Eine bis vor einigen Monaten noch weitgehend unbekannte Website hat es geschafft, Regierungen, Militärs und Geheimdienste in Aufruhr zu versetzen und auf Trab zu halten: www.wikileaks.org.
WikiLeaks wurde bereits im Jahre 2006 ins Leben gerufen - nach eigenen Angaben von einer Gruppe von chinesischen Dissidenten, Journalisten, Mathematikern und Technikern. Es war von Beginn an als Enthüllungsplatform geplant und so legte man sehr viel Wert auf die Anonymität der eigenen Identität z. B. der Gründungsmitglieder und der wenigen "hauptamtlichen" Mitarbeiter, welche die Organisationsarbeit und Pflege der Website erledigen. Lediglich das Gründungsmitglied Julian Assange erscheint als das "Gesicht" der Organisation uns zeigt sich nicht selten in der Öffentlichkeit.
WikiLeaks hat sich auf die Fahnen geschrieben, „denen zur Seite zu stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“
Solche Vorhaben rufen sehr schnell Gegner auf den Plan und so hat man bei WikiLeaks ein - soweit man bisher weiß - sehr effektives System zur Verschlüsselung und zur Verschleierung der Datenherkunft entwickelt, welches bisher noch den "betroffenen" Organisationen, Regierungen etc. Kopfzerbrechen bereitet. Dazu kommt, dass der physikalische Standort der Webserver nicht einmal mehr bekannt ist, seit man sie vorsichtshalber aus Schweden, wo sie bis 2009 standen, an einen unbekannten Ort verbracht hat. WikiLeaks ist ein Gespenst für all jene, die sich - aus welchem Grunde auch immer - zur Zielscheibe der Enthüllungen gemacht haben. Allerdings handelt es sich um ein sehr reales Gespenst.
Nach eigenen Angaben verfügt WikiLeaks über einen Pool von ca. 800 Gelegenheitszuträgern, die das Projekt mit Daten versorgen. Ob das zutrifft, oder lediglich zur Verunsicherung beitragen soll, ist natürlich nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass es sich dabei um unzufriedene Mitarbeiter bis in höchste Regierungs- oder Geheimdienstkreise handelt.
WikiLeaks behauptet von der eigenen Organisation, dass es darum gehe, unethisches Verhalten, Ungerechtigkeiten oder Korruption aufdecken zu wollen. In der Anfangszeit des Projekts wurde auch in erster Linie so etwas aufgedeckt.
In jüngerer Zeit jedoch erlangten die Veröffentlichungen der Plattform eine andere Qualität, als man erstmals geheime Militärdokumente aus Krisen- und Kriegsgebieten mit Filmaufnahmen veröffentlichte, welche mit Sicherheit nicht für das Auge der Öffentlichkeit bestimmt waren.
Die Frage, die sich mir hier stellt, ist, ob WikiLeaks damit nicht vielleicht eine Grenze überschritten hat, die sie nicht hätten überschreiten dürfen. Natürlich hat die Welt ein Recht darauf, informiert zu werden und es kann auch nicht sein, dass Nachrichten zensiert werden, wie es leider in einigen Staaten täglich geschieht. Doch was ist hier veröffentlicht worden? Was ist eine Nachricht und was sind geheime Informationen? Steht es einer Internetplattform wirklich zu, in die Politik eines Staates einzugreifen? Können geheime Informationen wie Nachrichten behandelt werden, über die man berichten darf, bzw. muss? Ich denke nicht.
Es geht mir jetzt nicht darum, dass ich es gutheißen würde, was z. B. die US-Militärs im Irak und in Afghanistan getan haben. Die Veröffentlichungen belegen ganz klar, dass dort massivste Ungerechtigkeiten geschehen sind, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Frage ist eine andere.
Welche Auswirkungen können diese Enthüllungen auf uns alle haben? Jeder weiß heute, wie sensibel die Beziehungen zwischen islamistischen Krisengebieten und der westlichen Welt heutzutage beschaffen sind. Wäre es da verwunderlich, wenn die WikiLeaks-Enthüllungen möglicherweise den Hass in den Köpfen der Verantwortlichen unter den Taliban oder anderen islamistischen Gruppen noch weiter schüren würden? Wir haben ja bereits erleben müssen, wozu fanatisierte Anhänger dieser Gruppen fähig sind. Muss man vor diesem Hintergrund noch Öl ins Feuer gießen? Auch ohne diese Enthüllungen war es jedem von uns bereits klar, dass ein Krieg ein verdammt schmutziges Geschäft ist. Warum also das alles? Geht es hier wirklich noch nur um Aufklärung und Bloßstellung von Ungerechtigkeiten oder haben die Betreiber von WikiLeaks unter dem Deckmantel der Aufklärung gefallen an der Macht gefunden, die sie mit ihrem Werkzeug in der Hand halten?
Die ursprünglichen Beweggründe mögen ehrenhaft gewesen sein, doch das, was in letzter Zeit geschieht, ist nicht dazu geeignet, unsere Welt besser zu machen.
Gruß
Michael
WikiLeaks wurde bereits im Jahre 2006 ins Leben gerufen - nach eigenen Angaben von einer Gruppe von chinesischen Dissidenten, Journalisten, Mathematikern und Technikern. Es war von Beginn an als Enthüllungsplatform geplant und so legte man sehr viel Wert auf die Anonymität der eigenen Identität z. B. der Gründungsmitglieder und der wenigen "hauptamtlichen" Mitarbeiter, welche die Organisationsarbeit und Pflege der Website erledigen. Lediglich das Gründungsmitglied Julian Assange erscheint als das "Gesicht" der Organisation uns zeigt sich nicht selten in der Öffentlichkeit.
WikiLeaks hat sich auf die Fahnen geschrieben, „denen zur Seite zu stehen, die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.“
Solche Vorhaben rufen sehr schnell Gegner auf den Plan und so hat man bei WikiLeaks ein - soweit man bisher weiß - sehr effektives System zur Verschlüsselung und zur Verschleierung der Datenherkunft entwickelt, welches bisher noch den "betroffenen" Organisationen, Regierungen etc. Kopfzerbrechen bereitet. Dazu kommt, dass der physikalische Standort der Webserver nicht einmal mehr bekannt ist, seit man sie vorsichtshalber aus Schweden, wo sie bis 2009 standen, an einen unbekannten Ort verbracht hat. WikiLeaks ist ein Gespenst für all jene, die sich - aus welchem Grunde auch immer - zur Zielscheibe der Enthüllungen gemacht haben. Allerdings handelt es sich um ein sehr reales Gespenst.
Nach eigenen Angaben verfügt WikiLeaks über einen Pool von ca. 800 Gelegenheitszuträgern, die das Projekt mit Daten versorgen. Ob das zutrifft, oder lediglich zur Verunsicherung beitragen soll, ist natürlich nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass es sich dabei um unzufriedene Mitarbeiter bis in höchste Regierungs- oder Geheimdienstkreise handelt.
WikiLeaks behauptet von der eigenen Organisation, dass es darum gehe, unethisches Verhalten, Ungerechtigkeiten oder Korruption aufdecken zu wollen. In der Anfangszeit des Projekts wurde auch in erster Linie so etwas aufgedeckt.
In jüngerer Zeit jedoch erlangten die Veröffentlichungen der Plattform eine andere Qualität, als man erstmals geheime Militärdokumente aus Krisen- und Kriegsgebieten mit Filmaufnahmen veröffentlichte, welche mit Sicherheit nicht für das Auge der Öffentlichkeit bestimmt waren.
Die Frage, die sich mir hier stellt, ist, ob WikiLeaks damit nicht vielleicht eine Grenze überschritten hat, die sie nicht hätten überschreiten dürfen. Natürlich hat die Welt ein Recht darauf, informiert zu werden und es kann auch nicht sein, dass Nachrichten zensiert werden, wie es leider in einigen Staaten täglich geschieht. Doch was ist hier veröffentlicht worden? Was ist eine Nachricht und was sind geheime Informationen? Steht es einer Internetplattform wirklich zu, in die Politik eines Staates einzugreifen? Können geheime Informationen wie Nachrichten behandelt werden, über die man berichten darf, bzw. muss? Ich denke nicht.
Es geht mir jetzt nicht darum, dass ich es gutheißen würde, was z. B. die US-Militärs im Irak und in Afghanistan getan haben. Die Veröffentlichungen belegen ganz klar, dass dort massivste Ungerechtigkeiten geschehen sind, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Die Frage ist eine andere.
Welche Auswirkungen können diese Enthüllungen auf uns alle haben? Jeder weiß heute, wie sensibel die Beziehungen zwischen islamistischen Krisengebieten und der westlichen Welt heutzutage beschaffen sind. Wäre es da verwunderlich, wenn die WikiLeaks-Enthüllungen möglicherweise den Hass in den Köpfen der Verantwortlichen unter den Taliban oder anderen islamistischen Gruppen noch weiter schüren würden? Wir haben ja bereits erleben müssen, wozu fanatisierte Anhänger dieser Gruppen fähig sind. Muss man vor diesem Hintergrund noch Öl ins Feuer gießen? Auch ohne diese Enthüllungen war es jedem von uns bereits klar, dass ein Krieg ein verdammt schmutziges Geschäft ist. Warum also das alles? Geht es hier wirklich noch nur um Aufklärung und Bloßstellung von Ungerechtigkeiten oder haben die Betreiber von WikiLeaks unter dem Deckmantel der Aufklärung gefallen an der Macht gefunden, die sie mit ihrem Werkzeug in der Hand halten?
Die ursprünglichen Beweggründe mögen ehrenhaft gewesen sein, doch das, was in letzter Zeit geschieht, ist nicht dazu geeignet, unsere Welt besser zu machen.
Gruß
Michael











