Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Nakyo am Mo 22 Aug 2011, 12:01

    Einleitung



    Es war nicht die erste Nacht gewesen, in der ich von dem Mädchen träumte. Still lag sie in ihrem Bett, blass und bewegungslos. Es schien, dass jegliches Leben aus ihr geglitten sei, die Brust hob sich nicht und auch das Herz machte ganz den Anschein, als ruhe es. Zumindest konnte ich kein Schlagen vernehmen. Doch da war kalter Schweiß, der ihre Stirn benetzte und ihre Lippen begannen zu bebben, als sie versuchten ein einziges Wort zu formen. Dennoch, so oft ich diesen Traum in den vergangen Wochen geträumt hatte, war ich nicht dazu im Stande hören zu können, was sie sagte. Dabei war ich mir sehr sicher, dass dies nicht nur einfach ein Traum war, sondern etwas, dass die Menschen das zweite Gesicht nennen. In all den Jahrhunderten meines Lebens war es zwar selten gewesen, dass mich dieses sogenannte zweite Gesicht heimsuchte, aber ab und zu kam dies nun doch vor. Dann schien es, als träume ich und doch war da die Gewissheit, dass es viel mehr war. Aber dieses Mal war es anders: Noch nie zuvor hatte ich das zweite Gesicht mit ein und dem selben Bild so oft gehabt. Etwas in mir wusste bereits vom ersten Augenblick an, dass es nicht mein Gesicht war, das mich zu dem Mädchen führte, sondern mich ihres rief. Aber es war mir egal. Aus welchem Grund sie mich auch rief - sie ging mich nichts an. Ich kümmerte mich um meine eigenen Sachen, um nicht mehr und nicht weniger.
    In der Nacht, in der ich mit Schmerzen erwachte, welche drohten meinen Kopf zu zereißen, war jedoch ein kleines Detail anders als sonst. Klar und deutlich konnte ich hören, was das Mädchen dort flüsterte und spürte, wie ein kalter Schauder über meinen Rücken lief, obwohl ich nichts mit dem Wort anfangen konnte: "Seelenleuchtturm."
    Und genau hier beginnt unsere gemeinsame Geschichte...




    Darcen


    Ich erwachte von den rasenden Kopfschmerzen, welche mich heimsuchten nachdem ich endlich das Wort verstanden hatte. Sie waren so heftig, dass ich nicht einmal im Stande war zu schreien. Der Schmerz brannte sich von der rechten Seite zur linken hindurch und von da aus in die Augen. Alles um mich herum verschwamm, färbte sich einen Augenblick rot und ich dachte schon, ich wäre am Kopf verwundet worden, da ließ der Schmerz genauso blitartig nach wie er gekommen war. Und ich konnte endlich wieder die Umgebung um mich herum erkennen...

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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Schwingenherz am Mo 22 Aug 2011, 21:48



    Ich kannte sie: diese Alpträume. Jede Nacht kamen sie erneut. Ich habe Angst meine Augen zu schließen, weil ich weiß, dass ich ihn wieder sehen würde. Nicht, dass er mir Angst machen würde. Nicht, dass er eine Bestie wäre. Es macht mir Angst, dass mich etwas zu ihm hinzieht. In meinem Traum blicke ich ihm ins Gesicht, direkt in seine Augen, ohne richtig hinzusehen. Wenn ich aufwache, kann ich sein Gesicht nicht beschreiben - ich könnte es nicht zeichnen.
    Es fühlt sich an, als würden seine Augen mich fesseln und doch scheint es so, als würde ich ihn fesseln.
    Ich kann es nicht erklären. Es ist ein eigenartiges Gefühl.
    Und wenn ich aufwache ist es fort. Das Einzige was bleibt ist der Schmerz. Er kriecht durch meinen Kopf und durch meine Glieder. Und immer, wenn ich aufwache ist meine Stirn kalt, meine Haare verklebt - als wäre ich durch den Wald gejoggt.
    Das letzte Mal, als ich joggen war, liegt Tage, Wochen zurück. Meine Mutter lässt mich kaum aus dem Zimmer. Auch von der Schule bekomme ich nur das mit, was meine Freundinnen am Telefon erzählen. Man verpasst viel. Und nur wegen meiner "Krankheit".

    Ich schlug meine Augen auf - Kopfschmerzen benebelten mir die Sicht, Sternchen tanzten munter vor meinem Blick, aber ich konnte etwas auf meiner Schulter spüren. Meine Mutter hatte eine Hand darauf gelegt. Ihre grünen Augen blickten mich besorgt an, ihre schwarzgefärbten Haare waren zu einem Pferdeschwanz gebunden.
    "Ich muss zur Arbeit. Kommst du zurecht?", fragte sie.
    "Natürlich. Ich bin kein kleines Kind mehr." Ich versuchte Festigkeit in meine Stimme zulegen. Ich mag es nicht, wenn meine Mutter zu besorgt um mich war. Schließlich war ich nicht das erste Mal krank.
    "Suppe ist neben dem Herd.", sagte Mum nur. Ich konnte hören, dass sie nicht sehr überzeugt war. Gute Mum, man kann sie nicht täuschen.
    Ich schloss die Augen. "Ich will noch ein bisschen schlafen." Ich würde nicht weiter schlafen. Ich hatte Angst, dass ich wieder diesen Traum bekam.
    Schritte, dann das Schließen meiner Tür.
    Ich seufzte, öffnete meine Augen und setzte mich auf.

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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Nakyo am Mo 22 Aug 2011, 22:38

    Darcen

    Nachdem der Schmerz fort war, schloss ich für einen Augenblick meine Augen, um ihnen etwas Ruhe zu gönnen. Doch als ich nicht fern von mir ein Knacken vernahm schlug ich diese wieder auf.
    Es war finstre Nacht um mich herum, einzig das Licht des halben Mondes spendete genug Licht, damit ich meine Umgebung erkennen konnte. Der Wald, in dem ich mich befand, erstreckte sich einige Meilen, wieviele genau vermochte ich nicht zu sagen. Ich wusste nur, dass ich seit Tagen in ihm herumirrte und jeder Fleck genau so aussah wie der letzte und doch wieder völlig anders. Mir war bereits der Gedanke gekommen, ob dieser Wald vielleicht verhext sein mochte - schließlich habe ich mich in all den Jahrhunderten meines Seins noch nie in irgendwelchem Gestrüpp verlaufen. Dafür schien mein Instinkt zu ausgeprägt. Und doch war es nicht zu leugnen, dass ich seit Tagen nicht genau wusste, ob ich im Kreis umherlief oder nicht.
    Ich blickte mich um, konnte jedoch weder etwas sehen noch jemand anderen riechen oder gar hören. Vielleicht war auch nur ein Ast vom Windhauch hinunter gefallen. Die Nächte waren kalt und beschwerlich, aber noch nicht so kalt, dass ich lieber Zuflucht in einem Gasthaus gesucht hätte. Davon abgesehen dass ich seit Tagen keine Menschenseele gesehen hatte.
    Kurz kehrten meine Gedanken zu dem Traum und dem Wort zurück, doch schnell wischte ich ihn fort. Was kümmerte mich dieses Mädchen? Ich konnte mir nicht einmal sicher sein, ob sie wirklich nach mir rief oder nicht doch einfach nach irgendwen. Und selbst wenn - mich ging diese Sache augenscheinlich nichts an. Ich wusste ja nicht einmal, wo sich das Mädchen derzeit aufhielt. Ob in dieser Welt oder in einer ganz anderen.
    Ich beschloss, für diese Nacht mein Lager zusammen zu räumen und weiter zu gehen. Zwar war die Nacht nach Stand des Mondes noch nicht weit fortgeschritten, aber sobald dieser scheint, sollten die meiner kein Problem damit haben, im Dunklen zu sehen. Außerdem war ich lieber nachts unterwegs - so hat man die Möglichkeit unwillkommenen Menschen aus dem Weg zu gehen, die dazu gezwungen sind, des Nachtes zu ruhen...

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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Schwingenherz am Di 23 Aug 2011, 15:28



    Ich hatte das Gefühl von Watte in meinem Mund. Als hätte ich immer und immer wieder auf einem Stück herumgekaut. Ich griff mir instinktiv an die Mundwinkel - natürlich war dort nichts - und seufzte, als mein Blick auf den kleinen Wecker fiel. Das alte Stück war eins von der tickenden Sorte, bei dem man hört, wie die Zeit verstreicht. Und jetzt konnte ich sehen und hören, dass es gerade mal 10 Uhr war und meine Mitschüler allesamt im Unterricht saßen. Sie würden an den "sozialgerechten" Tischen sitzen, ihre Aufgaben mehr oder weniger erledigen und sich ausgelassen unterhalten, während ich mich aus dem Bett quälte, den Blick in den Spiegel vermied und direkt in das angrenzende Bad schlürfte.
    Ich ging automatisch meiner morgendlicher Prozedur nach; Zähne putzen, Gesicht waschen, Volumen in Haare föhnen. Mein Spiegelbild sah mich dabei müde an. Meine Haut war blasser als sonst, meine blauen Augen irgendwie dunkler und müder und im Allgemeinen sah ich wirklich ziemlich dünn aus. Normalerweise grenzt mein Body-Mass-Index schon an Untergewicht, aber in letzter Zeit war ich ziemlich darunter.
    Ich hasste es. Normalerweise war ich doch sonst nicht so kränklich!
    Ich drehte mich vom Spiegel weg und zog mich in meinem Zimmer um, zog dabei wahllos irgendwelche Klamotten aus meinem Schrank.
    Es hat alles angefangen, als dieser Traum kam. Oder fing der Traum an, weil alles angefangen hat? Hatte das Eine überhaupt mit dem Anderen zu tun? Und wieso so ein Traum? Ich meine, normalerweise waren meine Träume doch ganz anders. Meist überhaupt nicht realistisch und wenn doch, hatten sie wenigstens eine Handlung. Aber dieser Traum raubte mir nur einfach meine Nerven und meinen Schlaf. Und letzteres brauchte ich eigentlich ganz dringend, meinten die Ärzte.
    "Viel Trinken und viel schlafen.", äffte ich diese sogenannten Mediziner nach. Sie hatten nicht den leisesten Schimmer, was mit mir los war. Sie waren genauso ahnungslos wie ich.
    Mein morgendlicher Weg führte mich ins Wohnzimmer. Ich hielt mich am Geländer fest, während ich die Treppe zum darunterliegenden Stock ging. Ich stolperte auch so schon oft über Treppenstufen - in solchen Dingen, heißt Gehen und Gleichgewicht halten, war ich ein richtiger Trottel -, aber morgens wollte ich wirklich kein Risiko eingehen.

    Das weiße Leder passte sich meinem Körper an, als ich mich hinsetzte und nach der Fernbedienung griff. Das Programm war um 10 Uhr genauso, wie um 12 oder 16 Uhr. Ich entschied mich für eine Gerichtssendung und ergriff eine Banane von der Couchtischschale.
    So sahen meine Tage in letzter Zeit aus: Aufstehen, Essen, Fernsehen, Lesen, Musik hören, Schlafen.
    Ich hoffte, ich würde bald wieder in die Schule dürfen.


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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Nakyo am Mi 31 Aug 2011, 23:02

    Darcen


    Ich erinnerte mich an eine Zeit, in der ich die Menschen nicht mied, nein, sogar ihre Gesellschaft und Nähe suchte. Wann war das gewesen? Zu lange her um sich darüber noch Gedanken zu machen. Heute... heute war alles anders.
    Ich schritt bis zum Morgengrauen durch, in der Hoffnung das Ende des Waldes zu finden. Doch dies blieb mir verwehrt. Immerhin veränderte sich die Umgebung. Die Bäume wurden sperrlicher, das Unterholz nahm zu und es ging bergauf. Immerhin rannte ich nicht mehr im Kreis umher.
    Als die Sonne knapp über den Bäumen ragte, entschloss ich mich, eine kurze Rast einzulegen. Ich war durch den Schlafmangel in den vergangenen Wochen geschwächt und auch dass ich schon länger kein Frischfleisch zu mir genommen hatte, machte mir zu schaffen. Auch Werwölfe brauchen Schlaf und bestimmte Nahrung.
    Ich lehnte mich mit dem Rücken an einen Baum und blickte zu den Baumkronen hinauf.
    Seltsamer Wald. Wann hatte ich hier das letzte Mal ein Tier gesehen? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Wirklich ein sehr seltsamer Wald. Aber solche wie diesen gab es in zich anderen Welten auch. Sie kamen vielleicht nicht oft vor, aber oft genug um mich nicht zu erschrecken. Vielleicht lag ein Zauber auf dem Wald, der die Tiere von hier fern hielt, oder hier hauste ein Dämon, das sie mieden. So oder so, mich kümmerte es in diesem Augenblick.
    Langsam, fast ohne es selbst zu merken, glitt ich in einen tiefen Schlaf, den tiefsten Schlaf in den vergangenen Wochen...


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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Schwingenherz am Fr 02 Sep 2011, 22:08



    Während ich meinem Körper die wichtige Energie in Form einer Banane hinzufügte, entstand wildes Geschrei im Gerichtssaal. Eine Frau in voller Punkmontur schrie und fuchtelte mit den dünnen Armen - ein Mann erwiderte das Fuchteln und Schreien. Für Laienschauspieler spielten sie ihre Rollen wirklich gut. Der Punk wurde sogar richtig rot, als würden die Anschuldigungen ihre Ehre verletzen. Ich wusste zwar nicht, was die Frau verbrochen haben soll, aber unter ihrem Namen stand der Satz "Ist sie an seinem Tod schuld?" geschrieben.
    Ich stand vom Sofa auf und trug die Bananenschale in die Küche. Sie grenzte an unser Wohnzimmer an und wenn man im richtigen Winkel zu den Küchenfenstern steht, kann man den Wald sehen. Unser Haus war nicht weit entfernt von dessen Grenze und als ich klein war, bin ich immer durch ein Loch im Zaun geschlüpft und habe mich im Wald versteckt. Ich hatte das Gefühl der Stille gemocht und wiederum den vielen Geräuschen gelauscht. Meine kleine Händen hatten die Stämme der Bäume erfühlt und meine kleinen Füße in den dreckigen Schuhen hatten kaum Fußspuren hinterlassen.
    Jetzt mochte ich den Wald nicht mehr. Seitdem ich Horrorfilme schaue und mir allerlei Szenarien vorstellen kann, in denen Serienmörder und Monster in den Schatten lauern, habe ich Angst alleine hinzugehen. Es ist dunkel, kalt und all die knackenden Äste lassen meine Fantasie Amok laufen.
    Wann war ich das letzte Mal da gewesen? Ich wusste es nicht und schmiss die Bananenschale gedankenverloren in den Biomülleimer. Ich nahm mir vor, meinen Freunden vorzuschlagen bei der nächsten Übernachtungsparty dem Wald einen kleinen Besuch abzustatten.
    Ich hob meinen Kopf und sah mir den Wald noch einmal genau an. Er lag still und verlassen da. Niemand kümmerte sich um die Grenzen des Waldes - wir waren ja auch die einzigen Bewohner im Umkreis von 2 Kilometern. Zwar gab es leerstehende Häuser, aber sie waren zu alt, als dass sich jemand darin niederlassen wollte. Ich fand es so unberührt eigentlich auch schöner, beschloss ich in diesen Moment und drehte mich weg. Hatte ich nicht eben eine Bewegung gesehen? Einen Schatten? Doch als ich mich wieder hin drehte, war das, was ich gesehen hatte, nicht mehr da.
    Das hast du dir nur eingebildet.

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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Nakyo am Mo 05 Sep 2011, 17:22

    Darcen


    Es war ein Gefühl wie auf Watte, als ich wieder erwachte. Nebel war aufgekommen und umgab mich.
    "Darcen..."
    Die Stimme flüsterte in meinem Kopf, rief mich und versetzte mir zu gleich Schmerzen. Aber nicht solch heftige wie üblich.
    Langsam blickte ich mich um und entdeckte eine Tür, nicht fern von mir. Etwas in mir zog mich dorthin, sagte mir, dass ich dort den Grund für meinen Schmerz finden würde. Und wenn ich ihn gefunden hatte, würde ich mich bitterlich dafür rächen.
    Ich brauchte nicht auf das Symbol auf der hölzernen, maroden Tür zu schauen, um zu wissen, dass es sich um eine Weltentür handelte. Wie sonst sollte eine Tür aus dem Nichts auftauchen und in schwerelos in der Luft hängen. Selbst wenn mich diese Tür nicht zu meinem Schadensfaktor führen würde - er war der Weg aus diesem verdammten Wald heraus!
    "Darcen..."
    Desto näher ich der Tür kam, desto mehr nahm der Schmerz wieder zu. Er zog bis in meine Augen, ja sogar bis in mein Gehör hinein. Aber ich wusste, ich musste durch die Tür gehen. Ohne zu zögern öffnete ich sie und schritt hindurch.
    Es überraschte mich nicht, mich in einem unendlich langem Korridor wiederzufinden. Der weiße Mamor des Bodens glänzte wie eh und eh und überall dort, wo weder Boden noch Tür war, bestand nichts als Dunkelheit. Ewige Dunkelheit. Wer dort hineintreten würde, würde ewig zwischen den Welten umherwandeln.
    Der Korridor der Welten. Der Übergang zu all den anderen.
    Dennoch überraschte mich etwas: Nicht weit von mir entfernt stand eine Tür auf, die nicht offen stehen sollte. Langsam ging ich darauf zu und blickte hinein, konnte jedoch nichts anderes als den Weltennebel sehen.
    Was ging hier vor? Wieso stand diese Tür offen? Die Tür zur verschlossenen Welt?
    Ich erinnere mich daran, als wäre es heute. Der Krieg zwischen all den Welten. Ein fürchterlicher Krieg, in dem viele ihr Leben lassen mussten. Das Ganze endete damit, dass sich eine Welt dazu entschloss, all die Magie von sich zu weißen, die jedoch unleugbar ist und welche die Tür für sich immer verriegelt hatte. Aber wieso stand diese nun offen? Um dieser Frage nachzugehen trat ich ein und gleißendes Licht und laute Stimmen empfinden mich. Zugleich lies der Schmerz im Kopf schlagartig nach....



    (sorry, wenn das heute nicht so doll klingt... aber ich weiß gerade sehr gut, was Darcen da durchmacht - also schmerzmäßig)

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    Re: Seelenleuchtturm (Schwingenherz & Nakyo)

    Beitrag von Schwingenherz am Mo 05 Sep 2011, 19:05



    Ein Husten kratzte in meinem Hals, als ich zurückging. Ich stützte mich an der Wand ab - mein Kopf begann zu kreisen und ich musste immer und immer wieder husten. Es war als würden tausend Nägel durch meinen Hals fallen und mein Körper legte es darauf an, dass die Nägel sich hin und her wandten. Ich kannte das schon, aber das hieß nicht, dass es immer nicht mehr wehtat.
    Ich richtete mich wieder auf. Es tat nicht mehr weh, nicht einmal das altbekannte Gefühl des nachklingenden Schmerzes. Ich runzelte die Stirn und befühlte meinen Hals. Komisch.
    Doch mehr erfreut als verwirrt ging ich zurück in das Wohnzimmer und setzte mich wieder auf das Sofa. Eigentlich plumpste ich eher drauf. Ich hoffte, dass wenn ich denn jetzt schon auf wundersamer Weise von meinen Halsschmerzen befreit wurde, ich auch bis nächste Woche in die Schule gehen konnte. Ich stellte mir vor, wie ich in das Klassenzimmer kam und mir meine Freundinnen in die Arme liefen, Luftküsschen hier und da und Lachen und aufgeregte Stimmen, die mir alles erzählten, was passiert war.
    Ich lächelte bei der Vorstellung und wandte mich letztendlich wieder dem Fernseher zu. Mittlerweile sprach die Richterin und fragte ein kleines Mädchen mit zwei klischeehaften Zöpfen über das, was sie gesehen haben soll. Ich streckte mich auf dem Sofa aus und zog die Decke von der Sofalehne auf mich herab, kuschelte mich warm ein.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 18:03