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    Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

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    Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

    Beitrag von Gast am Mi 16 Jun 2010, 11:47


    Die meisten Anthologien entstehen durch Ausschreibungen. Diese nicht.
    Der Herausgeber Erik Schreiber sucht sich seine Autoren selbst zusammen und als besonderen Bonus soll in jedem Band der Reihe „Geheimnisvolle Geschichten“ ein prominenter Gastautor vertreten sein.
    Kann dieses Konzept aufgehen? Sehr gut sogar!

    Die Anthologie „Geheimnisvolle Geschichten I“, erschienen im Wunderwaldverlag, bietet eine Sammlung von qualitativ sehr hochwertigen Geschichten. Jeder der Schreiber versteht sein Handwerk und kann den Leser fesseln. Ein große Stärke der Anthologie ist auch das relativ offene Thema: Die Geschichten zeigen eine Vielzahl phantastischer Spielarten und fokussieren sich nicht auf ein eng eingegrenztes Thema, sodass man auch gut alle hintereinander lesen kann, ohne dass sie etwas wiederholt.

    Die erste Geschichte stammt gleich vom bekanntesten Autoren: Mit Fliegenopfer wagt sich Markus Heitz in die spirituelle Welt der Geisterbeschwörungen. Dem kleinen Abenteuer in der heimischen Bibliothek fällt gleich eine ganze Gruppe junger Leute zum Opfer, wenn man der Aussage der verstörten Carmen trauen darf. Kaloffke, zugehörig zu einer Sonderkommission, die sich mit Ritualmorden beschäftigt, kann das nur schwer glauben…
    Dicht erzählt erzeugt die Geschichte genug Spannung, dass man nicht aufhören kann zu lesen, auch wenn es insgesamt etwas vorhersehbar abläuft. Ich muss zugeben, dass ich noch keinen Roman von Markus Heitz gelesen habe, aber hier beweist er, dass er auch Kurzgeschichten super beherrscht.

    Wasser von Maximilian Weigl zeigt dem Leser eine überflutete Welt, in der die Protagonisten nur noch ums reine Überleben kämpfen. Trotz der Kürze gewinnen die Charaktere hier schnell an Tiefe. Ebenfalls überzeugt der lebendige Schreibstil.
    Die Geschichte überrascht mit einem plötzlichen Ende. Vielleicht sogar etwas zu plötzlich, denn die Ereignisse überstürzen sich regelrecht. Aber Hauptsache, die Geschichte funktioniert so und das tut sie.

    Königsmord von Andreas Groß entführt in eine klassischere Fantasywelt, einer Welt mit Rittern, Burgen und Königen. Der Ritter Arnac von Hohenfels wird des Königsmord angeklagt und muss die Königin nun von seiner Unschuld überzeugen… keine leichte Aufgabe.
    Inhaltlich nicht unbedingt überraschend neu, überzeugt der Autor mit der Klarheit der Erzählung. Es gelingt ihm, die Geschichte gekonnt glaubwürdig rüberzubringen.

    Lustig wird es mit Holger Kuhns Fingerbeiß. Der urige Troll nimmt den Leser mit seinem unwiderstehlich hungrigen Charme sofort für sich ein. Auch wenn es eigentlich abschreckend sein sollte, dass er gerne Menschen frisst.
    Mit einem Augenzwinkern schickt der Autor Fingerbeiß auf eine amüsante Reise durch die modernere Zivilisation. Ein Roadmovie der besonderen Art Wink

    Düsterer geht es in Déja-vu von Michael Buttler zu. Nach dem Mord an seinem Vater nimmt für Antoine das Unheil seinen Lauf. Umstrickt von einer alten Familienfehde verschwimmen die Grenzen der Realität immer mehr, bis er kaum noch Freund von Feind unterscheiden kann. Ist da etwa Hexerei im Spiel?
    Eine wahrlich geheimnisvolle Geschichte, dunkel angehaucht.

    Die Macht der Götter von Petra Jörns erzählt eine klassische Geschichte um verbotene Liebe und Rache in einem Fantasysetting. Obwohl man handwerklich nicht viel aussetzen kann, muss ich sagen, dass mich diese Geschichte am wenigsten angesprochen hat. Die Liebenden Neas und Edain bleiben blass und klischeehaft, gegen Ende verstricken sich so viele Ideen ineinander, dass man etwas unbefriedigt zurück bleibt. Stoff genug für einen Roman. Trotzdem kann man die Geschichte noch gut lesen, nur im Vergleich zu den anderen Texten schwächelt sie meiner Meinung nach etwas.

    Den Abschluss der Anthologie bildet Erik Schreiber selbst, mit der einzigen zukunftsgerichteten Geschichte Spielen wir Marslandung. Kurz und knackig auch für einen Nicht-SciFi-Fan ganz unterhaltsam zu lesen. Leider nimmt der Titel die Pointe schon vorweg, was ich persönlich ein bisschen schade finde.

    Alles in allem ist die Anthologie sehr gelungen, auch Cover und Satz sind schön gemacht (und der Umschlag für das kleine Büchlein ausgesprochen stabil).
    Durch die kleine Größe ist das Buch auch ideal zum Mitnehmen und Zwischendurchlesen- auf jeden Fall empfehlenswert, man darf gespannt sein, was die weiteren Bände bringen werden =)



    Geheimnisvolle Geschichten
    Hrsg.: Erik Schreiber
    Wunderwaldverlag, Michaela Stadelmann, Erlangen
    ISBN 978-3-940582-29-4
    EUR 10,50

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    Verwaltet seinen eigenen Stadtteil der Künstler
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    Re: Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

    Beitrag von June am Do 17 Jun 2010, 12:59

    Huhu, Fara :)

    Das nenne ich mal eine ausführliche Vorstellung ^.^
    Die Geschichten klingen auch alle sehr interessant :)

    Ich denke, das Buch kommt auf meinen Wunschzettel ^^

    glg, Juny

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    Re: Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

    Beitrag von Pooly am Sa 19 Jun 2010, 10:59

    Hallo Fara!

    Uh, das klingt ja nach einer interessanten Anthologie!
    Danke für diese sehr ausführliche Vorstellung, das interessiert mich jetzt aber schon ziemlich.

    Kannst du mir sagen, wo eine Bestellung möglich ist? Denn bei amazon ist es nicht verfügbar. Und wie viele Seiten hat dieses schöne Werk? Very Happy


    Liebe Grüße
    Marie


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    Re: Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

    Beitrag von Gast am Sa 19 Jun 2010, 14:57

    Das Buch ist ziemlich dünn, hat 148 Seiten.
    Leider ist es mit 11 Euro dafür auch nicht gerade preisgünstig, was ich aber als einziges Manko sehe und was bei Kleinverlagen leider oft so ist.

    Bestellbar ist es direkt beim Verlag oder bei lulu:
    http://wunderwaldverlag.de/Titel/Geheimnisvolle_G01.htm

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    Re: Erik Schreiber (Hrsg.): Geheimnisvolle Geschichten I

    Beitrag von Gesponserte Inhalte Heute um 13:09


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