"Irgendwie ... klebt mein Lipgloss total", bemerkte ich und zog mit Absicht meinen Mund übertrieben lang.
"Lenk nicht vom Thema ab. Schreib einen Brief und fertig."
"Vielleicht ist es auch so gedacht, dass er klebt und antrocknet, damit er nicht so schnell abgeht ...", fuhr ich grinsend fort und kräuselte die Nase, wie so oft, wenn ich lachte oder lächelte.
"Ariane! Du bist manchmal furchtbar!", lachte aber Haylie dann doch letzten Endes.
"Schau mal, ich habe neue Handyfotos von meinen Bärchen!", flötete ich gut gelaunt und meine Freundin lachte noch mehr.
"Du bist der einzige Mensch auf diesem Planeten, der süße Hunde als Bärchen bezeichnet."
Trotzdem sah sie sich artig die Bilder an.
"Oh, hier liegen wir gemeinsam in einer Blumenwiese. Ist das nicht hinreißend? Und hier machen wir zusammen einen Stadtbummel. Schau nur, wie sie strahlen!"
"Liebes ... du brauchst dringend wieder einen Mann in deinem Leben."
Verlegen nippte ich an meinem Cappuccino und errötete. Ich mochte es nicht so sehr, wenn man mich direkt auf solche Themen ansprach.
"Als erstes würde er dich aus dieser grauenvollen Bar herausholen."
"Haylie, du tust ja gerade so, als würden sie mich da anketten und total mies behandeln. Ich bin da freiwillig. Die Trinkgelder sind super und ich mag meinen Chef. Er hört sich coole Musik an. Und ich lerne extrem viel über Saufen und Cocktails."
Ein junger Mann fiel mir auf, der mit einem jüngeren Mädchen herumalberte. Ein wenig erinnerten die beiden mich an meinen Bruder und mich, nur mit dem Unterschied, dass mein kleiner Bruder meistens der vorlautere und frechere von uns beiden war. Ohne dass ich es wollte, musste ich kurz lächeln, sah aber sofort beschämt weg. Er wirkte auf eine seltsame Art und Weise ernst. Das fiel mir sofort auf. Und trotzdem war er so nett zu diesem Mädchen und schien auf seine Art aus sich herauszugehen.

