Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Falsche Erwartungen wecken

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    Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von Amira am So 29 Mai 2011, 16:35

    Hallo ihr Lieben!

    Kennt ihr das, wenn Cover oder Klappentext eines Buches völlig falsche Erwartungen wecken? Beispielsweise ist von einer romantischen Liebesgeschichte die Rede, die sich jedoch ganz anders äußert? Oder der Klappentext wirkt nach Effekt-Hascherei und einem 0815-Buch, dahinter steckt jedoch weit mehr?
    Eure Meinungen und Erfahrungen würden mich interessieren?
    Vielleicht habt ihr ja euch ein paar Beispiele, bei denen ihr positiv/negativ überrascht wurdet?


    Liebe Grüße,
    Naomi

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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von captaincow am So 29 Mai 2011, 18:04

    Hey Naomi,

    ich glaube, darüber hatten wir uns schon einmal unterhalten. Razz Aber ich mag das Thema, weil mir das in letzter Zeit immer öfter passiert, dass der Klappentext falsche Erwartungen weckt.
    Bisher war es allerdings immer so, dass ich im Nachhinein positiv überrascht war. Zum Glück - andersherum wäre es echt nicht schön.
    Zum Beispiel bei "Oryx und Crake" von Margaret Atwood war das so. Der Klappentext versprach die Geschichte einer zärtlichen Liebe - die dann im Endeffekt gar nicht auftauchte. Ich bin richtig froh, dass ich mir auf eine Empfehlung hin das Buch trotzdem gekauft habe, denn es ging viel mehr um eine schräge Zukunftsvision, in der diese Liebe eine winzige Rolle gespielt hat.
    Ein anderes Beispiel ist "Die Einsamkeit der Primzahlen" von Paolo Giordano. Da machte der Klappentext auch den Anschein, dass es sich um eine romantische Liebesgeschichte handelt, was dann gar nicht so war. Oder bei "Die Lügen, die wir erzählten" von Judy Blundell, was eben nach einem total merkwürdigen 0815-Buch klang, aber doch mehr Tiefe, als erwartet hatte.
    Da finde ich es dann immer sehr ärgerlich, dass sich der Verlag mit dem Klappentext so ein Eigentor schießt. Und irgendwie fragt man sich auch, ob man überhaupt noch auf Klappentexte vertrauen kann :]

    Mich würde mal interessieren, wie das bei dir so war Very Happy

    Liebe Grüße,
    Hannah


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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von moriazwo am So 29 Mai 2011, 18:39

    Auf Klappentexte bin ich schon wiederholt reingefallen. Oft ist es ja so, dass man z. B. in der Bahnhofsbuchhandlung steht, weil man auf einen Zug wartet, weil man den letzten verpasst hat. Man stöbert in den Regalen herum, nimmt verschiedene Bücher in die Hand, von denen man zum Teil noch nie etwas gehört hat. Woran soll man sich orientieren, wenn man weder Autor, noch Buch kennt? Es ist in der Regel der Klappentext. Manchmal hat mich dieser dann so sehr interessiert, dass ich mir das Buch gekauft habe.
    Im Großen und Ganzen war dann - salopp gesagt - auch das drin, was draufstand, aber manchmal wird beim Lesen dann bewusst, dass der Klappentext nicht mehr als ein reißerischer Aufmacher für ein mittelmäßiges Buch war. Pech gehabt.
    Ich würde jetzt daraus keine Katastrophe heraufbeschwören wollen. Der Klappentext soll schließlich genau das tun, was er tut: einen potenziellen Leser für das Werk interessieren. Somit dient er nicht allein der Information. Er ist ein Anhaltspunkt und leider nicht mehr. Will ich mehr Sicherheit, darf ich mich nicht auf solche Spontankäufe einlassen, sondern muss vorher im Internet recherchieren. Das ist auch eine Möglichkeit, aber wo bliebe da der Spaß ...?

    Gruß
    Michael


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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von Pooly am Mo 30 Mai 2011, 13:09

    Hallo zusammen,

    wieder so ein interessantes Thema. Über Klappentexte könnte ich mich ewig unterhalten, weil es da einfach so viel gibt, das man falsch machen kann und das auch falsch gemacht wird. Es ist so oft so, dass einfach zu viel verraten wird, dass ein falsches Bild vermittelt wird oder dass einfach etwas ganz groß aufgezogen wird, das am Ende dann leider doch nicht mehr als mittelmäßig ist. Leider ist das eben eine sehr schwere Sache und man fällt immer wieder darauf herein.

    Konkrete Beispiele habe ich gerade leider nicht parat. Obwohl ich froh bin, dass ich mir "Numbers" nicht gekauft habe, da fand ich den Klappentext so super und das Cover war auch toll. Zum Glück habe ich schon in der Buchhandlung reingelesen und gesehen, wie schlecht der Schreibstil war. Arme Menschen, die auf so etwas hereinfallen. Schon sehr traurig, dass man als Verlag auf immer härtere Methoden zurückgreifen muss, um schlechte Inhalte gut zu verkaufen - Anstatt sich mal die Mühe zu machen, gute Texte zu suchen. Aber so ist es leider "/

    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von captaincow am Di 31 Mai 2011, 21:31

    Hallo (:

    @ Marie:

    bwohl ich froh bin, dass ich mir "Numbers" nicht gekauft habe, da fand ich den Klappentext so super und das Cover war auch toll. Zum Glück habe ich schon in der Buchhandlung reingelesen und gesehen, wie schlecht der Schreibstil war.


    Das Buch hat mich ja vom Cover und Klappentext her auch sehr angesprochen. Zum Glück habe ich es mir im Endeffekt nur ausgeliehen und hab dann recht schnell gemerkt, dass es nichts für mich ist. Da musste ich mich dann auch nicht ärgern oder so (hätte ich das Buch gekauft, wäre es wohl anders gewesen).

    Echt schade, dass so etwas immer öfter passiert, irgendwie.


    @ Michael:

    Will ich mehr Sicherheit, darf ich mich nicht auf solche Spontankäufe einlassen, sondern muss vorher im Internet recherchieren. Das ist auch eine Möglichkeit, aber wo bliebe da der Spaß ...?


    Na ja, eine andere Möglichkeit ist es, stellenweise reinzulesen. Natürlich hat man da nicht die hundertprozentige Sicherheit, dass das Buch hält, was es verspricht, aber wann hat man die schon vor dem Lesen?! Wie du sagst, wenn man vorher im Internet über die Bücher recherchiert/recherchieren muss, geht auf Dauer der Spaß verloren.


    Liebe Grüße,
    Hannah


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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von Alania am Mi 08 Jun 2011, 22:52

    Hallo, Naomi!

    Also ich habe schon Bekanntschaft mit Inhaltsangaben gemacht, die dem Inhalt des Buches widersprachen. Vielleicht erinnert sich noch jemand an den Roman Wilde Hund von Markus Zusak, den ich rezensiert habe. Das war so ein Fall. Das ist in gewisserweise Schlamperei, möchte ich mal meinen. || Aber ich hab auch schon Bekanntschaft mit Büchern gemacht, die vom Klappentext her unglaublich interessant klangen und deren Cover auch wirklich schön gestaltet waren, im Endeffekt, aber der wirkliche Inhalt nicht überzeugen konnte. Ich denke, das gibt es heutzutage häufig ... Was ich allerdings sehr schade finde. Es gibt (in meinen Augen) sehr gute Bücher, die allerdings ein eher bescheidenes Kleid tragen. Und dann haben wir diesen 0815-Mainstream Sachen, die mit frn überragensten und wunderschönsten Cover ausgestattet sind. Ich habe absolut nichts gegen schöne Cover, aber dann sollten sie doch halten, was sie versprechen. Andererseits ... irgendwie muss ja das Buch verkauft werden. Wink Und das Cover spielt da meist eine große Rolle.

    LG
    Angie


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    Re: Falsche Erwartungen wecken

    Beitrag von Nakyo am Mi 08 Jun 2011, 23:08

    Ich glaube, die Erfahrung mit dem Klappentext hat hier jeder schon gemacht. In letzter Zeit haben diese "Reinfälle" bei mir jedoch derart zugenommen, dass ich mittlerweile immer in das Buch hinein lese, bevor ich es mir kaufe. Klar kann man sich so auch noch nicht sicher sein, aber so kann ich mir wenigstens ein bisschen Gewissheit geben, dass immerhin der Stile gut ist und nicht einschläfernd. Und die meisten größeren Buchhandlungen bieten ja mittlerweile auch Leseecken an. Ich muss aber zu geben, dass ich es einmal geschafft haeb, verseehntlich das ganze Buch im Laden zu lesen. xD Ich habe es mir dann natürlich trotzdem noch gekauft, da ich gelesene Bücher, egal welcher Qualität (und dieses war gut) unbedingt haben muss. ^^Ich gebe zu, da bin ich ein richtiger Buchjunkie.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 15:53