Pooly's Kunst und Schreibforum

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    zwei phil. Vorträge...

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    zwei phil. Vorträge...

    Beitrag von r.m am Mo 31 Jan 2011, 21:52

    Hi!

    Hier zwei Vorträge, die ich unter anderem bei meinen Freimaurerjungs gehalten habe
    und die nach der Veröffentlichung freudigerweise echt gut eingeschlagen sind. :-)

    Titel: Die Kette der Herzen. Kulturphilosophie und Freimaurerei.
    Thema: Was ist Kultur?, Freiräume, Phänomen der Empathie usw.
    URL: http://robert-matthees.de/pdfs/kulturphil.pdf

    Titel: Ich erzähle gern Geschichten.
    Thema: Selbsterkenntnis, Erzählbewusstsein
    URL: http://robert-matthees.de/pdfs/geschichte.pdf

    Viel Spaß!
    & LG Rob Mr. Green

    PS: Wer sich über das Wort "Zeichnung" wundern sollte,
    so nennen wir in den Logen traditionell einen Vortrag.
    Da ich beide Vorträge zuerst in der Loge gehalten habe
    (den "Kulturphilosophie" erst letzten Samstag),
    ist das Skript auch dafür verfasst worden.

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    Re: zwei phil. Vorträge...

    Beitrag von Amlughur am Mi 16 Feb 2011, 11:42

    Zu "Die Kette der Herzen. Kulturphilosophie und Freimaurerei":

    Die Philosophie als vollständiges Ergründen der Welt ist eine Utopie, und jeder philosophierende
    Mensch bleibt immer nur Suchender auf dem Weg hin zur Erkenntnis des letzten Grundes, der alle
    Prinzipien der Welt in sich vereint.


    Ich denke, diese Aussage lässt sich auf ausnahmslos alle menschlichen Fragestellungen ausweiten, und ist nicht auf die eigentliche Philosophie begrenzt.
    Das hat den Grund, das, forscht man in einer beliebigen Sache weit genug, führt dieser Weg notwendigerweise irgendwann zu einer philosophischen Fragestellung, die für uns unerschließbar ist, weil wiederum alle Philosophie irgendwann zu einem Punkt kommt, wo sie nach etwas frägt, das räumlich oder zeitlich außerhalb unserer Welt liegt.
    Und dies ist für uns nicht ergründbar, da kein Grund besteht, warum unsere (Natur-)Gesetze, die wir duch Empirie gefunden haben, auch außerhalb unserer Welt gelten sollten, ja, dies ist sogar eher unwahrscheinlich.



    Zu "Ich erzähle gern Geschichten. (Selbsterkenntnis)":

    Vielen Dank für diesen Text.
    Er enthält viele gute, faszinierende Gedanken. Auch wenn ich an dem Verständnis von Ge-schichte zunächst einige emythologische Zweifel hatte, ist mir später aufgegangen, dass der Gedanke der Gegenwart als Summe der Schichten des Vergangenen tatsächlich der Ursprung dieses Wortes sein könnte.
    Über vieles von dem, was dieser Text enthält, habe ich mir ebenfalls bereits - ganz ähnliche - Gedanken gemacht; dennoch stellte er für mich eine Fundgrube an Ideen und Gedankenanstößen dar, weil deine Herangehensweise eine andere war, obgleich sie zu demselben Ziel führte, wie z.B. dem Umstand, dass das Weltbild oft stärker ist als die Vernunft.
    So zeichnen sich in deinem Vortrag bspw. einige Parallelen zu meinem Text Gedanken zur Unendlichkeit ab.




    Ich hätte noch eine allgemeine Frage zum Freimaurerorden: Was sind denn die verbindenden Elemente eurer Gemeinschaft; also bspw. gemeinsame philosophische Grundlagen; gemeinsame Ziele...?

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    Re: zwei phil. Vorträge...

    Beitrag von r.m am Mi 16 Feb 2011, 19:31

    Hi!

    Keine Ahnung, ob der Umgang mit dem Wort Geschichte in den einleitenden Worten etymologisch korrekt und so sprachwissenschaftlich haltbar ist. Aber das ist völlig egal. Es ist nur ein bestimmter Blickwinkel, in dem das Wort hier in Szene gesetzt wird, um den Einstieg ins Thema zu ermöglichen. Mit Worten kann man hier und da durchaus ein wenig spielen, sollte man sogar, finde ich. Das steht auch ganz drüber, vor der "Geschichte"-Spielerei. :-)

    Wenn dich sowas inhaltlich interessiert, suche mal nach Stichworten wie "narrative Philosophie" oder auch "dialogische Philosophie", dort findest du entsprechende Ansätze, bspw. bei Wilhelm Schapp ("In Geschichten verstrickt") oder bei Hannah Arendt. Interessant aus radikal empirischer Sicht ist auch der amerikanische Psychologe William James (Gedanken zum Selbst als Nicht-Entität usw.), man könnte auch sagen: abrundend und die Kanten glättend, da europäische - vor allem deutsche - Philosophen sehr schnell und gern ins Transzendentale oder Metaphysische abzudriften geneigt sind. ;-)

    Da ich mich häufig mit Fragen über die Freimaurerei konfrontiert sehe, habe ich mittlerweile einfach einen kleinen Essay darüber verfasst. Hier findeste einige Infos: http://robert-matthees.de/?id=freimaurerei

    Gruß, Rob
    :-)

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 12:33