von Angoraschka am Mo 25 Apr 2011, 20:18
Andrej
Ich rieb ihr über die Arme und richtete das Laken noch etwas, damit es nicht noch kälter für sie wurde. Mir war noch nicht kalt, aber das hieß nichts. Sie sprach die Sache mit dem Tattoo an. Ich überlegte, wo ich anfangen sollte.
"Ich war immer ziemlich ruhig, als ich jung war. Meine Brüder haben das immer als Vorwand genommen, doch ich beachtete sie nicht. Mein Vater allerdings ... mit ihm habe ich mich viel gestritten, obwohl er krank war. Er war aus der alten Schule, könnte man sagen. Verlangte bedingungslosen Gehorsam und Gefolgschaft. Meine Brüder taten, alles, was er wollte, aber ich sträubte mich. Das ein oder andere Mal hagelte es Schläge, doch bevor wirklich etwas passieren konnte, ging meine Mutter dazwischen. Und kurz vor Vaters Tod habe ich mir das Tattoo stechen lassen. Er wollte, dass ich den Petrucellis zu Diensten bin, um so seine schulden und seinen Namen auszubessern, doch ich weigerte mich und ließ mir zum Zeichen dazu das Tattoo stechen. Es ist ein Anflug von jugendlichem Trotz gewesen. Mein Vater war außer sich und wir stritten so heftig wie noch nie. Ich bin von Zuhause abgehauen und lebte ein Jahr auf der Straße. Doch dann starb mein Vater und um Schaden von meiner Mutter und von Selina abzuhalten, bin ich doch zu den Petrucellis gegangen. Don Basilio, der den Clan damals noch führte, vereinbarte mit mir, dass er mein Studium bezahlen würde und dafür würde ich mich zum Dienst verpflichten ..."
Ich sah an die Decke und versuchte mich n meinen Vater zu erinnern. Doch es war mehr als zehn Jahre her und nach unserem Streit hatten wir nicht wieder mit einander gesprochen.