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    Andreas Eschbach - Das Jesus Video

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    Sonstiges :

    Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von Thora am So 24 Jul 2011, 23:35


    Quelle: http://ecx.images-amazon.com/[/center]

    * 704 Seiten (Taschenbuch)
    * Knaur Taschenbuch (1. März 2006)
    * ISBN-10: 342663239X
    ISBN-13: 978-3426632390
    oder amazon
    * 9,99€

    Zusammenfassung:
    Wie kommt die Bedienungsanleitung für eine Videokamera in ein 2000 Jahre altes Grab in Israel? Eine Kamera, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll? Der Entdecker Stephen Foxx hat nur eine Erklärung: Jemand muss versucht haben, Videoaufnahmen von Jesus Christus zu machen! Der Tote im Grab ist demnach ein Mann der Zukunft, der in die Vergangenheit reiste, um sich dort ein Bild von der Wahrheit zu machen: Lebte Jesus wirklich?
    Quelle: amazon[/center]

    Meine Meinung:
    Ein überaus spannendes Buch. Es hat ein wenig Thriller, ein wenig Abenteuer und ein wenig kulturelles Verständnis, also eine gesunde Mischung für ein gutes Buch.
    Ob man jetzt die Thematik - Zeitreise ja/nein, Gab es JEsus, usw. - mag oder nicht, ist und bleibt nunmal Geschmackssache. Ich kann allerdings sagen: Wer sich hier auf einen Zeitreiseroman à la Zurück in die Zukunft freut, wird enttäuscht werden. Die Thematik der Zeitreise hält Eschbach minimal, wofür wir ihm dankbar sein dürfen, denn mit einer Science Fiction-Geschichte würde man der Jesus-Thematik nicht gerecht. Er benutzt vielmehr die Möglichkeit einer Zeitreise als Kulisse für die Frage: Gab es Jesus? Und wenn es ihn gab, wer war er? Und wer hat das Recht, sein Wort zu deuten?
    Er bringt außerdem einen Medienmagnaten ins Spiel, der deutlich die heutige Vermarktung der Religion zeigt.
    Das Ganze ist also eine Art Abenteuerthriller vor dem Hintergrund der Jesus-Geschichte.
    Ich fand das Buch sehr spannend und sehr anschaulich. Die zentrale Aussage des Romans bezieht sich eigentlich auf die Aussage der Jesusgeschichte.
    Und als dann am Ende...:
    ...tatsächlich ein Jesus Video gefunden wird, ist Jesus nicht der strenggläubige Wanderprediger, der dem Leben entsagt, sondern ein lebensbejahender Mensch, der die Welt liebt.
    Vor dieser Schlussfolgerung zeigt Eschbach auf, wie unterschiedlich die Geschichte Jesu ausgelegt werden kann, und was die Kirche aus dem ursprünglichen Glauben gemacht hat.

    Besonders gefallen hat mir wiederum die Erzählweise aus den verschiedenen Sichtweisen: Der Abenteurer, das hohe Kirchenamt, der fromme Mönch, der Medienmagnat, der Science-Fiction-Autor - sie alle haben mit dem Fund zu tun und jeder sieht die Geschichte auf eine andere Weise.
    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.

    Fans dieses Buches empfehle ich außerdem: Messias von Ralf Isau (Rezension hier)
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von Shira am Di 26 Jul 2011, 17:18

    Hey Thora,

    also, ich hab mir jetzt fest vorgenommen, das Buch zu holen. Eigentlich wollte ich es mir heute in der Bücherei ausleihen, aber da es schon verliehen war, werde ich es mir am Ende wahrscheinlich sogar kaufen.

    Was vielleicht noch interessant ist, ist, dass dieses Buch sogar verfilmt wurde. Ein sehr bekannter Film sogar. Hab gerade die DVD neben mir liegen und werde sie mir nachher anschauen, aber das Buch wird dennoch gelesen.

    LG Shira
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von moriazwo am Di 30 Aug 2011, 16:34

    Das Jesus-Video

    Wie schon in der Buchvorstellung beschrieben, handelt es sich hier um ein wirklich lesenswertes Buch, dem nur eines widerfahren ist - nämlich, dass der Fernsehsender Pro 7 sich berufen fühlte, ihn zu verfilmen, wobei er sich nicht scheute, als Quelle den Namen des Autors Andreas Eschbach zu nennen. Ursprünglich kannte ich lediglich den Film, der mich damals sehr fasziniert hat und mich bewog, ihn mir auf DVD zu kaufen.
    Vielleicht hätte ich besser erst das Buch gelesen ...
    Es gibt sicherlich zahllose Verfilmungen von Buchvorlagen, die sich mehr oder weniger genau an die Buchvorlage halten, aber nach der Lektüre von "Das Jesus-Video" war ich wirklich entsetzt, was Pro 7 daraus gemacht hat.
    Ich stelle hier einmal beide Versionen inhaltlich vor - in zwei Schritten. Macht euch selbst ein Bild davon, wie der TV-Sender mit dem Original umgegangen ist.

    Das Buch

    Das Buch startet mit Ausgrabungsarbeiten in der Nähe von Jerusalem. Ein junger, amerikanischer Grabungshelfer, Steven Foxx, der eigentlich ein Jungunternehmer ist und ein Softwareserviceunternehmen führt, dessen einziger offizieller Beschäftigter er selbst ist und der über das Internet Programme in Indien schreiben lässt, nutzt seine Online-Kontakte zu einem jungen israelischen Archäologen, ihn bei Ausgrabungsarbeiten einzuschleusen. Er möchte einfach einmal an einer vermeintlich interessanten Sache teilhaben und Archäologie ist für ihn Neuland. Vor Ort interessiert er sich dann im Grunde eher dafür, seine bildschöne, israelische Kollegin Judith anzubaggern, welche die Schwester seines Online-Kontakts ist.
    Steven macht eines Tages eine ungewöhnliche Entdeckung: Er findet - eingewickelt in grobes Leinen - die Gebrauchsanweisung für eine neuartige Videokamera, die - wie sich herausstellt - erst in weiteren drei Jahren auf den Markt kommen wird, neben einem Skelett. Ein paar bröselige Zettel, die dem Manual noch beilagen, steckt er erst einmal in eine Box, in der er seine übrigen Fundstücke sammelt.
    Der Leiter der Ausgrabung, der englische Professor Willford-Smith erkennt sogleich das Besondere dieses Fundes, als er sowohl die Gebrauchsanweisung, als auch das Skelett auf ein Alter von 2000 Jahren datiert. Als man an dem Schädel des Toten auch noch moderne Amalgamzahnfüllungen findet, informiert er den Finanzier der Ausgrabungen, den Unternehmer John Kaun, der unverzüglich mit einem Stab von Leuten nach Israel kommt und die Verantwortung für die weiteren Arbeiten übernimmt. Er wittert eine Sensation und einen astronomischen Verdienst für sich und sein Unternehmen. Er schart eine Reihe von Spezialisten um sich, bestehend aus einem deutschen Science-Fiction-Autor, einem kanadischen Historiker und Professor Willford-Smith, sowie dessen Stab. Kaun weiß zwar nicht, wieso, aber er hat das Gefühl, dass es sich hier um eine Zeitreise handeln könnte, bei der jemand eine Videokamera in die Zeit Jesu-Christi gebracht haben könnte, um den Sohn Gottes zu filmen. Ein solches Dokument hätte einen unschätzbaren Wert. Als alle Anzeichen immer stärker darauf hindeuten, dass es eine solche Zeitreise tatsächlich gegeben haben muss, stellt sich die Frage nach dem Fundort der Kamera. Da das verwendete Modell noch überhaupt nicht auf dem Markt war, musste man sogar davon ausgehen, dass der Reisende noch irgendwo auf der Welt herumlief und sich möglicherweise bereits entsprechend vorbereitete.
    Kaun lässt die Grabungsstätte schließen und entlässt alle Helfer, da er so wenig Mitwisser wie möglich haben will. Steven und Judith haben plötzlich das Gefühl, als habe man ihnen den Stuhl vor die Tür gestellt. Als Finder des Dokuments hatte er sich ausgerechnet, bei der weiteren Aufklärung dabei sein zu können. Ihm fallen die Bruchstücke des Zettels wieder ein, die er in seiner Box aufbewahrt. Judith bringt ihn zu ihrem Bruder der in einem archäologischen Institut in Jerusalem arbeitet. Dort verbringen sie die Nacht im Labor und warten darauf, dass Judiths Bruder Yehoshuah die Bruchstücke restauriert und wieder lesbar macht. Nach diversten Schwierigkeiten lesen sie den Bericht eines Mannes, der angibt, sich während einer zweiwöchigen Rundreise durch Israel in einem Tempel verlaufen zu haben. Als er endlich wieder ans Tageslicht zurückgekehrt war, fand er eine Welt vor, die nicht mehr seine eigene war. Er war unerklärlicherweise im Palästina der Zeitenwende gelandet, mit nicht viel mehr als der Kleiderung die er trug und seiner Videokamera. Die Menschen sprachen eine ihm unverständliche Sprache, doch er hatte das Glück, dass sich ein Mann seiner annahm und ihn mit zu sich nach Hause nahm. Im Laufe der Jahre lernte er die Sprache und arbeitete im Hause seines Wohltäters wie ein Familienmitglied mit. Später verliebte er sich in die Tochter des Mannes und nahm sie zur Frau. Sie bekamen mehrere Kinder und er betonte, dass er ein glückliches und erfülltes Leben geführt habe. Dann teilte er noch mit, dass er die Kamera an einer Stelle versteckt habe, von der er ausgehe, dass sie noch zweitausend Jahre später unangetastet existieren müsse: in der Westwand des Tempels von Jerusalem - der Klagemauer.
    Im Augenblick dieser Erkenntnis platzen die Männer von Kauns Sicherheitsdienst herein, die Steven bereits beschattet und sein Auto mit einem Sender versehen hatten. Es kommt zu einem kurzen Kampf, als Judith rot sieht, weil einer von Kauns Männern sie sexuell belästigt. Als früheres Mitglied der israelischen Armee wurde sie auch in Nahkampf ausgebildet und überwältigt den Mann. Im weiteren Handgemenge entzünden sich brennbare Flüssigkeiten im Labor und in dem Durcheinander entkommen Steven, Judith und Yehoshuah. Kauns Sicherheitschef Ryan löscht einen Teil des Brandes mit einem Handfeuerlöscher, kann aber nicht mehr verhindern, dass das Schreiben des Zeitreisenden vernichtet wird. Später findet man jedoch eine Kamera, mit der Yehoshuah Aufnahmen der ersten Seite des Schreibens gemacht hatte, auf der allerdings keine Angaben über das Kameraversteck gemacht wurden.
    Kaun tobt und fordert, dass man Steven Foxx jagt wie einen Hund. Gleichzeitig weiß er nun, dass der Zeitreisende keine geplante Reise angetreten hat, sondern dass es sich um einen rätselhaften Zufall gehandelt hatte. Dadurch sieht er seine Möglichkeiten, die Kamera noch zu finden, arg geschrumpft. Er beschließt, alle bisherigen Fundstücke der katholischen Kirche anzubieten, um für sich selbst noch das Maximum herauszuschlagen. Der Papst selbst entsendet Scafaro, ein Mitglied der Glaubenskongregation des Vatikan, um den Glauben der Kirche zu schützen. Kaun fordert von Scafaro 10 Mio. Dollar für das Skelett und die übrigen Fundstücke. Gleichzeitig täuscht er vor, dass er davon ausgehe, die Kamera in Kürze bergen zu können.
    Inzwischen stellen Steven und Judith fest, dass das Versteck der Kamera heutzutage rund 20 Meter im Boden verborgen war, da nur noch etwa 10 Meter der ursprünglich 30 m hohen Mauer aus dem Boden ragen. An Grabungen direkt an der Mauer ist überhaupt nicht zu denken. Judith und Yehoshuah erzählen Steven von ihrem Vater, der früher historische Forschungen betrieben habe und von der Idee besessen gewesen sei, dass es einen Gang gäbe, der vor Hunderten von Jahren bis unter die Klagemauer gegraben worden sei. Dieser Gang solle durch einen Brunnen erreicht werden können, der sich im Keller eines Wohnhauses befand.
    Steven beschließt, zu versuchen, diesen Gang mit einer Tauchausrüstung zu erkunden. Ein Tauchspezialist, den er anruft, rät ihm davon ab, da es zu gefährlich wäre. Steven hat die Idee, Judiths Vater aufzusuchen, um ihn zu fragen, wer denn seiner Meinung nach die Grabungen vorgenommen hat, da es ihm komisch erschien, dass jemand jahrelang genau dort gräbt, wo diese Kamera versteckt sein sollte. Er glaubte, dass dieser Gang eventuell aus genau diesem Grunde gegraben worden war und die Kamera sich überhaupt nicht mehr in ihrem ursprünglichen Versteck befand. Von Judiths Vater erfahren sie, dass es die Franziskanermönche waren, die diesen Tunnel angelegt hatten. Der Orden hatte sich danach weit in die Negev-Wüste zurückgezogen und lebte möglicherweise dort noch immer in einem alten, als verlassen geltenden Kloster. Er beschreibt ihnen, wo sie dieses Kloster finden können.
    Inzwischen haben Kaun und seine Leute mit Hilfe eines Resonanzanalysegerätes, das sie heimlich in der Nähe der Klagemauer eingesetzt hatten, herausgefunden, dass es eben diesen Gang tatsächlich gibt. Da Steven noch immer beschattet wird, ist schnell klar, dass dieser die Kamera nicht mehr in diesem Tunnel vermutet. Kaun setzt seine Sicherheitsleute auf die Fährte von Steven, die ihm in weitem Abstand folgen.
    Das Kloster erweist sich als noch immer von einigen alten Mönchen bewohnt. Man ist den Neuankömmlingen gegenüber sehr abweisend und leugnet das Vorhandensein der Kamera, bzw. des Spiegels, wie sie in alten Aufzeichnungen bezeichnet wird. Fast zeitgleich treffen Kauns Männer und drei Hubschrauber der israelischen Armee ein, die auf die Aktivitäten Stevens ebenfalls aufmerksam wurde. Von Angst getrieben zieht sich ein Mönch in einen versteckten Raum zurück, der sich unter der Erde befindet. Steven, Judith und Yehoshuah können ihm folgen und finden dort die Kamera, die jedoch nur einen vollkommen leeren Akku enthält. Der Mönch erklärt ihm, dass das Gerät einmal in hundert Jahren hervorgeholt wird. Für die Dauer eines Lidschlages würde sie dann das Bild des Herrn zeigen. Steven beschwört den Mönch, dass der Inhalt dieser Kamera der ganzen Welt gehöre und verspricht, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch es sehen könne. Der Mönch übergibt ihn daraufhin das Gerät, da er hofft, selbst auch einmal das Bild sehen zu dürfen, wenn der Fremde sein Wort hält. Steven und Judith fliehen durch einen Brunnen und treten am Fuß des Gebirges in die Wüste Negev hinaus. Sie versuchen, den Verfolgern zu entkommen, doch werden schließlich vollkommen erschöpft aufgegriffen. Kaun erhält die Kamera, die er dem Vertreter des Vatikans, Scafaro, anbietet, nachdem er selbst einen Blick auf den Bildschirm geworfen hatte, was ihn anscheinend sehr berührt hatte. Scafaro zerschmettert das Gerät und zerstört die Reste mit seinem Absatz.
    Die israelischen Behörden schreiten zu spät ein. Dennoch wird allen Beteiligten der Prozess gemacht - wegen Zerstörung historischer, israelischer Artefakte. Kaun und Willford-Smith werden des Landes verwiesen, Steven darf für die Dauer von fünf Jahren nicht mehr nach Israel zurückkehren. Die Sache lässt ihn jedoch nicht mehr los und er rätselt auch in seiner Heimat weiter herum und versucht, lose Enden zusammenzuführen. So fragte er sich, wieso Professor Willford-Smith erst im Alter von über 40 sein Studium begonnen hatte, nachdem er bereits eine Militärkarriere absolviert hatte. Er hatte nie etwas wirklich Bedeutendes veröffentlicht und war dafür bekannt, in viel zu großen Dimensionen zu graben, wobei ihm nachgesagt wurde, wenig Sorgfalt walten zu lassen. Steven hatte die Theorie, dass Willford-Smith schon während seiner Stationierung in Palästina durch Zufall eine Entdeckung gemacht hatte, zu deren Aufdeckung er etwas ganz Bestimmtes benötigte: Ein Abspielgerät für ein ganz bestimmtes Speichermedium. Er reist zu Willford-Smith und konfrontiert ihn mit seiner Theorie. Dieser bestätigt es und zeigt ihm eine Cassette, wie sie in der Kamera bespielt werden konnte, die der Zeitreisende bei sich gehabt hatte. Diese Cassette hatte er 1948 in Palästina gefunden, ohne zu wissen, was er da eigentlich in der Hand hielt. Erst später, als der japanische Konzern Sony immer bekannter wurde, wurde ihm klar, was dort geschehen sein musste und setzte alles Erdenkliche in Bewegung, um gezielt die Kamera zu finden, die zu dieser Cassette gehörte. Mittlerweile hatte er bereits ein nagelneues Abspielgerät über das Internet gekauft und spielte Steven und dem deutschen SF-Autor, der ihn begleitete, den Film vor, der sich auf der Cassette befand. Es handelte sich tatsächlich um eine Aufnahme von Jesus Christus und Steven wurde durch die Bilder eigenartig berührt. Der Schriftsteller hingegen hielt das Machwerk für eine billige Fälschung und verdächtigte sogar Willford-Smith, sie in die Welt gesetzt zu haben, um der Sekte, der er angehörte, Auftrieb zu verleihen. Die Diskussion wird unterbrochen, als ein paar bewaffnete Männer in Willford-Smiths Haus eindringen und ihnen die Cassette abnehmen. Steven war noch immer durch die Agenten des Vatikan überwacht worden und hatte sie direkt zu Willford-Smith geführt.
    Als sie wieder allein waren, erklärt der Professor, dass es inzwischen unzählige Kopien dieses Films auf allen nur erdenklichen Systemen und Formaten gäbe und händigt Steven eine VHS-Cassette aus. Die Wege der drei trennen sich.
    Ein paar Jahre später durfte Steven wieder nach Israel einreisen, besuchte Judith und bat sie, seine Frau zu werden. Sie ziehen nach USA und leben von Stevens kleiner Firma. Der Film hatte beide vollkommen verändert. Sie halfen Freunden, wo sie konnten und führten für einen Freund dessen kleines Restaurant in der Nähe des Grand Canyon, als der deutsche SF-Autor Eisenhardt das Restaurant betritt. Er hatte bei einem USA-Aufenthalt den Grand Canyon aufgesucht und war quasi zufällig dort. Wieder versucht er Steven und Judith auszureden, dass das Jesus-Video echt wäre. Währenddessen betritt ein traurig aussehender junger Mann das Lokal und bestellt einen Kaffee, den er jedoch nicht trinkt. Steven fragt ihn, ob alles in Ordnung wäre, was der Mann verneint. Seine Eltern seien vor wenigen Wochen bei einem Unfall verstorben und jetzt hätte auch noch seine Freundin mit ihm Schluss gemacht. Nun wollte er etwas anderes sehen und habe sich den Grand-Canyon angeschaut. Das Nächste wäre allerdings etwas ganz Verrücktes: Er habe eine zweiwöchige Rundreise durch Israel gebucht. Er wollte einfach einmal an einen Ort, wo jeder Stein quasi Geschichte schreibt. Er habe sich zu diesem Zweck sogar eine sündhaft teure Videokamera gekauft - eine Sony MR-01 - die Kamera, die der Zeitreisende bei sich gehabt hatte. Er bezahlt, als er den Bus sieht, der ihn zum nächsten Flughafen bringen sollte, und geht. Steven und Judith wünschen ihm eine gute Reise, er steigt in den Bus und verschwindet.
    Eisenhardt ist nun verwirrt und sein Weltbild schwankt. Steven meint: "Das war er. Die Geschichte beginnt."
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von moriazwo am Di 30 Aug 2011, 16:36

    Der Film (Quelle: Wikipedia)

    Bei einer archäologischen Grabung in Israel findet der deutsche Student Steffen Vogt zufällig das Skelett eines Mannes, dessen Alter mit der C14-Methode auf rund 2000 Jahre datiert wird. Für Verwirrung sorgen nicht nur eine moderne Titanschiene am Oberschenkel des Toten, sondern auch ein Beutel, der neben den Knochen liegt. Darin finden die Wissenschaftler neben einem Brief die Bedienungsanleitung für einen Camcorder mit eingebauter Festplatte. Bei diesem Modell handelt es sich jedoch um einen Prototypen, den Sony erst in drei Jahren auf den Markt bringt.

    Für Steffen gibt es nur eine denkbare Erklärung: Er hat das Skelett eines Zeitreisenden gefunden. Obwohl seine Kollegen ihn für verrückt erklären, beginnt er alleine die Suche nach der Kamera. Er ist sich sicher, dass jemand Jesus gefilmt hat, zumal es in dem Brief entsprechende Hinweise gibt. Als Steffen eine Kopie der Computerausdrucke aus dem Labor der Universität von Jerusalem holt, wird der zweite und entscheidende Teil des Briefes zerstört. Der junge Mann gerät in Lebensgefahr, weil er gleich von mehreren rücksichtslosen Gegnern verfolgt wird. Der Geschäftsmann John Kaun, der die Ausgrabung finanziert, wittert das Geschäft seines Lebens, und der Vatikan will die Veröffentlichung des Videos verhindern, weil der Inhalt die Grundlagen der katholischen Kirche zerstören könnte. Die Verfolger schrecken auch nicht vor einem Mord zurück und töten Steffens Freund Dan in einem Café.

    Auf seiner Flucht findet Steffen bei Sharon Unterschlupf. Die junge Israelin, die er bei der Grabung kennengelernt hat und ihr Freund Yehoshua erklären sich nach einigem Zögern bereit, ihm zu helfen. Im Labor gelingt es Yehoshua, einen Abdruck des Briefes auf dem Papier der Bedienungsanleitung sichtbar zu machen. Statt einer Angabe über das Versteck der Kamera finden sie jedoch nur einen rätselhaften Code: L15,4U.

    Während Sharon und Yehoshua zu einer Bar-Mizwa-Feier fahren, kehrt Steffen in ihre Wohnung zurück. Dort wird er von seinen Gegnern überfallen und entführt. Sie versuchen durch Folter die Informationen über das Versteck der Kamera von ihm zu erfahren, aber Steffen kann ihnen nichts sagen. Nach zwei Tagen kann er sich befreien und kehrt zu seinen Freunden zurück.

    Durch eine gemeinsame Recherche finden sie heraus, dass die Kamera in der Klagemauer versteckt sein muss. Allerdings liegt die mit dem Code bezeichnete Stelle etwa 20 Meter unter der Erde. Auch die Gegner sind dieser Spur gefolgt. Sie fahren mit einem Thumper vor, um ein Profil des Untergrunds zu erstellen. Steffen und seine Freunde entführen den Wagen mit Waffengewalt. Mitten in der Negev-Wüste sind sie schließlich mit Kaun alleine. Der Geschäftsmann verhält sich friedlich und zeigt ihnen die Videoaufzeichnung eines ungewöhnlichen Experiments, bei dem ein Apfel vier Sekunden in die Vergangenheit versetzt wird. Es ist also der erste Ansatz für eine Zeitreise. Schließlich lassen die drei Freunde Kaun alleine zurück und fliehen mit der Aufzeichnung des Thumpers.

    Sie können allerdings die Daten nicht interpretieren und bitten darum Professor Wilford, Steffens Chef, um Hilfe. Der Wissenschaftler erzählt ihnen von einem Tunnelsystem im Untergrund von Jerusalem, das allerdings mittlerweile vom Grundwasser überflutet ist. Steffen weist darauf hin, dass er Erfahrung im Tauchen hat, und begibt sich in den Tunnel. Zuvor wurde jedoch der Professor von einem jungen Mann ermordet, der nun mit Sharon und Yehoshua am Brunnen steht. Sharon bemerkt schließlich die Pistole und erkennt, dass Steffens Tauchausrüstung manipuliert wurde. Bei dem anschließenden Tumult wird Yehoshua lebensgefährlich verletzt; er stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus.

    Steffen, der an einem anderen Ausgang den Tunnel verlassen konnte, ohne die Kamera gefunden zu haben, überredet Sharon trotz des Todes ihres Freundes und der akuten Lebensgefahr die Suche fortzusetzen. In einer Bibliothek finden sie Hinweise auf den Lucanier-Orden. Steffen erkennt das L-förmige Zeichen wieder, er hat es auf dem Ring seines Folterers gesehen. Eine alte Legende berichtet von einem „Spiegel“, in den Jesus blickte. Der Spiegel ist offensichtlich der Monitor der Kamera. Die Spur führt die beiden jungen Abenteurer zu einer Festung mitten in der Negev. Ihre Gegner waren bereits dort und haben in der Kirche ein Massaker veranstaltet. Ein Mönch hat jedoch überlebt und geht mit ihnen in eine Geheimkammer. Dort wird die Kamera aufbewahrt.

    Als Steffen und Sharon das Gebäude verlassen, tauchen die Gegner mit zwei Hubschraubern auf. Nach einer wilden Verfolgungsjagd und Schießerei wird das Auto der beiden jungen Leute gestoppt und Sharon liegt (vermeintlich) tot im Wüstensand. Steffen ist am Boden zerstört, weil er sich in Sharon verliebt hat. Als die Kamera jedoch an einen PC angeschlossen wird und das Video läuft, erlebt Steffen eine Überraschung. Zunächst ist der Leichnam Jesu in der Grabkammer zu sehen, doch dann erblickt Steffen sich selbst! Er ist der Zeitreisende – und er ist nicht alleine. Sharon steht neben ihm. Da die Zeitreise jedoch in der Zukunft gestartet wurde, heißt das, dass die auf dem Boden liegende Frau doch nicht tot ist. Das Video wird schließlich zerstört, als der Hubschrauber, in dem es aufbewahrt wurde, explodiert.
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von Gast am Sa 04 Feb 2012, 15:43

    Hmm...ich finde es blöd aus Jesus eine Story zu machen. Ich hab das Buch nicht gelesen aber es scheint mir soetwas in der Art zu werden.

    Die Rezi ist gut ! Und ich fände das Buch sicher auch interessant wenn es nicht um Jesus dabei ginge. Ich finde man sollte die Bibel lesen wenn man etwas über Jesus wissen will.

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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von Thora am Do 24 Mai 2012, 12:29

    Oh, entschuldige, ich hab Deinen Kommentar damals übersehen *schäm*

    Naja, ob man etwas über Jesus schreiben sollte, ist ja Geschmackssache. Aber ich finde, genau darum geht es in diesem Buch: Dass die Bibel uns eben einen Jesus gezeigt hat, von dem wir gar nicht wissen können, ob er wirklich so war. Dass man vielleicht auch mal in Betracht ziehen sollte, wie er anders gewesen sein könnte.
    Aber wie gesagt, das ist Geschmackssache.
    Allerdings geht es in dem Buch ja auch nicht hauptsächlich um Jesus, sondern um Profit, der aus der Religion geschlagen wird, etc. Wie das ja meist ist bei Büchern über Jesus, geht es weniger um Jesus als um die Religion Wink
    Man liest das Buch ja weniger wegen Jesus, sondern eher wegen der Menschen Wink
    Aber das muss man ja nicht mögen.

    LG
    Mari :)
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von moriazwo am Do 24 Mai 2012, 13:31

    Ganz richtig, es ist keinesfalls ein Buch über Jesus Christus. Ich kann verstehen, wenn ein Gläubiger Mensch es etwas befremdlich findet, ein Buch in der Hand zu halten, dass über die Person geschrieben zu sein scheint, welche die zentrale Rolle unseres Glaubens darstellt, die unsere Religion - zumindest die des Christentums - erst begründet hat.
    Doch was ist so schlimm daran? Jesus Christus ist als Mensch auf die Welt gekommen, als ganz normale Person, die unter uns gelebt hat. Jedenfalls sagt uns das unsere Geschichte, unsere Aufzeichnungen. Man muss sich klar machen, wann diese Aufzeichnungen entstanden sind. Nicht jeder Mensch war damals in der Lage, zu schreiben. Also wurden die Geschichten und Tatsachen immer wieder mündlich überliefert, bis schließlich jemand den letzten Stand der Geschichte als Wahrheit niedergeschrieben hat. Was ist von der ursprünglichen Geschichte übrig geblieben? Wieviel davon ist Dichtung? Hat es Jesus Christus vielleicht gar nicht gegeben?
    Hier greift unser Glaube und gibt uns eine gewisse Sicherheit, obwohl uns allen klar sein muss, dass nicht alles, was in der Bibel geschrieben steht, sich wirklich buchstabengetreu so abgespielt haben kann. Für unseren Glauben ist das unerheblich, denn es geht letztlich um den Kern der Geschichte.
    Der Gedanke, dass es plötzlich einen Weg geben könnte, dieses Konglomerat aus Glauben und Zweifeln auszuhebeln und mit eigenen Augen zu sehen, was sich damals - zu Beginn unserer Zeitrechnung - tatsächlich abgespielt hat, ist nicht ohne Reiz. Mit einem Mal gäbe es eine Abkürzung durch alle Schriften hin zu unbestechlichen Tatsachen. Eine solche Möglichkeit kann durchaus Begehrlichkeiten wecken, die sehr unterschiedliche Zielsetzungen haben können. Neben all denen, die sich ein gutes Geschäft ausrechnen, die Wahrheit über Jesus Christus in marktschreierischen Lettern zu verkünden, wird es Menschen geben, die einfach ihre Zweifel ausräumen wollen und auch jene, die einfach nur ihren Messias kennenlernen wollen. Warum auch nicht? Schließlich haben eine ganze Reihe von Menschen der damaligen Zeit ebenfalls die Chance besessen, ihm zu begegnen.
    Interessant fand ich die Darstellung der katholischen Kirche in diesem Zusammenhang. Zwar ist es ein Roman und damit fiktiv, aber es ist leider nur zu denkbar, dass die Kirche genau so verfahren würde, wie es im Buch beschrieben ist. Es ist ihr nicht wirklich nicht an der Wahrheitsfindung gelegen, sondern eher an der Erhaltung der Unsicherheit dessen, was wir bisher wissen. Ihr ganzes System würde zusammenbrechen, wenn sich herausstellen würde, dass sich die Geschichte nicht ganz so verhalten hätte, wie die Kirche es seit 2000 Jahren predigt. Der Vatikan verfügt über die Glaubenskongregation - früher Inquisition -, die keine andere Aufgabe hat, als den Glauben, wie er heute ist, zu bewahren. Raum für weiterführende Wahrheiten gibt es dabei nicht. Es mag jetzt so klingen, als wäre ich ein Gegner des Glaubens. Das ist absolut nicht der Fall. Ich bin selbst Katholik und Pflege meinen Glauben - jedoch nicht so buchstabengetreu, wie er von der Kirche gepredigt wird. Ich sehe einen sehr deutlichen Unterschied zwischen Kirche als Institution und dem christlich katholischen Glauben.
    Aus diesem Grunde habe ich auch das Buch mit sehr viel Interesse gelesen und kann wirklich nur jedem, der allein auf Grund der Tatsache, dass es "Das Jesus Video" heißt, abgeschreckt wird, raten, es trotzdem zu lesen.

    LG Michael
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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

    Beitrag von Thora am Do 24 Mai 2012, 13:34

    Da kann ich Dir in allen Punkten zustimmen. Das Buch ist wirklich nicht nur für Gläubige geschrieben, eher im Gegenteil, für alle Menschen. aber gerade auch Strenggläubige dürften dadurch zum Nachdenken angeregt werden.
    Zwar ist es ein Roman und damit fiktiv, aber es ist leider nur zu denkbar, dass die Kirche genau so verfahren würde, wie es im Buch beschrieben ist.
    Ja, leider muss ich Dir da zustimmen. (Ich persönlich halte sowieso nichts von der Kirche als Machtinsitution, aber das gehört nicht hierher Wink) Auf jeden Fall ist das Buch sehr anschaulich, was Religion und menschliche Mentalität und Überzeugung angeht.

    LG
    Mari

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    Re: Andreas Eschbach - Das Jesus Video

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