Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

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    Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

    Beitrag von Alania am So Mai 01, 2011 6:42 pm

    Hallo, ihr Lieben!

    In meiner Ethik Präsentation behandle ich das Thema Wissenschaft und Verantwortung. Unter anderem beschäftige ich mich mit Carl Friedrich von Weizsäcker (deutscher Philosoph und Physiker), der folgende Fragestellungen aufwirft:

    Umweltschäden, Hungerkatastrophen, Freiheitsverlust, Krieg mit mörderischen Waffen - ist die Wissenschaft schuld, ohne die diese Form des Unheils, diese Lebensgefahr nicht möglich wäre? Hat die Wissenschaft die Natur zu gut erkannt oder nicht gut genug? Ist der Wissenschaftler Mittler zur Natur oder Feind der Natur? Und wer erkennt richtiger, wer sieht schärfer: der Mittler oder der Feind?
    entnommen: Carl Friedrich von Weizsäcker, "Der Garten des Menschlichen"


    Mich würde unglaublich interessieren, was ihr dazu denkt.

    Ich selbst bin noch etwas unentschlossen ... bzw. noch zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen. Immerhin dominiert ja zurzeit eher nutzenorientiertes Forschen, was den Wisschenschaftler eher als "Handlanger" (wie auch Hans Jonas meint) darstellt, der die ihm aufgestellten Aufgaben erfüllt. Trotzdem ... kann ich ihn nicht als Feind der Natur sehen ... auch wenn ihm bewusst ist oder sein müsste, das z. Bsp. seine Forschungsergebnisse sehr viele negative Folgen haben können ... Aber Wissenschaftler bemühen sich ja unter anderem auch Wege zum Schutz der Umwelt zu finden. Schwierig ... schwierig ... Naja, aber vielleicht könnt ihr mir helfen. :'D

    LG
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    Re: Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

    Beitrag von Regenwolke am So Mai 01, 2011 6:56 pm

    Hallo =)

    Ich finde das gerade so spannend, weil wir genau das Thema im Deutschunterricht behandelt haben, und es mich schon da sehr interessiert hat...
    Wir haben Dürrenmatts "Die Physiker" gelesen und unter anderem auch den Text... öh... "Selbstzensur der Forschung", hieß er, meine ich, von Hans Jonas.
    Ich würde jetzt gerne aus meiner Klausur zitieren (*lach*), aber da wir die voraussichtlich erst diese Woche zurückbekommen, krame ich mal in meinem Gedächtnis^^
    Ich meine, ich war auch etwas unentschlossen, weil es ja immer darauf ankommt, wie die Forschung eingesetzt wird. Hätte ich mich aber klar positionieren müssen, hätte ich mich eher für den Mittler entschieden, weil ich die Forschung als solches - ohne Machtinteressen o.Ä. - erstmal als positiv und wichtig empfinde. Es geht für mich darum, irgendwie die Balance zu finden: neue Entdeckungen, die den Menschen und die Gesellschaft weiter bringen, ohne dabei der Natur groß zu schaden. Natürlich ist das unglaublich schwierig - wenn noicht unmöglich - aber für mich bleibt die Wissenschaft erstmal positiv... Eben auch, wiue du ja schon sagtest, weil auch Dinge entwickelt werden, die die Natur schützen...
    Hm. Ich glaube, ich konnte dir irgendwie nicht helfen^^ Vielleicht finde ich in meiner Klausur noch irgendwas =)
    Liebe Grüße, Ida =)

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    Re: Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

    Beitrag von Alania am So Mai 01, 2011 7:27 pm

    Hey, Ida!
    Danke für deine Antwort.

    Ja, das, was du geschrieben hast, spiegelt auch so meine Meinung wieder ... aber eben habe ich mit meinem Vater geredet und der meinte knallhart, dass der Mensch der Feind der Natur ist und damit müsste es der Wissenschaftler auch sein.
    Egal, was er tut.
    Irgendwie ... ich weiß nicht ...
    Klar ... Alles was der Mensch tut - oder zumindest fast alles - nutzt ihm selbst, auch was seine Forschungen angeht, aber macht das den Wissenschaftler letztlich zum Feind?


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    Re: Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

    Beitrag von Regenwolke am So Mai 01, 2011 8:39 pm

    Hey =)
    Und genau das denke ich nicht. Wir denken nun mal, und wir sind neugierig. Ich glaube nicht, dass der Mensch jemals NICHT forschen könnte, selbst wenn er es wollte. Ich glaube, das Hinterfragen von Dingen gehört einfach zu unserer Natur^^
    Und dann halte ich es doch für sinnvoller, auf die Mittler-Position zu setzen und eben die Ergebnisse der Forschung zugunsten der Natur einzusetzen... Denn das ist immerhin möglich.
    Der Mensch als solches ist für mich erstmal neutral, und erst seine Handlungen machen ihn zum Feind oder zum Verbündeten, also... nein, ich glaube nicht, dass wir von Natur aus gegen die Natur sind, obwohl ich die Position durchaus nachvollziehen kann =)

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    Re: Der Wissenschaftler - Mittler oder Feind der Natur?

    Beitrag von Belial am So Mai 01, 2011 9:47 pm

    Also also, dann mische ich hier auch mal mit. Ich denke ja, dass der Wissenschaftler weder Mittler noch Feind zur Natur ist. Die Fragestellung ist hier unpräzise. Ich würde eher Fragen: Inwiefern hängt die Wissenschaft mit der Natur zusammen? Oder Beeinflusst die Wissenschaft die uns umgebende Natur?
    Also einmal wäre dazu zu sagen, dass Wissenschaft ja dazu dient, die Natur zu ergründen, sie heißt Wissenschaft, eben weil sie dazu dient, Wissen anzureichern udn zu sammeln und genau das ist es, was einen ausschließen lässt, dass sie die Natur beeinflusst. Ich denke auch, dass ein Forscher nichts beeinflusst. Klar haben manche Wissenschaftler die Atombombe erfunden. Nein das ist Schwachsinn. Wissenschaftler haben nur die Prinzipien gefunden, nach welchen eine Atombombe funktioniert. Gebaut und angewendet haben diese dann andere, die Politiker, eigentlich unsere ganze Gesellschaft dann, völlig losgelöst ob Wissenschaftler oder nicht. Also denke ich, dass ein Wissenschaftler weder Mittler noch Feind der Natur ist als Wissenschaftler an sich. Der Wissenschaftler als Mensch ist aber wie alle anderen Menschen ein Fein der Natur, denn der Mensch ist rücksichtslos im Allgemeinen und diese Rücksichtslosigkeit ist auch noch eine seiner Stärken, aber das weiter auszuführen, würde wohl in ein andere Thema gehören.

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