Pooly's Kunst und Schreibforum

Liebe Gäste und natürlich auch liebe Mitglieder!


Ich möchte euch alle herzlich willkommen heißen in Pooly's Kunst und Schreibforum!

Zu unseren Mitgliedern sage ich: willkommen zurück.

Und unseren Gästen möchte ich empfehlen, sich vielleicht etwas hier umzusehen. Vielleicht lohnt es sich ja für euch.
Lasst euch nicht abschrecken. Eventuell könnte die Anzahl unserer Foren euch etwas erschlagen. Aber es dauert wirklich nicht lange, bis man sich hier eingefunden hat und im Notfall sind alle User und Teammitglieder bereit, euch unter die Arme zu greifen :)

Viel Spaß!



Pooly & Co.

    Nachruf auf Tschingis Aitmatow

    Austausch

    Milena
    Darf Pergament glätten
    Darf Pergament glätten

    Beiträge: 212
    Texte: Milena
    Kunst: Milena

    Nachruf auf Tschingis Aitmatow

    Beitrag von Milena am Sa 14 Jun 2008, 21:50

    Der kirgisische Erzähler Tschingis Aitmatow ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 79 Jahren gestorben.
    Er erlag in einem Nürnberger Spital einer Lungenentzündung.
    Heute haben in Kirgisien mehr als 20.000 Menschen an einem Staatsbegräbnis Abschied von ihm genommen
    Tschingis Aitmatow kam 1928 im kirgisischen Dorf Sheker zur Welt. Von Beruf Veterinärmediziner widmete er sich erst der Viehzuchtsforschung und besuchte später das Literaturinstitut "Maxim Gorski" in Moskau.
    Der Autor gilt heute auch in der westlichen Welt als einer der herausragensten Vertreter der sowietischen Weltliteratur.
    In den 1970 Jahren wandte er sich vom staatlich propagierten sozialistischenRealismus ab , hin zu einer zutiefst humanistisch geprägten Erzählkunst.
    Sein wohl bekanntestes Werk: "Dshamilja", das in 150 Sprachen übersetzt wurde, beschreibt der französische Autor Louis Aragon in seinem Vorwort zu dieser Erzählung, erschienen im Surkamp Verlag und im Unionsverlag, wie folgt:

    Zitat:

    "Im zentralasiatischen nordöstlichen Kirgisien, irgendo im Tal des Kukureuflusses, im Sommer des dritten Kriegsjahres, 1943, hat sie sich abgespielt "die schönste Liebesgeschichte der Welt."

    Vor einigen Tagen zog ich dieses Buch aus meinem Bücherregal, nichtsahnend von dem bevorstehenden Tod Tschingis Aitmatows.
    Nun habe ich Dshamilja zum zweiten Mal gelesen.
    Zutiefst berührt verbleibt mir die Hoffnung:
    ...Eines Tages wird die Menschheit vielleicht nahezu alle Rätsel ihres Daseins entschlüsselt haben.
    Wo die Liebe hinfällt, werden wir nie begreifen und das ist vielleicht das Einzig Gute...


    Möge dieser grosse Dichter zu seiner innersten Heimat zurückgefunden haben.

    Miriam

    http://www.tagesschau.de/kultur/todaitmatow2.html

    Pooly
    Koordinator
    Koordinator

    Beiträge: 88549
    Laune: [h+]³
    Ich schreibe: Kernstaub.

    Re: Nachruf auf Tschingis Aitmatow

    Beitrag von Pooly am So 15 Jun 2008, 00:54

    Eine sehr bewegende Nachricht, liebe Miriam.
    Danke dafür.
    Ich kannte diesen Schriftsteller zwar nicht, aber ich habe auf der Seite, die du angegeben hast, einiges über ihn gelesen und erfahren.
    Schön, dass er so ehrwürdig beigesetzt wird.

    Möge er in Frieden ruhen.




    Lieben Gruß
    marie


    ____________________Poolys Kunst- und Schreibforum____________________




    Milena
    Darf Pergament glätten
    Darf Pergament glätten

    Beiträge: 212
    Texte: Milena
    Kunst: Milena

    Re: Nachruf auf Tschingis Aitmatow

    Beitrag von Milena am Mo 16 Jun 2008, 19:45

    Danke Liebe Marie.
    Ich habe mir fest vorgenommen eine Rezension zu Dshamilja zu schreiben.
    Sollte sie nicht von Heute auf Morgen zustandekomen, so bitte ich um Nachsicht. Ich befinde mich zur Zeit im Endspurt in meinem Job vor den Sommerferien und meine Pappenheimer, ja, sie sind überschulreif.
    Auch möchte ich mir für so etwas die erforderliche Zeit und Ruhe nehmen.

    Liebe Grüsse

    Miriam

    Kelly
    Schafft Werke für die Bevölkerung
    Schafft Werke für die Bevölkerung

    Beiträge: 1444
    Ich schreibe: alles... von Romanen über Gedichte bis hin zu... nein, Songtexte habe ich noch nicht probiert. Mal was neues...
    Texte: Kelly
    Kunst: Kelly

    Re: Nachruf auf Tschingis Aitmatow

    Beitrag von Kelly am Di 21 Jul 2009, 23:23

    Es ist heute eigentlich reiner Zufall, dass ich jetzt über diesen Thread gestolpert bin.
    Ich erinnere mich daran, dass ich ihn schon früher einmal gelesen habe, aber ich hielt ihn nicht für "wichtig". Tschingis Aitmatow sagte mir nichts, ich kannte weder Namen noch Werk.

    Mittlerweile hat sich das geändert.
    Ich bin begeistert.
    Zwar bin ich noch nicht zur "schönsten Liebesgeschichte der Welt" gekommen, aber die lese ich auch noch, früher oder später. Bis jetzt habe ich "Der Junge und das Meer" und "Der weiße Dampfer" gelesen und ich muss sagen, mir ist noch kein Schriftsteller begegnet, der Augenblicke auf so fantastische und einzigartige Weise einzufangen vermag. Diese Melancholie, die für russische/sowjetische Schriftsteller so typisch ist (es gibt sogar einen eigenen Namen dafür, den man nicht wirklich übersetzen kann), bringt Aitmatow in meinen Augen zur Vollendung. Diese Traurigkeit ist fassbar, greifbar und doch steht sie weit über dem Geschehen, sie beherrscht die Geschichten und ist dennoch nur ein Teil davon.
    Tschingis Aitmatow schreibt genial. Einfach ist es vielleicht nicht immer, aber einfach traumhaft. Er verbindet Phantasie und Realität, er verknüpft die beiden Stoffe, aus denen das Leben besteht.

    In vielerlei Hinsicht ist dieser Schriftsteller ein großes Vorbild geworden.
    Ich fand, dass es das wert war, noch einmal zu erwähnen.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 13:52