einiger Zeit durch den Kopf schwirrte. Ich hatte nie darüber nachgedacht, ein Buch zu schreiben. Doch das Beben hatte eine Idee in mir geweckt.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 6:54 pm


    Augenscheinlich war es ihr peinlich, dass ich ihr helfen wollte – oder dass sie Hilfe brauchte – also griff ich beherzt nach ihrem Beutel – der tatsächlich ein beachtliches Gewicht hatte – und lächelte. »Kein Problem, wirklich. Ich helfe gern. Machen Sie sich keine Gedanken.«
    Ich folgte ihrem Fingerzeig, es war wirklich nicht besonders weit, aber wenn man schon alt und kraftlos war, konnte selbst diese kurze Strecke zur Qual werden. Vor allem an einem so heißen Tag wie heute.
    »Kommen Sie, das wird schon.« Ich setzte mich langsam mit ihr in Bewegung. Dann fiel mir wieder etwas ein und ich betrachtete die Frau genau.
    »Ach, geht es Ihnen gut? Ich meine, dieser Kerl vorhin, der Sie angestoßen hat, er hat Sie nicht verletzt?«





    Zuletzt von SaKi am Sa Feb 25, 2012 9:07 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Sa Feb 25, 2012 7:59 pm

    Sofiya

    Ich konzentrierte mich auf die Arbeit, aber es vergingen nur wenige Minuten, da schwitzte ich auch schon. Mein T-Shirt fühlte sich an, wie frisch aus der Waschmaschine, aber es war nicht zu ändern. Diese Zelte hier, unter denen wir saßen, waren die einzigen, die groß genug waren, nur leider entwickelte sich darunter eine unbändige Hitze. Sehr schnell.
    Ich setzte mich auf und seufzte. Irgendjemand von den Studenten hatte ein tragbares Radio mitgebracht, aus dem Musik klang, um die ich normalerweise einen gewaltigen Bogen gemacht hätte. Was verstand ich schon davon, wieso die ausgerechnet zu Feinarbeiten mit Pinseln Musik von Rammstein und Konsorten brauchten?
    Ich wischte mir den Schweiß von der Stirn und wandte mich meinem Rucksack zu, den sich offensichtlich gerade jemand unter den Nagel reißen wollte. "Finger weg!", fuhr ich den Fremden an, der schon seiner Kleidung nach zu urteilen, nicht zu uns gehörte. Ich sprang auf die Füße und stürzte auf ihn zu, um mein Wasser und die Schokoriegel zu verteidigen.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 9:03 pm


    »Fuck!«, stieß ich hervor, als das Gör mich bemerkte und auf mich zusprang. Das hatte mir noch gefehlt. Ich hielt den Rucksack fest und machte, dass ich weg kam. Ich sprintete durch den Staub in Richtung der Stelle, an der ich vorhin gesessen hatte, doch bevor ich die Absperrung erreicht hatte, krachte ich gegen etwas, das sich wie eine Betonwand anfühlte. Ich stürzte, fand mich mit dem Gesicht in unmittelbarer Nähe von schweren Stiefeln wieder und blickte nach oben. Über mir stand breitbeinig ein Kerl, der hoch wie eine Eiche und breit wie ein Bär war. Und in etwa auch so zerfurcht und behaart. Ich tippte nicht auf Student, während ich mich aufrappelte und nach dem Rucksa... Da stimmte etwas nicht, es fühlte sich so leicht an. Und als ich hinter mich blickte, wusste ich auch warum: Ich hielt nur noch den Riemen in der Hand, der abgerissen war. Der Rucksack war heruntergefallen, verteilte einen Teil seines Inhalts auf der Erde. Schokoriegel und Wasser. Unmengen Schokoriegel. Keine Kohle?
    »Scheiße, was soll das denn?!«, fluchte ich, dann machte sich der Kerl vor mir unauffällig bemerkbar, indem er mich am Kragen meines Shirts packte und mir den Boden unter den Füßen entzog.
    »Das wollte ich dich gerade fragen!«, grollte er. Sein Blick wäre furchterregend gewesen, wenn ich nicht so sauer gewesen wär. Ich trat nach allem, was ich von ihm erreichen konnte und stemmte die Arme gegen seine Brust.
    »Was fällt dir ein, nimm die Pfoten weg, du Gorilla!«, fauchte ich ihn an und erwischte wohl eine empfindliche Stelle, denn sein Griff lockerte sich leicht und ich riss mich los. Im selben Moment hörte ich eilige Schritte hinter mir und wütende Rufe. Scheiße, verdammt! Dieser Tag fing eindeutig nicht so an, wie er sollte!
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Sa Feb 25, 2012 9:27 pm

    Sofiya

    Der Fremde war gegen Lance gestoßen, der ihn mit seiner ruhigen, aber erbarmungslosen Art in Schach hielt.
    "Was sollte das?", fragte ich den Fremden ruhig, wenn auch ein wenig außer Atem. Er schien jünger zu sein als ich, aber was hieß das schon? Das Aussehen konnte einen täuschen.
    Meine verteilten Schätze bedachte ich mit einem traurigen Blick, zu schade. Da hatten sich die anderen Ausgräber schon drauf gefreut und so ein dahergelaufener Kerl warf es einfach in den Staub.
    Ich hob mir eine Flasche Wasser auf, während ich auf meine Antwort wartete, und war mir der Blicke der anderen durchaus bewusst. Viele hatten die Arbeit unterbrochen, um zu sehen, was hier eigentlich vor sich ging.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 9:54 pm


    »Was geht's dich an?«, schnappte ich. »Wieso schleppst du so ein sinnloses Zeug durch die Gegend? Und du –«, ich drehte mich zu dem Gorilla um, der mir auf den Leib gerückt war, »komm mir nicht zu nahe, sonst …« Ich kam mir selbst lächerlich vor, einem solchen Hünen zu drohen, deswegen brach ich ab und funkelte ihn nur an. Dann wandte ich mich wieder zu dem Mädchen. »Du hast dein Zeug ja wieder, also werd ich abhauen, klar?« Damit drehte ich mich um, doch der Gorilla stand mir im Weg und schien keinen Schritt weichen zu wollen. Also schaute ich über die Schulter zu der Kleinen zurück. »Würde es dir viel ausmachen, deinen Gorilla zurückzupfeifen?«
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von June am Sa Feb 25, 2012 9:57 pm

    Sofiya

    Ich runzelte die Stirn. "Du hättest es doch nicht freiwillig zurückgebracht, oder?", fragte ich und nickte dann Lance zu, der mich fragend ansah. "Der 'Gorilla' wird dich jetzt zum Grabungsleiter führen."
    Und ich wusste, was meine Eltern tun würden. Sie würden ihm eine Strafpredigt halten und ihn dann gehen lassen, noch war niemand zu Schaden gekommen. Aber die Sicherheitsleute würden sich sein Gesicht merken und darauf achten, dass er niemals wieder so nah heran kommen konnte. Das hatte er nun davon.
    Seufzend begann ich, meine Sachen wieder einzusammeln, auch wenn es mich wirklich ärgerte, dass der Rucksack hin war, wirklich viel zu retten gab es da nicht mehr.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von SaKi am Sa Feb 25, 2012 10:35 pm


    »Als ob!« Schon hatte ich auf dem Absatz kehrt gemacht und setzte zum Sprint an, als der Gorilla nach meinem Arm griff und ihn mir bis zum Anschlag auf dem Rücken verdrehte.
    »Arrgh, lass mich los!«, doch es nützte nichts, der Kerl hielt mich fest wie in einem Schraubstock.
    »Abmarsch, Kleiner. Wir halten hier nicht viel von Unruhestiftern«, brummte er und stieß mich vorwärts. Mit jedem Schritt zerrte und riss es in meinem Arm und ich tobte so lange weiter und wünschte ihm die Pest an den Hals, bis er mich bei einem Mann und einer Frau abgeliefert hatte, die mich mit skeptischem Blick musterten. Der Gorilla hielt mich weiterhin fest, allerdings nun so, dass ich nicht mehr das Gefühl hatte, er würde mir jeden Moment den Arm brechen. Er berichtete knapp, was passiert war und ich schnaubte. Und was kam jetzt? Stille Treppe und eine Woche Spielplatzverbot?
    Trotzig starrte ich den beiden entgegen.
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    Re: Memories of Magic

    Beitrag von Pooly am Sa Feb 25, 2012 10:55 pm

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    Noch einmal sah ich zu ihm hoch, als er sich gerade in Bewegung setzte und ich langsam hinter ihm her wankte. Was für ein überaus netter, junger Mann.
    "Nein, nein", sagte ich gerührt von seiner Freundlichkeit. "Alles in Ordnung." Auch wenn es sicherlich nicht ganz so war. Immerhin war es kein sehr nettes Gefühl, von jemandem so behandelt zu werden. Aber daran hatte ich mich inzwischen vielleicht auch schon einfach gewöhnt.




    J A C K

    "Folgendes", motzte Callingham und ich erwiderte seinen Blick offen, während mir Suzie endlich meinen Kaffee brachte, für den ich mich nicht bedankte. "Dieses Erdbeben vor zwei Wochen. Wir hatten gestern schon darüber gesprochen. Es wurden seltsame Aktivitäten gemeldet.
    "Paranormales", ward Woods ein und ich runzelte beim Fallen dieses Begriffes abermals die Stirn.
    "Ja, wenn man es so nennen will", meinte der Chef und stand auf, stützte sich mit den Händen auf dem Tisch ab, um uns alle Vier abwechselnd zu mustern. "Natürlich haben wir dafür noch keinen Beleg, aber ich denke, die Daten sind zumindest so sicher, dass wir auf die Sache ein Auge werfen sollten. Oha", begann er dann und richtete seine Stimme an den dicklichen Mann, der in seinem Anzug wie eine seltsam gepresste Wurst aussah. "Sie kümmern sich darum, dass nichts an die Öffentlichkeit dringt. Ich möchte, dass Sie sich um die Medien kümmern und sich mit den zuständigen Pressestellen auseinandersetzen, wenn etwas in den Zeitungen angedeutet werden sollte."
    Der Mann nickte und machte sich überflüssigerweise einige Notizen.
    "Attemew, Sie werden Woods Hilfe leisten. Bei ... was auch immer er tut."
    Woods lachte schallend und ich widerstand dem Drang, entsagend zu seufzen, als sich der Boss endlich mit wichtigem Blick mir zuwandte.
    "Und Sie, Brookstone, werden den Ort etwas für mich beschatten. Ich denke, ..."
    "Was?", fiel ich ihm ins Wort. "Beschatten? Ich bin kein verdammter Ermittler."
    "... Ich denke, Sie sind der Beste, um die Lage richtig einzuschätzen. Wenn es ... Veränderungen geben sollte, dann werden Sie sie zuerst bemerken", fuhr er unbeirrt fort und ich schwieg, dachte einen Moment darüber nach, ob ich mich mich von ihm wirklich bei meinem Stolz packen lassen sollte und nahm einen Schluck Kaffee.
    "Das ist keine Bitte", grummelte der Bärtige ungehalten, als ich nicht antwortete. "Sie fahren sofort los."



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