Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Umgangssprache in Büchern

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    Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Caro am Mi 02 Feb 2011, 23:59

    Hallo alle zusammen!

    Ich hoffe, das Thema gibt es noch nicht, ich habe es zumindest nicht gefunden.
    Deswegen hier also ein Thema zu Jugendsprache oder Umgangssprache oder manchmal auch Gossensprache in Büchern.

    Solche Literatur findet man ja zurzeit immer häufiger, in denen aus der Sicht von Jugendlichen berichtet wird, die in einer sehr zumindest lockeren Sprache berichten. Da fließen schon manchmal schlimme Schimpfworte mit ein und der Jugendsprachwortschatz ist danach auf jeden Fall erweitert.
    Da fallen einem beispielsweise "Axolotl Roadkill" und "Numbers" ein, aber auch stellenweise die "House of Night" Bücher.

    Wie steht ihr dazu? Findet ihr solchen Stil vertretbar, wenn er eben in Jugendbüchern vorkommt, weil es authentisch wirkt? Oder mögt ihr keine Literatur in dieser Sprache und lasst die Finger davon?

    Dazu gibt es ja verschiedene Meinungen, freue mich auf die Diskussion dazu.

    Viele liebe Grüße
    Caro
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Ash Lynne am Do 03 Feb 2011, 20:29

    Hey Caro!

    Ein wirklich sehr interessantes Thema muss ich sagen!
    Ich habe bisher nicht wirklich viel in diesem "Slang" gelesen - eben nur Numbers, glaube ich. Ich fands nicht sooo störend, aber auf Dauer könnte ich es nicht lesen. ^^

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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Gast am Do 03 Feb 2011, 21:02

    Die Charaktere können meinetwegen so reden, aber wenn das ganze Buch in so einem Stil gehalten ist, kann das auf Dauer schon etwas nerven. Zudem vergrault ein derartiger Stil potentielle Kundschaft.
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Vegi am Do 03 Feb 2011, 22:17

    Ich würde mich da Doresh anschließen. Wobei ich denke, dass Jugendsprache in einem Buch geht, wenn es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist und der Protagonist halt so redet. Und bei wörtlicher Rede natürlich ^^
    Aber bei einer Erzählweise, in der man einen Erzähler hat, der nicht Jugendlich oder Teil der Geschichten-Welt ist, käme es mir sehr seltsam und vor allem aufgesetzt vor.

    Gelesen habe ich eigentlich so noch nicht wirklich was... Einen Nachmittag habe ich mal das Buch " Die Einbahnstraße" von Klaus Kordon gelesen. Das war im Jugendslang geschrieben, klang für mich aber trotzdem seltsam, da die Geschichte an sich aus den Siebzigern stammt ^^
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von moriazwo am Fr 04 Feb 2011, 09:25

    Allein aus Gründen der Authentizität finde ich es nicht nur vertretbar, sondern unter Umständen sogar notwendig, dass Menschen in den unterschiedlichsten Kreisen auch in den Büchern so reden, wie ihnen - auf gut Deutsch gesagt - der Schnabel gewachsen ist. Niemand redet wirklich in gestelztem Hochdeutsch. Allerdings sollte hier eine klare Trennung zwischen der wörtlichen Rede und der Rahmenhandlung vollzogen werden. Diese muss unbedingt in einwandfreiem Deutsch verfasst werden, sonst wirkt die ganze Geschichte einfach wie "hingerotzt" und erweckt den Eindruck, der Autor wäre nicht in der Lage, einen vernünftigen Text zustande zu bringen.
    Dazu kommt noch, dass es für einen Leser unglaublich anstrengend ist, einen solchen Text zu lesen, wenn er länger ist. Auch sollte man sich - wenn man zum Beispiel Jugendsprache einbaut - genau überlegen, wen man überhaupt erreichen will. Soll dieser Text dann nur von Jugendlichen gelesen werden? Wenn nicht, dann wäre möglicherweise die ältere Generation - zu der ich inzwischen ja durchaus zähle - unter Umständen überhaupt nicht in der Lage, die teilweise sehr spezielle Terminologie zu verstehen. Ok, ich habe noch den Vorteil, Kinder zu haben, aber eine Generation weiter würde man diversen Textstellen nur noch hilflos gegenüberstehen.

    Gruß
    Michael
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Pooly am Sa 05 Feb 2011, 14:24

    Hallo Lisa!

    Ah, ein interessantes Thema, über das ich mich schon öfter mit Freunden unterhalten habe.

    Also ich meine, dass man das differenziert betrachten muss. Bei Jugendbüchern, in denen es eben um Jugendliche geht, wäre es seltsam, wenn alle so gestelzt daherreden würde, das stimmt. Ein gewisser lockerer Sprachumgang kann schon da sein. Auch wenn ich gestehen muss, dass es da bei mir auch Grenzen gibt, wenn jedes zweite Wort "ey" oder "Alter" ist, würde ich das Buch vermutlich auch nur ungern weiterlesen.
    Ebenso, wenn eben der komplette Schreibstil in Gossensprache gehalten ist. Klar, unvermeidlich, wenn man aus der ersten Person schreibt und dann eben einen Jugendlichen, aber das ist nicht die Literatur, die ich lese, weil ich eben denke, dass ich solche Leute genügend in meiner realen Umgebung habe und weil ich lese, um etwas Besonders zu erleben und mit Leuten, die so unflätig daherlabern kann ich mich nicht wirklich identifizieren ...

    Deswegen geht es eben bis zu einem gewissen Grad klar, aber es gibt eben klare Grenzen für mich.

    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von ExituS am So 13 Feb 2011, 19:19

    Hey :)

    mhm, Umgangssprache- es muss halt passen. In Fantasybüchern finde ich das zB, auch wenn es um Jugendliche geht, absolut fehl am Platz. Zerstört einfach die Atmosphäre. Wink
    Und es sollte sich in Maßen halten. Wenn alle Gespräche, fast schon gezwungen nur aus Beleidigungen oder eben Slang-Wortschatz bestehen, finde ich das nicht nur bescheuert, es ist auch... naja einfach unglaubwürdig Wink

    lg
    sarah
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Dawn am Mi 16 März 2011, 00:28

    Hey,

    also ich finde das ist immer abhängig davon, wie es dargestellt wird und in welchem Zusammenhang. Ein lyrisch geschriebenes Buch in dem sich alle Protagonisten mit Worten wie "Alter", etc. unterhalten passt einfach nicht.
    Aber auch bei der "House of Night" Reihe...das einzige Buch das ich in einer solchen Sprache gelesen habe, wird die Umgangssprache benutzt. Dort fand ich es dann nicht sehr berrauschend, wenn auch nicht sooo störend. Ok hätte man mir nicht gesagt wie gut das Buch trotz Sprache wäre, hätte ich es wohl weggelegt, aber im nachhinein hat die Story mich so gepackt und die Sprache wurde besser, weshalb ich es dann nicht mehr als störend empfand.

    Lg, Alex
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von June am Mo 04 Apr 2011, 18:09

    Heyho ^^

    Ehrlich gesagt, finde ich das gar nicht so schlimm. Es ist eben die Sprache der Jugend - und wenn man die Jugend so zum Lesen kriegt, indem man schreibt, wie sie reden, dann ist das doch okay.
    Ich persönlich mag solche Ausschweifungen auch nicht unbedingt, aber da kann ich drüber hinweg lesen.
    Bei HoN, wo ich bisher nur den 1. Teil gelesen habe, gab es auch Stellen, die mich doch ganz schön gestört haben, aber die sind nicht halb so häufig, wie man das denken mag. Ehrlich gesagt, finde ich es gerade bei diesem Buch sehr passend, dass es in Jugendsprache geschrieben ist.
    Es zeigt nämlich ganz deutlich, dass es eben nicht nur "Ey, Alter" ist, was die Sprache der Jugendlichen ausmacht. HoN zeigt, dass die Jugendlichen nicht nur so dummes Zeug daherlabern, sondern wirklich auch was leisten können - auch wenn es nur ein Buch ist, ich denke, dass es die Jugend gut widerspiegelt ^^

    Ebenso übrigens die "Liebe geht durch alle Zeiten"-Bücher. Auch dort gab es Stellen, an denen ich nur den Kopf schütteln konnte, die dem Ganzen seinen Reiz aber nicht genommen haben Very Happy

    glg, Juny
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Vampirmaedchen am So 19 Feb 2012, 16:32

    Hm, ein schwieriges Thema für mich. Ehrlich.

    Ich habe an sich nichts gegen die Umgangssprache in Büchern, wenn sie denn auch authentisch ist. Bei der Black Dagger - Reihe - ja, Vampirbücher, aber die fällt mir in der Sache einfach am ehesten ein *lach* - IST es authentisch, weil die Charaktere schon keine gehobelten und perfekten Charaktere sind. Ich habe persönlich nichts gegen Literatur, die einen gehobenen Wert hat, aber bei der Reihe ... würde es sich dumm und lächerlich anfühlen und lesen lassen.
    Bei anderen Büchern, z.B. bei einer Highland-Sage, würde sich so etwas doch total lächerlich anhören, wenn da auf einmal die Umgangssprache kommen würde, oder? [Okay, sehr dummer Vergleich. Sorry.]

    Ich hoffe, dass man meine Meinung hier herauslesen kann. Ich finde, es muss zu der Handlung den Charakteren passen, dann ist Umgangssprache okay, egal, in welcher Genre. Ansonsten ist es einfach unpassend. Basta.

    Liebe Grüße,
    Vee
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Alania am Sa 11 Aug 2012, 06:33

    Ich muss sagen, dass ich mich mit Umgangssprache in Büchern ziemlich schwer tue ... auch bei der wörtlichen Rede, wobei bei dieser nur, wenn es wirklich harte Ausdrücke sind, aber ich denke, selbst das kann ich verkraften, wenn es nicht so häufig vorkommt.
    Numbers zum Beispiel fand ich einfach furchtbar und konnte es auch bis zum heutigen Zeitpunkt auch nicht beenden, weil ich einerseits den Hauptchara unausstehlich fand und eben andererseits dieser Schreibstil mich innerlich abgestoßen hat.
    Ich glaube ... ich persönlich würde sogar ein wenig die Authenzität zurück schrauben, also als weniger wichtig erachten ... Was ich jetzt damit sagen will ist nicht, dass Jugendliche gestelzt sprechen müssen, aber ich persönlich hätte lieber eine etwas weniger mit Kraftausdrücken bestückte Sprache ... x']


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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Skadi am Do 06 Feb 2014, 14:16

    Ich halte es genau wie moriazwo:

    Allein aus Gründen der Authentizität finde ich es nicht nur vertretbar, sondern unter Umständen sogar notwendig, dass Menschen in den unterschiedlichsten Kreisen auch in den Büchern so reden, wie ihnen - auf gut Deutsch gesagt - der Schnabel gewachsen ist. Niemand redet wirklich in gestelztem Hochdeutsch. Allerdings sollte hier eine klare Trennung zwischen der wörtlichen Rede und der Rahmenhandlung vollzogen werden. Diese muss unbedingt in einwandfreiem Deutsch verfasst werden, sonst wirkt die ganze Geschichte einfach wie "hingerotzt" und erweckt den Eindruck, der Autor wäre nicht in der Lage, einen vernünftigen Text zustande zu bringen.
    Viel mehr kann ich dem auch gar nicht mehr hinzufügen :DIn der wörtlichen Rede ist Umgangssprache total in Ordnung und hat durchaus seine Existenzberechtigung. Ich finde, dass es einer Figur Charakter verleiht, wenn sie locker vor sich hin redet, wie es der Dialekt hergibt. Natürlich unter der Vorraussetzung, dass es insgesamt ins Setting passt.
    Im Erzähltext sollte dann aber m.M.n. drauf verzichtet werden, egal ob er in der dritten Person oder der Ich-Perspektive geschrieben ist. Es wirkt einfach nicht professionell und wäre mir in einem ganzen Roman einfach zu anstrengend.
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Deadwing am Di 05 Jan 2016, 21:25

    @Skadi schrieb:Im Erzähltext sollte dann aber m.M.n. drauf verzichtet werden, egal ob er in der dritten Person oder der Ich-Perspektive geschrieben ist. Es wirkt einfach nicht professionell und wäre mir in einem ganzen Roman einfach zu anstrengend.
    Hm, bei "Tschick" hat mich das beispielsweise gar nicht gestört. Das Buch ist auch aus der Ich-Perspektive geschrieben und manchmal etwas schnodderig, auch der eine oder andere Kraftausdruck taucht auf (und das nicht nur in der wörtlichen Rede). Ich fand aber, dass es in diesem Fall authentisch rüberkam, gleichzeitig aber nicht übertrieben war. Es gab auch nirgendwo Verständnisprobleme mit Ausdrücken einer anderen Generation oder so. ;-)

    Man sieht schon: Solange es ins Setting und zu den Charakteren passt, stört mich Umgangssprache nicht unbedingt. Manchmal gefällt sie mir dann sogar ziemlich gut. Allerdings muss der Autor dann auch ein Händchen dafür haben, nicht zu sehr über die Stränge zu schlagen. Einem Text, der zur Hälfte aus Schimpfwörtern besteht, könnte ich wahrscheinlich auch nicht so viel abgewinnen.
    Ich würde aber auch nicht grundsätzlich sagen, dass in Jugendbüchern nicht auch mal geflucht werden darf. Ich schätze, Teenies in dem Alter kennen sowieso noch ganz andere Ausdrücke und sind da nicht besonders geschockt von. Mr. Green
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Miyann am Mi 06 Jan 2016, 10:22

    Ich denke, Authentizität ist dabei das wichtigste. Wenn es authentisch wirkt und zu dem Erzähler passt, kann ich auch sehr gut mit Umgangssprache außerhalb der wörtlichen Rede leben (ein gelungenes Beispiel ist "Lady Bag" von Liza Cody). Aber auch in der wörtlichen Rede ist Authentizität wichtig. Es muss einfach passen, denn als Leser kann man gewollte Umgangssprache sehr schnell "enttarnen" und unangenehm finden. Zumindest geht es mir dann manchmal so.

    Ich schließe mich also weitestgehend den anderen Meinungen hier an, wenn ich das so überfliege.

    Kraftausdrücke in Jugendbüchern finde ich auch vollkommen legitim. Es sollte vielleicht nicht übertrieben werden, aber letztendlich gehört es zum Leben dazu, nicht wahr?
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Jadelyn am Mi 06 Jan 2016, 15:45

    Mich stört es nicht, auch im Jugendsprachstil geschriebene Bücher zu lesen, wenn es zum Charakter passt. In der wörtlichen Rede ist's sowieso in Ordnung, aber auch im Erzählstil fände ich es zumindest auffällig, wenn die wörtliche Rede umgangssprachlich ist und der restliche Text auf einmal Beamtendeutsch; das wäre dann in meinen Augen eher ein Stilbrucheffekt. Wenn es einen personalen Erzähler gibt, sollte er sich auch authentisch anhören, um ein gewisses Gefühl aufzubauen. Wobei das Spielen mit verschiedenen Stilen natürlich auch reizvoll sein kann.


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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von SaKi am Di 16 Aug 2016, 16:57

    Ich hol das Thema einfach mal wieder aus der Versenkung, weil ich es interessant finde und weil ich selbst noch gar nichts dazu geschrieben habe.

    Wahrscheinlich teile ich die grundsätzliche Meinung der meisten im Thread. Für die Rahmenhandlung bin ich für ordentliches Hochdeutsch, die wörtliche Rede sollte aber immer genau auf die handelnden Charaktere abgestimmt sein und kann gern in Richtung Jugendsprache oder auch derbere Sprache gehen, damit die Geschichte authentisch bleibt. Wenn das Buch vor allem jugendliche Charaktere beinhaltet oder es im Mafia-Milleu spielt, kann es auch von der Rahmenhandlung her gern etwas lockerer oder derber geschrieben sein, aber halt nur in Maßen. Ein gesamtes Buch in diesem Stil würde mich abschrecken.

    Wenn das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, ist das ja eh noch mal was anderes. Aber ich fände es anstrengend, die ganze Zeit in einem gewissen Slang zu lesen, egal wie krass der Jugendliche auch drauf sein möge oder was für ein harter Hund der Hauptchara ist. Auch dabei kann sich der Slang vor allem auf das gesprochene Wort konzentrieren und die Haupthandlung in "besserem" Deutsch verfasst sein. Ich denke, es würde sonst einfach schnell zu viel sein.

    Anders bei Geschichten, die aus der Perspektive von besonders gewitzten und wortgewandten Charakteren geschrieben sind, die dürften sich für meinen Geschmack auch in der Haupthandlung austoben *g* Aber das würde vielleicht eher in eine "Wie viel der Persönlichkeit der handelnden Charaktere sollte in die Haupthandlung einfließen"-Diskussion führen ^^;

    Wie gesagt, Slang in der wörtlichen Rede sehr gern, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, außerhalb der wörtlichen Rede aber eher nicht.
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von Lexi am Di 16 Aug 2016, 18:36

    @SaKi schrieb:Wie gesagt, Slang in der wörtlichen Rede sehr gern, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen, außerhalb der wörtlichen Rede aber eher nicht.

    Generell bin ich da bei dir, wenn es sich allerdings um einen Ich-Erzähler handelt, finde ich auch da, je nachdem, wie die Figur, aus deren Perspektive erzählt wird, so drauf ist, Umgangssprache oft ok.
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    Re: Umgangssprache in Büchern

    Beitrag von SaKi am Di 16 Aug 2016, 20:17

    Ja, das hab ich ja auch gesagt, dass es bei einem Ich-Erzähler auch ok ist, aber nur, wenn es da nicht Überhand nimmt … dann wirkt es auf mich auch wieder störend. In meinen Augen müsste man da halt ein gesundes Mittelmaß finden.

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    Re: Umgangssprache in Büchern

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