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Georg Büchner - Dantons Tod

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Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Tin am Fr 26 Feb 2010, 20:26

Und hier nun die "Verkörperung" der Franz. Revolution in

Georg Büchners "Dantons Tod"


Handlung:
(Hier habe ich "leider" nur eine zu den jeweiligen Akten gefunden... aber schaden wird das ja nicht Wink Quelle: http://www.xlibris.de/Autoren/Buechner/Kurzinhalt/Dantons%20Tod )
1. Akt
Danton, Desmoulins und andere wollen Robespierres Maßnahmen nicht weiter mittragen. Im Volk herrscht Unzufriedenheit über die Armut: Ein Bürger klagt, dass sich seine Tochter prostituieren muss. Im Konvent spricht sich Robespierre für die Beseitigung Dantons und seiner Anhänger aus, die den Erfolg der Revolution bedrohen. Danton interessiert sich mehr für leichtlebige Damen und zeigt sich illusionslos und angewidert. Auf die Bitten seiner Freunde willigt er in ein Treffen mit Robespierre ein, das jedoch ergebnislos verläuft. Robespierre beschließt die Vernichtung Dantons, zeigt sich aber von Skrupeln geplagt.
2. Akt
Dantons Anhänger drängen ihn zum Handeln oder zumindest zur Flucht; Danton aber sieht darin keinen Sinn und vertraut außerdem darauf, dass der Konvent es nicht wagen wird, Maßnahmen gegen ihn zu treffen. Danton vertraut seiner Frau Julie seine Gewissensqualen wegen der von ihm angeordneten Septembermorde an. Danton wird verhaftet. Im Konvent ist die Stimmung geteilt, doch Robespierre und St. Just setzen mit demagogischen Reden ihre Position durch.
3. Akt
Die Gefangenen im Palais philosophieren über die Existenz Gottes und über das Leben an sich. Danton und seine Freunde werden hineingeführt; mancher Vorwurf gegen die ehemaligen Gegner ist zu hören. Die Präsidenten des Revolutionstribunals beschließen, das Geschworenengericht mit linientreuen Männern zu besetzen. Danton tritt selbstsicher vor dem Revolutionstribunal auf; angesichts der Anzeichen von Sympathie im Publikum wird die Sitzung aufgehoben. Der Wohlfahrtsausschuss berät über das weitere Vorgehen. Durch die Denunziation eines Gefangenen wird Danton in Zusammenhang mit einem angeblichen Komplott gebracht, was Handhabe zur raschen Durchführung des Prozesses gibt. Nach Dantons zweiten Auftritt vor dem Revolutionstribunal wendet sich die Stimmung im Volk gegen ihn.
4. Akt
Danton und seine Anhänger sind zum Tode verurteilt worden. Danton und Camille Desmoulins tauschen Gedanken über Leben und Tod aus. Julie, die Danton ihre Verbundenheit über den Tod hinaus mitgeteilt hat, vergiftet sich in ihrem Haus. Die Verurteilten werden zur Hinrichtung geführt, das Volk ist schaulustig und spöttisch. Lucile kann die Trennung von ihrem Mann Camille nicht ertragen und ist dem Wahnsinn verfallen; in der letzten Szene ruft sie "Es lebe der König!" und spricht damit ihr eigenes Todesurteil.

Meine Meinung:
Noch so ein "Wunderwerk", wie ich finde.
Es mag nicht jedermanns Geschmack sein (ich weeeiß, das sage ich irgendwie immer xD), aber von Bedeutung für die Literatur ist es dennoch.
Das interessante an diesem Drama ist nebst der für die damals "neue" Form (offenes Drama), die "historische Korrektheit". Da der Text zu einem sechstel aus Quellzitaten besteht, zeugt er von einer unabstreitbaren Autenzität, die sich in den handelnden Personen deutlich darstellt.
Ähnlich wie in "Don Carlos" treffen auch hier, wie ich finde, viele äußerst interessante Charaktere aufeinander, die Büchner geschickt in Szene zu setzen weiß. Besonders die Standpunkte der Gegenspieler Danton und Robespierre sowie deren Entwicklung im Verlaufe des Stückes, den Bruch, den sie in ihrer Einstellung, so gesehen in ihrem Gewissen, erfahren und die Freundschaft, die sich vor allem am Ende des Dramas stark in den Vordergrund der Betrachtungen stellen, haben mich wirklich stark gefesselt.

"Kannst du verhindern, dass unsere Köpfe sich auf dem Boden des Korbes küssen?" (Danton in "Dantons Tod")


Ich bin offen für eure Meinungen und freue mich, wenn ich jemanden finde, mit dem ich darüber diskutieren kann Wink

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Angoraschka am Fr 26 Feb 2010, 20:28

Ahhhhhh ich hab mich schon gefragt, ob du dieses Werk auch vorstellst^^

Auch schön. Nicht ganz so gut wie Don Carlos, aber natürlich auch viel politischer.
Ich finde es interessant wie die beiden Lebenstile von Robespierre und Danton auf einander treffen und vor allem wie sie das Volk beeinflussen.
Ein wiklich tolles werk :)

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Tin am Fr 26 Feb 2010, 20:34

~lach~
Hätte mich jetzt stark gewundert, wenn du was anderes geschrieben hättest, Seri Razz

Ja, Danton war schon gut.
Wobei ich sagen muss: Als wir ihn in der 12 gelesen haben, habe ich ihn gehasst xDD Aber jetzt, so vor der Vorabiklausur, war er wirklich einer meiner Favs. Wink

Sag mal... ist dir vielleicht auch aufgefallen, dass da sehr oft Lieder drin vorkommen oder Büchner generell viel aus dem "Feld Musik" einbringt??

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Angoraschka am Fr 26 Feb 2010, 20:41

Lieder?

Weiß ich jetzt nicht mehr so genau.
Ist schon zwei Jahre her, dass ich es gelesen habe.
Hast du mal ein Zitat?

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Tin am Fr 26 Feb 2010, 20:47

Klar, ich hab' ganz viele xDD
(Ist mir jetzt bei der Vorbereitung aufgefallen und meine Lehrerin meinte, als ich sie darauf ansprach: "Sehr gut gesehen. Vielleicht wäre das ja mal ein Thema für ein Minireferat bei Zeiten!?")
Spoiler:
Zum Beispiel:
I,2: "EINIGE (singen): Die da liegen in der Erden.
Von de Würm gefressen werden.
Besser hangen in der Luft,
Als verfaulen in der Gruft!"

Oder auch:
II,2: "Er singt. Christinlein, lieb Christinlein mein,
Tut dir der Schaden weh, Schaden weh,
Schaden weh, Schaden weh? [...]"


Und noch gaaaanz viele dieser Art. Das war jetzt nur am Anfang Wink Besonders im letzten Akt findet man noch einige solche.

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Angoraschka am Fr 26 Feb 2010, 20:51

ACh das....

Keine Ahnung warum er so eine Affinität zu Liedern hat^^ Es ist ja ein Theaterstück vllt wegen der Wirkung?

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Dawn am Fr 26 Feb 2010, 22:05

Hey,

danke für die Vorstellung.
Ach ja Dantons Tod. :) Wirklich gar nicht mal so schlecht. Wobei ich muss sagen, ich fands etwas zu politisch.
Wir haben das Stück als Theaterstück gesehen und es wurde dort extrem rübergebracht. Robespierre ständig nur an seinem kargen Schreibtisch. Hemd bis oben hin fein säuberlich zugeknöpft und immer steife straffe und ernste Haltung.
Danton, offenes Hemd, Hut, immer mit der Freundin im Bett und lässig locker und für jeden Witz zu haben.
Da Stück wurde also auch mit Humor aufgeführt. Und trotzdem wurde das Stück sehr gut umgesetzt.
Ich fand es wirklich gar nicht mal so schlecht. Also auch das Buch nicht. Aber ich muss sagen, dass ich es außerhalb der Schule nie gelesen hätte. ;-)

Lg, Alex

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Re: Georg Büchner - Dantons Tod

Beitrag von Pooly am Mo 26 Jul 2010, 23:13

Hallo Tin!

Ah, Schullektüre vorzustellen ist gar keine so schlechte Idee. Könnte ich auch mal drüber nachdenken.
Dantons Tod war zwar nicht mein Lieblingswerk, das wir in der Schule gelesen haben und ziemlich politisch, aber Danton fand ich die ganze Zeit über einen so interessanten Charakter, der hat dann doch einen Funken Begeisterung in mir wecken können. Klar, als wir es in der Schule lesen mussten und dann so jede Seite genau auseinander genommen haben, da hat es mich schon gestresst, aber ich denke, da dürfte ich nicht die einzige sein. Trotzdem hat mich Dantons Charakter immer irgendwie doch noch an das Werk gefesselt.

In meinen Augen nichts, das man gelesen haben muss, wie Faust oder so etwas, aber doch interessant gestaltet. Wenn man es nicht von der Schule aus liest, kann ich mir vorstellen, ist es sicherlich besser Wink


Liebe Grüße
Marie

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