Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Kind oder Karriere?

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    Kind oder Karriere?

    Beitrag von Racheengel am Mi 21 Apr 2010, 22:04

    Hy ihr Lieben,

    als ich heute Mittag mal die neuesten News ansah, zog ein Bericht seine Aufmerksamkeit auf mich.
    Es ging darum, wie weit eine Frau für einen Job gehen würde.

    Es soll tatsächlich Arvbeitsverträge geben, in denen die Arbeitnehmerin sich dazu verpflichtet einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, oder aber die sofortige fristlose Kündigung zu akzeptioeren, sollte sie im lauife der Arvbeitszeit schwanger werden.
    Oder aber sie versprechen Vertraglich innerhalb von 4 jahren keine Kinder zu bekommen, ansonsten "verordneter Abbruch".
    Wenn eine Bewerberin bereits ein Kind hat, dann soll sie dafür garantieren das ihr Kleines keine chronischen Krankheiten hat, ansonsten soll sie 2000 Euro schadenserzatz für die fehltage zahlen.

    Diese und noch andere, wie ich finde, Gemeinheiten, soll es schon in Arbeitsverträgen geben.

    Den Bericht dazu könnt ihr euch ?>>>hier<<< ansehen.

    Ich frage mich wie weit wir in unserer Gesellschaft schon gekommen sind. ich meine, einerseits heißt es, wir brauchen mehr Kinder, und dann kommt sowas ans Licht.
    Und wie weit würdet ihr für einen gut bezahlten Job gehen? Würdet ihr auf Kinder verzichten, oder gar eine Schwangerschaft beenden, nur weil euer Arbeitgeber es so von euch verlangt.
    W+rdet ihr, aus Angst euren Job zu verlieren, lieber auf ein Kind verzichten?
    Und was ich mich frage, was ist ein Kind in unserer Gesellschaft überhaupt noch wert. -.-

    Jenny

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von Mondlicht84 am Do 22 Apr 2010, 07:04

    Ein Thema, über das ich mir in letzter Zeit ganz viele Gedanken gemacht habe und das wir auch immer wieder bei uns in der Einrichtung diskutieren.

    Ich arbeite in einem Kindergarten und wir betreuen Kinder in altersgemischten Gruppen von 1 1/2 Jahre bis 6 Jahre. Wir sind keine Krippe, deswegen nehmen wir erst Kinder ab 1 1/2 hat. Indiesem Alter sind die Kinder fähig selbstständig zu laufen, wenigstens ein bisschen zu reden und die Trennung von den Eltern gut zu verkraften.
    Nun haben wir ein Kind ab September, das 1 Jahr und 2 Monate ist, das jeden Tag von 7.00 Uhr bis 16.00Uhr kommen soll, nur weil die Mutter gerne arbeiten möchte (und das muss sie weder vom Arbeitgeber aus noch finanziell). Wir überlegen derzeit allen ernstes ein Kind abzulehnen. Eine Rundumversorgung für jedes Einzelne Kind können wir mit 17 anderen Kindern im Hintergrund einfach nicht bieten.

    Meine Kollegin fängt ab September wieder zu arbeiten an. Ihr Kind ist dann 1 Jahr und 3 Monate alt und auch das ist schon hart an der Grenze. Sie arbeitet aber nur Vormittags und sie ist immer in der Einrichtung und kann jeder Zeit zu ihrem Kind, auch wenn es in der anderen Gruppe betreut ist.

    Für mich selbst käme es nicht in Frage auf Kinder zu verzichten, nur wegen meines Berufes. Allerdings schiebe ich es derzeit nach etwas nach hinten. Wir hatten die letzten zwei Jahre jedes Jahr eine Schwangere und das in einem Team von sechs Leuten. Das ist ganz schon haarig für die anderen, die alles auffangen müssen. Im September bekomme ich einen unbefristeten Vertrag, aber dann gleich schon wieder im März in Mutterschutz zu gehen, kann ich einfach nicht bringen. Aber noch läuft mir ja die Zeit nicht davon. Was ich allerdings nie machen würde, wäre, nach einem Jahr oder 1 1/2 Jahren wieder anzufangen. Dann lieber zwei Jahre zu Hause und das Kind schon etwas früher in die Einrichtung, sodass die Eingewöhnungsphase abgeschlossen ist.

    Ansonsten muss ich sagen, bin ich froh, in einem sozialen Berufszweig zu stecken. Bei uns ist es eher so, dass Erzieher, die bereits eigene Kinder haben, es deutlich leichter im Umgang mit den Eltern haben. Dafür sind sie mit Familie meist sehr ausgelastet und kaum jemand schafft es Vollzeit (sind bei uns 40 Stunden) zu arbeiten und nebenher noch Kind und Kegel zu haben. Aber natürlich wünscht sich kein Arbeitgeber eine schwangere Erzieherin. Dann geht es bei uns nämlich mit Auflagen los. Blutuntersuchung, Wickelverbot, gegebenenfalls kein Kontakt zu unter 3-jährigen, bei Auftreter von gewissen Krankheiten Arbeitsverbot und, und, und. Ist wirklich kein Spaß, ich habe das nun schon zwei Mal mitgemacht ...

    So, jetzt lasse ich aber mal euch ander zu Wort kommen.

    lg Kerstin

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von theo am Do 22 Apr 2010, 09:19

    Solche Verträge sind im allegemeinen und speziellen Sittenwidrig.
    Das heisst, wenn du so einen Vertrag unterschreibst, und ihn nicht einhältst, kann dir keiner was machen.
    Die Gesetze zum Mutterschutz gelten trotzt schwarz-gelb auch noch, also bist du zumindest für die Zeit geschützt in der das Gesetz greift.
    Danach?
    Da solltest du dir Gedanken machen, ob du bei einer Firma arbeiten möchtest, die solch perverse Ansinnen hat.
    Ich würde das nicht tun.

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von Regenbogenfisch am Sa 24 Apr 2010, 14:58

    Ich kann Theos Beitrag nur beipflichten. Im Übrigen darf man auch bei Bewerbungsgesprächen nicht nach Schwangerschaftsabsichten eine Frau befragen. Wenn die Frage dennoch kommt, kannn man sie natürlich falsch beantworten.
    Warum manche Firmen derartige Praktiken pflegen, ist mir schleierhaft. Kinder sind doch die Zukunft! Wir haben schon jetzt in Deutschland einen massiven Fachkräftemangel. Das wird auch nicht besser mit noch weiter sinkenden Geburtsraten.

    Es ist ja schon seit Jahrzehnten so, dass immer weniger Frauen Kinder bekommen wollen. Karriere ist sicherlich ein Grund, aber so traurig es ist, es ist auch für viele eine Kostenfrage.
    Ein Kind großzuziehen ist teuer. Das Kindergeld, was man bekommt, reicht da längst nicht aus. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Frauen weniger aus Karrieregründen sondern einfach aus Angst vor der ungewissen beruflichen Zukunft auf Kinder verzichten. Es ist nicht gerade einfach, nach der Geburt von einem oder gar zwei Kindern im Beruf wieder Fuss zu fassen. Wenn man hier noch berücksichtigt, dass Frauen in den ersten Jahren beim Kind noch zu hause bleiben, vergehen einige Jahre ohne Berufspraxis.
    Letzlich entscheiden sich viele auch dafür, erst einmal zu warten, bis sie dem Kind, etwas bieten könnnen. Diese Entscheidung finde ich wiederum aber vernünftig.

    Kinder sind etwas ungemein Schönes und Wertvolles. Ich glaube, es gibt für Eltern nichts Schöneres als ihr Kind aufwachsen zu sehen und mitzuerleben, was aus dem Kind später einmal wird. Kinder sind darüber hinaus eine Notwendigkeit für die Gesellschaft. Denn wenn wir alle alt geworden sind, sind es unsere Kinder, die für uns sorgen müssen.
    Ich kann mir vorstellen, dass kinderlose Paare/Menschen es irgendwann bereuen keine Kinder zu haben, denn wer wünscht sich schon im Alter allein zu sein ...

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von theo am Sa 24 Apr 2010, 20:42

    Regenbogenfisch schrieb:Wenn man hier noch berücksichtigt, dass Frauen in den ersten Jahren beim Kind noch zu hause bleiben, vergehen einige Jahre ohne Berufspraxis.

    Yep.
    Komischerweise bleiben nur ganz wenige Väter daheim. Warum das so ist?
    Ich hab in der Zeit als unsere Kinder noch kleiner waren halbtags gearbeitet. Meine Frau auch.
    Wie glaubt ihr kann man da Karriere machen?
    Sehr zäh und, halt auch nur halb.
    Immerhin möchte ich die Zeit nicht missen, auch wenn sie ziemlich anstrengend war.
    Und wenn ich mich frage, was gibt es schöneres? Dann kann ich sagen: Gesunde halbwegs normale Kinder. Und sie dabei beobachten, wie sie anfangen ihren eigenen Weg zu gehen.

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von Rock am Mo 26 Apr 2010, 20:45

    Also ich bin ja vielleicht noch ein bisschen jung und "nur" ein Mann, aber ich finde es auch abstoßend, wenn so etwas in Arbeitsverträgen steht. Allerdings ist das wie von Theo schon gesagt sittenwidrig also hinfällig.
    Ich persönlich würde von meiner Freundin/Frau nie verlangen abzutreiben. Die Entscheidung würde bei ihr liegen und ich würde sie 100%ig unterstützen. Ich würde wenn ich dann eine Arbeit habe sicher auch schauen ob ich Halbzeit arbeiten kann.

    Zu der Frage warum Männer seltener daheim bleiben als Frauen gibt es allerdings eine ganz einfache Antwort: Tradition und Erziehung.
    Man wird ja noch immer in diese typischen Rollen reinerzogen und gibt diese dann selten auf. So sind dann eben die Frauen die die sich um die Kinder kümmern während die Männer arbeiten gehen um die Familie zu versorgen. Aber was da teilweise passiert ist wirklich schlimm. Bei meiner Mutter haben zB die Arbeitgeber während ihrer ersten Schwangerschaft total auf ihre Kündigung hingearbeitet und dann ist sie aus Trotz gegangen weil sie in so einer Firma nicht arbeiten wollte. (Die auch im sozialen Sektor tätig war/ist).

    Schweinereien passieren hier genug und werden auch noch durch dieses Rollenbild vorangetrieben. Da muss sich unbedingt was an der Mentalität der Menschheit ändern.

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    Re: Kind oder Karriere?

    Beitrag von Vampirmaedchen am Fr 25 Feb 2011, 21:47

    Ich weiß nicht wie ich zu dem Thema stehen soll. Mit meinem jungen Alter gerade, steh ich Kindern skeptisch gegenüber. Ich habe zwei Praktikas in einer Kita gemacht. Ich mochte die Kinder, habe aber auch gemerkt wie anstrengend und manchmal sehr nervig sie sein können. Ich mag seitdem kleine Kinder nicht so. Aber ich denke auch das, wenn man selber Kinder hat, es wieder komplett anders ist. Weil es seine eigenen sind. Also würde mich jemand vor der Entscheidung stellen Karriere oder Kinder, würde ich mich wohl für Kinder entscheiden. Schließlich möchte ich, das meine Gene weiter existieren und möchte meinen Ehemann glücklich machen, wenn er von der Arbeit kommt. Ich habe nicht dieses Rollenspiel im Kopf, Frau zu Hause und Mann nur auf Arbeit. Wenn die Kinder älter sind, kann auch die Frau zu Arbeit gehen oder sogar gleich nach der Geburt wieder und somit kümmert sich mal der Mann um das Kind. Das gibt es ja auch schon oft zu hören in unserer heutigen Gesellschaft. Was ich auch nur befürworten kann. Die Frau kann sich auch einmal auf ihren Job konzentrieren. Aber da kommt der Punkt auf, das sie viel verpassen könnte vom Kind, wenn der Beruf wichtiger wird. Es sollte wohl alles sehr ausgeglichen sein. Kind und Beruf unter einen Hut zu bringen. Erscheint schwierig, aber sicherlich machbar. So würde ich das später versuchen zu klären, wenn ich vor der Wahl stehe Kind oder Karriere.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 25 Mai 2012, 01:23