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    Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

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    Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Amira am Di 31 Mai 2011, 22:50

    DER REGENBOGEN
    HAT NUR ACHT
    FARBEN
    PETER POHL




    Taschenbuch: 352 Seiten
    Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3423620293


    INHALT

    Heinrich ist fünf, als er im September 1945 nach Schweden kommt. Er ist Deutscher, seine Mutter Schwedin, der deutsche Vater ist im Krieg gefallen. Was Frieden ist, hat Heinrich noch nicht erfahren. Dass er auch die Hölle sein kann, lernt Heinrich bald. Denn er ist fremd, ein Ausländer, Deutscher - ein kleiner Nazi. Natürlich wissen die Nachbarkinder und später die Mitschüler nicht, was ein Nazi ist. Doch das hindert sie nicht daran, Heinrich zu quälen, mit Worten und mit Schlägen. Unter Schlägen wird aus Heinrich Henrik, lernt er sich anpassen und weiß doch, es bedarf nur des geringsten Fehlers, und er ist wieder der, der nicht dazugehört. Aus Angst wird er zum misstrauischen, vergrübelten Einzelgänger - bis Ylva in die Klasse kommt, die starke, selbstbewusste, sanfte Ylva, die seine erste Liebe wird.

    Peter Pohl beschreibt mit der Intensität, die man aus "Jan, mein Freund" und "Nennen wir ihn Anna" kennt, die Mechanismen der Ausgrenzung und Gewalt. Aus dem Roman einer unglücklichen Liebe wird zugleich ein zorniges Plädoyer für die Liebe und gegen den Hass - ein Buch, das unausgesprochen auch fragt, wie wir es mit Fremden halten.

    Der Verlag über das Buch.




    „Im letzten Jahr am fünfzehnten September bin ich sechs geworden“, teilte ich mit. „Und am nächsten fünfzehnten September könnte ich sieben werden.
    Also bin ich irgendwas zwischendrin“, sagte ich und hoffte, dass sie nicht fragen würde, was eigentlich zwischen sechs und sieben lag, davon hatte ich nämlich keine Ahnung.
    Zeit lag dazwischen, aber wie viel? Halb sieben?
    „Könntest du sieben werden?“, wiederholte die Frau. „Könntest du werden. Was meinst du damit?“
    „Wenn ich nicht vorher sterbe.“
    [Zitate aus "Der Regenbogen hat nur acht Farben"]




    MEINUNG

    Ich habe das Buch vor einigen Tagen beendet und hatte mir vorgenommen gleich im Anschluss eine Rezension zu verfassen, doch selbst jetzt weiß ich nicht, ob bzw. wie ich dem Buch gerecht werden kann. Was jedoch feststeht, ist, dass "Der Regenbogen hat nur acht Farben" die Bezeichnung Lieblingsbuch zu Recht verdient - der Roman hat mich ungemein mitgenommen und nicht mehr losgelassen.
    Es ist aufrüttelnd und erschreckend, was Henrik nach dem Krieg während des Friedens erlebt, der ihm wie ein weiterer Krieg erscheint. Der Autor (be)schreibt schonungslos die Wahrheit und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Wie keinem zweiten gelingt es Peter Pohl Emotionen zu beschreiben. Da gibt es den Grünen Neid. Das Glitzernde Kichern. Das Lila Entzücken und die Dunkelblaue Schläfrigkeit. Und dann ist da Henrik, versteckt zwischen all den Farben, den Emotionen, darauf bedacht, den anderen keinen Anlass zu geben, ihn zu quälen. Immer wieder betont er, dass er nicht vergessen wird. All die anderen sind Vergessende, Kinder ohne Erinnerungen, nur er erinnert sich an alles, an die Geborgenheit seiner Mutter, die Quälereien der anderen Jungen und die Beschimpfungen. Und irgendwann wird er sich rächen.
    Bis er Ylva kennen lernt. Zusammen lernen sie sich neu kennen und Ylva versucht Henrik von der Unsicherheit zu befreien, ermutigt ihn, voraus zu denken, Pläne zu machen und zu wünschen …
    Für mich ist es ein besonderes Buch. Ein besonders Buch, dessen Autor die Wahrheit erzählt, die Wahrheit und darüber hinaus. Er erzählt von Hass und Liebe. Von schönen Momenten, traurigen Situationen und dem Vertrauen. Vertrauen ihn sich selbst und andere.

    Ich geben dem Buch fünf von fünf Sterne und könnte ich mehr, würde ich es tun.

    *Das Buch selbst ist nur noch gebraucht erhältlich/zu bestellen bzw. in Antiquariaten zu finden.



    Ich hörte nicht zu, wie sie das ausdrückte, ich war viel zu sehr damit beschäftigt, meinen Kummer über die Ungerechtigkeit nicht zu zeigen. Man darf nie zeigen, dass man traurig wird. Übrigens auch nicht, dass man froh wird. Man muss alles, was man fühlt, verstecken, damit niemand daherkommen und die Gefühle packen und ihnen die Arme so lange verdrehen kann, bis es weh tut.
    [Zitate aus "Der Regenbogen hat nur acht Farben"]


    Zuletzt von Amira am So 07 Apr 2013, 21:31 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von captaincow am Di 31 Mai 2011, 23:00

    Hallo Naomi,

    vielen, vielen Dank für deine Rezension zu diesem Werk. Ich war schon ganz neugierig und jetzt ist sie da Very Happy Und auch noch so wunderbar gestaltet *-*

    Du sagtest ja schon einmal, dass die Rezension zu Gunsten des Buchs ausfallen würde. Jetzt weiß ich auch, warum. Very Happy
    Und ich ärgere mich gerade, dass das Buch nur noch so schwer zu bekommen ist. Was du beschreibst, klingt nach einer außergewöhnlichen Geschichte, die in einem genau dazu passenden Ton geschrieben ist und eine unglaubliche Wirkung hat. Deine Bewertung macht mich neugierig. Und die Beschreibungen der Stimmungen in Verbindung mit den Farben, klingen ebenfalls ungewöhnlich, aber irgendwie auch eingängig. Wahnsinn.

    Ich werde mal sehen, ob ich das Buch irgendwo auftreiben kann... Hoffentlich finde ich es irgendwann :]

    Liebe Grüße,
    Hannah
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Amira am Di 31 Mai 2011, 23:20

    Hallo Hannah!

    Oh, das freut mich aber, dass du gleich vorbeischaust :3 Entschudlige, dass es etwas gedauert hat, aber irgendwie wollte ich mit der Rezension auch dem Buch gerecht werden [: Danke. ♥

    Ja, das Buch hat mich wirklich ... begeistert. Damals hatte ich davon eigentlich nur durch Zufall erfahren und beschloss kurzfristig es mir zu kaufen und ... wie ich sehe eine gute Entscheidung :')

    Aber eigentlich habe ich es ganz leicht bekommen. Bis auf das es halt ein gebrauchtes Exemplar ist. Sonst habe ich es ganz normal, wie üblich in der Buchhandlung zu einem normalen Preis (etwa 12 Euro) bestellt (: Also da gabs (glücklicherweise) keine Probleme.

    Ja, der Schreibstil passt einfach perfekt zu ihm, dem siebenjährigen Jungen. Der Autor schreibt, so wie Henrik denkt, fühlt und (er)lebt (:
    Mit dem Titel hat es eben auch eine Besonderheit an sich und etwa nach der Hälfte erfährt man, was direkt dahinter steckt.

    Solltest du es dir zulegen, würde ich mich - wie du dir wahrscheinlich denken kannst ^.^ - über deine Meinung freuen.

    Liebe Grüße,
    Naomi
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Alania am Di 26 Jul 2011, 12:22

    Hey, Naomi!

    Vielen Dank für die Vorstellung des Buches!
    Wow, ich muss sagen, es hört sich richtig gut an! Natürlich vom Inhalt her bedrückend und wenn man daran denkt wie Henrik behandelt wird grausam, aber doch auf irgendeine Weise auch schön, weil man erfährt, dass Ylva ihn aus dieser Situation befreien möchte.

    Wie kein zweiter schafft es
    der Autor Emotionen zu beschreiben. Da gibt es den Grünen Neid. Das
    Glitzernde Kichern. Das Lila Entzücken und die Dunkelblaue
    Schläfrigkeit.
    Wow, das hört sich klasse an! Ich mag solche ... ich sag mal "ungewöhnlichen" Beschreibungen richtig gerne! Und auch die Zitate haben sie vielversprechend angehört! Very Happy

    Schade, dass man das Buch nicht mehr in der Buchhandlung erhält. :'D
    Sonst hätte ich definitiv danach Ausschau gehalten.

    LG
    Angie


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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Amira am So 31 Jul 2011, 20:36

    Hallo Angie,

    danke fürs Vorbeischauen. Es freut mich, dass ich dich neugierig gemacht habe.
    Ich kann es nur betonen, es ist ein großartiges Buch. Mittlerweile ist es ja schon etwas her seit ich es gelesen habe, aber es fühlt sich an, als hätte ich es gestern beendet.
    Was soll ich sagen - für mich eines der besten und ungewöhnlichsten Bücher, die ich gelesen habe (:

    Ja, das ist schade, aber wie gesagt - über amzon ist es noch erhältlich (:

    Wah, wahrscheinlich werde ich es diesen Sommer noch einmal lesen Very Happy

    Liebe Grüße,
    Naomi
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Vampirmaedchen am Sa 10 März 2012, 16:15

    Hallo Naomi!

    Der Titel scheint ganz passend zu dem Buch zu sein, oder?
    Jedenfalls haben mich die Zitate und deine Meinung dazu gebracht, dass ich dieses Buch unbedingt einmal lesen möchte. Es scheint wirklich sehr ergreifend zu sein. Und ehrlich. Bücher, die so einen mitnehmen, müssen wirklich gut geschrieben sein und wenn du dem Buch schon mehr als 5 Sterne geben würdest ... Hm, ich muss wirrklich mal zusehen, dass ich zur Biblo wieder komme und da nach forsche ...

    Danke für die wunderschöne Vorstellung! :)

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Tin am So 28 Okt 2012, 18:14

    Liebe Naomi,

    vielen Dank für deine tolle Vorstellung.
    Das Buch klingt unheimlich interessant und tiefgründig und deine positive Meinung dazu hat mich wirklich neugierig gemacht. Spannend finde ich vor allem, dass es irgendwie eine andere ... Perspektive einnimmt. Ich kenne nicht sonderlich viele Bücher, in denen ein deutsches Kind im Ausland runtergemacht wird und solche Dinge erlebt, wie der Protagonist hier (gut, das heißt nicht, dass es solche nicht gibt, vermutlich kenne ich sie einfach nur nicht ^^). Und auch, dass Henrik eine Art "zweiten Krieg" erlebt, zu der Zeit, in der er eigentlich frei und - soweit das möglich ist - glücklich sein kann.

    Generell bin ich ja nicht so der Freund von gebrauchten Büchern, zumindest, wenn ich sie übers Internet bestelle und sie mir vorher nicht ansehen kann. Hier würde ich das "Risiko" jedoch eingehen, da es wirklich sehr spannend klingt!
    Falls ich es irgendwann dann gelesen habe, werde ich selbstverständlich meine Meinung hier posten.

    Liebe Grüße
    Tin

    PS: Ich habe gerade gesehen, dass es auch einen 2. Teil von dem Buch gibt. Hast du den auch gelesen?
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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

    Beitrag von Amira am So 07 Apr 2013, 21:53

    Hallo Vee! Hallo Tin!

    Vielen lieben Dank fürs Lesen und Kommentieren der Rezension! Und es freut mich natürlich sehr, dass sie euch zusagt. (:

    ²Vee
    Genau, die Bedeutung des Titels wird im Laufe des Buches aufgedeckt, aber auch ohne dieses Hintergrundwissen finde ich ihn einfach sehr schön - und besonders; eben ganz so wie der Roman. (:
    Zu bedauern ist lediglich das (mittlerweile scheinbar) rare Vorkommen des Buches, aber vielleicht kommst du ja doch einmal dazu, es zu lesen.

    ²Tin
    Stimmt, solch eine Sichtweise war auch mir bisher in keinem diese Thematik betreffenden Buch untergekommen. Nicht unwesentlich zu erwähnen, ist auch der Umstand, dass das Buch stark autobiografisch geprägt ist - was angesichts der Handlung im Laufe des Buches erschreckend und bewundernswert ist.
    Es würde mich auf alle Fälle sehr freuen, solltest du dir das Buch zulegen! (: (Und ich hoffe natürlich, dass du meine Begeisterung nachvollziehen wirst können (:)

    Ja, der nahtlos an den ersten Roman anschließende zweite Teil "Während der Regenbogen verblasst" hat mich nicht minder überzeugt! (: Etwa gesondert zu betrachten ist der dritte Band unter dem Titel "Nennen wir ihn Anna"; das Buch habe ich erst dieses Jahr gelesen und hat mir ebenfals gut gefallen, wenn auch nicht ganz so wie die beiden vorherigen Bände.

    Viele liebe Grüße,
    Naomi

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    Re: Peter Pohl - Der Regenbogen hat nur acht Farben

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