Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Germanistikstudium Ja/Nein?

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    Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Sinah am Fr 22 Okt 2010, 21:10

    Hallo Smile

    Zurzeit besuche ich eine Tourismusschule in Vorarlberg, die mit Matura in drei Jahren abschließt. Seit einigen Wochen versuche ich herauszufinden, was ich später machen soll... Ich möchte eigentlich etwas mit Sprache machen, aber es haben mir jetzt schon mehrere Leute von einem Germanistikstudium (was sie selbst nie absolviert haben) abgeraten. Ich wollte jetzt einmal euch fragen, was ihr macht bzw. gemacht oder nicht gemacht habt und was es sonst noch für Möglichkeiten mit der deutschen Sprache gibt.
    Journalismus interessiert mich dabei aber nicht soooooo...

    mh, ich hoffe, ihr könnt mir helfen und ich weiß auch nicht, ob das wirklich hier herein gehört... sonst bitte verschieben.

    glg Sinah

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Pooly am Fr 22 Okt 2010, 21:26

    Hallo Sinah!

    Also ich wollte auch immer etwas in diese Richtung studieren und habe mich auch nach Germanistik erkundigt, schnell aber gewusst, das ich das nicht machen möchte. Ich kenne an der Uni jetzt auch einige, die dieses Fach haben und bin immer noch froh, es nicht gewählt zu haben. Die Leute müssen eine Menge lesen und sich auch mit den alten Formen des Deutschen auskennen, irgendwelche Bücher und Briefe in Mittelhochdeutsch und so lesen ... Das wäre nichts für mich ^^"

    Ich studiere allgemeine Sprachwissenschaften, also Linguistik. Das ist aber nicht nur auf Deutsch bezogen, sondern auf alle Sprachen :]

    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Salissa am Sa 23 Okt 2010, 11:54

    Hi Sinah,

    ich studiere Literaturwissenschaft, was ja ein Teilgebiet der Germanistik ist und habe, bevor ich dazu gewechselt bin, ein Semester lang Germanistik gemacht. Wenn du Fragen zum Studium hast, helfe ich dir gerne weiter!

    Ich weiß nicht, ob du das schon herausgefunden hast: Germanistik ist gegliedert in drei Unterfächer: Linguistik (dazu kann dir Marie bestimmt einiges erzählen :)), Mediävistik (Literatur und Sprache des Mittelalters) und eben Literaturwissenschaft. In einem Germanistikstudium hast du also alle drei dieser Teilgebiete.

    Alternativ gibt es die Möglichkeit, dir eine Uni zu suchen, wo du nur eine dieser Disziplin einzeln als Hauptfach studierst. So gibt es Unis, die Linguistik und Literaturwissenschaft als einzelne Studiengänge anbieten und einige wenige, die Mediävistik als einzelnen Studiengang haben.

    Ich weiß nicht, wie es bei Linguistik und Mediävistik ausschaut, in Literaturwissenschaft gibt es dann an den jeweiligen Unis noch verschiedene Schwerpunkte. Z.B. gibt es Unis, die sich nur mit der neueren deutschen Literatur beschäftigen und solche, die die Literatur verschiedener Länder miteinander vergleichen. Deshalb ist es immer wichtig, sich vor Studienbeginn zu informieren, was die jeweilige Uni als ihren Schwerpunkt betrachtet und zu schauen, ob dieses Thema etwas für einen ist :)

    Mir persönlich hat das Germanistikstudium wenig Spaß gemacht: Mediävistik fand ich klasse, aber Linguistik hat mir den Spaß an Germanistik genommen (ich interpretiere sehr gerne, arbeite mit Texten usw. und da war mir Linguistik zu trocken und mathematisch vom Denken her - sorry, Marie Wink). Daher bin ich zu einer Uni gewechselt, an der man Literaturwissenschaft einzeln studieren kann. Das Studium dort gefällt mir richtig gut.


    Liebe Grüße,
    Virgi


    Zuletzt von Salissa am Sa 23 Okt 2010, 15:51 bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Pooly am Sa 23 Okt 2010, 12:52

    (ich interpretiere sehr gerne, arbeite mit Texten usw. und da war mir Linguistik zu trocken und mathematisch vom Denken her - sorry, Marie Wink)
    Dafür brauchst du dich nicht zu entschuldigen, Virgi. Du hast recht, Linguistik ist schon super interessant, aber es ist wirklich wie Mathe mit Worten ;]


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Sinah am Mi 03 Nov 2010, 15:47

    achso, oke vielen Dank... mh. Ich glaube, dann ist es nicht ganz das, was ich möchte, denke ich...

    mal schauen, was aus mir werden wird, aber vielen Dank schon mal.

    @ Salissa

    Ich werde dich vielleicht in der nächsten Zeit mit ein paar Fragen bpmbardieren, falls das okay ist... Very Happy

    glg Sinah

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Salissa am Do 11 Nov 2010, 15:11

    Hi Sinah,

    sorry, dass ich jetzt erst antworte.
    Klar, wenn du Fragen hast, helfe ich gerne weiter! Ich weiß selber noch gut, wie das ist, wenn man sich für ein Fach/ einen Beruf interessiert und immer mehr Fragen auftauchen :)

    Liebe Grüße,
    Virgi


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Thora am Sa 08 Jan 2011, 01:52

    Hallihallo :)

    Ein Glück, dass ich gerade diesen Thread gefunden habe. Jetzt weiß ich nämlich, dank Dir, Virgi, dass ich doch einfach nur Germanistik studieren will, weil es gerade diese drei Teilbereiche hat.

    Allerdings hab ich eine ganz dämliche Frage dazu: Was kann man damit arbeiten, außer an Uni/Schule zu gehen?`Ich kann mir nämlich wenig darunter vorstellen... Was macht ihr so?

    Liebe Grüße
    Thora

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Salissa am Sa 08 Jan 2011, 13:59

    Hi Thora,

    es freut mich, wenn ich dir weiterhelfen konnte :)

    Erst einmal: ein Germanistikstudium führt nicht eindeutig auf ein bestimmtes Berufsbild am Ende des Studiums hin, wie z.B. das Medizinstudium oder Jura.

    Im Prinzip kann man als Germanist in vielen Bereichen arbeiten, auch in solchen, die nicht offensichtlich erscheinen, weil es bei Bewerbungen dann nicht nur auf fachliche Kenntnisse ankommt, sondern z.B. auch auf die im Laufe des Studiums erworbene Fähigkeit sich ein Thema selbstständig in kurzer Zeit zu erarbeiten. So gibt es z.B. auch ehemalige Germanistikstudenten, die im Bereich Wirtschaft oder in der Werbung arbeiten.

    Natürlich gibt es auch "klassischere "Berufe. Wenn man nicht auf Lehramt studieren möchte, kann man z.B. bei einem Verlag unterkommen. Das wollen nach dem, was man so hört, viele Germanistikabsolventen, ich habe aber auch gehört, dass es gerade deshalb nicht ganz leicht sein soll. Marie und Marit (Miyann) kennen sich in dem Bereich aber viel besser aus als ich und können dir, falls du Interesse daran hast, bestimmt mehr dazu erzählen :)
    Es gibt auch die Möglichkeit, wie du schon meintest, nach dem Abschluss an der Uni zu arbeiten, indem man in die Forschung/ Lehre geht. Dafür ist es, soweit ich weiß, meistens notwendig, nach dem Master noch eine Doktorarbeit dranzuhängen.
    Andere Möglichkeiten wären z.B. die Arbeit bei einer Zeitung (wobei es da ja auch das Journalistik-Studium gibt), im Bereich Kultur oder, wenn du dich auf Linguistik konzentriert, etwas rund um das Thema Sprache zu machen.
    Es gibt auch Buchhandlungen, die Germanistikstudenten beschäftigten, das können z.B. Fachbuchhandlungen sein.
    Eine Bekannte von mir arbeitet nach ihrem Studium im Buchhandel und sagt, dass sie dafür von ehemaligen Mitstudenten öfters komische Blicke erntet, nach dem Motto, warum sie als Uni-Absolventin denn dort arbeiten würde, dafür hätte ja eine Ausbildung "auch gereicht" . Aber sie sagt, dass ihr die Arbeit viel Spaß macht und sie sich nicht um die Meinung der anderen schert :)

    Es kommt also ganz darauf an, was du für Vorstellungen von deinem späteren Beruf hast. Dementsprechend kann man dann am Studienbeginn das Zweitfach wählen und z.B. Germanistik mit BWL kombinieren, wenn man sich für die Arbeit in einem großen Unternehmen interessiert.
    Ich habe oft den Rat gehört, von Kombinationen wie Geschichte/ Philospohie usw. mit Germanistik abzusehen, weil diese auch geisteswissenschaftliche Fächer sind und allgemein als "brotlos" gelten und stattdessen Germanistik mit einem gesuchteren/ ungewöhnlichen Fach zu kombinieren, um die Jobchancen zu erhöhen.
    Den Spruch "Was willst du den später mit deinen Fächern anfangen?!" kennen bestimmt viele Geisteswissenschaftler und ich glaube, es ist auch nicht verkehrt zu sagen, dass Germanistik oder ähnliche Fächer nicht unbedingt die passenden Fächer für Leute sind, die nach dem Studium einen Job haben möchten, in dem sie schnell Karriere machen/ viel verdienen/ große Sicherheit haben können.

    Wenn sich aber jemand wirklich für Fächer wie Geschichte, Musik, Germanistik interessiert und vielelicht sehr gut daran ist, finde ich es von der Umwelt ziemlich vermessen zu sagen, man solle lieber BWL/ Lehramt/ Medizin/ was auch immer studieren und das Geisteswissenschaften nutzlos wären.
    Ich weiß nicht, ob ich zu blauäugig bin, aber ich bin der Meinung, dass ein Student, der sich wirklich für seine Fächer interessiert, sie vielleicht sogar "lebt" und sich im Studium Mühe gibt, früher oder später auch eine Stelle finden wird.

    Bevor ich jetzt aber noch mehr ausschweife (bei dem Thema, wozu Geisteswissenschaften denn gut seien, reagiere ich immer ein bisschen empfindlich Erröt) : Ganz wichtig ist, dass man sich frühzeitig schon mal Gedanken macht, was für einen Beruf man sich für sich selbst vorstellen könnte.
    Praktika zu machen (auch freiwillige) sind da eine super Möglichkeit und werden wohl gerne gesehen :)
    Genauso kann man überlegen, ein Auslandsemester einzulegen, eine neue Fremdsprache zu lernen oder ehrenamtlich oder als Nebenjob etwas zu machen, wovon man denkt, dass es einen interessiert und zum eigenen Berufsziel passen könnte.

    Beim Master gibt es dann auch noch die Möglichkeit, sich weiter zu spezialisieren, z.B. einen Master nur in Linguistik, Vergleichender Literaturwissenschaft oder in einem Studiengang zu machen, der sich mit Literatur und Medien beschäftigt.
    In der Bachelor- oder Masterarbeit kann man sich vielleicht Themen widmen, die einen besonders interessieren oder wenn es von der Uni nicht vorgegeben ist, solche Seminare besuchen, die zu den eigenen Interessen passen.

    Ganz wichtig finde ich aber auch, sich neben dem Studium trotz der Berufsfrage noch Zeit fürs "Leben" zu lassen: für Freunde, Familie, Hobbys, einfach auch Freiräume zu haben, um verschnaufen zu können und sich nicht zu überfordern.

    So, isch habe fertig Wink Ich hoffe, es ist nicht zu lang geworden und für dich ist auch etwas Hilfreiches dabei.


    Liebe Grüße,
    Virgi


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Thora am Sa 08 Jan 2011, 14:10

    Hallo Virgi!

    Erstmal ein ganz großes Dankeschön für die Mühe. Jetzt habe ich zumindest mal das Bild eines Studenten vor Augen. (Die Sprüche mit dem Geld kenne ich nämlich auch: "Was willst Du denn mal studieren?" - "Germanistik." - "Und was kann man damit machen?" - "Weiß ich auch noch nicht so genau." - "Ja, das musst Du Dir aber überlegen, weil es geht ja ums Geld." -.-) Bisher war es immer so, dass ich mir gar nicht sicher war, ob ich Germanistik überhaupt machen soll, oder ob das brotlos ist und ich mich lieber umentscheiden sollte. Da hast Du mir auf jeden Fall ein wenig der Panik genommen Wink

    Eine kleine Frage habe ich noch: Wie läuft das mit den Zweitfächern? Kann man einfach einen beliebigen Studiengang dazu wählen?

    Was genau ich machen möchte, weiß ich jetzt zwar noch nicht, aber ich habe ja auch noch Zeit. Auf jeden Fall hab ich jetzt nicht mehr das Gefühl, mit meinem Studium später nichts anfangen zu können und als irgendetwas unbeliebtes zu enden Very Happy

    Nochmal Dankeschön, dass mir jemand so ausführlich antwortet, hätte ich nicht gedacht Wink

    Liebe Grüße
    Thora

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Salissa am Sa 08 Jan 2011, 19:40

    Huhu Thora,

    kein Problem :)

    Ob Germanistik brotlos ist ... Es gibt einige ehemalige Studenten, die diese Frage mit "ja" beantworten.
    Ich denke, es ist nicht das richtige Fach für einen, wenn einem Sicherheit sehr wichtig ist, da sind andere Fächer definitiv dann der bessere Weg.
    Man hört immer wieder, dass sehr viele Germanistik-Absolventen ungefähr genauso viel oder weniger verdienen wie diejenigen, die gerade eine Ausbildung abgeschlossen haben und dass nur wenige ehemalige Studenten eine Stelle finden, die hundertprozent etwas mit Literatur oder anderen germanistischen Themen zu tun hat (solche Stellen wie z.B. im Verlag oder an der Uni sollen dann auch ziemlich begehrt sein unter den Absolventen). Stattdessen kommen wohl viele in fachfremden Bereichen unter.
    Wenn man das alles so hört, denke ich, dass schon eine gewisse Risikobereitschaft und Flexibilität dazu gehört, sich für ein geisteswissenschaftliches Fach wie Germanistik zu entscheiden.

    Aber ich denke, wenn man die Beschäftigung mit Literatur und Sprache liebt und wenn man bereit ist, in das Studium Zeit und Mühe zu investieren und eine große Karriere mit entsprechendem Verdienst nicht als oberstes Ziel ansieht, kann das Studium sehr erfüllend sein und man wird auch irgendwann eine Stelle finden.

    Für mich persönlich wäre es nicht in Frage gekommen, BWL oder etwas anderes zu studieren, weil es gerade gefragt ist oder mehr Sicherheit verspricht, dafür liebe ich Literatur viel zu sehr :)
    Ich hoffe ganz stark, durch Engagement und Hingabe ans Fach dann nach dem Abschluss auch eine Stelle zu finden, bei der ich mit Literatur zu tun habe ... Angst vor der Zukunft bleibt aber schon pale

    Die möglichen Fachkombinationen sind von Uni zu Uni unterschiedlich geregelt. Üblich ist eine zwei Fächer-Kombination, an manchen Unis kann man wohl auch drei Fächer studieren.
    Kombis wie Germanistik mit Geschichte/ Philosophie/ einer Fremdsprache sind recht beliebt und, soweit ich weiß, überall möglich.
    Wenn man mag und es von der Uni her möglich ist,, kann man auch zu exotischeren Kombis greifen und z.B. Germanistik mit Psychologie/ Politik/BWL /Biologie oder einem anderen Fach kombinieren.

    Hast du denn schon eine Vorstellung, welches Fach dich noch interessieren könnte?

    Liebe Grüße,
    Virgi





    Zuletzt von Salissa am Sa 08 Jan 2011, 20:16 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Thora am Sa 08 Jan 2011, 20:10

    Hallo Virgi!

    Für mich persönlich wäre es nicht in Frage gekommen, BWL oder etwas anderes zu studieren, weil es gerade gefragt ist oder mehr Sicherheit verspricht, dafür liebe ich Literatur viel zu sehr :)
    Ich hoffe ganz stark, durch Engagement und Hingabe ans Fach dann nach dem Abschluss auch eine Stelle zu finden, bei der ich mit Literatur zu tun habe ... Angst vor der Zukunft bleibt aber schon

    Da hast Du mir aus der Seele gesprochen. Ich bin auf jeden Fall gewillt, es zu versuchen. Und wenn nicht... sterben werd ich schon nicht dran Wink

    Was das Zweitfach angeht, habe ich mir noch nicht spezifisch Gedanken gemacht, aber es würden sicherlich nur Dinge in Frage kommen, die ich als alternative Studiengänge angesehen hätte: Andere linguistische Fächer, etwas in die Richtung Dramaturgie/Theaterwissenschaft, etwas Kulturgeschichtliches oder Geschichte allgemein... Allerdings auch alles Dinge, die man als brotlos ansehen könnte Wink

    Ich bin mir auch gar nicht mal sicher, ob es mir so wichtig wäre, genau meinen Beruf mit meinem Studium zu treffen. Eigentlich geht es mir estmal darum, es zu studieren und dann einen Beruf zu finden, der gut zu mir passt. Wenn ich dann so viel verdiene wie jemand mit Ausbildung... Dann ist das eben so, alle, die ich kenne, kommen damit auch über die Runden. :)

    Liebe Grüße
    Thora

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Miyann am So 09 Jan 2011, 10:01

    Hallo Thora und Virgi,

    ich möchte Virgi nur mal beipflichten: Wenn einen ein Thema interessiert, warum sollte man dann nicht in diesem Bereich studieren? Es wird sich auch nach dem Studium schon irgendwas ergeben, da sollte man positiv denken und die Germanisten-und-Philosophen-Taxifahrer-Horrorgeschichten einfach mal verdrängen. (;

    Hauptsache ist, dass dir das Studium Spaß macht und dass du jedem vermitteln kannst, wieso es dich fasziniert, warum du dich für diesen Weg entschieden hast.

    Ich finde es etwas beängstigend, wieviele Leute ich gerade bei meinem Studiengang treffe, die scheinbar nur auf ihre Jobchancen nach dem Studium denken und an das Geld, was sie später verdienen wollen. Puh, da läuft es mir kalt den Rücken runter. Aber die Wirtschaftsdozenten bei uns fördern das auch immer... Manchmal habe ich das Gefühl, ich bin irgendwie die einzige, die sich auch für das Fach interessiert und das Ganze studiert, weil es Spaß bringt. Aber das ist natürlich Schwachsinn, da geht es sicher noch einigen so. (;

    Im Germanistik-Bereich werden auf jeden Fall die meisten mit Herzblut bei der Sache sein, bis auf ein paar wenige Lehramtler, die das Fach nur gewählt haben, weil ihnen nichts besseres einfiel. (Damit möchte ich nichts gegen Lehramtsstudenten sagen, ich habe nur die Erfahrung gemacht, dass viele von denen eben Germanistik mehr aus Pflicht als aus Begeisterung wählten.)

    Zu der Fächerkombination: Drei-Fach-Kombis gibt es soweit ich weiß fast gar nicht mehr, nur bei richtigen Mischfächern-Bachelor-Studiengängen... Drei Fächer gab es ja hauptsächlich unter dem Magister und der ist mittlerweile komplett verschwunden, soweit ich weiß.
    Jetzt ist der Zwei-Fach-Bachelor an so gut wie allen Universitäten etabliert (habe ja im Frühjahr viele Uniseiten durchgewühlt...). Da wählst du dannmeist ein haupt- und ein Nebenfach, das kann aber wirklich von Uni zu Uni variieren.
    Wenn du gerade auch noch Mischfächer recherchierst, von denen es zur Zeit immer mehr gibt, würde ich dir einfach empfehlen, die Uniseiten nacheinander durchzugehen, wenn du nicht standortgebunden bist, und dir einfach mal die Fächer anzugucken. (:

    Zu den Berufswünschen/träumen/wahtever nach dem Studium: Viele schwören darauf, dass man sich ein Ziel setzen sollte... Ich dagegen setze mir lieber ein grobes Ziel und gucke dann, was sich vielleicht noch alles ergibt. Oft gibt es Arbeitsbereiche, die man so gar nicht sieht und die einem erst das Studium oder ein Praktikum näher bringt.

    Alles in allem bin ich der naiven Meinung, dass sich schon irgendwas ergeben wird und dass man letztendlich seinen richtigen Weg findet. Manchmal muss man eben auch positiv denken. (:

    Viele Grüße
    Marit

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Thora am So 09 Jan 2011, 17:25

    Hallo Marit!

    Schönen Dank auch nochmal für Deinen Beitrag, ich finde es super, dass ihr mir alle Hoffnung macht und eben nicht mit dem Geld kommt.

    Zu den Berufswünschen/träumen/wahtever nach dem Studium: Viele schwören darauf, dass man sich ein Ziel setzen sollte... Ich dagegen setze mir lieber ein grobes Ziel und gucke dann, was sich vielleicht noch alles ergibt. Oft gibt es Arbeitsbereiche, die man so gar nicht sieht und die einem erst das Studium oder ein Praktikum näher bringt.

    Alles in allem bin ich der naiven Meinung, dass sich schon irgendwas ergeben wird und dass man letztendlich seinen richtigen Weg findet. Manchmal muss man eben auch positiv denken. (:


    Genauso sehe ich es nämlich auch. Ich glaube sowieso, wenn ich mir jetzt ein Ziel setze, erreiche ich das am Ende sowieso nicht und bin dann voll enttäuscht, oder ich bin enttäuscht, weil es anders ist als erhofft, oder, oder, oder... Ich bevorzuge es, einfach dann zu sehen, was mich dann interessiert. Schließlich können sich die Interessen ja auch noch erheblich ändern, bis ich mit dem Studium fertig bin.

    Was die Fächerkombos angeht: Ich freue mich echt, dass man doch zwei Dinge studieren kann. Alle, die ich gefragt habe, waren der Meinung, wegen Bachelor/Master-System gibt es so etwas bestimmt gar nicht mehr. Aber wenn ihr das alle macht, dann kann ich das ja auch machen. Das ist klasse Wink Da werde ich mich auf jeden Fall mal durch die Seiten wühlen... Irgendwann Very Happy Ich mache erstmal FSJ, da habe ich dann noch ein Jahr Zeit, das Ganze letztendlich zu planen.

    Jetzt habt ihr mir alle Sorgen so gut wie möglich genommen, bis auf die Frage der Finanzierung, und das gehört hier ja nun gar nicht her Wink

    Ganz lieben Dank an euch für die Mühe, jetzt freue ich mich doppelt so sehr auf mein Studium Very Happy

    Ganz liebe Grüße
    Thora Mr. Green

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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Salissa am Mo 10 Jan 2011, 16:19

    Huhu ihr zwei,

    es freut mich echt zu lesen, dass ihr es auch so seht, dass man etwas studieren sollte, das einem am Herzen liegt und damit auch irgendwann einen Job finden wird :)

    Ich finde es schade und auch irgendwie traurig, dass für viele heutzutage Karriere und/ oder Geld den höchsten Stellenwert bei der Berufswahl einzunehmen scheinen und man sich als Geisteswissenschaftler immer öfter für seine Fächerwahl vor Verwandten/ ehemaligen Mitschülern oder wem auch immer rechtfertigen muss, warum man nicht etwas "Erfolgversprechenderes"/ "Nützlicheres" studiert.

    Ich sehe es wie ihr: das Studium sollte einem doch auch Freude bereiten, anstonsten stelle ich mir sehr schwer vor, kontinuierlich zu lernen.

    Zum Thema Berufswunsch: Ich finde es sehr gut, wenn man da offen ist und zwar ungefähr weiß, in welche Richtung es gehen soll, aber auch neuen Ideen und Eindrücken nicht ablehnend gegenüber steht :) Es vergeht ja schon eine Menge Zeit, in der man viel erlebt, bis zum Abschluss.

    @ Thora: Geschichte hab´ ich als Nebenfach, echt ein schönes Fach! Theaterwissenschaften klingt aber auch klasse *schwärm* Wink


    Liebe Grüße,
    Virgi


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    Re: Germanistikstudium Ja/Nein?

    Beitrag von Thora am Mo 10 Jan 2011, 17:16

    Hey nochmal :)

    Wo ihr jetzt so viel für mich geschrieben habt, will ich euch auch mal auf dem Laufenden halten *grins*

    Also, Geschichte liegt für mich immer noch im Bereich des Möglichen, allerdings war ich heute bei der Berufsberatung (auch wenn die Frau nicht wirklich viel mehr Ahnung hatte^^) und habe mich schon fast darauf eingeschossen, Germanistik und Dramaturgie zu studieren. Vielleicht werden es aber letztendlich doch noch Kulturwissenschaften... Aber Dramaturgie passt besser zu mir, ich liiiiebe Theater Very Happy

    Und ich möchte auch nicht nur wegen des Geldes studieren. Wenn das alle tun würden, gäbe es schließlich weder Theater noch Schriftsteller, das geht doch so nicht Wink Lieber etwas Leidenschaft und hinterher einen mittelbezahlten Beruf, der einem zumindest etwas Freude macht, als Stress mit einem verhassten Fach für einen gutbezahlten Job Wink

    So, das wollte ich nur erwähnen.
    Übrigens: Die Beraterin meinte zu jeder Fächerkombination, damit könne ich ja Journalistin werden, aber sonst... Aber wie gesagt, sie hatte nicht wirklich Ahnung Wink

    LG
    Thora

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 09:27