Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Lauren Oliver - Delirium

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    Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von captaincow am Sa 21 Jan 2012, 18:45


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    [ I N F O R M A T I O N E N ]
    Hardcover | 416 Seiten
    Erschienen im November 2011
    im Carlsen Verlag
    ISBN: 9783551582324
    Preis: 18,90 €



    [ I N H A L T ]

    Früher, in den dunklen Zeiten, wussten die Leute nicht, dass die Liebe tödlich ist. Sie strebten sogar danach, sich zu verlieben. Heute und in Lenas Welt ist Amor Deliria Nervosa als schlimme Krankheit identifiziert worden. Doch die Wissenschaftler haben ein Mittel dagegen gefunden. Auch Lena steht dieser kleine Eingriff bevor, kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Danach wird sie geheilt sein. Sie wird sich nicht verlieben. Niemals. Aber dann lernt sie Alex kennen. Und kann einfach nicht mehr glauben, dass das, was sie in seiner Anwesenheit spürt, schlecht sein soll.

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    [ M E I N U N G ]

    Es gibt Bücher, die einen so mitreißen, dass man sie trotz kleiner Makel mag. Bücher, die man nicht zuklappen und weglegen kann, weil sie einen so berühren, dieses gewisse kleine Etwas haben, das einem genau ins Herz trifft, sodass man einfach nur noch lesen, lesen, lesen und in dem Buch versinken will.
    Das war bei mir der Fall bei "Delirium".
    Obwohl ich neugierig auf das Buch war, so war ich anfangs auch voller Skepsis. Die Grundidee hörte sich für mich irgendwie seltsam an und ich hatte das Gefühl, dass es wieder nur so irgendeine schlecht überlegte oder keine besondere Dystopie sein würde.
    Aber schon ziemlich zu Anfang des Buchs änderte sich meine Meinung. "Delirium" beschreibt gar keine unbedingt ferne Zukunftswelt - es ist eine Welt, die unserer in ziemlich vielen Aspekten sehr ähnlich ist, nur dass die Liebe eben als Krankheit angesehen wird. Ein paar weitere kleinere Unterschiede gibt es, aber "Delirium" strotzt nicht so extrem vor Technik. Es ist auch keine übermäßige Kluft zwischen arm und reich zu bemerken, keine verschwundene Mittelklasse oder sonst etwas. Im Grunde genommen ist die Welt in dem Buch ziemlich normal. Mit ein paar Ausnahmen eben. Das hat mir ziemlich gut gefallen, denn so konnte ich mich recht gut in sie hineinversetzen und mich besser auf diese eine starke Veränderung konzentrieren und was die mit sich zog, als wenn die Autorin ein komplett anderes Weltbild geschaffen hätte.
    Dass technische Gegenstände nicht so wahnsinnig wichtig sind, heißt aber nicht, dass die Wissenschaften sich nicht weiterentwickelt haben. So übermäßig viel bekommt man davon zwar nicht mit, aber hier und da finden sich ein paar Stellen, an denen man erfährt, wie die Menschen zur Religion und zu den Wissenschaften stehen. Dass das nicht genau ausgeführt wurde, fand ich allerdings wenig störend, denn der Roman konzentrierte sich vornehmlich auf andere Dinge. Außerdem war über jedem Kapitel ein Zitat aus einem Schriftstück aufgeführt, was mir als Leser einen ziemlich guten Einblick in die Welt verschafft hat. Diese teils subtilen Andeutungen fand ich beeindruckend - dass man allein schon durch 2-3 Sätze eine völlig andere Wahrnehmung bestimmter Dinge vermitteln kann.
    Die andere Sicht der Dinge bekam man aus Lenas Perspektive mit - die Hauptfigur, die kurz vor ihrem Eingriff steht, der einen von der Amor Deliria Nervosa befreit. Mir war sie als Mensch ziemlich sympathisch, obwohl sie ihre kleinen Ausraster hatte, die ich zwar nachvollziehen konnte, die sie aber nicht zu dem perfekten Übermenschen in meinen Augen gemacht haben. Im Laufe des Buchs erfährt man viel über sie und ihre Vergangenheit, lernt sie immer besser kennen, was es mir noch besser möglich gemacht hat, mich in sie hineinzuversetzen. Auch Alex fand ich schön ausgearbeitet - endlich mal ein männlicher Hauptcharakter, der nett ist, bei dem man aber nicht gleich Angst haben muss, dass er zu glitzern anfängt! Nichts gegen Arschlöcher als Hauptcharaktere, die haben auch ihren Charme, aber Alex ist in meinen Augen ein ziemlich netter Kerl, der trotzdem Charakter hat. Einige wenige Nebencharaktere waren dafür nicht so optimal ausgearbeitet; sie hätten vielleicht noch etwas facettenreicher sein können. Allerdings kann die teilweise fehlende Tiefe auch eine Folge des Eingriffs sein, weshalb ich das wirklich nicht störend fand.
    Auch die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen. Teilweise ließ sich zwar erahnen, was geschehen würde, doch es war niemals so, dass ich das Buch gelangweilt zur Seite legen wollte. Im Gegenteil: Der Schreibstil, der ungewöhnlicherweise sehr bildreich und gleichzeitig doch gefühlsbetont war, riss mich mit. Ich fand es beeindruckend, wie Lauren Oliver es schaffte, mit ein paar Worten, ein paar Pinselstrichen ein farbenprächtiges, detailreiches Bild vor meinen Augen zu schaffen.
    Und - entgegen meiner anfänglichen Befürchtungen - konnte ich mir diese Welt, in der Liebe etwas Verbotenes, Seltsames darstellt, ziemlich gut vorstellen. Wenn man sich nur mal die Weltgeschichte anschaut, merkt man ja, dass früher die Liebe auch nicht immer eine große Rolle gespielt hat. Und sie offenbart ja auch Schwachstellen an den Menschen, sorgt für Konflikte - tut alle möglichen Dinge, die man als schlecht und vermeidbar bezeichnen könnte. Deshalb fand ich Lauren Oliver's Zukunftswelt nicht unrealistisch und konnte meine Bedenken schnell bei Seite schieben.



    [ F A Z I T ]

    Dieses Buch hat genau meinen Nerv getroffen, weshalb ich den zweiten Teil kaum noch erwarten kann. Euch lege ich es auch dringend ans Herz, denn es ist ein wunderschöner Schmöker, dem es an (fast) nichts fehlt!

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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von SaKi am Sa 21 Jan 2012, 19:58

    Deine Rezension hat mir schon auf dem Paper Trail gefallen und ich bin überzeugt, dass ich das Buch in die Hand nehmen und reinlesen werde. Leider hat unsere Bibliothek es (natürlich noch?) nicht, aber zur Thalia kam ich heut nicht mehr *g*
    Danke für die Vorstellung! Ich glaube, das könnte auch meinen Geschmack treffen :)


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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von Miyann am Sa 21 Jan 2012, 20:08

    Hallo Hannah. (:

    Oh, du stellst immer so interessante Bücher vor. Von diesem hier hatte ich vor deiner Rezension noch nie etwas gehört, dabei klingt es so interessant. Ein bisschen habe ich den Eindruck, dass er auf der derzeitigen Teenie-Roman-Welle mitschwimmt oder irre ich mich da?

    Auf jeden Fall bist du ja sehr begeistert und ich muss auch sagen, dass die Handlung sehr interessant klingt - auch wenn ich wie du noch etwas skeptisch bin. Ich weiß gar nicht genau wieso, vielleicht weil die Story so kurz angerissen etwas simpel klingt. Nach deiner Vorstellung glaube ich aber nicht, dass sie es ist. Irgendwie schreibe ich gerade wirre Dinge, hachja.

    Auf jeden Fall - wie immer - vielen Dank für deine Rezension und ich habe - auch wie immer, wenn du Bücher so begeistert vorstellst - das Bedürfnis, mir dieses hier zu kaufen. Ich muss doch wieder Bücher shoppen gehen, der Februar ist ja nicht mehr weit. Very Happy

    Liebe Grüße
    Marit

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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von captaincow am So 22 Jan 2012, 15:11

    Hallo (:

    @ SaKi: Nichts zu danken, ich freu mich, dass dir die Vorstellung zusagt. Und wenn du das Buch findest, hoffe ich natürlich, dass du ähnlich begeistert sein wirst :)

    @ Marit: Mitschwimmen... ja, könnte man schon sagen. Er ist auf jeden Fall in diese Sparte einzuordnen, auch wenn er eben zu denen gehört, die mir außerordentlich gut gefallen haben. Das ist aber natürlich nicht für jeden was.

    Ehrlich gesagt: An sich ist die Story auch recht simpel. Aber im Endeffekt hat das gut gepasst, denn die Autorin konnte sich ganz und gar auf dieses eine Detail beschränken, das so verändert war, und was es für Auswirkungen hat. Mir hat das gut gefallen, denn es war kein wirres Kuddelmuddel von neuen Ideen, sondern eben einfach eine kleine Veränderung.

    Nichts zu danken :) Ich empfehle dir aber trotzdem, vorher mal reinzulesen - manchmal entdeckt man ja schon nach ein paar Sätzen, dass die Thematik, der Stil, ... nichts für einen ist. Viel Spaß beim Büchershoppen!


    LG
    Hannah


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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von Falko am So 22 Jan 2012, 20:34

    Ich glaube, ich mag das Buch haben.
    Es klingt so, als könnte es mir gefallen ^^

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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von lalumière am Fr 27 Jan 2012, 21:51

    Hey :)
    Ich hab das Buch zum Geburtstag bekommen, bin aber leider noch nicht so weit wie ich sein möchte :)
    Aber ich bin jetzt schon total neugierig wie es weitergeht :)
    Ich schreib dann noch mal wenn ich fertig bin Very Happy

    PS: Ich mag Hana :) (bis jetzt XD Ich weiß ja noch nicht wie es weitergeht Razz )

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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von Pooly am Mi 01 Feb 2012, 20:43

    Hallo Hannah,

    danke noch einmal für diese Vorstellung, ich hatte sie ja auch schon mal auf deinem Blog gelesen und finde sie wie gesagt sehr toll. Ich hatte das Buch tatsächlich schon vorher einige Male in der Hand, nachdem ich dann aber auf mehreren Blogs einige begeisterte Vorstellungen gelesen hatte, habe ich mich dazu entscheiden, es zu kaufen. Jetzt liegt es auf meinen riesigen SuB und ist nicht ganz oben auf der Leseliste, aber sobald ich es gelesen habe, werdet ihr hier meine Meinung dazu erfahren. Bin schon sehr gespannt was ich dazu sagen werde (:

    Liebe Grüße,
    Marie


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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von LyraLaJeune am Do 03 Mai 2012, 11:29

    Hallo Hannah!

    Deine Vorstellung klingt echt super. Ich hatte das Buch auch schon einige Male in der Hand, konnte mich aber nie so richtig durchringen, es zu kaufen. Ich weiß auch nicht so genau, warum eigentlich nicht... x]
    Aber nachdem ich deine Beschreibung gelesen habe, werde ich vielleicht auch mal dazu kommen dieses Buch zu lesen Very Happy

    Liebe Grüße

    Laura

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    Re: Lauren Oliver - Delirium

    Beitrag von korawrsully am Do 17 Mai 2012, 17:15

    Hey Hannah,

    nachdem ich deine Vorstellung hier gelesen habe, bin ich bei nächster Gelegenheit in den Buchladen gerannt & habe mich gefragt, wieso mir das Cover nicht vorher aufgefallen war. Das ist wirklich wunderschön.
    So, zu der Geschichte: Ich fand es faszinierend, wie schwer die Ansicht der Menschen in meinen Kopf überging, sodass ich selbst in der Mitte immer noch schockiert davon war, wie Lena darüber geschrieben hat. Über diese "Krankheit."
    Der Schreibstil gefällt mir auch sehr gut, nur hat mir manchmal am Ende eines Kapitels die Spannung gefehlt. Es fiel mir nicht schwer, das Buch mal einige Tage liegen zu lassen. Gestern habe ich es aber zuende gelesen und kann das Zweite auch nicht mehr abwarten. Ich hab das Ende sogar in meinem Traum verarbeitet haha.

    Also wie gesagt, die Story ist wirklich klasse und erschreckend, die ganzen Geheimnisse drumherum sind wunderbar eingebaut und Lena ist mir auch sehr sympathisch (tja, ich bin ja auch klein haha.) :) Ich kann's auch nur weiterempfehlen. (Auch wenn es einen ein bisschen deprimiert, wenn man Single ist... XD)

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 19:38