Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Der Name der Leute

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    moriazwo
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    Der Name der Leute

    Beitrag von moriazwo am Do 05 Mai 2011, 13:35

    Der Name der Leute

    Komödie, Frankreich 2011, FSK 12 Jahre

    Regie: Michel Leclerc

    Hauptrollen: Sara Forrestier, Jacques Gamblin)



    Inhalt:

    Der Name der Leute ist eine originelle Komödie, in der durch viel Situationskomik die Herkunft von Menschen, sowie deren Sozialisation und der Auswirkungen auf den späteren Charakter persifliert wird.
    Im Film treffen zwei Menschen aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die junge, hübsche, quirlige Halbalgerierin Bahia ist durch das Schicksal ihre Vaters, der es nach dem Algerienkrieg in Frankreich nicht leicht hatte und ihre linkspolitisch aktive Mutter für die linke Szene und die Angelegenheiten der Algerier sensibilisiert. Sie hat ihre eigene Sicht der Funktionsweise dieser Welt, die sich im Grunde in Faschisten und Linke unterteilen lässt. Als selbsternannte Aktivistin macht sie es sich zur Aufgabe, die faschistische Männerwelt zu bekehren, indem sie mit ihnen schläft. Nach ihrer Theorie sind Männer beim Sex extrem beeinflussbar und diese Eigenschaft macht sie sich zunutze. Sie hat ein derart natürliches Verhältnis zu ihrem Körper, dass sie auch keinerlei Gewissensbisse oder Skrupel dabei empfindet.
    Arthur Martin hingegen ist der Prototyp des verklemmten Neurotikers. Er lebt allein, obwohl schon etwas älter, und geht vollkommen in seinem Beruf auf: Der Untersuchung verendeten Federviehs auf Anzeichen von Tierseuchen. Er hat ein sehr gestörtes Verhältnis zu seinen Eltern. Sein Vater war während des Algerienkrieges in Algerien. Seine Mutter hat die Zeit des 2. Weltkrieges als Jüdin erlebt und vermag nicht, darüber zu sprechen.
    Bahia lernt ihn kennen, als er in einer Radiosendung zum Thema Vogelgrippe befragt wird und dort fast hysterische Warnungen vor einer Tierseuche äußert. Die Geschichte beginnt, als Bahia ihn aufgrund einer Fehleinschätzung als Prototyp eines typischen Rechten ausmacht und somit als nächstes Opfer für ihre sexuelle Bekehrung. Es treffen Verklemmtheit und Kontrollsucht auf Direktheit und Exhibitionismus, was zu einigen urkomischen Situationen führt.
    Arthur kann sich nach einiger Zeit dem Wesen Bahias nicht mehr entziehen und nimmt es zum Teil fassungslos hin, wenn er sie vom Metro-Bahnsteig "retten" muss, weil sie in ihrer Zerstreutheit "vergessen" hatte, sich vor dem Verlassen ihrer Wohnung anzuziehen. Ebenso nimmt er es hin, sie mit einem fremden Mann anzutreffen, den sie gerade politisch "bekehrt".
    Bahia hingegen versteht zunächst überhaupt nicht, was sie zu diesem deutlich älteren, verklemmten Mann hinzieht.
    Da es sich um eine Komödie handelt, darf natürlich auch das Happy-End nicht fehlen.

    Fazit:

    Es handelt sich bei diesem Film nicht um einen Slapstick-Film. Er lebt von seiner Situationskomik, die um teilweise sehr ernste Inhalte gruppiert ist und zum Teil auch erst dadurch ermöglicht wird. So treffen wir hier nicht ständig einen brüllenden Humor an, sondern einen durchaus feineren, der jedoch sehr unterhaltend ist.
    Sicherlich ist es kein Film, den man unbedingt gesehen haben müsste, dennoch empfehle ich jedem, der häufiger ins Kino geht, Der Name der Leute durchaus einmal in die engere Auswahl zu setzen.

    Gruß
    Michael
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    Re: Der Name der Leute

    Beitrag von Jojo am So 08 Mai 2011, 17:46

    Hey Michael,

    Vielen Dank für die ausführliche Vorstellung des Films.

    Ich habe bis jetzt noch nicht wirklich viel von dem Film gehört, nur vielleicht am Rande einmal ein Filmplakat dazu gesehen ... Aber irgendwie hat er mich nicht so recht angesprochen ...
    Mhm, jetzt wo ich die Inhaltsangabe kenne, ist es schon eher vielleicht etwas, was mich interessieren könnte ...

    Nur leider, habe ich eine gewisse Abneigung gegen französische Filme ^^" Klingt merkwürdig, aber ich habe irgendwie nie einen französischen Film gesehen, der mich wirklich überzeugt hat, was mich jetzt mittlerweile etwas gegen sie stimmt ...
    Vielleicht sehe ich ihn mir mal auf DVD an, mal sehen.

    Vielen Dank auf jeden Fall für die Vorstellung.

    Liebe Grüße
    Jojo
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    Re: Der Name der Leute

    Beitrag von Pooly am Di 10 Mai 2011, 10:45

    Hallo Michael!

    Ist ja lustig, dass ich zu diesem Film jetzt eine Rezension entdecke. Letzte Woche saß ich auf einer Treppe auf dem Campus und hinter mir ein paar Filmwissenschaftler, die sich über diesen Film hier unterhielten. Schon ein seltsamer Zufall und super, dass ich jetzt auch weiß, worum es so ungefähr geht, das macht einige Dinge auf jeden Fall klarer.

    Klingt interessant, lustig und nachdenklich, auch wenns vom Inhalt her jetzt kein "Muss ich sehen" Film sein würde. Ich werde mal schauen, ob er mir irgendwann mal wieder über den Weg läuft und ihn dann auch sicher ansehen.

    Danke auf jeden Fall für die Vorstellung.

    Viele liebe Grüße
    Marie


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    Re: Der Name der Leute

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