Hallo ihr vier!
Ich habe mir das Buch gestern gekauft und bin zwar mittlerweile schon bei Kapitel 12, da ich den Tag über nicht ans Internet kam, aber ich möchte auch gern einzeln, der Reihe nach auf die Kapitel eingehen (:
Bezüglich den Schreibstil sehe ich es ähnlich:
Es dauerte, bis ich mich an den Schreibstil gewöhnt habe. Nicht nur das Präsens empfand ich anfangs störend und fremd, auch den Stil an sich. Er war mir iwie zu schlicht und … einfach. Die Sätze waren manchmal sogar gleich aufgezogen, also mit mehrmals „ich“ am Anfang oder so, etwas, auf das ich so achte, weil ich von meiner eigenen Betaleserin darauf gedrillt werde, sowas zu vermeiden XD
Mir fiel das Präsens komischerweise gar nicht auf ~kopfkratz~ Also nach ein paar Kapitel schon, aber für mich las es sich einfach so natürlich, dass es mir weder besonders negativ oder positiv aufgefallen ist (: Ja, mittlerweile gefällt es mir sogar richtig gut, dass die Autorin die Handlung in Präsens hält.
Zum Schreibstil: Komischerweise fiel mir der Schreibstil hier viel negativer auf als sonst. Vielleicht konzentriert man sich mehr darauf, wenn man den Inhalt schon kennt, aber diese kurzen Pistolenschüsse-Sätze haben mich schon gestört. Vor allem, wenn Sätze durch einen Punkt getrennt werden, die eigentlich mehr nach einem Komma klingen. Bei Band2 und 3 kam mir das nicht so krass vor. *kopfkratz*
Ihr habt Recht, der Schreibstil ist für mich ... nett. Nicht schlecht, aber er hat für mich eben auch keinen Widererkennungswert. Ich habe keine Probleme mit kurzen Sätzen, es liest sich alles sehr flüssig und angenehm und leicht, aber mehr zeichnet ihn eben auch nicht aus.
Da...
Ich kenne das Buch ja nun schon, weiß aber noch, dass ich beim ersten Lesen sofort drin in der Story war. Zumindest für mich war es keins dieser Bücher, in die man erst reinfinden musste, weil ich das ganze Szenario sofort gern mochte.
...muss ich Marie zustimmen. Ich habe begonnen zu lesen und die Handlung hat mich sofort eingenommen. Es war diese Mischung aus Vertrautheit und Neugierde. Ich fühlte mich den Personen einerseits nahe und andererseits brannte ich darauf, mehr zu erfahren. Mehr über die Umgebung, die Zeit, die Umstände etc. Und auch jetzt - etliche Kapitel weiter - schafft es die Autorin die Spannung zu halten - so, dass ich das Buch nicht aus den Händen legen kann. Das muss man ihr wirklich hoch anrechnen und ich finde es immer wieder schön, wenn das ein Buch schafft (:
Das Szenario mochte ich eigentlich auch sofort. Es war einfach so neu... und anders und die Informationen waren geschickt eingefädelt. Man wurde nicht überhäuft, fand sich aber trotzdem schnell in dieser Umgebung. Und ich hatte auch keine Problem damit mir alles vorzustellen (: Es entstanden sofort Bilder.
Traurig ist, dass die ersten Überraschungen dieser ersten Kapitel schon verpuffen, wenn man den Klapptentext gelesen hat, den finde ich echt schlimm gemacht, vom Verlag, denn der verrät nicht nur den ganzen Anfang, sondern sogar schon fast alles bis zum Ende hin. Echt schlecht, davon bin ich wirklich nicht sehr angetan, muss ich sagen ...
Uh, ja. Das fand ich auch blöd >.< Ich frage mich ja immer, was sich ein Verlag dabei denkt :/
Was mir etwas fehlt, ist das Schildern der engen Beziehung zu ihrer Schwester. Ich weiß auch nicht, die Hemd-Szene fand ich nie ausreichend.
Da muss ich dir zustimmen, Marit. Mir fiel es nicht sehr störend auf bzw. ist das Bild ihrer Schwester noch sehr gut in meinem Kopf und droht nicht zu verblassen, trotzdem hätte ich mir ein ein, zwei weitere Schilderungen gewünscht, die diese enge Beziehung noch unterstreichen.
Distrikt 12: Ich muss gestehen, dass ich den Distrikt etwas unzureichend beschrieben finde. Ich weiß, dass es ein gutes und ein schlechteres Viertel gibt, es gibt den Drahtzaun, der etwas kaputt ist und eigentlich geladen sein sollte, es gibt die Minen und über allem liegt Kohlestaub. Aber das wars. Irgendwie fehlte mir da etwas mehr Atmosphäre zum Anfassen.
Der Wald war aber sehr gut beschrieben.
Echt, fandest du!? Ich finde, das war eine Sache, die der Autorin sehr gut gelungen ist. Die Stimmung, die Atomsphäre, die Umgebung, die Menschen - all das war für mich irgendwie zum Greifen nah (: Und auch dadurch, dass der Wald mehr beschrieben wird, verstärkt sich noch einmal der Eindruck, dass dies ein Ort ist an dem sie für ein paar Stunden für sich sein können und mit dem sie auch viel Schönes verbinden - ihre Freundschaft, die Erinnerungen an ihren Vater, das Bogenschießen etc.
Aber so unterscheiden sich wohl einfach die Ansichten

Bezüglich der Hungerspiele schließe ich mich Hannah und Marie an.
Anfangs kamen mir auch ein paar Gedanken auf, die an diesem System ihre Zweifel haben, aber wie Hannah schon angesprochen hat - in unser Welt gibt es so viel Grausamkeit.
Sinnlose Grausamkeit. Ich denke, wenn ich Ereignisse/Zeiten/Vorfälle in der Vergangenheit UND Gegenwart berachtete, dann meine ich, dass es weit Grausamere und Sinnlosere gab und gibt, als diese "Hungerspiele".
Gibt es da nicht effektivere Methoden, den Distriktbewohnern zu zeigen, dass das Capitol mächtiger ist?
Ich denke, es ist eine von vielen effektiven Methoden. Aber diese Methode vereint zwei bedeutende Punkte - zum einen wird der Hass zwischen Reich und Arm weiter geschürt (z.B. Tesserasteine) und zum anderen sind es
Kinder, die hier gewählt werden. Kinder, die
Jahre mit der Chance rechnen müssen, als Tribut eingefordert zu werden und Eltern, Großeltern, Verwandte und Bekannte, die mit dieser Angst leben müssen. Und dann werden diese Hungerspiele gleichzeitg als wahres Fest gefeiert. Ein (wahnsinniges) Spektakel, das von allen via Fernsehen verfolgt wird.
Schlimm wird/ist es, wenn Menschen diesen Zustand resigniert hinnehmen. Nicht anders können, als den Wanhsinn mit zu machen und Wahsinn irgendwann zur Normailität wird...
Denn die Menschen im Distrikt 12 kriegen davon ja nur bedingt viel mit (von den Hungerspielen einmal abgesehen). Da wundert es mich schon, dass sich bei so wenig Druck von oben nicht mehr Widerstand aufbaut. Denn auch die Friedenswächter in dem Distrikt sind ja eher chillig drauf. Mir wurde besonders im ersten Teil nie richtig klar, wo da der Druck entsteht. Aber da mögen Dinge in der Vergangenheit geschehen sein, die noch immer frisch in den Köpfen der Menschen sind und die von einem Aufstand abhalten.
Ich denke auch nicht, dass allein der Auftstand, der noch dazu lange zurück liegt, den Widerstand niederhält. Aber wissen die Menschen, was passieren wird, wenn ein weiterer Aufstand folgt? Als Folge des letzten Auftstandes entstanden die Hungerspiele und was kommt danach...? Ich denke, wenn man in diesen Distrikten gefangen ist, ist es schwer sich zu organisieren und gezielt gegen das Kapitol vorzugehen. Niemand in den Distrikten weiß, welche Macht das Kapitol (ja, dauernd ist die Rede davon, aber mehr als ein Wort, vage Bilder ist das Kapitol in den Köpfen der Menschen doch nicht) wirklich hat, wer sich hinter all dem verbirgt, wo die Fäden zusammenlaufen, wie groß die Chancen eines Sieges sind ... Hinzu kommt das diese Distrikte nicht umsonst ganze 12 an der Zahl sind. Drei, vier dürften sich schneller und effektiver zu einem Aufstand zu organisieren, aber ganze 12...? Distrikte, in denen die Mehrheit der Menschen nicht einmal die Kraft dazu haben, sich zu erhaben.
Hm. Soweit meine Gedanken dazu.
Mit den Charakerten komme ich bisher sehr gut zurecht (: Ich mag Katniss, ihre Art. Und auch Gale und Peeta.
Die Situation bei Madge fand ich besonders aufwühlend und ich kann verstehen, dass Gale so fühlt. Einerseits gibt es die Mehrheit, die davor fürchten muss an Hunger zu sterben und ein paar Straßenzüge weiter leben Menschen in Überfluss.
Eine andere Szene, die ich sehr bewegend fand, war die Szene am Markt, als die Menge aufgefordert wird zu klatschen, aber niemanden in den Applaus einfällt.
Liebe Grüße,
Naomi