
Was nützen jene sprachliche Diamanten, wenn sie aussehen wie Äpfel, die gerade dem Komposthaufen entstiegen sind?
Dieser Frage muss sich wohl irgendwann jeder Autor stellen. Ganz davon abgesehen, dass man irgendwann diejenigen hier im Forum beneidet, die es scheinbar so leicht schaffen so wunderbare Einträge zu gestalten, während die eigenen Romane vor Fehlern, aber nicht vor gestalterischer Kreativität oder gar typographischem Einfallsreichtum strotzen.
Der Wille ist da, aber das Fleisch schwach.
Doch all die schönen Wort und Selbstzweifel nützen nicht, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll. Woher weiß der motivierte Laie schon, welche Schrift gut ist und welche nicht? Soll man Blocksatz nehmen oder doch linksbündigen Rausatz? Was ist mit Farbe und was mit Absätzen? Es ist reichlich mühselig erst mal alles durch zu probieren und wer hat schon die Zeit sich am Wochenende hinzusetzen und sich über die Wirkung von Schrift und Schriftschnitten Gedanken zu machen? Immerhin gibt es ziemlich viele andere Sachen zu tun, da muss die Ästhetik eben dem Pragmatismus weichen. Es geht ja sowieso hauptsächlich um den Inhalt, richtig? Falsch!
Würdest du ein Buch lesen, das aussieht, als wäre gerade jemand mit dem Auto darüber gefahren?
Nein? Also warum Texte lesen, die so leserfeindlich gestaltet sind, dass man sie bestenfalls als Klopapier benutzen kann? Was in der Küche gilt, das kann man auch in der Schreiberei gebrauchen: Das Auge isst mit! Die verwöhnten Linsen des kritischen Lesers wollen gehegt und gepflegt werden, es gilt seine Lesefaulheit in Begeisterung umzuwandeln. Schließlich kommt derjenige, der beim Bewerbungsgespräch mit Badelatschen und Tennissocken auftaucht, auch nicht weiter als bis vor die geschlossene Tür des Abteilungsleiters. Mit der Gestaltung des Textes ebnet man sich den Weg zum Herzen des Lesers, denn erst dort kann der Inhalt des Textes wirken.
Wenn guter Rat sehr teuer ist
Natürlich könnte man Design studieren und sich so in die geheimen Wege des Layouts und der Textgestaltung einweihen lassen, aber mal ehrlich ... Hat man dazu Zeit? Eigentlich will man ja nur ein wenig Grundlagen wissen und nicht gleich drei Jahre damit zubringen verzweifelt auf den Bildschirm eines Macs zu starren. Von den horrenden Studiengebühren mal ganz abgesehen ...
(Sehen wir aus wie Bill Gates?)
Ein Besuch des örtlichen Buchhändler oder des Onlinehändlers mit dem großen „A“ führt auch nicht zur gewünschten Erleuchtung. Selbst lesefreudige Menschen begreifen schnell, dass es unter Umständen länger als drei Jahre dauern kann die Unmengen an Büchern zu durchwühlen, die einem da präsentiert werden. Von den horrenden Preisen einmal ganz abgesehen.
(Und wieder: Sehen wir aus wie Bill Gates?)
Um dem abzuhelfen, habe ich mich entschlossen hier einmal die Grundlagen vom dem darzustellen, was uns alle so quält. Das, was uns jeden Tag umgibt und von dem wir trotzdem irgendwie so gar keine Ahnung haben: Typografie und Layout.
Was Hans nicht lernt, lernt Hänschen vielleicht trotzdem
Falls mich jetzt alle für die große Leuchte in puncto Gestaltung halten, muss ich euch enttäuschen. Ich selbst habe weder ein Studium noch eine Ausbildung in dem Bereich gemacht. Um der sich jetzt stellenden Frage vor zu greifen: Ja, ich habe Freunde und ja, ich sitze nicht den ganzen Tag Zuhause und lese Unmengen von Büchern. Der Grund warum ich mich mit diesem Thema beschäftige, ist mein Studium. Ich studiere Buchwissenschaft und da mein zukünftiges Berufsfeld mit Büchern und jedweder Art schriftlicher Publikationen zu tun hat, habe ich innerhalb meines Studiums das Modul „Typografie und Druck“ (Oder so ähnlich …), in dem Übungen wie „Grundlagen des typographischen Gestaltens“ und „Ästhetische Aspekte des Buchs“ vorkommen. Ich bin also selbst eher geübter Laie als promovierter Designprofessor und deshalb für jeder Form der Belehrung und Anmerkung offen.
- Das ABC des Amateurtypografen:
- 1. Typografie- Wenn Wissenschaft mein Wissen schafft
Mikrotypografie vs Makrotypografie
- Inhaltsverzeichnis:
- 0.0 Einleitung
1. Typografie - Wenn Wissenschaft mein Wissen schafft
Zuletzt von Angoraschka am Mi 23 Feb 2011, 23:44 bearbeitet, insgesamt 3 mal bearbeitet

















. Hach, da werden Erinnerungen an meine Ausbildungszeit wach
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