Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Abtreibung?

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von moriazwo am Mi 24 Feb 2010, 09:08

    Hallo Alex,

    ich habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und muss gestehen, dass ich dieser unumstößlichen Bejahung des Lebens nur meine Hochachtung zollen kann. Du vertrittst Grundsätze, die den höchsten Moralvorstellungen entsprechen, die man sich nur vorstellen kann. Dir ist klar, dass du im "Ernstfall" den schweren Weg gehen würdest. Dagegen kann man nicht argumentieren und ich will es auch nicht.
    Ich bin da in einer gänzlich anderen Position, schon allein, weil ich ein Mann bin. Trotzdem hätte ich - aus den in meinem weiter oben geposteten Gründen - Zweifel und könnte niemals eine so klare Linie verfolgen, wie du sie aufzeigst. Die Frage, was richtig oder falsch ist, dürfte hier auch ohne Belang sein. Jeder ist letztlich seinem eigenen Gewissen gegenüber verantwortlich und aus dieser Perspektive ist auch eine Entscheidung gegen das Leben keine einfache Entscheidung. Speziell eine Frau baut naturgemäß dabei bereits sehr früh eine Beziehung zu dem beginnenden Leben auf - schließlich geschieht unmittelbar Etwas mit ihrem Körper. Ein Mann steht immer ein wenig außen vor und ist zum Beobachter degradiert.
    Ich muss auch gestehen, dass ich heilfroh bin, niemals vor der tatsächlichen Entscheidung gestanden habe, für oder gegen das Leben eines Kindes entscheiden zu müssen. Bei unserem ersten Kind wurde uns diese Entscheidung leider bereits von der Natur abgenommen - es war eine Fehlgeburt und es hat sowohl meine Frau, als auch mich, stark mitgenommen. Ich kann auch nur Gott auf Knien danken, dass meine beiden Jungens gesund sind, nachdem ich erleben musste, was alles geschehen kann.

    Gruß
    Michael

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von FREEMAN am Mo 01 März 2010, 14:00

    Liebe Diskutanten,

    grundsätzlich schließe ich mich Michaels Meinung an. Als Mann hat man naturgegeben eine Distanz zu diesem Thema, die sich auch bei bestem Willen nicht überbrücken lässt. Ich denke deshalb, dass die letzte Entscheidung immer bei der Frau liegen muss - so oder so.

    Auch ich halte einen Schwangerschaftsabbruch nach einer Vergewaltigung für vertretbar. Niemand darf einer Frau zumuten, die Gene eines Mannes, der ihr schlimmste Gewalt angetan hat, in ihrem Körper zu beherrbergen, wenn sie das nicht will oder kann.

    An der Frage "Abtreibung wegen Behinderung" scheiden sich bereits die Geister. Hier sollten sich die werdenden Eltern vielfältigen Rat holen und unterschiedliche Meinungen hören, bevor sie eine Entscheidung treffen. Es gibt Hilfsangebote, aber es ist, wie hier schon beschrieben wurde, eine große Aufgabe, über die sich die werdenden Eltern im Klaren sein müssen. Eines aber sollten sie nicht außer acht lassen: ein Schwangerschaftsabbruch lässt sich nicht mehr korrigieren.

    So weit, so gut.

    Eine Meinung jedoch, die hier mehrfach vertreten wurde, hat mich gelinde gesagt schockiert:

    Zitat: Ich denke - auch wenn ich viele Freundinnen haben die mich dafür jetzt wahrscheinlich umbringen würden - ist Abtreibung eine gute Sache. Wenn man arm ist oder sonst etwas und man einem Kind einfach nichts bieten kann, einen ein Kind total überfordert oder so denke ich ist es ganz gut.

    Zitat: Das Grund dafür ist die sache ich würde meine Freundin, sofern sie von mir Schwanger wäre, dazu drängen abzutreiben solange wir dem Kind nichts bieten können.

    Was bedeutet hier "nichts bieten können"? Womit wird der Wert eines Menschenlebens aufgewogen? Entscheidet eine Einkommesgrenze über Leben und Tod? Darf man den Schutz des ungeborenen Lebens außer Kraft setzen, weil man sich keinen Plasmafernseher oder Markenklamotten leisten kann? Welche Konsequenzen ergeben sich, wenn man diesen Gedanken weiterführt? Soll man ein Neugeborenes töten, wenn der Vater während der Schwangerschaft seinen Job verloren hat?

    Ich halte diese Einstellung für zutiefst menschenverachtend. Neunzig Prozent aller Menschen weltweit leben unterhalb dessen, was wir in Deutschland als Armutsgrenze definiert haben. Ein Kind, selbst wenn es noch im Werden begriffen ist, ist dennoch ein Lebewesen, keine Sache. Die Entscheidung über Leben und Tod von Konsum oder Lebensstandard abhängig zu machen, ist für mich ethisch nicht akzeptabel.

    Ralf

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Vampirmaedchen am Fr 25 Feb 2011, 21:56

    Hm. Ich hatte einmal die Befürchtung gehabt, schwanger zu sein. Ich bin gerade erst volljährig und da ist es kein schöner Gedanke, Mutter evtl zu werden. Zu dem Punkt, habe ich gesagt das ich es Abtreiben lassen würde, wenn es nicht zu spät wäre. Glücklicherweise ergab aber ein Test, das ich nicht schwanger war.
    Doch ich würde keinem raten abzutreiben, solange man für sein Kind auch sorgen kann. Ich finde es schwachsinnig Geschlechtsverkehr zu haben, dadurch schwanger zu werden und dann vom Geld der Eltern evtl noch leben zu müssen, weil man selber nichts hat. Es möge vielleicht alt sein, das Bild was ich in meinem Kopf und Herzen trage, doch ich steh dazu. Ich möchte meinem Kind später etwas bieten. Möchte sagen, das ich keine finanzielle Hilfe brauche, nur damit ich und mein Kind über die Runden kommen.
    Viele sagen, das selbst die befruchtete Eizelle schon Leben bedeutet, aber was ist denn mit der unbefruchteten und den Spermien der Männer? Sie können doch auch Leben erzeugen, tragen teile in sich, die das ermöglichen. Ist das denn kein Mord, wenn sie ... 'vergehen' durch Monatsblutung oder beim Samenerguss eines Mannes bei der Selbstbefriedigung? Darüber könnte man sich auch aufregen ... Für mich ist es noch kein Mord, wenn man die befruchtete Eizelle 'tötet'. Für mich wäre es erst Mord, wenn das Kind anfängt zu wachsen, wenn man schon einiges erkennen kann. Sprich, wenn es nach der Geburt ermordet wird, durch erwürgen, ersticken, etc. Das wäre Mord!
    Bis zur elften Schwangerschaftswoche kann man legal in DT abtreiben, was ich auch gute finde, denn danach fängt das Leben des Kindes doch erst so richtig an. Alles entwickelt sich, wächst und formt sich. Wenn man ab da das Kind tötet, durch Alkohol oder sonstiges, dann darf man von Kindsmord reden.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Mondlicht84 am Sa 26 Feb 2011, 14:14

    Hallo,

    da bin ich aber über ein interessantes Thema gestolpert, was mich seit ein paar Wochen immer wieder beschäftigt. Mag vielleicht daran legen, dass ich im Moment selbst gerade ein Kind erwarte.

    Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich könnte nie ein Kind abtreiben. Das ist einfach eine Tatsache, die für mich feststeht. Gut, wie war nie in der Situation, dass ich ungewollt schwanger war, vergewaltigt wurde etc. Ich würde auch keine Frau verurteilen, die ihr Kind abtreibt/abgetrieben hat. Verstehen könnte ich es allerdings nicht.

    Vor einigen Wochen, als meine Schwangerschaft im Kindergarten bekannt wurde, hatte ich ein Erlebnis, das mich noch heute sehr beschäftigt. Ich stand mit ein paar Müttern an der Tür und habe mich unterhalten. Da kam eine weitere Mutter und erklärte, sie sei schwanger. Bereits im 5. Monat. Ich gratulierte ihr und wünschte ihr alles Gute. Sie komme gerade vom Frauenarzt und der hat ihr bestätigt, dass sie diesmal ein gesundes Kind erwarten würde. Wir waren natürlich alles etwas neugierig und eine Mutter fragte nach. Das letzte Kind habe sie abgetrieben, weil die Nackenfaltenuntersuchung auffällig war und auch die Folgeergebnisse darauf hinwiesen, dass das Kind behindert sei.
    Eine andere Mutter schluckte nur und erzählte mit Tränen in den Augen, dass ihre Tochter (ist auch bei uns im Kindergarten, derzeit 1 ½ Jahre) ebenfalls so eine Diagnose bekam. Sie hat das Kind tot geboren, es wurde wiederbelebt und ist kerngesund (hat auch keine Folgeschäden von der Geburt). Das hat mich tief bewegt. Und da frage ich mich, wer gibt mir das Recht, das ich mein Kind abtreibe? Natürlich kann man jetzt damit argumentieren, wann Leben anfängt. Ich war bei 6 Wochen und 2 Tagen beim Frauenarzt, und wenn man die zwei Wochen vor der Befruchtung nochmal abzieht, war ich da etwa 4 Wochen schwanger: Das Herz hat geschlagen.

    Bei uns in der Familie gab es auch den Fall, wo die Ärzte der werdenden Mutter noch im 7. Monat dringend geraten haben abzutreiben (Also eigentlich wird da ja nur die Geburt eingeleitet. Das Kind muss geboren werden. Sie haben sich dagegen entschieden und beschlossen das Kind, wenn es an der Zeit ist, normal auf die Welt zu bringen, auch wenn die Überlebenschancen gleich null waren. Okay, das Kind ist dann kurz nach der Geburt gestorben. Für die Eltern war es so okay. Es war nicht überlebensfähig, aber sie mussten sich nie selbst Vorwürfe machen, dass sie ihr Kind umgebracht haben.

    Dieses Video hat mich sehr bewegt.

    Jedenfalls wünsche ich keinem, dass er in die Situation kommt so eine Entscheidung zu treffen.

    lg Kerstin

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Zauberfeder am Sa 26 Feb 2011, 19:25

    Ein sehr, sehr interessantes und oft immer wieder heiß diskutiertes Thema. Wir hatten in der Schule auch öfters Diskussionen darüber und immer gab es Leute, die dagegen waren und Leute, die für Abtreibungen waren.

    Ich war immer auf der Seite, der Leute, die dagegen sind. Ich könnte soetwas beim besten Willen nicht. Es ist mein Kind, was ich da umbringe, und ja, Abtreibung ist für mich einfach Mord. Das Wesen, mag es auch noch so klein und winzig und unfertig sein, es ist ein Lebewesen. Ich weiß nicht, wann genau der Herzschlag einsetzt, aber recht früh, wie ich glaube, und wenn ein Herz schlägt, dann lebt es.

    Ich weiß natürlich nicht, wie ich reagieren würde, wenn es um eine Vergewaltigung geht. Da kann man vorher wohl viel sagen und hinterher immer noch anders entscheiden. Von dem Fall spreche ich jetzt einmal nicht, weil das noch einmal eine seelische Belastung ist, deren Folgen man vorher nicht einschätzen kann, deshalb gehe ich jetzt einmal vom Normalfall aus.

    Bis zur elften Schwangerschaftswoche kann man legal in DT abtreiben, was ich auch gute finde, denn danach fängt das Leben des Kindes doch erst so richtig an. Alles entwickelt sich, wächst und formt sich.

    Vee, damit stimm ich nicht überein. Es haben sich vorher auch schon viele Sachen entwickelt und vor allem welche, die man auch sehen kann. Ich hab über google ein Bild gefunden, von einem Kind, welches in der 8. Schwangerschaftswoche abgetrieben wurde und man sieht, wo die Augen sind, selbst die winzigen Rippen kann man erkennen, man kann die Finger und Füße leicht erkennen und es passt nur über 3 Finger, also recht winzig und man sieht so viel und das schon bereist vor der 11. Woche. Klar, der Wachstum und alles ist erst später viel schneller, aber dennoch, man kann einfach schon so viel erkennen und so und nachdem, was Kerstin sagt, schlägt das Herz ja sogar schon in der 4. Schwangerschaftswoche. Also schon viele Wochen, vor der 11. Woche.

    Kerstin, ist echt heftig, was du da erzählst. Gott, so krass. Das ist ja schon sehr heftig, solche Dinge zu lesen oder zu hören, aber soetwas auch noch erleben zu müssen. Echt hart Sad

    Ich hätte mir das Video noch angesehen, aber ich glaube, dann heul ich nur noch mehr. Muss ich einmal ein anderes mal machen.

    Die Freundin meines Bruders ist schwanger geworden, als mein Bruder 17 war, also noch sehr jung. Die beiden hatten nichts, keine Ausbildung, nichts, außer ihre Familie. Sie waren zu der Zeit in der 10. Klasse der Realschule, also nicht gerade die beste Zeit, um ein Kind in die Welt zu setzen und sie haben auch wirklich überlegt, ob sie abtreiben oder nicht. Bei seiner Freundin war es auch so, dass die Chancen für sie sowieso schon gering standen, dass sie überhaupt schwanger wird und die Chancen wären mit einer Abtreibung natürlich noch mehr gesunken. Wenn sie das Kind abgetrieben hätte, hätte es sein können, dass sie nie wieder ein Kind hätte kriegen können.
    Letztlich haben sie sich für die Kleine entschieden. Sie ist inzwischen 2 Jahre alt und der Sonnenschein der Familie und auch des Kindergartens. Die Kleine war das Beste, was uns passieren konnte und ich bin froh, dass sie das Kind bekommen haben. Ein Leben ohne meine kleine Nichte kann ich mir gar nicht mehr vorstellen Herzchen

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Falko am Sa 16 Apr 2011, 17:52

    Abtreibung ist ein richtig schwieriges Thema, dem ich selbst auch zwiespältig gegenüberstehe.
    Generell sage ich: Wenn man kein Kind will, muss man einfach richtig verhüten.

    In Sachen Vergewaltigung bin ich ganz klar pro Abtreibung, ebenso, wenn die Schwangerschaft bzw Geburt ein unnatürlich hohes Risiko für die Mutter birgt.
    Wenn es um Kinder mit geistigen/körperlichen Behinderungen geht, habe ich keine eindeutige Meinung. Einerseits leiden diese Kinder kaum unter ihrer Behinderung - der Sohn von Bekannten hat Trisomie 21 und ist ein wirklich glücklicher und liebenswerter Mensch.
    Aber andererseits: Die psychische Belastung ist immens hoch, wenn man so ein Kind großzieht. Häufig ist es eine Sache auf Lebenszeit, wenn das Kind wirklich nie ein eigenständiges Leben führen kann und rund um die Uhr Pflege braucht. Dazu kommt noch die bei vielen angeborenen Krankheiten zu erwartende geringe Lebensspanne. Man muss als Eltern immer damit rechnen, dass das Kind sehr, sehr jung stirbt, oder wenn zum Beispiel bei er Geburt gesagt wird "Das Kind lebt höchstens 10 Jahre", und dann wird es doch älter, stelle ich mir dieses bange "Warten auf das Ende" furchtbar vor.
    Da würde sich für mich die Frage stellen: Kann ich das? Denn wenn die Mutter nach zehn Jahren zusammenbricht, ist niemandem geholfen.
    Das sind meine Gedanken zu dem Thema und ich hoffe, ich werde es nie am eigenen Leib zu spüren bekommen.

    Was mich persönlich betrifft, ich möchte bisher gar keine Kinder, weder jetzt noch in zehn Jahren. Ich kann mich ganz schlecht binden und brauche viel persönlichen Freiraum und Zeit für mich selbst. Mit Kind geht all das nicht mehr.
    Und jetzt, mit 19, fühle ich mich noch bei Weitem zu jung für ein Kind. Zu unreif.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von einSarahvogel am Sa 16 Apr 2011, 19:45

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich absolut gegen Abtreibung bin, denn es gibt immer eine Lösung, um das Leben eines Kindes zu erhalten.
    Außer eben in seltenen Fällen. Wenn das Leben der Mutter gefährdet ist, finde ich sollte man immer noch versuchen, das Leben beider zuretten. Wenn es jedoch so schlimm ist, dass beide Sterben würden, denke ich, dass eine Abtreibung vertretbar ist.

    Wenn jemand vergewaltigt wurde o.ä. finde ich eine Abtreibung nicht ok. Ich muss das Kind nach der Geburt nicht behalten. Man könnte es z.B. zur Adoption frei geben, oder bei der Bäbyklappe abgeben. Nur weil man vergewaltigt wurde ist das was da in einem entsteht immer noch ein Kind und ein ganz normaler Mensch.

    Alania schrieb:Soll man ein Kind abtreiben nur weil es ... anders ist?

    Ist es überhaupt gut ein Kind in die Welt zu setzen, das vielleicht weniger Lebenschancen hat?


    Selbst wenn sich herausstellen würde, dass das Kind eine Behinderung hat oder sonst irgendwie beeinträchtigt ist, könnte ich persönlich es nicht abtreiben. Ich meine, es wäre ja immer noch mein Kind und ich mache keinen unterschied zwischen Menschen mit Beeinträchtigung oder ohne. Ich denke, man sollte jedem die Chance geben zu leben. Selbst, wenn es nur ein sehr kurzes Leben wäre. Leben ist immer besser als der nicht zu leben.

    Ich weiß Abtreibung ist ein schwieriges Thema und dabei spalten sich die Geister aber wie Falko schon sagte:

    Wenn man kein Kind will, muss man einfach richtig verhüten.

    Hier muss ich voll kommen zustimmen. Jedes Leben ist Lebenswert und sollte nicht einfach zerstört werden, weil man vergessen hat zu verhüten, oder schlicht und ergreifend einfach zu faul dazu war.

    LG Sarah

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Belial am So 01 Mai 2011, 22:03

    Also ich finde ja, dass man das einfach der Schwangeren und dem eventuellen Zeuger überlassen sollte. Schon allein, dass dies durch gesetze und Moralvorstellungen versucht wird, zu beeinflussen, finde ich eine Frechheit und würde mich da in meiner Individualität mal wieder eingeschränkt fühlen.
    Zudem kann ich all jene Mütter verstehen, die kein gesundes Kind zur Welt bringen wollen. Ich appeliere hier einfach mal an die Natur. Klar versucht sich der Mensch eben der Natur zu überheben. Aber noch vor nicht allzu vielen Jahren, wurde schwache und missgebildete Kinder zurück gelassen, weil sie die komplette Gesellschaft und das soziale Umfeld schädigen, angreifbar machen und gefährden. Das mag jetzt ziemlich radikal klingen, aber es ist einfach so.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Imaginary am Di 21 Jun 2011, 21:29

    Ich bin schon seit einer Weile um dieses Thema herumgeschlichen und weiß, dass ich mir damit jetzt vermutlich nicht viele Freunde machen werde, aber: Prinzipiell bin ich erst einmal für die Abtreibung. Früher habe ich das auch gesagt, da gehörte ich auch zu jenen, die laut "Abtreibung ist Mord" gerufen haben, wenn die Frage aufkam, aber na ja. Meinungen können sich bekanntlich ändern.

    Ich finde es auch nicht unbedingt optimal, wenn jemand abtreibt, obwohl er einfach nicht vernünftig verhütet hat. Aber, meine Güte, es kommt nun einmal vor. Klar sollte man erst einmal darüber nachdenken, ob man diesen Weg wirklich gehen will, aber ich würde NIEMANDEM das Recht nehmen wollen, sein Kind abzutreiben. So eine Einstellung á la "Ich verhüte nicht, denn abtreiben kann ich ja immer noch" heiße ich natürlich auch nicht gut, das ist etwas anderes. Aber wenn man verhütet hat und trotzdem was passiert (die Chance ist zwar gering, aber kann eben passieren) oder man es halt einmal nicht gemacht hat und ausgerechnet dann passiert was (gibt ja nunmal auch manchmal diese Volltreffer), dann ist das was völlig anderes für mich. Vielleicht begründet sich meine Meinung auch darin, dass das in meinem engeren Familienkreis gleich zweimal vorgekommen ist. Meine Mutter hat, als ich noch klein war, abgetrieben, weil sie noch einmal schwanger geworden ist und ich als Kind super anstrengend war. Zwei kleine Kinder wären ihr da einfach zu viel gewesen. Die Exfreundin von meinem Bruder hat bei ihrer ersten Schwangerschaft ebenfalls abgetrieben, weil mein Bruder damals nach einem Job gesucht hat und sie mitten in der Ausbildung war (wenn ich mich richtig erinnere) und sie dem Kind damals einfach nichts hätten bieten können.

    Ja, jetzt kommen wieder die Individualisten mit "Man muss einem Kind nichts bieten können, solange man es genug liebt" und so weiter. Ja. Okay. Aber Liebe kann man nun einmal nicht essen. Sicher gibt es da auch die Familie und so weiter, die beiden haben sich nun einmal damals dagegen entschieden und später ein Kind bekommen. Ich liebe meine Nichte und bin froh, dass es sie gibt. Aber ich mache weder meinem Bruder noch seiner Exfreundin einen Vorwurf wegen ihrer Entscheidung damals. Auch meiner Mutter nicht. Und es pisst mich, entschuldigt bitte den vulgären Ausdruck, ganz ehrlich ungemein an, wenn alle Leute dann groß herumtönen "Frauen, die abtreiben, sind Mörder", vor allem wenn sie selbst noch nie in der Situation waren.

    Ganz ehrlich: Ich finde es besser, wenn eine Frau ihr Kind abtreibt als wenn es später immer wieder zu spüren bekommt, dass es nicht gewollt war oder Ähnliches. Natürlich kann man ein Kind zur Adoption freigeben. Und natürlich kann man zu dem stehen, was passiert. Aber ich denke nicht, dass IRGENDJEMAND ein Recht dazu hat, anderen Frauen vorzuschreiben, ob sie ihr Kind austragen oder nicht.

    Von Vergewaltigungsopfern mal ganz abgesehen und ich finde es, entschuldigt, denn ich will damit wirklich niemanden angreifen, einfach nur unverschämt, von einer Frau, die ein solch traumatisches Erlebnis hinter sich hat, zu verlangen, dass sie das Kind des Täters zur Welt bringt. Und wer jetzt sagt, dass diese Frauen es hinterher ja immer noch zur Adoption freigeben will, kann sich ja die Schwangerschaft hindurch an die Seite solcher Frauen gesellen und ihnen beistehen. Vielleicht überdenkt ihr diese Haltung dann ja nochmal, wenn ihr ein wenig Zeit mit ihnen verbringt und mutet ihnen nicht auch noch so etwas zu.

    Natürlich ist es wichtig, dass gewisse Richtlinien eingehalten werden. Ein behindertes Kind in einer fortgeschrittenen Schwangerschaft abzutreiben, weil es behindert ist, finde ich auch alles andere als in Ordnung (und da fällt mir der Fall von diesem behinderten Jungen ein, der seine eigene Abtreibung überlebt hat). Aber wenn es eben in dem Zeitrahmen passieren würde, in dem "normale" Kinder auch abgetrieben werden dürfen, dann finde ich es in Ordnung. Und ja, ich kenne viele behinderte Menschen. Eine gute Freundin von mir hat sogar eine geistige Behinderung und eines der Mädchen, auf die ich aufgepasst habe, ist auch geistig behindert. Man braucht mir also weder zu erklären, dass manche Menschen mit geistiger Behinderung viele Dinge genauso machen können wie wir (weiß ich durch meine Freundin) und auch nicht, dass es oft sehr fröhliche Menschen sind (weiß ich durch das Mädchen, auf das ich aufgepasst habe, ihren kleinen Bruder (ebenfalls geistig behindert) und andere Behinderte, die ich halt so kenne). Ja, ich weiß das alles. Und doch spreche ich keiner Frau das Recht ab, ihr Kind abzutreiben. Behindert oder nicht spielt da für mich auch eigentlich keine Rolle.

    Ich bin also dafür, solange man gewisse Richtlinien einhält und vor allem nicht mehr im keine-Ahnung-wie-vielten-Monat eine Schwangerschaft abbricht (also im Fall der Behinderten, weiß da nicht, bis wann man das darf). Ich finde es okay, wenn Leute dagegen sind, auch wenn das jetzt vielleicht nicht so rüberkam. Jeder Mensch hat eben seine eigene Meinung. Aber mit dieser Extremhaltung á la "Abtreibung ist Mord" und vor allem "Vergewaltigungsopfer dürfen auch nicht abtreiben" kann ich mich einfach nicht identifizieren.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Storypassion am So 22 Jan 2012, 20:45

    Hallo zusammen :)

    Ich weiß, dass Thema ist schon etwas älter und wahrscheinlich ist auch schon alles dazu gesagt. Aber irgendwie juckt es mich gerade in den Fingern und ich würde gerne meine Meinung dazu äußern.
    Ich habe mir all eure Beiträge durchgelesen und finde es interessant, wie die Meinungen hier auseinandergehen.
    Ich denke, gerade das Theme "Abtreibung" ist ein sehr heikles und schwieriges Thema.

    Bevor ich meinen Standpunkt klar mache, würde ich gerne von einer Begegnung berichten, einem Gespräch in dem genau dieses Thema angesprochen wurde.
    Ich habe vor einigen Jahren ein Soziales Jahr gemacht, habe an einem Gymnasium gearbeitet und musste auch zu verschiedenen Seminaren. Beim Mittagessen saßen wir mit unsere Seminarleiterin am Tisch und kamen irgendwie (ich weiß leider wirklich nicht mehr wie wir dorthin geraten sind) auf das Thema Abtreibung.
    Einige der Mädchen um mich herum vertraten auch die Ansicht, dass Abtreibung gleichzusetzen ist mit Mord. Meine Seminarleiterin - sehr gläubige Protestantin - saß mir nun genau gegenüber und sagte mir, dass Abtreibung verboten gehört und man ein Kind IMMER irgendwie großziehen kann. Das Gott einem beistehen wird und man auch in jungen Jahren diese schwierige Phase meistern kann.
    Ich möchte nicht respektlos erscheinen. Ich verurteile niemanden und ich lasse jedem seinen Glauben. Ich persönlich glaube schließlich auch an etwas. Aber das mir Gott (ich sagte bereits im Schicksal - Thema, dass ich an einen personifizierten Gott nicht glaube) vorschreibt, wie ich mein Leben zu leben habe und das Gott mir bei dieser Entscheidung helfen soll. Das konnte ich irgendwie einfach nicht akzeptieren.
    Wir verstrickten uns in einer endlosen Diskussion. Ich erklärte ihr meinen Standpunkt, brachte zig verschiedene Argumente dafür und alles was sie mir zu entgegnen hatte, war immer derselbe Satz: "Wenn du genug Kraft hast und Gott dir helfen lässt, dann kannst du das schaffen!"

    So nun also zu meinem Standpunkt, wie ich ihn auch meiner Seminarleiterin erklärt habe.

    Wenn ich - zu dem Zeitpunkt war ich 19, hatte zwar Abitur, aber kein Einkommen und keine Ausbildung, nichts - die Nachricht bekommen hätte, dass ich schwanger sei. Mein erster Schritt wäre der Weg zum Arzt gewesen.
    So drastisch und furchtbar das in vielen Ohren klingen mag, aber diese Einstellung wird immer meine bleiben.
    Einige von euch haben geschrieben, dass der Grund "Einem Kind nichts bieten können" nicht zählt, menschenverachtend sei und inakzeptabel.
    Ich möchte euch vor das Szenario stellen:
    Eine junge Frau hat mit ihrem Partner Sex, sie verhüten - doch trotzdem geht etwas schief (ja das passiert!). Beide sind gerade mal 18/19 (vielleicht auch noch jünger). Wenn überhaupt haben sie gerade mal ihren Schulabschluss in der Tasche, kein Einkommen, keine Ausbildung. Nichts! Keine Familie die ihnen den Rücken stärkt, keine finanzielle Unterstützung - außer vom Amt vielleicht.
    Soll ein Kind in solche Lebensumstände hinein geboren werden?
    Wenn ich sage, dass ich ein Kind abtreiben würde, wenn ich genau weiß, dass ich ihm nichts bieten kann, dann meine ich damit nicht, dass ich ihm unbedingt Armani und Dolce kaufen will, damit es ein gutes Leben hat. Aber ein Kind braucht Kleidung (und auch hier meine ich keine Markenklamotten), ein Kind braucht ein Bett, es braucht warme Mahlzeiten. Und wenn ich keinerlei Ausbildung habe, kein eigenes Einkommen und ich die Wahl habe, ob ich meinem Kind so ein Leben ersparen kann. Dann entscheide ich mich dafür es abzutreiben.
    Ein Kind kann nicht von Luft und Liebe leben! Und das war auch genau der Punkt, an dem meine Seminarleiterin und ich uns einfach keinen Schritt näher gekommen sind. Sie beharrte darauf, dass jeder junge Mensch eine Familie im Rücken haben muss, die einen finanziell und seelisch unterstützt. In welcher Welt leben wir, dass das wirklich der Fall ist?
    Sie beharrte darauf, dass man nur stark genug sein muss, sein Kind nur stark genug lieben muss, damit man es schafft. Aber von Stärke wird mein Kind nicht satt, es wird ihm davon nicht warm, egal wie sehr ich es liebe!

    Für viele mutet diese Ansicht wahrscheinlich sehr grotesk an. Menschenverachtend, wie es hier einige geschrieben haben.
    Aber ich würde es immer tun, wenn ich genau weiß, dass ich mein Kind nicht ernähren kann, dass ich ihm nichts bieten kann - außer meiner Liebe. Und wenn ich es davor bewahren kann, dann lege ich all meine Liebe in diese Entscheidung und gehe zum Arzt um es abzutreiben.

    Um die Wogen zu glätten. Ich bewundere jede junge Frau, ob Teen oder Anfang 20 oder wie alt auch immer, die keine Ausbildung und keine Arbeit hat (und auch alle die etwas in der Tasche haben und trotzdem am Existenzminimum leben), die es schafft ein Kind auf die Welt zu bringen und es großzuziehen. Ich verneige mich vor diesen Frauen und sie bekommen all meinen Respekt. Aber ich weiß von mir selbst, dass ich das seelisch niemals verkraften würde und es niemals vollkommen allein stemmen könnte und genau deswegen würde ich immer wieder einer Abtreibung zustimmen.


    Zum Thema Vergewaltigung und Behinderung:
    Dazu kann ich nur sagen, dass hat jede Frau und jedes Paar selbst zu entscheiden.
    Wenn ich in der tragischen Situation wäre, dass ein Mann mich vergewaltig hätte und daraus eine Schwangerschaft entsteht, dann wäre auch hier der erste Schritt eine Abtreibung. Denn ich könnte es nicht ertragen, dass das Kind mit dem Wissen leben muss, dass es nur existiert, weil ein Mann seine Triebe nicht unter Kontrolle hatte (um das mal sehr böse und überspitzt zu formulieren). Diese Bürde, würde ich meinem Kind niemals auferlegen wollen. Und es dann in ein Heim stecken? Ist das etwa besser? Es mit dem Wissen leben zu lassen, dass es von niemandem gewollt war - nicht von seinem "Vater" (Erzeuger) und nicht von seiner Mutter?!
    Auch bei einer Behinderung bin ich ehrlich - ich weiß nicht, ob ich das könnte. Wenn in frühen Wochen bereits klar wäre, dass mein Kind so stark behindert ist, dass es ein Intensivfall wird, dann würde ich es wahrscheinlich abtreiben. Wenn ich weiß, dass mein Kind "lebensfähig" ist, dass es zwar viel Hilfe braucht, aber trotzdem vieles auch allein kann, dann würde ich es behalten.
    Da ich noch nie in einer solchen Situation war und hoffe, dass das auch nie passiert, kann ich darüber nicht urteilen. Doch ich werde einen Teufel tun und die Frauen verurteilen, die sich aus guten Gründen dazu entscheiden mussten oder entschieden haben ihr Kind abzutreiben!

    Zum Thema Kind oder Zelle:
    Für mich ist ein Kind in den ersten Wochen noch kein "richtiges" Lebewesen. Für mich ist es in den ersten Wochen eine kleine Zelle und demnach ist es für mich kein Mord an einem Menschen!


    Das Thema ist heikel, brisant und für viele Menschen noch immer ein Tabuthema. Aber ich finde man muss offen darüber reden können und ich bewundere jeden, der seine Meinung hier offen dargelegt hat. Ich möchte nochmal betonen, dass ich niemanden angreifen möchte, ich respektiere jede Meinung die hier vertreten ist - ob nun dafür oder dagegen. Jeder hat seine Gründe, warum er das so sieht und das finde ich vollkommen richtig so.
    Doch wenn man mir vorschreibt, was ich zu tun oder zu lassen habe, dann hört auch leider bei mir der Respekt auf! (Damit meine ich die Ansicht meiner Seminarleiterin)

    Ein interessantes Thema, vielen Dank an alle für diese interessante und tolle Diskussion.

    Liebe Grüße,
    Jacky Herzchen

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Imaginary am Do 02 Feb 2012, 11:53

    Hey Jacky,

    im Grunde genommen kann ich dir nur zustimmen, denn ich sehe das wirklich ganz genauso. Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht: Ein Kind wird nicht satt von Stärke oder Liebe. Sicher gibt es dann Unterstützungen vom Staat oder so (hierzulande zumindest) - aber seien wir mal ehrlich, wie gut funktioniert das denn wirklich?

    Ich finde es auch irgendwie ein bisschen verantwortungslos, in solchen Situationen Kinder in die Welt zu setzen - aber das muss letztlich ja jeder selbst entscheiden und ich verstehe auch die Argumente dagegen, ich kann ihnen nur eben einfach nicht zustimmen.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von capitaine_solitaire am Do 02 Feb 2012, 14:20

    Von Vergewaltigungsopfern mal ganz abgesehen und ich finde es, entschuldigt, denn ich will damit wirklich niemanden angreifen, einfach nur unverschämt, von einer Frau, die ein solch traumatisches Erlebnis hinter sich hat, zu verlangen, dass sie das Kind des Täters zur Welt bringt. Und wer jetzt sagt, dass diese Frauen es hinterher ja immer noch zur Adoption freigeben will, kann sich ja die Schwangerschaft hindurch an die Seite solcher Frauen gesellen und ihnen beistehen. Vielleicht überdenkt ihr diese Haltung dann ja nochmal, wenn ihr ein wenig Zeit mit ihnen verbringt und mutet ihnen nicht auch noch so etwas zu.


    Danke für diese Meinung. Ich bin mit gerade 16 Jahren von meinem ersten Freund vergewaltigt worden, damals habe ich die Pille noch nicht genommen (ich war bis dahin Jungfrau). Ich musste mich noch Jahre später bei dem Gedanken an diesen Jungen übergeben, habe 5 Jahre gebraucht, um darüber sprechen zu können, weitere 3 um damit völlig reflektiert und mittlerweile sogar mit einer gewissen Gelassenheit umzugehen. Er war aus München und ich habe mich bis vor 3 Jahren immer nur mit großer Sonnenbrille, Hut und Schal in diese Stadt getraut.
    Wäre ich damals schwanger geworden und hätte man mich gezwungen, das Kind zu bekommen, ich hätte mich vermutlich vor Ekel umgebracht.

    Dazu muss man sagen, dass ich schon als Jugendliche den starken Wunsch nach eigenen Kindern und einer Familie hatte, eben aus Vernunftgründen damit warten wollte und will, bis meine Lebenssituation einigermaßen geklärt ist. Trotzdem würde ich ein Kind, käme es jetzt und würde auf eine gewaltfreie Art und Weise gezeugt, niemals abtreiben.
    Ich befinde mich immer noch nicht in der optimalen Situation um Mutter zu werden, ich bin weder in einer festen Beziehung noch habe ich eine abgeschlossene Ausbildung (zumindest keine, mit der man sich, geschweige denn ein Kind ernähren könnte). Ich würde niemanden in meiner Situation verurteilen, der sich gegen das Kind entscheiden würde.

    Letztlich ist es jedem selbst überlassen, was er mit seinem Körper und seinem Leben anfangen will, ein Kind hat so enorme Auswirkungen auf das eigene Leben, dass einem niemand reinreden dürfte, was die Entscheidung betrifft, diese Auswirkungen in Kauf zu nehmen oder eben nicht.

    Und - pardon, aber niemand kann die Situation eines anderen beurteilen, niemand kann entscheiden, was ein Mensch bewältigen kann oder nicht. Niemand kann also einen anderen dafür verurteilen, wenn er sich etwas nicht gewachsen fühlt oder letztendlich etwas nicht will, was solche Veränderungen in seinem eigenen Leben bedeuten würde.

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