Pooly's Kunst und Schreibforum

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    E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

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    Thora
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    E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Thora am Di 01 März 2011, 21:35

    So, hier einmal eine Vorstellung unserer Deutschlektüre x)

    Inhalt

    Der übersensible Student Nathanael teilt seinem Freund Lothar in Briefen mit, er glaube, in dem Händler Coppola den teuflischen Coppelius aus seiner Kindheit wiederzuerkennen. Er gibt ihm die Schuld am Tod seines Vaters. Als Kind sah er in Coppelius den Sandmann, der nach der grausigen Erzählung der Amme den Kindern Sand in die Augen wirft, bis sie blutig zum Kopf herausspringen. Nathanael kann sich nicht lösen von diesen Erinnerungen und quält seine Verlobte Clara mit Vorahnungen, dass der Sandmann ihr gemeinsames Liebesglück stören wird. Die kluge Clara dagegen versucht Nathanael davon abzubringen und zu beruhigen, und dieser kauft, als Zeichen der Überwindung seiner Angst, Coppola ein Perspektiv ab (= ein Fernrohr, durch das man mit einem Auge schaut), aber statt einen Gegenstand der Vernunft gekauft zu haben, also ein Objektiv, hat er damit die Perspektive Coppolas übernommen. Dieses Perspektiv lässt ihm Olimpia, die Tochter seines Professors, als Schönheit erscheinen, und er beginnt Clara zu vergessen.
    Ende der Erzählung:

    Er merkt zunächst nicht, dass Olimpia ein Automaten-Mensch ist. Bald sieht Nathanael durch Zufall, dass Coppola wirklich der alte Coppelius ist und erkennt dabei auch die wahre Identität der Puppe Olimpia. Er verfällt wieder dem Wahnsinn. Bald scheint er durch Claras Pflege wieder gesund zu werden, und vor der geplanten Heirat besteigen sie gemeinsam einen Turm. Nathanael erblickt durch sein Perspektiv Coppola am Fuße des Turmes stehen, und will dadurch im Wahn seine Verlobte vom Turm stürzen. Am Ende stürzt er sich selbst hinunter.
    (Quelle:http://www.hausarbeiten.de/faecher/vorschau/102497.html)





    Personen:

    Nathanael, Student, ist der Protagonist des Romans, die typische, romantische Figur. Er lebt in seiner eigenen Welt und hat eine eigene Sichtweise auf die Dinge.
    Clara, seine Verlobte und angenommenes Kind seiner Mutter, ist die Antagonistin, die aufgeklärte, rationale Person.
    Lothar, ihr Bruder, ist das Bindeglied zwischen beiden, der Freund für Nathanael und das Vorbild für Clara.
    Olimpia, die Automatenfrau, ist die Schlüsselfigur für die Gesellschaftskritik und Projektionsfläche für Nathanaels Ideale.


    Epocheneinordnung

    Laut Wikipedia ist "Der Sandmann [...] eine Erzählung in der Tradition des Kunstmärchens der Schwarzen Romantik (häufig auch als Schauerroman bezeichnet)."
    Die mystischen und geheimnisvollen Motive des Sandmanns sind typisch für die Romantik. Die Gesellschaftskritik und das verträumte Wesen des Protagonisten weisen deutlich auf die von den Romantikern angestrebte "Romantisierung der Welt" hin.


    Meine Einschätzung:

    Ich liebe dieses Buch. Nathanael steht so vollkommen im Gegensatz zum normalen Protagonisten, dass man ihn nur entweder lieben oder hassen kann. So hin- und hergerissen, wie er selbst ist, fühlt sich der Leser, wenn er über ihn urteilen soll.
    Die vielen Motive und versteckten Hinweise des Romans bemerkt man selbst gar nicht, deswegen ist es wirklich gut, dass wir das Buch in der Schule gelesen haben. Wer das Buch gelesen hat, sollte unbedingt mit anderen darüber reden, denn erst so versteht man, was hinter dieser Geschichte steckt.
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Jojo am Di 01 März 2011, 21:39

    Hey,

    Das habe ich auch in der Schule gelesen und ich fand es ... na ja, in Ordnung, sagen wir es mal etwas freundlicher.
    Es war nicht toll, aber auch nicht abgrundtief schrecklich, wie Nathan der Weise.
    Ich fand es immer etwas merkwürdig, für mich war Nathanael immer ziemlich durchgedreht. Meiner Meinung nach etwas zu extrem.
    Aber vielleicht lag es auch einfach daran, dass es eine Schullektüre war und na ja, ist schon ein paar Jährchen her, das sich es gelesen habe. 9. oder 10 Klasse war das.
    Ich hab's nicht mehr so wirklich in Erinnerung, aber es hielt sich so auf der Kippe. Gehörte zu den besseren Schullektüren xD

    Danke für die Vorstellung, schön, dass auch eine Schullektüre mal vorgestellt wird. Könnte ich mal mit den Dürrenmatt Lektüren machen, die wir hatten xD

    Liebe Grüße
    Jojo
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Thora am Di 01 März 2011, 21:41

    Hey Jojo!

    Also NAthan den Weisen fand ich auch in Ordnung xD
    Aber zum Sandmann: Ja, man muss schon ein Freund von... sagen wir, außergewöhnlichen Charakteren sein, damit man dieses Buch mag. Und da ich persönlich total auf alles stehe, wo jemand durchdreht und merkwürdige Dinge passieren, ist das für mich ein super Buch x)

    Übrigens möchte ich bald auch noch eine andere Schullektüre vorstellen, aber ich weiß nicht, wann ich das schaffe x) Vielleicht gibt es sie ja auch schon, mal sehen Wink

    LG
    Thora
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von blood am Di 01 März 2011, 21:48

    Hach, der Sandmann :3
    Du, Marieke, weißt ja, wie sehr ich es liebe. Wie sehr ich Hoffmann im Allgemeinen liebe ~lach~
    Für mich persönlich ist es das beste Buch, dass wir jemals in der Schule gelesen haben, ich bin wirklich froh, dass man und dazu 'gezwungen' hat, sonst wäre mir dieses schöne Stück Literatur wohl unbekannt geblieben.

    Gerade Nathanaels Wahnsinn macht das ganze so spannend, finde ich. Er ist ein außergewöhnlicher Protagonist und so gar nicht darauf zugeschnitten, dem Leser sympathisch zu sein, das gefällt mir.
    Nachdem ich mich ja für meine Facharbeit intensiv mit dem Wahnsinns-Motiv auseinandergesetzt habe, finde ich es nur noch interessanter x)

    Fazit: Daumen hoch für diese Erzählung, für Hoffmann und für die schwarze Romantik! (:

    Liebe Grüße
    Anne
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Thora am Di 01 März 2011, 21:59

    Fünf Sterne für Annes Aussage!
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von captaincow am Mi 02 März 2011, 18:34

    Hey Thora,

    ich hab das Buch bisher noch nicht gelesen, aber wir haben sehr viel von E.T.A. Hoffmann in unseren Regalen rumstehen und meine Mutter hat mir schon mal von ein paar Sachen erzählt. Ich bin jetzt irgendwie auch neugierig, durch deine Rezension.
    Vielen Dank für die Vorstellung!

    LG
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von theo am Mi 02 März 2011, 22:56

    Witzig!
    Ich hab mir das Reclam vorige Woche in Darmstadt mitgenommen. Einfach so, und vielleicht ein wenig, weil ich neugierig war, ob Neil Gaimans Sandmann wohl Inspiration daraus zieht.
    Hat mir gut gefallen.
    Vor allem die alte geschraubte Sprache mit Sätzen die nicht von einem analphabetischen Leser ausgehen der nach mehr als 4 Worten den Zusammenhang verliert.
    Danke für die Vorstellung!
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Gast am Sa 19 März 2011, 19:55

    Wir mussten das Buch auch für den Deutschunterricht lesen und ich war froh darüber, dass es nicht besonders lang war. Man muss sich wirklich mit der Handlung, der Epoche (oder gleich zwei Epochen, Romantik und Aufklärung) und den Charakteren auseinandersetzen, um alles zu verstehen. Aber na ja, ich fand es ehrlich gesagt verdammt langweilig! (So wie fast jedes Buch, das wir für Deutsch lesen müssen)
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Thora am So 20 März 2011, 21:11

    theo:
    Vor allem die alte geschraubte Sprache mit Sätzen die nicht von einem analphabetischen Leser ausgehen der nach mehr als 4 Worten den Zusammenhang verliert.
    Besser hätte ich es einfach nicht ausdrücken können! xD
    Das sehe ich auch so x) Ich mag Bücher, die für intelligente Leser gemacht sind.

    pestifera: Du hast Recht, man muss sich dafür interessieren. Aber da ich Romantik (und andere Epochen) liebe, ist das für mich genau das richtige Wink
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von captaincow am Di 15 Nov 2011, 17:17

    Hallo (:

    Wir haben es vor einigen Wochen jetzt auch im Deutschunterricht gelesen und ich muss sagen: Ich fand es ziemlich gut! Okay, so begeistert wie ihr war ich vielleicht nicht, weil ich meine Probleme mit Nathanael hatte, aber als Hauptcharakter fand ich ihn durchaus interessant und sehr passend. Auch allgemein der Aufbau der Erzählung, die etwas schwierigere Sprache, die ganze Verwirrung - das hat mir ziemlich gut gefallen.
    Auch dass der Autor hin und wieder den Leser anspricht, fand ich irgendwie sehr angenehm und amüsant. Die Erzählung hat mir definitiv Lust auf mehr Bücher von Hoffmann gemacht!

    Nur dass das Totanalysieren im Deutschunterricht etwas störend war. Aber sowas kann man zum Glück irgendwie verdrängen Very Happy

    LG
    Hannah
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Tin am Sa 21 Jul 2012, 22:25

    Hey Thora,

    ich habe deine Rezension jetzt tatsächlich schon zum 3. Mal gelesen - jetzt kommt dann auch endlich mal mein Kommentar dazu. Wink
    Als Deutsch-Studentin schäme ich mich ja schon fast, dass ich das Buch bisher nicht gelesen habe. Aber immerhin habe ich es mittlerweile im Regal stehen. Deine Rezension klingt ja auf jeden Fall sehr positiv (und auch so das meiste, was die anderen geschrieben haben). Ich weiß nicht, ob ich genauso begeistert sein werde wie du, da ich Hoffmann zwar unglaublich interessant und auch sehr gut finde (zumindest nach "Der goldene Topf" zu urteilen), ich muss aber auch sagen, dass man sich sehr auf seine Werke konzentrieren muss, wenn man direkt dahintersteigen will. Wenn man es in der Schule liest, ist es vielleicht noch einfacher, da man ja direkt darüber spricht ...
    Aber allgemein habe ich bisher eigentlich nur Gutes gehört.

    Ich bin auf jeden Fall sehr neugierig auf die Geschichte und werde mich hier sicher nochmal melden, sobald ich sie gelesen habe. :)

    Liebe Grüße,
    Tin
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Thora am Mo 23 Jul 2012, 23:25

    Hallo Tin!
    Ja, das stimmt, konzentrieren muss man sich schon, aber ich finde, das ist es auch irgendwo wert. Man muss sich ein wenig damit auseinandersetzen, warum Nathanael gerade so ist und handelt, dann ist es wirklich spannend Wink

    LG!
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von ExituS am Di 11 Dez 2012, 16:05

    Wir haben den Sandmann auch letztes Jahr in der Schule gelesen.
    Ich habe es geliebt. Very Happy Gerade weil es irgendwie so... durchgedreht war. Nathanaels Wahnsinn war meiner Meinung nach wirklich gut gemacht - er hatte sie ja von Beginn an im Grunde nicht alle beisammen, aber dann Schritt für Schritt mitverfolgen zu können, wie er langsam immer mehr die Verbindung zur realen Welt verliert, war für mich echt spannend und irgendwie mitreißend. Auch die Tatsache, dass er im Grunde kein unbedingt sympathischer Charakter ist, ein absolut unsympathischer aber eben auch nicht, hat mir gefallen. Die Vorstellung des Sandmanns, der Kindern Sand in die Augen streut, um diese dann an seine Nachkommen zu verfüttern, hat mich unheimlich fasziniert.

    Ich habe damals sogar ein Paar Augen auf die erste Seite meiner Ausgabe gemalt.:



    (Ich kann das Bild nicht in voller Größe hier rein tun, weil es riesig ist. Mr. Green Aber es sollte größer werden, wenn man draufklickt. Oh, und warum der Hoster es gedreht hat, weiß ich auch nicht. Ist eigentlich Hochkant.)
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von DeStiiNy am Di 11 Dez 2012, 17:12

    Auch hier musste den "Sandmann" lesen - als Schullektüre und sogar eine Interpretation darüber schreiben in einer Deutschklausur.

    Ich muss zugeben, dass ich anfangs Hoffmann eher skeptisch gegenüberstand.
    "Der Sandmann" klang ebenfalls nach einer Kindergeschichte, denn ich war schließlich mit diesem liebevollen Wicht aufgewachsen.
    Hoffmanns Schauermärchen über den Sandmann hat mich während des Lesens wahrlich zum Zittern gebracht! xD
    Es ging sogar so weit, dass ich nachts von Nathanael träumte. Kein wirklicher Albtraum, eher eine Ansammlung der einzelnen Szenen Very Happy

    Hoffmann wuchs in meiner Anerkennung, weil er es geschafft hat, mich emotional aufzurütteln. Es fiel mir auch leicht, mich in seine Haut zu versetzen und eine Analyse seiner Szenen zu schreiben.
    Allerdings löste Hoffmann keine wirkliche Faszination in mir aus. Ich war einfach nur emotional dabei, fand mich in Nathanaels Himmelswegen und seinen Abgründen wieder, und verabscheute Coppelius mit aller Macht.

    Ich würde jedem dieses Buch empfehlen. Nicht, weil es zum Allgemeinwissen dazugehört, sondern, weil es einen emotional so packt wie es bei mir bisher keine andere Schullektüre (nicht einmal Goethes Faust!) getan hat. :)

    Lg,
    Pamela
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Klara am Mi 06 Feb 2013, 23:06

    "Der Sandmann" hatten wir ebenfalls als Schullektüre durch genommen und ich war zu Anfang doch sehr skeptisch, weil ich beim Sandmann eher an die Kindersendung denke, als an eine Person, die Kindern Sand in die Augen streut. E.T.A Hoffmann kannte ich zuvor auch nicht. Glücklicherweise hatten wir einen literaturbegeisterten Deutschlehrer, der wollte, dass wir nicht ganz so ahnungslos durch die Welt wandelten, weshalb wir den Sandmann gelesen haben

    Ich bin ein riesiger Fan von verrückten Charakteren und ich habe es geliebt, wie sehr Hoffmann Nathanael im Laufe der Geschichte verdreht hat, wie er immer verrückter wurde und wie letztendlich auch die Geschichte ausging.
    Und wo ich nun all diese Rezensionen lese... Da bekomme ich richtig Lust mich nochmals mit der Novelle auseinander zu setzten. Wir hatten sie zwar im Unterricht besprochen, aber eher weniger Bezug auf die damaligen Epochen genommen. Ich bin fest davon überzeugt, dass mein Lehrer uns Geschichten dazu hätte erzählen können, uns aber wohl schonen wollte (man kennt das ja: Schullektüren sind ja fast grundsätzlich blöd).
    Ich glaube, ich werde den Sandmann einfach nochmal lesen. Einigen hier hatten ja auch erwähnt, dass man sich wirklich mit der Romantik und der Aufklärung befassen sollte, um es richtig zu verstehen. Vielleicht gefällt mir "Der Sandmann" beim zweiten Mal lesen ja noch besser (:
    Aber eins ist schon sicher: Ein Werk von E.T.A Hoffmann wird definitiv nochmals von mir gelesen (:
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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

    Beitrag von Deadwing am Mi 27 Aug 2014, 02:53

    Ich scheine hier ja eher die Ausnahme zu sein - ich hab "Der Sandmann" nämlich nicht als Schullektüre gelesen, sondern auf Empfehlung eines Freundes hin. Very Happy

    Das ist inzwischen schon einige Jahre her, ich habe das Werk aber sehr positiv in Erinnerung. Ich kann aber auch die Stimmen hier verstehen, denen das Ganze zu abgedreht war, vermutlich muss man schon eine gewisse Vorliebe für etwas seltsame Charaktere und surreal anmutende Entwicklungen haben, um die Geschichte wirklich mögen zu können. *grübel*

    Ha, jetzt hab ich gerade richtig Lust bekommen, endlich mal wieder was von E. T. A. Hoffmann zu lesen! Vielleicht finde ich ja auch noch ein paar Hintergrüne zum "Sandmann", für mich selbst habe ich es nämlich nicht so gründlich auseinandergenommen und analysiert, wie man es mit Schullektüre wohl getan hätte. Mr. Green

    Liebe Grüße
    Merle

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    Re: E.T.A. Hoffmann - Der Sandmann

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