Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Nina Blazon - Ascheherz

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    Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Mondlicht am Di 17 Mai 2011, 10:38



    Nina Blazon
    Ascheherz

    Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    Verlag: cbt (10. Januar 2011)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10:3570160653
    ISBN-13: 978-3570160657
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
    Quelle: Amazon

    Inhalt:

    Ihr Kuss meint Tod, ihre Liebe Leben

    Seit einem Unfall ist Summers Gedächtnis wie ausgelöscht. Sie weiß nur eines: Der Blutmann, der sie in ihren Albträumen verfolgt, ist nun in ihr Leben getreten und will sie töten. Und er scheint nicht der Einzige zu sein, der sie verfolgt. Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben. Auf ihrer gemeinsamen Flucht in das ferne Nordland muss Summer erkennen, welchen Verrat sie vor Jahrhunderten begangen hat: Einst gehörte sie zu den Zorya, deren Kuss den Sterblichen den Tod bringt. Doch einem Mann mit sanften Augen, der in ihren Armen sterben sollte, schenkte sie die Ewigkeit. Nun fordert Lady Mar, die Herrin des Todes, das Leben zurück, um das sie betrogen wurde. Kann Summer den Tod ein weiteres Mal überlisten oder muss sie ihre Liebe opfern, um selbst Lady Mars tödlichem Kuss zu entgehen?

    Meine Meinung:

    Hinter der Story verbirgt sich noch viel mehr, als der Klappentext verrät ... Lasst euch nicht täuschen! Hier erwartet euch eine spannende, zauberhafte und leicht philosophisch angehauchte Geschichte um Leben und Tod, um Unsterblichkeit und Vertrauen, um Zugehörigkeit und Eigenständigkeit.
    Das Volk der Zorya, den Todesengeln mit den Falterflügeln, wird sehr schön gezeichnet, und wer "Faunblut" von Nina Blazon gelesen hat, wird Verknüpfungen dazu finden, u.A. auch Charaktere, die wieder auftauchen. An sich ist "Ascheherz" aber eine eigenständige Geschichte.
    Summer als Protagonistin ist kein Mädchen, das man als Leser lieben muss. Manchmal ist sie naiv, manchmal aufbrausend und manchmal einfach nur verstört, auf Grund ihres Gedächtnisverlustes. Während ihrer Reise in den Norden muss sie ihre Erinnerungen Stück für Stück wieder zusammensetzen, um endlich glücklich werden zu können - aber mit wem und bei wem? Ist sie Zorya oder Mensch? Wer ist Indigo? Wer der Blutmann? Wem hat sie eigentlich das ewige Leben geschenkt? Und warum?

    Wenn ich Sterne vergeben soll, dann kommen doch nur 4 heraus, denn im Gegensatz zu den Hauptpersonen Summer, Anzej und anderen, werden Nebencharaktere (wie Summers Zorya-Freundin) nur flüchtig gezeichnet. Sie erhalten kaum Leben und erscheinen viel zu unwichtig, dabei spielen auch sie ihre Rollen.
    Spoiler:
    Und wenn dann eine dieser Figuren stirbt, kann man nicht mitleiden ...

    Dennoch sehr lesenswert, vor allem auf Grund der Originalität in Plotführung und den Zorya und einigen sehr spannenden Thematiken. Wem "Faunblut" gefallen hat, dem wird auch "Ascheherz" gefallen.

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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von captaincow am Di 17 Mai 2011, 17:44

    Hey Mondlicht (:

    Vielen, vielen Dank für diese Rezension! Ich komme im Buchladen immer wieder an Ascheherz vorbei und jedes Mal überlege ich, ob ich es mir kaufen soll oder nicht. Faunblut hat mir zwar sehr gut gefallen, aber trotzdem war ich etwas skeptisch...

    Deine Rezension klingt aber sehr gut und hat mich eigentlich auch überzeugt, mir das Buch irgendwann mal (wenn andere Bücher auf meiner Wunschliste abgehakt sind) zu kaufen. Dass Nebenfiguren eher schwach gezeichnet sind, ist ja bei Nina Blazon irgendwie öfter so. Aber wenn man Lust auf etwas Fantastisches, Mitreißendes und vielleicht auch Träumerisches hat, ist dieses Buch empfehlenswert, oder?

    Eine Frage hätte ich noch, die aber nichts mit dem Inhalt, sondern der Verarbeitung des Buchs zu tun hat. Kennst du die Gebundene Ausgabe von "Faunblut"? Wenn ja, ist "Ascheherz" wieder in so großer Schrift mit großem Zeilenabstand gedruckt?

    Vielen Dank noch mal (:

    LG
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von FreeButterfly am Di 17 Mai 2011, 19:03

    Uh, danke Mondlicht! Das Buch werde ich mir sicherlich holen, und es hört sich auf jeden Fall interessant an. Also lesenswert würde ich es bestimmt nennen, deiner Meinung nach!
    Und ich glaube, dass es eins meiner Nie wieder aus der Hand lege Bücher wird Wink
    Danke auf jeden Fall!
    Lg, Jen
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Salissa am Di 17 Mai 2011, 19:29

    Hey Mondlicht,

    auch von mir danke für die schöne Rezi!

    Dieses Buch hat mich neugierig gemacht, seit ich das erste Mal davon gehört habe, da der Titel wundervoll lyrisch klingt und die Inhaltsbeschreibung eine ungewöhnliche, kreative und nachdenklich stimmende Geschichte verspricht. Außerdem hatte ich schon so viel Gutes über Nina Blazons Schreibstil gehört, dass ich unbedingt etwas von ihr lesen wollte; bei "Faunblut" hatte mich die große Schrift abgeschreckt. Daher würde mich auch interessieren, wie es damit bei "Ascheherz" ausschaut :)
    Hoffentlich erscheint die Taschenbuchausgabe des Buchs nicht erst so spät wie die von "Faunblut"!

    Liebe Grüße
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Mondlicht am Di 17 Mai 2011, 19:55

    Hallo ihr drei ...

    Zwei von euch muss ich enttäuschen: Die Schrift und die Formatierung sind die gleiche. Aber nichtsdestotrotz findet man eine schöne Geschichte vor. Man hatte auch weniger das Gefühl, dass der Verlag das Buch verdickern wollte als bei "Faunblut". In "Ascheherz" geschieht meiner Meinung nach sehr viel mehr, und es hat auch ein angenehmes Tempo drauf. Nicht zu langatmig, nicht zu hetzig.

    @Hannah:
    Aber wenn man Lust auf etwas Fantastisches, Mitreißendes und vielleicht auch Träumerisches hat, ist dieses Buch empfehlenswert, oder?
    Auf jeden Fall! Es gibt auch gegen Ende hin einige unerwartete Wendungen, die schlussendlich zu einem realistischen nicht-kitschigen und stimmigen Ende führen, würde ich mal sagen.

    Gruss
    Mondlicht
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von captaincow am Di 17 Mai 2011, 20:01

    Hey Mondlicht,

    aw, das ist ja schade. Mmh... Es ging mir eigentlich weniger um das "Verdicken" als darum, dass ich eine so große Formatierung ziemlich unbequem zum Lesen finde. Ich habe da immer das Gefühl, ich hätte ein Buch für Leseanfänger vor Augen und... es sieht halt einfach nicht schön aus.
    Ich weiß nicht, ob das bei der Taschenbuch-Ausgabe von "Faunblut" anders ist - wenn ja, dann warte ich vielleicht bei "Ascheherz" auf die andere Ausgabe, auch wenn das etwas länger dauern dürfte. Na, mal sehen (:
    Auf jeden Fall danke für die Information!

    Dass es ein nicht-kitschiges-Ende gibt, macht mich echt neugierig :]

    LG
    Hannah
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Mondlicht am Di 17 Mai 2011, 20:06

    Hallo :)

    Ich habe da immer das Gefühl, ich hätte ein Buch für Leseanfänger vor Augen und... es sieht halt einfach nicht schön aus.
    Hm, die Schriftgrösse hat mich weniger gestört, eher die Tatsache, dass sie so rund war. Unsere Deutschlehrerin besteht immer darauf, dass wir bei Texten eine Schrift nehmen, die unten an den Buchstaben so kurze Ecken dran hat, weil das optisch eine Art Leselinie ergibt und das Auge weniger ermüdet ... Und das fehlt bei runden Schriften (dieser eig. ja auch).

    Dass es ein nicht-kitschiges-Ende gibt, macht mich echt neugierig :]
    Für mich war es das, denn ... Hm. Nicht FriedeFreudeEierkuchen. Eher so: Das haben wir hinter uns, aber die Folgen werden uns auf immer begleiten.

    Ach, was mir noch in den Sinn kommt: Nina Blazon benutzt die Gedichte einer Künstlerin als Lieder. Es sind ganz besondere Gedichte, sehr leicht und dezent, perfekt zum Plot passend.
    Leider habe ich "Ascheherz" aus der Biblio und jetzt nicht mehr zu Hause, ich kann euch also leider nicht mehr sagen, wer die Künstlerin war ...

    Gruss
    Mondlicht
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von captaincow am Di 17 Mai 2011, 20:47

    Hey (:

    Aw, ja, Serifenschriften sollte man verwenden, das hab ich auch schon öfter gelesen. Und irgendwie stimmt es auch, die sind meist angenehmer zu lesen.
    Hm... Ich werde wohl mal abwarten, bis man in das Buch in den Buchhandlungen endlich mal reinschauen kann (bisher sind die nämlich immer noch in Plastikfolie verpackt) und dann entscheiden, ob ich das so lesen will oder nicht.

    Ach, was mir noch in den Sinn kommt: Nina Blazon benutzt die Gedichte einer Künstlerin als Lieder. Es sind ganz besondere Gedichte, sehr leicht und dezent, perfekt zum Plot passend.

    Das hört sich klasse an! Mh, mittlerweile ist es eigentlich nur noch die Schrift, die mich vom Kauf abhält... Na, mal sehen.

    Vielen Dank für deine Antworten Very Happy

    LG
    Hannah
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Pooly am Mo 27 Jun 2011, 23:13

    Hallo Mondlicht!

    Danke für diese Vorstellung, auf das Buch hatte ich schon länger ein Auge geworfen, war mir aber unsicher, ob ich es mir holen wollte, oder nicht. Der Klappentext klingt ja sehr interessant und wenn wirklich noch mehr dahinter steckt, wie du sagst, dann wäre dieses Werk hier wirklich eines, das ich unbedingt einmal lesen wollen würde.

    Es gibt nur eine Sache, die mich immer abgeschreckt und abgehalten hat.
    Der geheimnisvolle, engelhaft schöne Anzej rettet ihr das Leben.
    Wird hier wirklich wieder - wie in fast jedem aktuellen Jugendbuch - das "der gutaussehende, mysteriöse Kerl, in den die Protagonistin sich verliebt" Klischee aufgegriffen? Wenn dem so wäre, dann würde ich das Buch wohl nicht lesen wollen. Oft ist es ja aber auch so, dass dieses Klischee nur etxra für den Klappentext so hingelegt wird, deswegen frage ich :)

    Und man hat echt eine serifenlose Schrift verwendet? Wer macht denn so etwas? Das ist doch typografische Grundlage, dass das in langen Texten vollkommen hinderlich ist. Komisch ...

    Danke auf jeden Fall für diese Vorstellung.

    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von Mondlicht am Di 28 Jun 2011, 14:33

    Hallo Marie :)

    Wird hier wirklich wieder - wie in fast jedem aktuellen Jugendbuch - das "der gutaussehende, mysteriöse Kerl, in den die Protagonistin sich verliebt" Klischee aufgegriffen? Wenn dem so wäre, dann würde ich das Buch wohl nicht lesen wollen. Oft ist es ja aber auch so, dass dieses Klischee nur etxra für den Klappentext so hingelegt wird, deswegen frage ich :)
    Um das zu beantworten muss ich natürlich ein bisschen spoilern ...... Man könnte es eine Zeitlang meinen, aber auch hier besteht eine Wendung, wenn ich das so sagen darf Wink Klar, er rettet sie, das stimmt schon. Und 'engelhaft schön' ... wie man's nimmt Razz Aber das Klischee wird nicht in dem Sinne aufgegriffen, wie du es meinst. Also von daher musst du dir keine Sorgen machen.

    Und man hat echt eine serifenlose Schrift verwendet? Wer macht denn so etwas? Das ist doch typografische Grundlage, dass das in langen Texten vollkommen hinderlich ist. Komisch ...
    Dachte ich ja auch. Aber wirklich anstrengender war es nicht. Vielleicht weil die Schrift ein bisschen grösser war als sonst, dann hat es das ausgeglichen ...

    Gruss
    Mondlicht
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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

    Beitrag von captaincow am Mi 22 Feb 2012, 16:17

    Hallo (:

    Ich hab "Ascheherz" vor kurzem auch gelesen und kopier einfach mal meine Review dazu hierrein :)





    „Ascheherz“ wird ja sehr oft als Fortsetzung von „Faunblut“ erwähnt. Allerdings versteht man „Ascheherz“ meiner Meinung auch sehr gut, wenn man den Vorgänger nicht gelesen hat – die Geschichten sind gänzlich unterschiedlich – weshalb auch Leute, die „Faunblut“ noch nicht in der Hand gehalten haben, diese Rezension gefahrlos lesen können.

    In „Ascheherz“ kehren wir erneut in eine fantastisch angehauchte, dennoch moderne Welt zurück, die unserer gar nicht mal so unähnlich ist. Auf mich wirkt sie mit ihren Erfindungen wie eine Welt des angehenden 20. Jahrhunderts – vermischt mit fantastischen Wesen, geheimnisumwobenen Völkern und Mythen. Diese Kombination fand ich bereits in „Faunblut“ sehr angenehm und auch „Ascheherz“ stand dem in nichts nach. Einzig die sehr modernen Dinge wie Taschenlampen und Generatoren empfand ich hin und wieder als störend. Sie passten in diese Welt einfach nicht hinein, in der man sich teils noch auf Pferden fortbewegt, in der man Zugschienen nicht in Form von Tunneln durch Berge bauen kann, usw. Während des Lesens ließ ich mich oft von dem Gedanken ablenken, wie ich mir die Entwicklung in dieser Welt nun vorstellen soll. Bei Faunblut fiel mir das nicht so stark auf, denn die Geschichte spielte sich in einem kleineren Umfeld ab, weshalb man von der Welt wenig mitbekam. Hier erfährt man aber umso mehr und die Fragezeichen sammelten sich geradezu in meinem Kopf.

    Ich ließ mich dennoch gerne von Nina Blazon in diese sonderbare Welt entführen und es dauerte auch nicht lange, bis sie sich in meinem Kopf zu einem Bild ausgeformt hatte. Das mag wohl auch an dem Schreibstil liegen, den die Autorin an den Tag legt: Sie beschreibt die Umgebung mit allen Sinnen – sehr oft hatte ich das Gefühl, dass nicht nur das Geschehen vor meinen Augen abläuft, sondern dass ich auch die jeweiligen Gerüche rieche, den kalten Wind auf meiner Haut spüre, usw. Schon in anderen Romanen von Nina Blazon ist mir ihr Schreibstil positiv aufgefallen und hier war es wieder der Fall. Ihre Sprache ist schön, mit vielen Schnörkeln und Verzierungen, die nicht überflüssig sind sondern allenfalls dem Leser helfen, in Gedanken mit den Charakteren zu reisen.

    Dass Nina Blazon viele Beschreibungen einflechtet, heißt aber keinesfalls, dass sie sich nicht auf die Charaktere bezieht. Auch Gefühle und Gedanken der Hauptfigur, Summer, sind gut dargestellt. Allerdings, hätte meiner Meinung nach, ein Ich-Erzähler besser zu der Geschichte gepasst als ein personaler Erzähler. Da man die Handlung gänzlich aus Summers Sicht miterlebt, hätte man so noch besser einen Einblick in ihre Gedanken gehabt. Dass diese Perspektive nicht gewählt wurde, fand ich etwas schade, denn manchmal ließen mich die Geschehnisse etwas kalt. Zumal es in dem Buch auch darum geht, dass Summer nicht weiß, wer sie ist und das herausfinden möchte. Da wäre eine andere Perspektive sicherlich besser gewesen.

    Aber auch so konnte ich vieles gut nachvollziehen. Summer fand ich als Protagonistin sehr angenehm. Sie weiß nicht, wer sie ist – als Leser konnte ich ihr das wirklich abnehmen. Einige Eigenschaften besitzt sie und dennoch erfährt sie immer mehr über sich und verändert sich damit auch leicht. Diese Entwicklung zu beobachten empfand ich als sehr spannend und glaubwürdig.

    Dabei hat Summer allerdings nicht nur positive Eigenschaften, ebenso wenig wie viele andere Charaktere. Größtenteils sind sie sehr facettenreich dargestellt, wobei es da einige Ausnahmen gab. Bei manchen Charakteren hätte ich mir etwas mehr Tiefe gewünscht, denn ich fand ihr Handeln dorch arg vorhersehbar. Glücklicherweise war das nur bei wenigen Nebencharakteren der Fall, sodass dieser Störfaktor kaum ins Gewicht fällt. Nur wurde eben die sonst ziemlich gute Handlung dadurch etwas beeinträchtigt. Ansonsten war die Handlung aber sehr gut und ziemlich straff gehalten, sodass ich mich auf den 544 Seiten dieses Buchs kaum gelangweilt habe – auch wenn es nicht unbedingt vor Action strotzt. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn Summers Selbstfindung bietet schon genug Spannung. Man möchte eben selbst wahnsinnig gerne wissen, wer sie ist und wie dieser Gedächtnisverlust zustande kam, woher sie ursprünglich kommt und ob sie irgendwie wieder zu ihrer alten Form zurückfinden wird. Nebenher werden auch noch einige andere Aspekte wichtig, die mir sehr gut gefielen. Wie Nina Blazon sich mit dem Krieg im Nordland beschäftigt hat, zum Beispiel. Er war zwar nicht das Hauptthema und dennoch kamen dabei einige Gedanken hervor, die ich sehr interessant fand.


    „Ascheherz“ ist ein wirklich schöner Schmöker, der mir mit einer spannenden, noch nicht so oft gelesenen Handlung und einem wundervollen Schreibstil schöne Lesestunden beschert hat. Die kleinen Schwächen haben dieses Vergnügen etwas beeinträchtigt. So schwer fallen sie dann aber auch wieder nicht ins Gewicht, weshalb ich das Buch weiterempfehlen kann – vor allem Lesern, denen „Faunblut“ schon sehr gut gefallen hat!
    Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen.

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    Re: Nina Blazon - Ascheherz

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