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    Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

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    Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Tin am Do 19 Mai 2011, 17:18

    Das Nibelungenlied

    [Titelseite des Nibelungenliedes - Auf Grund der hohen Auflagezahl, gibt es kein festes Cover, das ich hier zeigen könnte. Wink]

    Zum Autor:
    Beginnen wir mit dem vermutlich interessantesten Punkt: Dem Autor. Warum es so interessant ist? Der Autor ist unbekannt. Razz Das Nibelungenlied wird in seiner Entstehung um die Zeit des 12. Jahrhunderts datiert und man vermutet, dass es sich hierbei um ein Auftragswerk handelt. Wer genau der Auftraggeber, der Metzen, war, ist nicht klar, jedoch sind sich viele Forscher auf Grund des starken Ortsbezuges auf Passau und den so genannten Bischof "Pilgrim" innerhalb des Werkes darüber einig, dass es Bischof Erla (ich hoffe der Name ist so richtig geschrieben, ich bin mir nicht zu 100% sicher) gewesen sein könnte...

    Zur "Besonderheit" des Nibelungenliedes (Gattung):

    Das Nibelungenlied ist ein so genannter "Heldenepos". Es ist in Strophenform (Nibelungenstrophen) geschrieben und hat somit eine sangbare Form, was vermutlich daher rührt, dass Heldenepen meist mündlich überliefert/vorgetragen wurden.
    Es gibt verschieden Versionen des Liedes, die verschiedenen Handschriften, die sich im großen und Ganzen sehr ähneln, aber doch in einigen Aspekten unterscheiden. Das kann vor allem an der Übersetzung liegen, aber darauf weiter einzugehen würde hier den Rahmen sprengen Very Happy Zum einen ist auffällig, dass die Eingangsstrophe (vermutlich) erst später, in Handschrift C, hinzugefügt wurde. Außerdem gibt es in einigen Fassungen "Szenen", die in anderen nicht auftreten usw.
    Als letztes anzumerken bleibt, dass es eine "nôt"- und eine "liet"-Fassung des Nibelungenliedes gibt: Diese unterscheidung bezieht sich "lediglich" auf das Ende des Liedes, das in manchen Handschriften ein wirkliches Ende darstellt mit den Worten "das ist der Nibelungen not", in anderen Handschriften wiederum hat es der Übersetzer offener gelassen, er stellt keine Vermutungen darüber an, was weiterhin passiert sein könnte und schließt mit den Worten "das ist der Nibelungen liet".

    Der Inhalt:
    Tja... etwas zum Inhalt zu sagen ist auf Grund der Vielschichtigkeit dieses Werkes gar nicht mal so einfach. Im großen und Ganzen könnte man sagen: Das Nibelungenlied ist ein riesengroßes Familiendrama. Hagen ermordet Siegfried, seine Frau, Kriemhild, ist zu tiefst betrübt und will sich an dem Mörder rächen. Dazu lädt sie ihn und ihre Brüder in das Land ihres zweiten Mannes ein, wo ein riesiges Gemetzel startet, das mit dem Tod des Möders, der Ermordung der Brüder und schließlich ihrem eigenen Tod endet.
    Selbstverständlich passieren dazwischen noch viele weitere, wichtige Dinge, aber alles aufzuzählen wäre zu viel.
    (Auf Wikipedia steht eine Zusammenfassung für jede der 39 Aventiuren... Wink)

    Meine Meinung:

    Ich habe das Nibelungenlied jetzt im Rahmen meines Studiums gelesen und ich muss tatsächlich sagen: Trotz meiner Sekpsis, war es wirklich gut! (Selbstverständlich habe ich die deutsche Übersetzung und nicht den mittelhochdeutschen Text gelesen, dazu reichen meine Kenntnisse noch nicht aus Very Happy) Es gibt sicherlich Dinge, die mich störten: Ständige Übertreibungen (Klar, Hagen hat ALLEINE 1.000 Recken, 9.000 Knappen und was weiß ich wie viele Pferde mit Gepäck über einen Fluss geschifft!! und derartiges kam immer wieder vor Very Happy Oder auch eine Frau, die einen Schild heben kann, der so schwer ist, dass ihn 3 Männer nur mit Mühe tragen, usw. usw...), viiiiiiiel zu viele Namen (die leider teilweise ohne jegliche Erklärung oder Bezug bleiben) und immer wieder Sätze wie "darum mussten viele tapfere Helden später ihr Leben lassen" oder "darum würden die Augen vieler Frauen später nicht mehr trocknen" oder ähnliches... Aber darüber liest man irgendwann hinweg. Die ganze Geschichte ist, wenn man über manch unrealistischen Aspekt hinweg sieht, wirklich interessant und am Ende sogar echt spannend. Vor allem fand ich es toll zu verfolgen, wie sich meine Symphatien verändert haben: War ich am Anfang noch für Kriemhild und total gegen Hagen - war es am Ende genau andersrum (zumindest teilweise).
    Ich "bereue" es nicht, dass ich das Nibelungenlied lesen musste, auch wenn es mich am Anfang ein bisschen Überwindung gekostet hat und ich kann es allen, besonders denen, die sich für solche Heldenepen, in denen ein Held einen Drachen tötet und am Ende jeder mit jedem Feind ist, nur empfehlen.





    Achja: Vampire sind sogar auch ein Thema.... Very Happy
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Deadwing am So 10 Jul 2011, 00:53

    Hihi, ja, ich hab es auch studienbedingt gelesen und bin eigentlich durchus angetan davon. ^^ Okay, der Stil samt der von dir angesprochenen Übertreibungen usw. ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber rein vom Stoff her finde ich das Nibelungenlied eigentlich wirklich faszinierend und denke, dass er auch heute noch absolut unterhaltend ist. =)

    Ich hab im Laufe des Seminars auch noch Bühneninszenierungen von Moritz Rinke und Friedrich (?) Hebbel gelesen, die dann jeweils noch mal andere Aspekte betont haben, das hat meine Begeisterung für die Geschichte an sich noch gesteigert. Very Happy

    Hab also schon schlechteres gelesen.
    Ist aber sicher Geschmackssache, ob man mit dem mittelalterlichen Stil zurechtkommt.
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Tin am So 01 Apr 2012, 13:55

    Ja es ist tatsächlich reine Geschmackssache. Aber wie du sagtest: Es beinhaltet einige Themen, die heute sicherlich noch sehr interessant sind.
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Janey am So 01 Apr 2012, 17:53

    Hey Tin,

    Sehr interssante Meinung ...
    Eine Freundin von mir hat das Buch im Rahmen eines Deutschprojektes lesen müssen und war so überhaupt nicht angetan davon. NAch der ersten Strophe muss ich sagen war dann auch mein Interesse erloschen. Das ist zu schwer für mich! Es gibt ja mehrere Ausführungen, wie von dir ja bereits erwähnt. Reclam mal als Beispiel hat das Buch in verschiedenen Ausführungen herausgebracht. Eine verständliche und eine ziemlich alte Version des Textes, duch die ich nicht ganz durchsteige. Mir drängt sich da volgende Frage auf: Welches der beiden hast du gelesen? Also eine einfache oder eine ältere, aber wohl schon übersetzte Version, die sich nicht reimt?
    In der neueren ist das ganze glaube ich sehr viel besser zu verstehen. Meine besagte Freundin hätte es ohne diese auch nicht zu Ende geschafft, wobei ihre Referatsgefährtin die andere version gelesen hat und auch hier un dda Probleme hatte.
    Ich hasse Texte bei denen mann jeden Satz öfter lesen muss, um ihn richtig zu verstehen!

    Vom Inhalt her finde ich das Buch oder eher das Lied sehr gut! Es ist doch immer etwas Schadenfreude dabei ...

    Wenn man das gesungen hört dauert es glaube ich einige Tage, ich bin mir da nict mehr so ganz sicher was sie gesagt haben, aber bei you tube ist es lohnenswert es sich anzu hören. Zumindest einne Teil Wink

    Liebe Grüße
    Jana
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Tin am So 01 Apr 2012, 18:02

    Hey Jana,

    natürlich, wenn man eine mittelhochdeutsche Version liest, ist es so gut wie unmöglich das als "Laie" zu verstehen!
    Welches der beiden hast du gelesen? Also eine einfache oder eine ältere, aber wohl schon übersetzte Version, die sich nicht reimt?
    Ich hatte die Ausgabe von Fischer, mit mittelhochdeutschem Text und Übersetzung. Da die Übersetzung nicht gereimt war, ließ sich das eigentlich sehr gut lesen. (:

    Ja, ich denke auch, dass es ewig dauern würde, das Lied gesungen anzuhören! Da hätte ich sicher nicht die Geduld zu Voll doll lol
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Janey am So 01 Apr 2012, 18:21

    Ja stimmt, wenn man beides zusammen liest geht es.

    Och also reinhören ist echt zu empfehlen! Da bekommt die Athmosphäre zu spüren und wie ... dämlich es sich angehört hat wenn man das gesungen hat. Also Respekt an alle Minnesänger!

    Hör mich an!
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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

    Beitrag von Tin am So 01 Apr 2012, 18:35

    Tja die Frage ist ja nur, ob es damals wirklich SO interpretiert wurde - oder nicht vielleicht völlig anders. Darüber gibt es ja keine Überlieferungen.

    Und ich bin auch kein Fan von Minnesang. Irgendwie kann ich mir das nicht anhören - ich kann noch nicht einmal sagen warum. Ich finde es nicht lächerlich oder so, aber ich mag es einfach nicht.

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    Re: Unbekannt ~ Das Nibelungenlied

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