Ein leicht verschmitztes Lächeln umspielte meine Lippen, als ich mir meinen Mantel überzog. Er würde dafür sorgen, dass man mich nicht wirklich erkannte. Ich trat an das Fenster und blickte kurz nach draußen. Viel zu oft hatte ich das Gefühl, dass jeder andere außerhalb dieser Mauern wirklich frei war, nur ich nicht.
"Aber Vater! Willst du diese armen Männer wirklich, wirklich mit der Aufgabe belasten, auf mich aufzupassen?"
Mein Vater seufzte schwermütig und wirkte auf einmal wesentlich erschöpfter, als er es noch vor wenigen Sekunden gewesen war.
"Shalin ...", begann er gequält und musterte mich, als sei ich immer noch ein kleines Mädchen, "Dieses Thema haben wir doch schon viel zu oft durchgekaut. Du bist eine Prinzessin! Wenn du schon hinaus in die Welt willst, dann nimm dir auch bitte Leibwächter mit. Du bist nicht irgendein Mädchen."
Ich senkte den Blick und nun war ich es, die seufzte.
"Also gut. Ich möchte dir keine Sorgen machen", erwiderte ich und gab mich geschlagen.
Mit diesen Worten trat ich aus dem Thronsaal meines Vaters. Die einzigen Geräusche, die ich hörte waren meine Absätze und das Kichern der Hofdamen, denen nicht entgangen war, dass ich wie so oft den Schlossmauern entkommen wollte. Höflich verbeugten sie sich aber dann trotzdem vor mir. Mit unbewegter Miene nickte ich ihnen zu. Eine gute Prinzessin behielt ihre Würde in jeder Situation. Selbst dann, wenn es sie ein Stück ihres eigenen Willens kostete.

