Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Zwillinge - Segen oder Fluch?

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    Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Shira am Di 07 Jun 2011, 22:55

    Hallihallöchen!
    Aus gegebenem Anlass möchte ich heute mal die Frage stellen, was für euch eigentlich Zwillinge bedeuten.
    Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit ihnen gemacht? Habt ihr in der Familie oder im Freundeskreis Zwillinge, seid ihr selbst Zwilling oder habt anderweitig Erfahrungen damit gemacht?
    Wie stellt ihr euch das selbst vor, (k)einen Zwilling zu haben?

    Ich möchte erstmal mit diesen beiden Fragen anfangen, doch seid euch gewiss, es brennt mir unter den Nägeln. Mir schwirren noch dutzende von Fragen herum.
    LG Shira

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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Baltimore am Di 07 Jun 2011, 23:40

    Hallo Shira,

    das ist ja mal eine interessante Frage. So wirklich Gedanken habe ich mir darüber noch nie gemacht, dabei sind Zwillinge etwas sehr interessant. Ich habe zwei Brüder, die beiden sind Zwillinge, jedoch nicht eineiig. Sie sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Der eine kommt nach unserem Vater, der andere nach der Mutter. Damit sieht der eine auch eher wie mein Zwilling aus und der andere ähnelt unserem ältesten Bruder, es ist wie verhext.
    Die beiden haben noch nie irgendeine Verbindung gehabt ... jedenfalls nichts, was über normales Geschwistersein hinausgeht. Und wenn doch, hab ich davon niiie etwas gemerkt ^-^
    Also ... ja, ich glaube, dass vielleicht soetwas bei eineiigen Zwillingen vorkommen kann, da gibt es ja auch tausende Filmausschlachtungen, was das angeht ... aber persönlich bin ich auf solch ein Phänomen noch nicht gestoßen. Wenn es das ist, was du meinst.
    Sonst finde ich es unglaublich toll, zwei Menschen zu begegnen, die sich vollkommen ähnlich oder sogar ziemlich gleich aussehen ^-^


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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von moriazwo am Mi 08 Jun 2011, 13:51

    Hallo Shira,

    gleich zu Beginn möchte ich dich fragen, was es zu bedeuten hat, wenn man diese Frage "aus gegebenem Anlass" stellt? Hast du selbst mit Zwillingen zu tun? Bist du selbst einer? Es wäre nett, wenn du uns mitteilst, wieso dich diese Frage so bewegt.
    Doch nun zu deiner Frage selbst.
    Ich bin Einzelkind, also im Grunde nicht eben prädestiniert, mich zu dieser Frage zu äußern, doch denke ich, dass ich trotzdem etwas dazu zu sagen habe. Es begann in meiner Jugend, als ich im Alter von 16/17 Jahren einen Tanzkurs in unserer Tanzschule mitmachte, zu dem mich ein Kollege überredet hatte. Damals hat mich das Tanzen nicht so sehr interessiert - Mädchen dafür umso mehr. Da in meiner Alterklasse das Angebot an Tänzern in solchen Kursen eher klein war, sah ich dort eine Möglichkeit, ein paar nette Mädels kennen zu lernen. Nun, die Rechnung ging auf ... Very Happy. Allerdings hatte das Mädchen, das ich dort kennenlernte und mit der ich mich auch recht gut verstand, eine Zwillingsschwester, die natürlich in demselben Kurs war. Beide sahen sich wirklich zum Verwechseln ähnlich, kleideten sich identisch und hatten auch noch denselben Haarschnitt. Diese Beiden machten immer alles zusammen und eine Zeitlang hatte ich wirklich Probleme, sie auseinanderzuhalten. Die ganze Sache wurde noch viel komplizierter, als wir feststellten, dass ich mich viel besser mit der Schwester verstand, die eben nicht meine Tanzpartnerin war und der eigentliche Tanzpartner der Schwester mit "meinem" Zwilling. Kommt man noch mit? Wir tauschten dann die Partner und waren für viele Monate ganz glücklich mit dieser Lösung. Dieses Mädel war dann eine ganze Weile fest mit mir zusammen und ich entdeckte nach und nach die Unterschiede, welche die Mädchen aufwiesen. Zum Schluss wusste ich nicht einmal mehr, wieso ich sie überhaupt einmal miteinander verwechseln konnte. Damals zogen die Eltern der Zwillinge dann in eine andere Stadt und das beendete dann im Grunde auch sehr schnell unsere Beziehung. Sie war halt nicht tragfähig genug gewesen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass mich damals durchaus diese doch sehr viel innigere Beziehung gestört hatte, die Zwillinge gegenüber "einfachen" Geschwistern haben. Da existieren Ebenen der Kommunikation, die sich einem Außenstehenden einfach nicht erschließen. Dann dieses ständige Zusammenhocken. Es schien so, als fühlte sich eine ohne ihre Schwester einfach nicht vollständig. Das ist für den Freund einer der beiden nicht eben einfach, aber damals nahm ich das hin, weil mir etwas an ihr lag.
    Nach einer gewissen Zeit des Solodaseins lernte ich damals in der Berufschule ein Mädel kennen, das mich sehr interessierte - jedenfalls, nachdem ich sie endlich auch wahrgenommen hatte. Ich bin da manchmal etwas "betriebsblind" gewesen, wie man so schön sagt. Zuerst lernten wir zusammen für irgendwelche Arbeiten, dann verabredeten wir uns schon mal nach der Arbeit - sie war in einer anderen Firma beschäftigt. Irgendwann bat sie mich, sie zu Hause abzuholen und als die Wohnungstür geöffnet wurde, fiel ich fast hinten rüber, als ein Mädchen die Tür öffnete, die genauso aussah, wie das Mädchen, das ich abholen wollte, es aber nicht war - da war ich mir sicher. Sie lachte, als ich wohl etwas sparsam geschaut habe und rief ihre Schwester. Auch sie hatte einen Zwilling, was sie mir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht verraten hatte.
    Ich glaubte schon, mir würden dieselben Probleme bevorstehen, wie bei meiner früheren Freundin, doch diesmal war es vollkommen anders. Beide Mädchen hatten auch eine sehr innige Beziehung, doch genau darin erblickten sie selbst ein Problem. Sie hatten bewusst andere Berufe gewählt und arbeiteten in verschiedenen Unternehmen. Sie sprachen sich morgens ab, um nicht dieselbe Kleidung zu tragen und trugen unterschiedliche Frisuren. Es war ihnen ein Gräuel, wenn sie irgendwo auftauchten und man sich nicht einmal die Mühe machte, sie auseinanderhalten zu wollen. "Hallo Zwilling! Wo ist die andere?" war eine häufige Begrüßung für jede von ihnen. Das führte zu einem massiven Identifikationsproblem. Selbst, als die Schwester meiner Freundin ihre Haare kurz und meine Freundin sie lang trug, merkten sich einige Bekannte nicht, wen sie vor sich hatten. Das hat sie regelrecht angekotzt und sie führten einen langen und schweren Kampf mit und gegen sich selbst, sowie gegen andere, um sich voneinander soweit abzunabeln, dass sie ein unabhängiges Leben führen konnten.
    Ich bin mit dieser Freundin inzwischen seit 28 Jahren glücklich verheiratet und kann sagen, dass beide Frauen - die Schwester ist auch verheiratet - sich sehr unterschiedlich entwickelt haben. Das Leben und die damit verbundenen Erfahrungen führen irgendwann in unterschiedliche Richtungen. Ich denke, dass der Einfluss der Ehemänner dabei sicher nicht unerheblich ist. Allerdings machen auch prägende Schicksalsschläge einen Unterschied aus. Leider kann man es sich nicht aussuchen. So hatte meine Schwägerin das Pech, dass ihr zweites Kind schwerstbehindert zur Welt gekommen ist. Ihr ganzes Leben seitdem ist geprägt vom Kampf um das Wohl ihres Sohnes und gegen das Unverständnis der Behörden, die keine Ahnung haben, was es wirklich bedeutet, ein schwerstbehindertes Kind aufzuziehen, das niemals ein normales Leben führen können wird. Mittlerweile ist dieser Sohn 22 Jahre alt und es ist abzusehen, dass er nicht ewig von den Eltern gepflegt werden kann. Das sind Dinge, die belasten und prägen. Betrachtet man heute die Zwillinge objektiv, wird man feststellen, dass von den Gemeinsamkeiten der Kindheit nicht mehr all zu viel übrig geblieben ist, vom Aussehen einmal abgesehen.
    War es das, was du wissen wolltest? Wenn du weitere Fragen hast, darfst du dich gern an mich wenden. Aber. wie zu Anfang gesagt, würde mich interessieren, aus welchem Grunde du dich so sehr mit dem Thema auseinandersetzt.

    Gruß
    Michael


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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von June am Mi 08 Jun 2011, 14:00

    Hallu, Shira Very Happy

    Ich muss sagen, dieses Thema interessiert mich auch sehr. Ich finde Zwillinge schon immer faszinierend und wünsche mir selbst welche, wenn ich denn mal Kinder habe :)
    Natürlich weiß ich, dass das nicht einfach ist und man tunlichst vermeiden sollte, sie gleich zu kleiden und auch gleich zu behandeln. Denn selbst wenn sie sich ähnlich sehen, sie sind nicht gleich.

    Allerdings schreibe ich hier aus einem anderem Grund Wink

    Um sich ähnlich zu sehen, muss man mit seinen Geschwistern kein Zwillingspärchen sein. Meine Schwester, die ein Jahr jünger ist, und ich wurden auch oft für Zwillinge gehalten. Wenn wir früher mit unserer Ma unterwegs waren, haben wildfremde Leute gefragt, ob wir Zwillinge sind.

    Inzwischen habe ich wohl akzeptiert, dass wir uns ähnlich sehen, während meine Eltern und meine Schwester auch der Meinung sind, dass wir das nicht tun. Aber irgendwoher muss ja diese Verwechslung immer kommen? Sogar unser Hausarzt hat uns verwechselt Very Happy

    Als ich wegen der Allergie da war, meinte die Ärztin, die mir Blut abnehmen wollte: "Jana? Kommst du?"
    Sie hat wohl nicht gehört, als ich sagte, dass ich nicht Jana, sondern eben Julia bin ... ^^"

    Mich würde aber auch interessieren, wie du auf diese Fragestellung gekommen bist, Shira :)
    Da das Thema an sich schon so interessant ist, muss es ja auch einen interessanten Grund dafür geben ^.^

    Ganz liebe Grüße,
    Juny

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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Shira am Mi 08 Jun 2011, 16:20

    Nun, dann wohl mal zu meiner Geschichte, wie ich zu diesem Thema gekommen bin.

    Erstmal: Meine Brüder sind Zwillinge. Ob eineiig oder zweieiig weiß leider keiner, da man die Schwangerschaft erst weit nach der vermutlichen Zellteilung festgestellt hat. Sie sahen sich in ihrer Kindheit wirklich zum verwechseln ähnlich. Wie ein Ei dem anderen eben. Heute gibt es immer noch sehr viele Menschen, die sie verwechseln. Für mich allerdings, die jüngere Schwester, war das nie ein Problem gewesen und ich habe ehrlich gesagt auch nie die Ähnlichkeit der beiden bemerkt. Dafür waren verschiedene Merkmale für mich einfach zu eindeutig.

    Im Zug haben wir gestern dann mit unserem Lehrer über die Problematik von Zwillingen im Unterricht gesprochen. Er erzählte mir von einem Pärchen, das bei ihm in der Klasse säße und das man überhaupt nicht auseiandnerhalten könne, abgesehen davon, dass der eine sein Pony nach links kämme, der andere nach rechts. So sind wir auch auf diese Austauschgeschichten wie beim doppelten Lottchen zu sprechen gekommen und die Möglichkeiten, die sich einem in so einem Falle bieten, aber das ist eine andere Sache.
    Auch in meiner Stufe ist ein Zwillingspärchen oderbesser gesagt eine Zwillingshälfte. Ihre Schwester nämlich hat inzwischen schon ihr Abi. Und so viel ich auch mit DEN beiden zu tun habe, ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie ich die beiden auseinanderhalten soll.

    Ich merke also, hier gibt es ganz unterschiedliche Geschichten. Moriazwo, im Grunde hast du mir damit erklärt, wie sich wohl die Freundinnen von meinen Brüdern fühlen müssen. Da gibt es auch so die ein oder andere lustige Geschichte. Wir meinen auch immer spaßeshalber, wenn die eine mit ihrem Kerl nicht mehr zufrieden ist, könne sie ihn ja einfach durch den anderen austauschen...

    Du hast auch von der sehr innigen Beziehung zwischen Zwillingen gesprochen. Inwiefern glaubt ihr, wirken sich diese aus?
    Ich persönlich kann nicht sagen, dass sich meine Brüder ihnen gegenüber anders verhalten, als zu mir. Allerdings bekomme ich auch immer von meinen Eltern erzählt, wie die beiden schon im Babyalter miteinander in Babysprache Gespräche geführt haben. Auch auf Youtube findet man solche Videos. Glaubt ihr, dass Zwillinge durch ihre körperliche Nähe im Mutterleib ein besonderes Verhältnis zueinander aufbauen, das über das reine Geschwisterdasein hinausgeht?

    Wie glaubt ihr, wirkt sich das auf die Geschwister aus, wenn sie einen Zwillingsbruder/ eine Zwillingsschwester haben? Besonders in dem Fall, das der eine eben in vielem besser ist als der andere? Ich kann mir vorstellen, dass das gerade in der Schule noch sehr zu Problemen führen kann?

    Meint ihr, man sollte Zwillinge auf unterschiedliche Schulen schicken, damit sie einen anderen Freundeskreis aufbauen und unabhängiger voneinander leben können?

    Ich würde auch sagen, dass Zwillinge sich mit der Zeit von alleine auseinanderleben, doch sie bleiben ja immer noch Zwillinge. Wie stellt ihr euch das vor, wenn man einen Doppelgänger von sich hat, der in einigen Bereichen andere Erfahrunge gemacht hat als man selbst?

    Glaubt ihr, ein Zwillingsdasein ist konfliktgeladener als das von normalen Geschwistern bzw weniger konfliktgeladen?

    Meint ihr, es hat Auswirkunge nauf jüngere oder ältere Geschwister, wenn sie Zwillinge in der Familie haben?

    Ich persönlich kann viele dieser Fragen für mich beantworten, doch mich würde auch eure Meinung interessieren, gerade weil ja jeder anders dazu steht und unterschiedliche Erfahrungen gemacht hat.
    Und bis dahin spare ich mir weitere Fragen mal noch auf...Very Happy

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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Zauberfeder am Mi 08 Jun 2011, 21:15

    Huhu, Shira :)

    Wow, ein sehr, sehr interessantes Thema und gerade für mich, wo ich Zwillinge so faszinierend finde. Ich hab mir immer gewünscht, ich hätte eine Zwillingsschwester und irgendwie wünsche ich mir, einmal Zwillinge zu kriegen, auch wenn die Chancen da wohl eher schlecht stehen. Ich glaube, meine Faszination für Zwillinge sind durch die Filme der Olsen-Twins entstanden (Ja, ich bin ein Fan von ihnen xD) und auch durch die tollen Bücher Hanni und Nanni, die ich als Kind verschlungen habe. Ich habe es mir immer total toll vorgestellt, wie es wäre, jemanden zu haben, der aussieht wie ich, jemanden zu haben, der immer da ist und jemanden zu haben, mit dem ich auch mal so coole Verwechslungsspiele machen könnte^^

    Also ja, wie man sieht, ich habe keine Zwillingsschwester, bin auch nicht die Schwester von Zwilling (Besser so, ich glaube, ich wäre nur neidisch xD). In meinem privaten Umfeld kann ich wenig dazu sagen. Meine Schwester hatte Zwillinge in ihrer Klasse, aber zweiig und auch Junge und Mädchen. Die waren ... ja, wie waren die beiden eigentlich? So unterschiedlich wie Bruder und Schwester eben sind oder auch so ähnlich, wie sie sein können. Da habe ich eigentlich nichts Besonders vorgestellt und in meiner Christenlehregruppe waren auch Zwillinge (wenn ich mich da recht erinnere. Ich glaube, sie waren welche oO), wieder Mädchen und Junge.

    Jetzt habe ich in meiner Klasse ein Mädchen, das eine einiige Zwillingsschwester hat. So genau kann ich nicht sagen, ob sie wirklich gleich oder unterschiedlich sind, da ich zu der anderen keinen Kontakt hatte und sie auch nur kenne, weil sie eben sitzen geblieben ist bzw. sich zurück stufen lassen wollte. Wie das Verhältnis der beiden zu einander war, lässt sich schwer sagen. Das Mädchen in meiner Klasse meinte mal, dass sie ihre Schwester nicht ausstehen kann und deshalb ausgezogen ist, aber als ihre Schwester noch auf der Schule war, hat man die beiden nur zusammen gesehen, also lässt sich das für mich wirklich schwer einschätzen.

    Einmal hatte ich in einer Kindergartengruppe zweiige Zwillinge, aber zu den beiden kann ich nichts sagen, weil ich nur eine Woche da war. Schade eigentlich. Wäre sicher interessant gewesen, die beiden über einen längeren Zeitraum zu beobachten, zumindest für mich, wo ich Zwillinge so faszinierend finde.

    Ob ich Zwillinge auseinander halten könnte, weiß ich gar nicht. Ich habe es mittlerweile drauf, Ashley und Mary-Kate von einander zu unterscheiden (nein, nicht dann, wenn MK nur braune Haare hat xD), aber eher ab dem etwas älteren Alter, nicht in ihren Zeiten von ihren Kinderfilmen oder bei 'Ein Zwilling kommt selten allein'. Da kann ich es auch nicht, aber etwas später so ab 15, 16 Jahren kann ich es eigentlich auch, wenn die beiden nicht zusammen auf einem Bild sind.

    Von einem interessanten Phänomen habe ich allerdings noch gehört: Eine meiner Klassenkameraden hatte Praktikum in einem Kindergarten gemacht, wo ebenfalls eineiige Zwillinge waren. Noch recht klein und sie haben gerade erst so sprechen gelernt, maximal 2 waren sie. Die beiden hab sich natürlich auch untereinander unterhalten und dabei eine Sprache entwickelt, die wirklich nur die Schwester verstanden hat und kein anderer. Meine Lehrerin für Sprache und Sprachentwicklung meinte, dass sie von so einer Zwillingssprache auch schon einmal etwas gehört hat. Fand ich total faszinierend. Sowas hätte ich echt gerne einmal gesehen.

    Ich bin schon immer davon ausgegangen, dass Zwillinge eine besondere Verbindung zu einander haben (ja, vielleicht auch durch den ganzen Medienkonsum, das kann sein xD), aber seit ich das gehört habe, bin ich mir eigentlich sicher, dass irgendetwas an dem, was so durch die Medien bei diesem Thema gezogen wird, dran sein muss.

    Wie glaubt ihr, wirkt sich das auf die Geschwister aus, wenn sie einen Zwillingsbruder/ eine Zwillingsschwester haben? Besonders in dem Fall, das der eine eben in vielem besser ist als der andere? Ich kann mir vorstellen, dass das gerade in der Schule noch sehr zu Problemen führen kann?

    Da bin ich mir unsicher. Ich hab dazu zwei Theorien. Entweder ist dann das Konkurrenzdenken der beiden noch stärker als man es manchmal bei 'normalen' Geschwistern beobachten kann oder aber die beiden würden sich dann unterstützen.

    Meint ihr, man sollte Zwillinge auf unterschiedliche Schulen schicken, damit sie einen anderen Freundeskreis aufbauen und unabhängiger voneinander leben können?

    Nee, ich denke nicht. Wahrscheinlich werden sie ohnehin irgendwann anfangen, andere Freunde zu finden als der Zwilling oder eben einen gemeinsamen Freundeskreis haben, was ich aber nicht schlimm finde, da es oft auch Geschwister gibt, die denselben Freundeskreis haben, z.B. mein Bruder und meine Schwester xD Kritisch finde ich es nur, wenn sie wirklich nur mit sich selbst spielen, also auch im Kindergarten so gar nicht auf jemand anderen zugehen, nur unter sich sein wollen, aber ich denke, selbst das ist bis zu einem gewissen Alter normal, aber irgendwann vermutlich nicht mehr. Ansonsten finde ich es normal, sie auf ein- und dieselbe Schule zu schicken. 'Normale' Geschwister schickt man ja auch nicht auf unterschiedliche Schulen und wenn man das Selbstbewusstsein der Kinder anständig fördert und unterstützt, dann lernen die Kinder ja auch, was sie können, wer sie sind und identifizieren sich gar nicht zu sehr mit ihrem Zwilling wie ein Außenständer das bei den beiden vermutlich machen würde.

    Ich würde auch sagen, dass Zwillinge sich mit der Zeit von alleine auseinanderleben, doch sie bleiben ja immer noch Zwillinge. Wie stellt ihr euch das vor, wenn man einen Doppelgänger von sich hat, der in einigen Bereichen andere Erfahrunge gemacht hat als man selbst?

    Nicht unbedingt anders, als wenn man jemand anderen kennt, der in einem anderen Bereich Erfahrungen gemacht hat. Man kann sich wie auch da wunderbar austauschen und dadurch neue Erfahrungen gewinnen und entweder findet man die Sachen genauso interessant wie der Zwilling oder eben nicht, weil es nicht das eigene Interessengebiet ist. Ich denke nicht, dass sich sowas von anderen Menschen unterscheidet. Erfahrungen macht ja jeder Mensch individuell, ganz gleich, ob man da noch jemanden hat, der genauso aussieht wie man selbst.

    Glaubt ihr, ein Zwillingsdasein ist konfliktgeladener als das von normalen Geschwistern bzw weniger konfliktgeladen?

    Also meine Ansicht war immer durch diesen Medienkonsum, dass Zwillinge unzertrennlich sind, sich immer gut verstehen usw., aber ich denke, das ist Blödsinn. Vielleicht ist das bei manchen Zwillingspaaren so, aber ich bin mir sicher, dass es auch anders sein kann. Es gibt hier sicher auch wie bei normalen Geschwisterpärchen eben zwei verschiedene Seiten der Medaille. Einmal konfliktgelander und einmal konfliktärmer. Kommt ja auf die Menschen an und jedes Zwillingspaar ist genauso anders wie jedes Geschwisterpaar. Das kann man einfach nicht verallgemeinern und sagen, dass alle Zwillinge sich gut verstehen, weil das einfach für mich Quatsch ist, auch wenn ich das immer mal früher gedacht habe.

    Meint ihr, es hat Auswirkunge nauf jüngere oder ältere Geschwister, wenn sie Zwillinge in der Familie haben?

    Da bin ich auch zwiegespalten. Mal würde ich sagen, dass es Auswirkungen hat und dann wieder, dass es keine hat. Ich finde, das kommt dann auf die Persönlichkeiten der Geschwisterkinder an. Manche finden es normal, sie sehen sie nicht als identischen Menschen, sondern als zwei Schwestern oder Brüder, die eben genauso ihre Geschwister sind wie jedes andere Kind in der Familie auch. Auf manche hat es vielleicht schon Auswirkungen, manche sind vielleicht neidisch und wünschen sich das auch oder manche finden es nervig usw. Lässt sich auch nicht Pauschalisieren, wie ich finde.

    Ein wirklich tolles Thema! Very Happy

    lg
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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Imaginary am So 12 Jun 2011, 13:56

    Hmm, ich weiß nicht so richtig, was ich über das Thema denke. Ich habe in meinem Leben, wenn ich mich jetzt nicht verzähle, persönlich vier Zwillingspaare kennen gelernt. Okay, ab und an hab ich mal mit einem Zwilling übers Internet gequatscht oder so, aber da kannte ich dann den Gegenpart nicht oder so, ist auch schon Jahre her *lach* Weiß auch gar nicht mehr, woher ich die kannte.

    Das erste Mal hatte ich in der Spielstunde (damals gab es bei uns noch keinen Kindergarten) mit Zwillingen zu tun. Eineiig, zwei Jungen, so genau in meinem Alter. Die beiden hatte ich auch die gesamte Grundschule über in meiner Klasse. Danach hatte ich nie wieder was mit ihnen zu tun, aber in der Grundschule haben sie sehr viel zusammen gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, haben sie sich aber auch des Öfteren mal geprügelt *g* Also ganz so idyllisch und harmonisch war das zwischen den beiden nun nicht. Wie das heute ist, kann ich nicht sagen, weil ich, wie gesagt, keinen Kontakt mehr zu denen hatte nach der Grundschule.

    Dann hatte ich zwei Freundinnnen, die Zwillinge sind, aber auf die geh ich als letztes ein, weil ich zu denen am meisten sagen kann.

    Die beiden Nachbarsjungen bei meinen Eltern sind ebenfalls eineiige Zwillinge. Die sehe ich selbst heute, wenn ich bei meinen Eltern herumlaufe, noch immer zusammen herumhängen, aber gut, ich muss gestehen, dass ich die nun auch nicht sooo gut kenne. Aber in Anbetracht der Tatsache, dass sie heute noch viel miteinander zu machen scheinen und scheinbar auch den gleichen Freundeskreis haben (jedenfalls sehe ich sie öfter mal zusammen mit den gleichen Leuten herumhängen, wenn ich mal bei meinen Eltern bin), würde ich jetzt mal schätzen, dass ihr Verhältnis wohl nicht sooo schlecht ist.

    In der fünften Klasse habe ich dann zweieiige Zwillinge kennen gelernt und die hätten erstmal unterschiedlicher nicht sein können: Der eine Bruder hatte lange, blonde Haare und war recht groß (und wurde von vielen am Anfang erstmal für ein Mädchen gehalten Very Happy) und der andere Bruder war mindestens einen Kopf kleiner und hatte dunkle Haare. Na ja, die haben sich ganz gut verstanden, denke ich, später hatte ich nur was mit dem Bruder zu tun, der am Anfang die langen, blonden Haare hatte (in der Mittelstufe hat er sie dann abgeschnitten Very Happy), weil der andere Bruder erst eine Klassenstufe zurückgegangen ist und dann schließlich auf die Realschule gewechselt hat. Der andere hat mit mir zusammen Abi gemacht. Soweit ich weiß, hatten die beiden teilweise auch die gleichen Freunde, aber größtenteils haben die später wohl auch einfach beide ihr eigenes Ding gemacht. Wie die sich jetzt zuhause verstanden haben etc. weiß ich natürlich nicht.

    So, jetzt zu den beiden Zwillingsmädchen, die ich kenne: Eineiig und die könnten damit nicht unzufriedener sein, glaube ich. Früher, als wir Kinder waren, haben sich die beiden eigentlich meistens ganz gut verstanden, die beiden hatten nun bei uns im Dorf nicht so viele Freunde (1-2 andere und später eigentlich nur noch mich und die anderen Freunde halt außerhalb des Ortes, so dass man da nicht mal eben hingehen konnte) und haben sich damals auch viel zusammen beschäftigt (oder wir uns eben zu dritt). Im Großen und Ganzen ging das auch meistens gut, aber manchmal sind auch ganz schön die Fetzen geflogen (ich erinnere mich z.B. daran, dass die beiden mal mit Hausschuhen aufeinander losgegangen sind und ich dazwischen gehen musste, weil ihre Mutter da gerade nicht da war). Letztlich haben sich die beiden aber meistens doch wieder vertragen. Eifersucht war dennoch IMMER da. Wenn eine etwas bekommen hatte, wollte die andere natürlich genau das gleiche, wenn ich mich mit einer alleine getroffen habe, weil die jeweils andere nicht da war, musste ich das an einem anderen Tag mit der anderen nachholen, weil es sonst zu massivem Streit gegangen wäre. Mit der Älteren der beiden hatte ich damals eine gemeinsame Freundin, die auf meine Schule und in meinen Jahrgang ging und die sich durch Zufall mal kennen gelernt hatten und sie hat sich, als sie mal dort war, auch mit der Jüngeren sehr gut verstanden und wollte deshalb beide zu ihrem Geburtstag einladen - ging nicht, denn die Ältere hat sich wahnsinnig aufgeregt und regelrecht getobt, weil das ja ihre Freundin sei und sich ganz gewaltig mit ihrer jüngeren Schwester gestritten, weil sie ihr ja "die Freunde wegnehmen" würde. Ok. Irgendwann sind die beiden dann mit ihrer Mutter umgezogen und hatten da dann nachher auch größtenteils einen anderen Freundeskreis - nur eine Weile, da haben sich die Freunde teilweise überschnitten. Das ging eine Weile dann auch echt gut (ok, kleinere Streitereien gab es noch immer, aber die waren zwischen den beiden eben alltäglich), sie sind mit ihren gemeinsamen Freunden zusammen an den Strand gefahren etc, aber dann hat der Freund der Älteren etwas gemacht, was ich jetzt nicht weiter ausführen will, weil es nicht hergehört. War auf jeden Fall ziemlich große Scheiße und statt zu ihrer Schwester (die die Leidtragende war) zu halten, hat die Ältere zu ihrem Freund gehalten und ihre Schwester nicht nur als Lügnerin hingestellt, sondern auch noch richtig massiv fertig gemacht (mit ihren jetzt alleinigen Freunden Sachen ihrer Schwester von zuhause mitgehen lassen und mit Drohungen gespickt zerschnitten vor die Tür gestellt und all so ne Scheiße). Das ging dann eine ganze Weile so weiter und die Mutter stand natürlich total zwischen den Fronten. Na ja, ich habe der Älteren am Ende die Freundschaft gekündigt, weil das für mich wirklich nicht mehr tragbar war (woraufhin sie dann noch auf mich losgegangen ist, seitdem ist das ganz gegessen) und letztlich ist die Ältere dann ausgezogen. Inzwischen läuft es zwar etwas besser und die beiden Schwestern schlagen sich zumindest nicht mehr gegenseitig die Köpfe ein, wenn beide da sind, aber als gut kann man das Verhältnis der beiden ganz sicher auch nicht bezeichnen.

    Also: Ich bin verdammt froh, keinen Zwilling zu haben, denn von den beiden habe ich das Extrembeispiel für Eifersucht und regelrechten Hass in einer Geschwisterbeziehung gesehen. Und, ganz ehrlich: Ich hätte meine elterliche/familiäre Aufmerksamkeit auch nicht mit einem Zwilling teilen wollen. Klar, manchmal wäre es schöner gewesen, weil der Altersunterschied zu meinem Bruder recht groß ist und ich mich früher oft allein beschäftigen musste, aber... nee. Mein Bruder und ich haben uns früher oft gestritten (gerade wegen des Altersunterschiedes) und das hat mir gereicht. Da hätte ich nicht noch nen Zwilling haben wollen. Heute verstehe ich mich mit meinem Bruder wunderbar und wir sind beide froh, keine weiteren Geschwister zu haben *g*

    Klar war das jetzt ein Extrembeispiel, das ich genannt habe, so läuft es wahrscheinlich eher in den seltensten Fällen ab, aber da ich das so hautnah miterlebt habe, bin ich eben doch dankbar dafür, nur einen neun Jahre älteren Bruder zu haben :)


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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Doresh am So 12 Jun 2011, 23:02

    Ich hab einen zweieiigen Zwilling. Um es mal zusammen zu fassen: Wir sehen uns nicht ähnlich (er sieht eher aus wie unser älterer Bruder Oo ), haben fast komplett entgegengesetzte Interessen und Persönlichkeiten und bei Diskussionen oder Streitereien prallen Argumente komplett an ihm ab. Und ich muss mir regelmäßig anhören, dass er ja der ältere ist (ich kam 7 Minuten nach ihm). Mit anderen Worten: Er geht mir auf den Keks Rolling Eyes

    Nun ja, jetzt studiert er ja im recht fernen Kassel. Eine wahre Wohltat Mr. Green

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    Re: Zwillinge - Segen oder Fluch?

    Beitrag von Shira am Mi 13 Jul 2011, 21:25

    Hehe, ja das kenne ich auch, mit diesen wunderbaren sieben Minuten älter als der andere. Eigentlich völliger Quatsch. Da hat man echt Glück, wenn man erst Studnen später als der andere Zwilling auf die Welt kommt.
    Interessant finde ich es aber, wenn man dann an einem anderen Tag auf die Welt kommt. Habe erst vor kurzem die Geschichte von einem Zwillingspärchen erzählt bekommen: 1. Kind am Silvesterabend, 2. Kind am Neujahrsmorgen.
    Haltet ihr es da für richtig, dass man die Eltern entscheiden lässt, ob die Geburtsdaten so eingetragen werden sollten? Ich meine, das macht immerhin den Unterschied von einem JAHR! Trotzdem lassen Krankenhäuser den Eltern wohl die Möglichkeit das zu entscheiden. Irgendwie ja auch richtig, aber ich kann wohl nur zwiegespalten darüber denken.

    Wie stehts denn mit siamesischen Zwillingen? Glaubt ihr, man kann ein richtiges Leben führen als siamesisches Zwillingspärchen? Ich stelle mir das richtig kompliziert vor. Oder...eigentlich kann ich mir das gar nicht vorstellen! Ich würde einfach zu gerne mal ein Pärchen kennenlernen.
    Einerseits finde ich es da auch richtig, dass man durch OPs die Kinder voneinenander trennen kann. Auf der anderen Seite denke ich da aber auch, dass es doch trotzdem von der Natur als EIN Geschöpf auf die Welt kam. Sollte man sie dann wirklcih trennen? Oder ist das nur dieses Denken einer Zivilisation, dass uns so handeln lässt??? Ach ich weiß echt nicht mehr, was man da noch denken soll...

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 16:13