Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

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    Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von Lexi am Mo 02 Aug 2010, 21:51

    Anzahl der Bücher: 3 (Der Weg in die Schatten, Am Rande der Schatten, Jenseits der Schatten)
    November 2010

    Seiten: 704
    Preis: 15,00 Euro


    "Azoth hockte in der Gasse, kalten Schlamm zwischen den nackten Zehen."
    So beginnt der erste Band. Warum ich diesen Satz zitiere? Auf den ersten Blick ist er ja nichts Besonderes, aber im Bezug zum Buch sagt er unheimlich viel aus. Dem Leser ist sofort klar: Azoth gehört zu den ärmsten der Armen, wenn er mit nackten Füßen im Schlamm kauern muss. Die Welt, in der er lebt, ist kalt, schmutzig und hart. Er ist elf Jahre alt, ein Waisenkind und lebt von den Abfällen derer, die es sich leisten können, etwas wegzuwerfen.
    Seine einzige Hoffnung, erwachsen zu werden, ist es, bei dem Blutjungen (Auftragsmörder) Durzo Blint in die Lehre zu gehen. Es sind harte Jahre für Azoth, in denen er seinen Beruf mit seinem gewissen vereinen muss, lernen muss, mit seinem Meister zu leben, und immer tiefer im Sumpf politischer Intrigen versinkt, in die Durzo ihn hineinzieht. Cenaria, das Land, in dem Azoth lebt, wird von seinem mächtigen Nachbarn Khalidor unter dem Gottkönig Garoth Ursuul bedroht, und der unfähige König Cenarias macht die Sache nicht besser.

    Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven - ich würde es ab 16 Jahren empfehlen. Der Autor beschreibt die Dinge sehr nüchtern und beschönigt nichts, was alles noch ein Stück weit grausamer wirken lässt. Sehr interessant fand ich eine Stellungnahme des Autors zum Anfang des Buches: Jarl, Azoths bester Freund, wird von einem älteren Jungen sexuell missbraucht, was in den Armenvierteln der Stadt an der Tagesordnung ist. Brent Weeks sagte in einem Interview, dass diese ersten Kapitel der düsterste Teil der gesamten Trilogie seien, da es nichts Schlimmeres als Kindesmisshandlung gebe."

    Die Charaktere sind vielschichtig. Jeder hat seine eigene, tragische Vergangenheit und einen Weg, damit umzugehen. Sogar Durzo Blint, den skrupellosen Meuchelmörder kann man nicht hassen, da er in seiner Gesamtheit eine zutiefst tragische Figur ist und im Innersten kaputt.

    Der erste Band war in Bezug auf Gewaltdarstellungen schon sehr brutal, was sich im 2. Band, mit dem ich fast fertig bin, noch stärker fortsetzt. Jeder einzelne sieht sich mit den tiefsten Abgründen menschlicher Seelen konfrontiert, und selbst in den potenziellen Helden steckt eine blutrünstige Bestie, sie sich in unterschiedlichsten Formen zeigt. Mehr als einmal wird die menschliche Würde mit Füßen getreten.
    Ich bin in dieser Hinsicht eigentlich nicht sehr empfindlich, aber bei der Beschreibung von Gefangenen in einem dunklen Loch, die Brot essen, auf das ein grausamer Gefängniswärter gepinkelt hat und die Mitgefangene töten, um an Fleisch zu kommen, wurde mir stellenweise fast schlecht.

    Im Gesamten also sind die Bücher empfehlenswert für Fantasy-leser, die mit fluffigen Romanzen und ruhmreichen Recken nicht viel anfangen können. Gedärme und Tode sind an der Tagesordnung.

    Zu kritisieren gäbe es höchstens die Tatsache, dass aus der Sicht von zahlreichen verschiedenen Charakteren erzählt wird, was zwar einerseits die Vielschichtigkeit der Probleme verdeutlicht und keinerlei Einseitigkeit aufkommen lässt, aber auch sehr verwirrend ist. Ich habe den ersten Band ein halbes Jahr vor dem zweiten Band gelesen und festgestellt, dass ich viele Einzelheiten und Anspielungen nicht verstanden habe, da in der Fülle an Informationen viele Details verlorengehen.
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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von June am Di 03 Aug 2010, 13:38

    Ich bin in dieser Hinsicht eigentlich nicht sehr empfindlich, aber bei der Beschreibung von Gefangenen in einem dunklen Loch, die Brot essen, auf das ein grausamer Gefängniswärter gepinkelt hat und die Mitgefangene töten, um an Fleisch zu kommen, wurde mir stellenweise fast schlecht.
    Lecker ô.O

    Das klingt allerdings ... speziell ... sage ich mal.

    Eine gelungene Vorstellung!
    Du vermittelst ziemlich eindrucksvoll, was du beim Lesen gedacht hast. So eindrucksvoll, dass ich die Bücher wohl nie in die Hände nehmen werde ...
    Ich habe zwar eigentlich auch nichts gegen solcherlei Dinge in Büchern, aber ... ich will lieber nicht ausprobieren, wie weit diese (ich nenne es mal so) Toleranz reicht ^^"

    glg, Juny
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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von Lexi am Mi 04 Aug 2010, 15:24

    Hehe, da hab ich mit meiner Rezi genau das Geneteil von dem erreicht, was ich wollte: dass mehr Leute das Buch lesen^^
    Es ist wirklich sehr brutal, aber gelegentlich auch unheimlich witzig Wink
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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von Pooly am Do 12 Aug 2010, 15:13

    Hey Falko!
    Danke, für die aufschlussreiche Vorstellung!
    Die drei Teile kommen auf jeden Fall auf die Liste der Bücher, die ich einmal nie lesen möchte. Klingt nach einer bloßen Aneinanderreihung von Ekelhaftigkeiten, die ich mir mit meinen schwachen Nerven sicherlich nicht antun werde ^^"

    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von Alania am Fr 13 Aug 2010, 23:37

    Hey, Falko!
    Danke für die Vorstellung!

    Das klingt, trotz der ganzen Brutalität, doch nach was ... Neuem.

    Anscheinend ist der Autor nicht zimperlich was die Darstellung des Grauens angeht.
    Ich habe mir erst letztens die Bücher bei Amazon angesehen und gefragt, ob ich mal da hineinschnuppern sollte.

    Vielleicht werde ich es tun ... mal gucken.
    Auch wenn deine Ausführungen doch sehr ... abartig klangen. x]

    Aber wie gesagt - und wie auch zitiert von Marie - es hört sich nicht nach klassischem Fantasy Epos ab, von dem ich mich ja mal so langsam lösen (nicht aber entfernen) möchte und diese Bücher klingen doch abwechslungsreicher.

    LG
    Angie


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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

    Beitrag von goEs_wiTHouT_sAYinG am Fr 17 Sep 2010, 17:14

    oh wowo, gott sei dank gibt es leute, die das buch lesen^^ hab mich schon ganz allein gefühlt ,-)
    also, erst mal: tolle Rezession, obwohl ich eigentlich das Buch nicht sooooo gewalttätig finde (also, schon gewalttätig, aber nicht unbedingt abschreckend)
    ich mein klar, es ist nicht gerade zimperlich und voller verabscheuenswerter Leute (schau dir nur mal Roth an *grrrr*)aber das ist eigentlich genau das, was ich an diesem Buch so liebe - es gibt keine Schwarzweißmalerei (obwohl ich in dem Bezug den ersten teil deutlich am besten finde - könnte aber auch daher kommen, dass ich nur den auf dt. gelesen hab, den Rest englisch), wie in anderen Büchern (vor allem Fantasy) und die Zustände in der Stadt werden zwar dunkel, aber realistisch dargestellt - wer glaubt schon wirklich, dass in einem Land wie diesem, mit der ständigen Gefahr von Krieg gegen Khalidor, nicht jeder mit allen mitteln ums überleben kämpft?

    ich pers. finde aber dennoch den ersten teil am besten, vor allem, weil Azoth ?! (will ned spoilern) in den letzten beiden meiner Meinung nach einen großen teil seines Charmes eingebüßt hat...


    Spoiler:
    vor allem aber hasse ich den kakari, leichter kann man es sich nicht machen!!!! ich hab irgendwie die Auffassung, dass brent weeks nach dem ersten teil nicht mehr wirklich Lust hatte, weiterzuschreiben, und sich deswegen alles so einfach wie möglich gestaltet hat, was wirklich schade für die Charaktere ist...
    l.g. jane

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    Re: Brent Weeks - Der Weg in die Schatten

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