Lächelnd stösst Fenice die Tür auf und betritt schwungvollen Schrittes den Raum. Die wartenden Leute drehen die Köpfe zu ihr um und mustern sie halb neugierig, halb verwundert, doch ihre Gesichter nehmen einen seltsamen Ausdruck an, als ihre Blicke auf Assarin hinter ihr fallen. Fenice wirft einen kurzen Blick über die Schulter zu ihm und begegnet seinen misstrauisch zusammengekniffenen Augen.
"Hallo", sagt sie zu der Menge und geht auf die niedrige Tribüne zu, auf der zwei Stühle stehen. Sie setzt sich auf den linken, weil sie weiss, dass Assarin links nicht mag. Mondlicht winkt ihnen aus der hintersten Reihe zu.
"Stellt euch doch kurz vor!", ruft sie und nickt aufgeregt.
"Schön ... Mein Name ist Fenice und ich lebe auf einem Bauernhof zu Füssen des Taran'gar, in der Nähe von Dhaerbyn. Meine Eltern, Thera und Javan, führen diesen Hof, seit mein Vater ihn von seinem Vater geerbt hat. Saji, meine Schwester, wohnt auch noch bei uns, doch sie wird bald heiraten und zu ihrem zukünftigen Ehemann ziehen." Sie wirft Assarin einen kurzen Blick zu, doch er reagiert nicht. "Nun, zur Zeit arbeite ich bei Assarin, das heisst, ich spinne Wolle ... und äh ..." Nervös stösst sie Assarin mit dem Ellbogen an und er seufzt schwer.
"Ich heisse Assarin", sagt er. Seine dunkle, leise und doch klare Stimme füllt den Raum mit Stille. "Assarin bedeutet in der alten Sprache Dangusaphars so viel wie 'Der Wanderer'. Und offenbar haben meine Eltern vorausgesehen, dass ich fast mein ganzes Leben lang reisen würde. Ich war in allen grossen und kleinen Städten Dangusaphars, in den Bergen und den weiten Steppen, bis mich das Schicksal nach Rinuavan führte. Von dort aus machte ich mich mit einem Schiff in die Hintere Welt auf."
Ein erschrockenes Zischen geht durch die Menge, einige kreuzen Zeige- und Mittelfinger, um sich vor Bösem zu bewahren, und er hebt herausfordernd das Kinn. Seine dunkelblauen Augen leuchten auf.
"Ich bereue es nicht, diesen beschwerlichen Weg gegangen zu sein. Die Menschen dort sprachen eine andere Sprache, glaubten an andere Götter, hatten andere Rituale. Fenice weiss nur zu gut, dass diese Dinge auf mich abgefärbt haben."
Als er verstummt, erlischt das Glimmen in seinen Augen wieder und er lehnt sich im Stuhl zurück.
Fenice beisst sich auf die Lippe, als die Stille unerträglich wird. Inzwischen sollte sie sich zwar daran gewöhnt haben, dass Assarin eine solche Wirkung auf die Leute hat - dass er einen ohne Argumente oder Worte im Sumpf der Stille lässt - doch das scheint nicht der Fall zu sein.
"Ihr könnt jetzt Fragen stellen, wenn ihr wollt", meldet sich Mondlicht von hinten und die Zuhörer ziehen sich mit Hilfe dieser Worte aus dem Morast, in den Assarins irrlichthafte Persönlichkeit sie gelockt hatte.
Zur Geschichte:
Equilibrium
"Hallo", sagt sie zu der Menge und geht auf die niedrige Tribüne zu, auf der zwei Stühle stehen. Sie setzt sich auf den linken, weil sie weiss, dass Assarin links nicht mag. Mondlicht winkt ihnen aus der hintersten Reihe zu.
"Stellt euch doch kurz vor!", ruft sie und nickt aufgeregt.
"Schön ... Mein Name ist Fenice und ich lebe auf einem Bauernhof zu Füssen des Taran'gar, in der Nähe von Dhaerbyn. Meine Eltern, Thera und Javan, führen diesen Hof, seit mein Vater ihn von seinem Vater geerbt hat. Saji, meine Schwester, wohnt auch noch bei uns, doch sie wird bald heiraten und zu ihrem zukünftigen Ehemann ziehen." Sie wirft Assarin einen kurzen Blick zu, doch er reagiert nicht. "Nun, zur Zeit arbeite ich bei Assarin, das heisst, ich spinne Wolle ... und äh ..." Nervös stösst sie Assarin mit dem Ellbogen an und er seufzt schwer.
"Ich heisse Assarin", sagt er. Seine dunkle, leise und doch klare Stimme füllt den Raum mit Stille. "Assarin bedeutet in der alten Sprache Dangusaphars so viel wie 'Der Wanderer'. Und offenbar haben meine Eltern vorausgesehen, dass ich fast mein ganzes Leben lang reisen würde. Ich war in allen grossen und kleinen Städten Dangusaphars, in den Bergen und den weiten Steppen, bis mich das Schicksal nach Rinuavan führte. Von dort aus machte ich mich mit einem Schiff in die Hintere Welt auf."
Ein erschrockenes Zischen geht durch die Menge, einige kreuzen Zeige- und Mittelfinger, um sich vor Bösem zu bewahren, und er hebt herausfordernd das Kinn. Seine dunkelblauen Augen leuchten auf.
"Ich bereue es nicht, diesen beschwerlichen Weg gegangen zu sein. Die Menschen dort sprachen eine andere Sprache, glaubten an andere Götter, hatten andere Rituale. Fenice weiss nur zu gut, dass diese Dinge auf mich abgefärbt haben."
Als er verstummt, erlischt das Glimmen in seinen Augen wieder und er lehnt sich im Stuhl zurück.
Fenice beisst sich auf die Lippe, als die Stille unerträglich wird. Inzwischen sollte sie sich zwar daran gewöhnt haben, dass Assarin eine solche Wirkung auf die Leute hat - dass er einen ohne Argumente oder Worte im Sumpf der Stille lässt - doch das scheint nicht der Fall zu sein.
"Ihr könnt jetzt Fragen stellen, wenn ihr wollt", meldet sich Mondlicht von hinten und die Zuhörer ziehen sich mit Hilfe dieser Worte aus dem Morast, in den Assarins irrlichthafte Persönlichkeit sie gelockt hatte.
Zur Geschichte:
Equilibrium













