Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Abtreibung?

    Beitrag von SilentDream am Mo 22 Feb 2010, 19:50

    Hallo liebe Leute,

    ich beschäftige mich nun seit Längerem mit dem Gedanken zum Thema Abtreibung.
    Wie steht ihr dazu?
    Abtreiben gleich umbringen? Immer? Oder in gewissen, seltenen Situationen sinnvoll?

    Ich selber muss sagen, dass ich jenachdem echt dafür bin. Ich steh mit meiner Meinung öfter allein da, aber das ist mir ziemlich egal.^^
    Jetzt möcht ich mal eure Meinungen dazu hören!

    Wenn es die Gesundheit der Mutter gefährdet, bin ich dafür.
    Wenn man vieeel zu jung ist (ohne Schulabschluss, dem Kind nichts bieten kann.Vielleicht selber aus zerütteter Familie kommt), bin ich dafür.
    Wenn man vergewaltigt wurde, bin ich dafür.
    Und noch in diversen Situationen...

    Was meint ihr?

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Alania am Mo 22 Feb 2010, 19:58

    Also ich schließe mich dir voll und ganz an.
    Unter den Umständen, die du aufgezählt hast, ist eine Abtreibung auf jeden Fall zu vertreten [meiner Meinung nach].

    Einzig und allein muss die Mutter eben mit dem Gewissen leben, dass sie ein Lebewesen "ausgelöscht" hat.
    Ob sie das ertragen kann ist ihre Sache.

    Aber generell habe ich gegen Abtreibungen nichts, solange sie nicht gefährlich werden können für die Schwangere.

    Im Zwiespalt stehe ich allerdings, wenn herausgefunden wird, dass das Kind irgendwelche gesundheitlichen Schäden hat.

    Soll man ein Kind abtreiben nur weil es ... anders ist?

    Ist es überhaupt gut ein Kind in die Welt zu setzen, das vielleicht weniger Lebenschancen hat?

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. ...


    Zuletzt von Alania am Mo 22 Feb 2010, 20:11 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Pooly am Mo 22 Feb 2010, 20:06

    Ah, ein sehr zwiespältiges Thema.

    Also ich stimme euch beiden zu.
    Wenn die Mutter noch viel zu jung ist etc. dann bin ich eindeutig dafür. Ich meine, was kann eine 16-jährige einem Kind schon bieten, jetzt und in Zukunft?
    Aber es gibt ja auch diese Leute, die sich einfach zu schade sind, ein Kondom zu benutzen und dann alles halbe Jahr mal ein Kind abtreiben. Das ist dumm und hat keine Gründe. Ich finde, solchen müsste es verboten werden.

    Wenn es aber wahre Gründe hat, dann bin ich dafür.


    Im Zwispalt stehe ich allerdings, wenn herausgefunden wird, dass das Kind irgendwelche gesundheitlichen Schäden hat.
    Soll man ein Kind abtreiben nur weil es ... anders ist?
    Ist es überhaupt gut ein Kind in die Welt zu setzen, das vielleicht weniger Lebenschancen hat?

    Das ist allerdings der wahre Zwiespalt in diesem Thema.
    Nun, ich denke, da kann niemanden den Eltern reinreden, dass muss jeder für sich selbst wissen. Ich kann es niemandem verübeln, der ein Kind abtreiben lässt, weil es vermutlich mit Behinderung zur Welt kommen würde. Manche Menschen haben für so etwas einfach nicht die Kraft oder die Nerven oder sind einfach nicht in der richtigen Situation dafür. Ich denke, man sollte Menschen deswegen nicht verurteilen, denn ich denke, gerade für sie ist es die schwerste Entscheidung, sich für den Tod des eigenen Kindes zu entscheiden.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von theo am Mo 22 Feb 2010, 20:48

    Wenn die Mutter noch viel zu jung ist etc. dann bin ich eindeutig dafür. Ich meine, was kann eine 16-jährige einem Kind schon bieten, jetzt und in Zukunft?

    Naja, 16. Vielleicht traut man den jungen Müttern weniger zu als sie leisten können. Maria war sogar noch jünger, als sie Jesus bekam. Und das in einer Zeit, als es wahrlich ein wenig rauher war als bei uns heutzutage. (Nicht nur das Stroh im Stall)
    Trotzdem sollte man nicht jemanden verurteilen, in dessen Mokassins man nicht einen Mond lang gewandert ist.
    Eines der besten Bücher die ich zu diesem Thema kenne ist Gottes Werk und Teufels Beitrag von John Irving.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Pooly am Mo 22 Feb 2010, 21:05

    Ich habe nie jemanden verurteilt, lieber Theo.
    Ich sage nur, dass ich auch Mütter verstehe, wenn sie abtreiben, weil sie noch so jung sind.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Rock am Mo 22 Feb 2010, 21:08

    Puh Abtreibung ist so eine Sache. Im Allgemeinen kann ich mich den oben genannten gerechtfertigten Gründen für eine Abtreibung nur anschließen. Wobei ich sagen muss, dass ich auch glaube dass junge Mütter schnell unterschätzt werden. Es ist sicher nicht leicht so jung ein Kind zu bekommen aber ich denke das man es schaffen kann. Aber es ist absolut verständlich wenn man in so einem Alter abtreibt.
    Ich denke im Allgemeinen müssen die Eltern bzw die Frau immer für sich selbst überlegen. Da kann man ihnen/ihr nicht dazwischen reden. Ich denke - auch wenn ich viele Freundinnen haben die mich dafür jetzt wahrscheinlich umbringen würden - ist Abtreibung eine gute Sache. Wenn man arm ist oder sonst etwas und man einem Kind einfach nichts bieten kann, einen ein Kind total überfordert oder so denke ich ist es ganz gut.
    Das heißt aber nicht dass ich nicht denke dass solche Leute nicht lieber aufpassen sollten dass sie kein Kind bekommen. Ich verurteile sie nicht für die Abtreibung aber es ist doch die Tötung eines Lebewesen und damit sollte man nicht leichtfertig umgehen.

    Zu dem Thema mit Kindern die eine Behinderung haben... Ich muss sagen wenn man ein Kind abtreibt weil es eine Behinderung hat, dann hat man einfach kein Rückrat. Natürlich muss man hier auch unterscheiden. Wenn die Behinderung wirklich sehr schwerwiegend ist (sofern sich das im Mutterbauch schon feststellen lässt) und das Kind praktisch keine Chance auf ein schönes, angenehmes Leben hat ist es auch noch irgendwie gerechtfertigt. Aber wenn man jetzt ein Kind will und dann aber erfährt dass es behindert ist und man sich so etwas nicht aufbürden will. Egal wie kraftlos oder wenig Nerven sie haben. Es ist einfach feige und falsch ein Kind mit einer Behinderung abzutreiben - wenn man sich ein Kind gewünscht hat muss man dazu sagen.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von SilentDream am Mo 22 Feb 2010, 23:15

    Schön, dass soviele Leute so schnell geantwortet haben *freu*

    "Ich denke - auch wenn ich viele Freundinnen haben die mich dafür jetzt wahrscheinlich umbringen würden - ist Abtreibung eine gute Sache. Wenn man arm ist oder sonst etwas und man einem Kind einfach nichts bieten kann, einen ein Kind total überfordert oder so denke ich ist es ganz gut."

    Das kenn ich, Rock. Mich haben sie für soeine Aussage auch mit Blicken getötet...
    Aber.. man kann ein Kind nunmal nicht nur mit Luft und Liebe ernähren und kleiden.. und ob die Zuschüsse da immer reichen bezweifle ich leider..

    Zu den Kindern mit Behinderung...
    Naja, ich bin mir nicht sicher, ob ich es als feige oder Selbstschutz bezeichnen soll, wenn die Eltern das nicht verkraften können...

    Was ich aber total unterstütze, wenn die Ärzte von Anfang an sagen, dass das Kind nur keine Ahnung 7 Jahre an Lebenserwartung hat, dann kann ich es verstehen, wenn die Eltern das Kind nicht kriegen, weil nach 7 Jahren der Schmerz noch, noch größer wär...

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von theo am Di 23 Feb 2010, 10:58

    Ich sage nur, dass ich auch Mütter verstehe, wenn sie abtreiben, weil sie noch so jung sind.

    Was ich eigentlich mit dem Satz mit den Mokassins sagen wollte :-)

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Schwertdieb-Zorro am Di 23 Feb 2010, 12:53

    Also ich bin Prinzipiell für das Abtreiben.
    Das Grund dafür ist die sache ich würde meine Freundin, sofern sie von mir Schwanger wäre, dazu drängen abzutreiben solange wir dem Kind nichts bieten können.
    Ich verurteile die Jungen mütter nur dann wenn sie ohnehin schon am Existensminimum leben und dann noch ein Kind bekommen. Eigentlich jeden in dieserSituation würde ich verurteilen.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von moriazwo am Di 23 Feb 2010, 14:03

    Abtreibung ist ein äußerst heikles Thema und ich bin überzeugt davon, dass es sowohl Gründe dafür, wie auch dagegen gibt. Trotz aller heutigen Möglichkeiten der zuverlässigen Verhütung ist die ungewollte Schwangerschaft immer noch ein großes Thema. Abgesehen von Gewaltdelikten, auf die eine Frau ja keinen Einfluss hat und wo ich es absolut verstehen kann, wenn eine vergewaltigte Frau ein dadurch entstandenes Kind nicht austragen will, muss eine ungewollte Schwangerschaft kein Grund für einen Abbruch sein. Im Gegensatz zur Zeugung machen sich nämlich viele Mütter oder Paare viel mehr Gedanken um eine potenzielle Abtreibung. Häufig entscheiden sie sich dabei auch durchaus für das Kind. Es ist ja auch nicht immer nur eine rationale Entscheidung, sondern es fließen eine große Menge an Emotionen mit in diese Entscheidung ein. Ich kenne Frauen, die eine Abtreibung vornehmen ließen, die sich aber bereits sehr schnell danach entschlossen, ein weiteres Kind zu bekommen. Kurios, nicht wahr? Das war sicherlich keine Entscheidung, die rational erklärbar wäre.
    Sehr junge Mütter? Ich bin auch durchaus der Meinung, dass sie viel mehr zu leisten im Stande sind, als vielfach gedacht wird. Ich bin aber auch der Meinung, dass diese Mütter einen sozialen Hintergrund brauchen, der sie auffängt - der sie trägt und ihnen hilft. Fehlt dieser aber, dann kann diese Schwangerschaft dazu führen, dass der jungen Frau ihre Zukunft komplett verbaut wird. Ich denke hier in erster Linie natürlich an allein erziehende Mütter. Ist das Kind noch sehr klein, ist möglicherweise ein weiterer Schulbesuch oder ein vernünftiger Job überhaupt nicht möglich. Aus diesem Teufelskreis wieder auszubrechen, ist oft aussichtslos. In einem solchen Fall habe ich vollstes Verständnis, wenn sich eine Schwangere gegen das Kind entscheidet. Leicht machen wird sie sich diese Entscheidung sicherlich nicht. Von einer enormen psychischen Belastung in der Folgezeit einmal ganz abgesehen.
    Kranke oder missgebildete Kinder? Hier scheiden sich ebenfalls die Geister. Ist es später möglich, dem Kind die Lebensqualität zu ermöglichen, um im Leben klar zu kommen? Man weiß es vorher eben nicht. Die Aufgabe, ein schwerkrankes oder behindertes Kind ein Leben lang zu Pflegen, wird oft unterschätzt.
    Die Zwillingsschwester meiner Frau hat einen Sohn - etwa im Alter meines jüngeren Sohnes - also 20 Jahre alt. In ihrer Schwangerschaft - sie hatte einen vollkommen ausreichenden Röteln-Schutztiter - hatte sie Kontakt mit einem an Röteln erkrankten Kind, ohne es zu diesem Zeitpunkt zu wissen. Der bestehende Schutz brach unerklärlicherweise zusammen und es trat eine schädigende Wirkung beim ungeborenen Kind auf. Die Prognosen nach der Geburt sahen so aus, dass man davon ausging, dass der Junge das 3. Lebensjahr wohl nicht erreichen würde. Sie lagen falsch.
    Julian hat Fehlstellungen an Kopf, Händen und Füßen, ist auf einem Ohr vollständig taub - auf dem anderen schwerhörig, hat einen Schielfehler. Ein Auge sieht vermutlich so gut wie nichts. Er kann nicht sprechen, kann seine Ausscheidungen nicht kontrollieren - muss also ständig Windelhosen tragen. Er leidet unter einer Spastik und kann nur sehr eingeschränkt und nicht sehr weit laufen. Seine Größe entspricht ungefähr der eines Zehnjährigen - bei vollem Bartwuchs. Seine Intelligenz entspricht in Etwa der eines intelligenten Hundes, was jetzt nicht abwertend gemeint ist. Es ist einfach Fakt. Als wäre es nicht genug, leidet er noch an einer Zöliakie - einer Getreidekleber-Allergie - und muss glutenfrei ernährt werden. Wegen einer Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse muss jeder Nahrung Paspertin zugesetzt werden, einem Stoff, der den Geschmack derart übel werden lässt, dass jeder normale Mensch würgen würde, wenn er es so essen würde.
    Julian ist ein im Grunde fröhlicher Junge. Er ist laut, grobmotorisch und äußerst penetrant, wenn er etwas unbedingt will. Er beschäftigt sich nur selten allein und verfolgt seine Eltern auf Schritt und Tritt. Er wird jede Nacht wach und poltert über eine Stunde in seinem Bett herum, was dazu führt, dass seine Eltern so gut wie nie durchschlafen können. Es ist seit zwanzig Jahren eine Vollzeitpflege notwendig. Trotzdem lieben sie ihn und würden ihn wohl nie weggeben wollen. Inzwischen denken sie mit Schrecken daran, was sein wird, wenn sie es gesundheitlich einmal nicht mehr schaffen werden, sich um ihn zu kümmern. Dann wird er in ein Heim gehen müssen, wo man sich sein Leben lang um seine Pflege kümmern muss.
    Meine Schwägerin sagt heute, dass sie - hätte sie das alles damals gewusst - sich wohl für eine Abtreibung entschieden hätte, auch wenn sie froh ist, es seinerzeit nicht getan zu haben.
    Nach Kenntnis und Erleben der Geschichte meines Neffen Julian würde ich heute in einer solchen Situation für eine Abtreibung plädieren. Julian hat in seinem Leben schon mehr leiden müssen, als einem Menschen gut tun würde. Gleichzeitig haben sich auch seine Eltern verändert. Sie kümmern sich rührend um ihren Jungen, aber im Außenverhältnis haben sie sich zu absoluten Egoisten entwickelt. Stets sind sie bemüht, überall Vorteile und Hilfe einzufordern, wobei sie gern auch keine Rücksicht auf die Bedürfnisse ihrer Helfer nehmen. Viele ihrer Freunde haben sie bereits so vor den Kopf gestoßen, dass sie sich zurückgezogen haben. Vielleicht ist dies eine folgerichtige Entwicklung aufgrund der Umstände, aber ich würde das alles so nicht wollen, wenn ich diese Perspektive bereits beim ungeborenen Leben vorgezeichnet bekäme.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Dawn am Di 23 Feb 2010, 15:38

    Hey,

    also ich hab irgendwie eine ziemlich feste Meinung dazu und die gefällt den meisten nicht. Aber ich kann mich einfach nicht davon abbringen.

    Für mich ist Abtreibung eigentlich tabu. Egal in welchem Fall. Viele sagen jetzt "aber was wäre wenn..." ja was wäre wenn. Aber trotzdem ist es immerhin ein Lebewesen. Klar, noch nicht im Stande zu denken oder zu leben. Nicht vollkommen "ausgebaut" aber dennoch ein Lebewesen.
    Und jeder Mensch, ob nun 1mm groß oder nicht, hat ein Recht zu Leben. Ob normal und gesund oder krank und "behindert". Man kann ein ungeborenes 4 Wochen altes Lebewesen nicht fragen, ob es zur Welt kommen will. Irgendwann einmal die Sonne sehen will und Höhen und Tiefen im Leben durchmachen will.
    Ich finde, selbst im Fall einer Vergewaltigung oder Teeny-Schwangerschaften o.Ä. gibt es noch die Chance, dass Kind zur Adoption freizugeben. Klar ist dies nach 9 Monaten ein schwerer Schritt, aber dennoch wünschen sich so viele Menschen ein Kind und können kein eigenes kriegen. Andere wiederrum töten es. Ja ich finde es ist Mord.
    Ich habe einmal die Methoden einer Abtreibung gelesen (habe sogar Bilder gesehen) und ich war geschockt.
    Vor allem finde ich, sollte man auch körperlich oder geistig behinderten Kindern eine Chance auf ein Leben geben. Selbst wenn sie "anders" sind, heißt es nicht, dass sie nie Freude am Leben haben werden, oder einen freudigen Moment erleben werden.
    Und bei der Sache mit dem "nichts bieten können".
    Spoiler:
    Meine Mutter war bei meiner Geburt 21, musste ihre Lehre abbrechen und stand schon nach etwa einem Jahr alleine da. Ohne Unterstützung. Mit nix. Wir haben etwa 5 Jahre lang in einer Kellerwohnung mit einem winzigen Zimmer, was uns als Wohn und Schlafzimmer galt und wo nichts anderes als ein Schreibtisch, ein Schrank und ein Hochbett, damit dadrunter ein Schreibtisch passte, stand. Eine kleine Küche und ein Bad. Ernähren durften wir uns fast täglich nur von Nudeln (die waren günstig) und Dosenessen, was auch günstig war. Ich habe gelernt zu verzichten und Rücksicht zu nehmen, aber habe mich nie für meine Situation geschämt, denn meine Mutter hat immer darauf acht gegeben, dass es mir gut geht. Sie hat für mich verzichtet. Dafür, dass ich ein Dach über dem Kopf habe, etwas zu essen, gesund bin und glücklich bin. Meine Mutter konnte mir nicht viel bieten, aber wenn ich jetzt zurückdenke, bin ich froh das meine Mutter mich nicht abgetrieben hat und darüber hat sie nie nachgedacht. Ich war glücklich, weil ich meine Mutter hatte, die mich liebte. Mehr brauchte ich nicht. Ich brauchte kein Geld um glücklich zu sein. Nicht die neusten Spielzeuge oder sonst was.

    Außerdem kenne ich mittlerweile zu viele Menschen, die ihr Kind tot zur Welt bringen mussten Sad
    Naja so viel zu meiner Meinung zu diesem Thema xD

    Lg, Alex


    Zuletzt von Dawn am Di 23 Feb 2010, 16:04 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Angoraschka am Di 23 Feb 2010, 15:48

    Hey Ihr :)

    Das ist wirklich ein sehr schwieriges Thema.
    Ich persönlich würde nicht abtreiben, wenn ich z.B. jetzt mitten im Studium schwanger würde, aber das auch aus dem Grund, dass ich eine Familie habe, die mich unterstürtzen würde, egal, was passiert.
    Ich denke nicht, dass man pauschal sagen kann, dann kann man abtreiben und dann nicht.
    Ich finde es gut, dass es die Möglichkeit gibt, denn es gibt einfach Situationen, in denen eine Abtreibung sich nicht umgehen lässt, so hart das jetzt auch klingt. Wie viele das vor mir gesagt haben: Man muss überlegen, was man seinem Kind antut oder eben bietet.
    Es gibt sicherlich immer eine Möglichkeit und oft ist ein Kind auch der Anstoß sein Leben endich in die Hand zu nehmen und erwachsen zu werden, aber ich denke das hängt von der Person und der Situation ab.
    Jeder Mensch ist anders und deswegen ist es meiner Meinung nach schwachsinnige eine Standpunkt wie die katholische Kirche zu vertreten, die Abtreibung aus religiösen Gründen ablehnt.
    Damit macht man viel mehr kaputt, als mit der Abtreibung an sich.

    LG Serina

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Racheengel am Di 23 Feb 2010, 17:13

    Hallo ihr Lieben,
    für mich ist Abtreibung gleich Mord, denn auch wenn es in Deutschland bis zur 12 Schwangerschaftswoche erlaubt ist, in schwerwiegenden Fällen auch noch später durchführbar ist, so sollte dennoch bedacht werden das es sich um ein Lebewesen handelt.

    Den einzigsten Grund den ich diesbezüglich toleriere ist der, wenn das Kind nicht Lebensfähig ist, schwerwiegende Behinderungen hat, so das ein schönes Leben für das Kind nicht möglich ist, wenn es z.B rund auf die Uhr auf Intensivpflege angewiesen seind wird. Dann sage ich nichts gegen eine Abtreibung.

    Auch wenn es um das Thema Vergewaltigung geht, würde ich es noch akzeptieren können, da das Kind die Mutter ständig an diese schreckliche Tat erinnert.
    Dennoch würde ich vielleicht überlegen ob ich das Kind nicht doch austrage, und dann zur Adoption freigebe, denn so darf das Kind leben, und eine Familie die sich sehnlichst ein Kind wünscht, kann sich ihren Wunsch erfüllen. Auch wenn es blöd klingt, aber so können drei Menschen noch glücklich gemacht werden, auch wenn eine schreckliche Tat der Ausgangspunkt ist.
    Aber mir ist auch bewusst das das für jede werdende Mutter in diesem Fall eine schwere Entscheidung ist.

    Allerdings, solche Äußerungen wie, ich kann meinem Kind nichts bieten, oder es hat in meinem Leben zur Zeit keinen Platz, sind in meinen Augen keine Gründe ein Ungeborenes zu töten.
    Mir ist wohl bewusst das es für werdende Eltern eine schwierige Entscheidung ist gerade wenn sie Minderjährig sind, dennoch, es gibt genug Möglichkeiten, von Familienhelfer, Haushaltshilfen, Mutter- Kind- Heime zu Pflegefamilie oder gar einer Adoption. Und mittlerweile gibt es glaub ich sogar eine sogenannte offene Adoption, was bedeutet das sich eine Familie, die keine Kinder bekommen kann, das Baby zu sich nimmt, aber die Eltern, wenn sie es wünschen, Kontakt zu ihrem Kind haben können.

    Abschließend möchte ich sagen, das Abtreibung keine Lösung ist, und eine werdende Mutter, auch wenn sie sich selbst nicht um das Kind kümmern kann, sich dafür entscheiden sollte das Kind auf die Welt zu bringen, und es zur Adoption freigeben sollte, Denn eine Adoption macht drei oder mehr Menschen glücklich, eine Abtreibung macht einen Menschen todunglücklich.

    Das ist meine Meinung.

    Jenny

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Pooly am Di 23 Feb 2010, 17:45

    Dawn schrieb:
    Für mich ist Abtreibung eigentlich tabu. Egal in welchem Fall. Viele sagen jetzt "aber was wäre wenn..." ja was wäre wenn. Aber trotzdem ist es immerhin ein Lebewesen. [...]
    Ich finde, selbst im Fall einer Vergewaltigung oder Teeny-Schwangerschaften o.Ä. gibt es noch die Chance, dass Kind zur Adoption freizugeben. Klar ist dies nach 9 Monaten ein schwerer Schritt, aber dennoch wünschen sich so viele Menschen ein Kind und können kein eigenes kriegen. Andere wiederrum töten es. Ja ich finde es ist Mord.



    Racheengel schrieb:
    für mich ist Abtreibung gleich Mord, denn auch wenn es in Deutschland bis zur 12 Schwangerschaftswoche erlaubt ist, in schwerwiegenden Fällen auch noch später durchführbar ist, so sollte dennoch bedacht werden das es sich um ein Lebewesen handelt. [...]
    Abschließend möchte ich sagen, das Abtreibung keine Lösung ist, und eine werdende Mutter, auch wenn sie sich selbst nicht um das Kind kümmern kann, sich dafür entscheiden sollte das Kind auf die Welt zu bringen, und es zur Adoption freigeben sollte, Denn eine Adoption macht drei oder mehr Menschen glücklich, eine Abtreibung macht einen Menschen todunglücklich.


    Hey Jenny und Alex,

    ich muss ehrlich sagen, dass ich von euren Antworten fast entrüstet bin.
    Nichts gegen euch, aber ich verstehe ehrlich nicht, wie sich Menschen ehrlich anmaßen können zu sagen, dass Mütter ihre Kinder, die sie nicht wollen, austragen sollen. Mal ehrlich, ich fände es viel schlimmer, zu wissen, dass mein Kind irgendwo in der Welt herumrennt und ich es nicht kenne und alles, als einen kleinen Zellklumpen ohne Form aus meinem Körper entfernen zu lassen. Es ist doch immerhin noch die Entscheidung der Eltern.
    Ich habe eine Freundin, die schon ein Kind abgetrieben hat. Als sie mir das das erste Mal erzählte, hat sie mich ganz ängstlich angeguckt, als würde ich sie gleich fressen wollen. Aber sie ist genauso alt, wie ich und ich verstehe es vollkommen. Klar ich meine, Menschen, die einfach beim Sex nicht aufpassen und dann schwanger werden sind superdumm, aber im Endeffekt lasten sie sich ja nur selbst die Bürde auf, über das Leben oder Sterben eines Wesens zu entscheiden.
    Außerdem: versetzt euch doch mal in die Lage eines Kindes, das im Heim ist. Kennt die Eltern nicht, fragt sich ewig, was es falsch gemacht hat, warum man es abgeschoben hat, es nicht wollte. Natürlich: Es lebt. Aber unter welchen Umständen?! Ist das fair? Einfach auf Teufel komm raus sagen: "Ach, das bekomm ich jetzt und dann werf ichs weg."
    ?


    Und @Alex:
    Vor allem finde ich, sollte man auch körperlich oder geistig behinderten Kindern eine Chance auf ein Leben geben. Selbst wenn sie "anders" sind, heißt es nicht, dass sie nie Freude am Leben haben werden, oder einen freudigen Moment erleben werden.

    Hast du dir mal Michaels Beitrag durchgelesen?
    Wenn du wüsstest, dass dein Kind all diese Behinderungen hätte, wie Michael beschrieben hat, wenn du es noch in deinem Bauch trägst, würdest du es dann trotzdem nicht abtreiben lassen? Dann bist du eine wahrhaft ehrenvolle Person.
    Aber du solltest die Menschen, die sich nicht dafür entscheiden, nicht verurteilen. Natürlich hat jedes Wesen ein Recht auf Leben, aber man muss sehen, wie man "Leben" definiert. Denn für mich gehört da nicht nur die bloße Existenz dazu, sondern auch Glück und Liebe und all das. Und es gibt auch Menschen, die bis zu dem Maße behindert sind, dass sie kaum mehr etwas merken. Wir reden hier nicht von "einfachen" Behinderungen wie Taubheit oder Blindheit.
    Und ich denke, es ist vielleicht auch ein Gefallen, die die Eltern dem ungeborenen Kind tun.

    Schlagt mich, aber ich finde, man sollte die Eltern entscheiden lassen, was sie sich zutrauen und wenn nicht und nicht selbst den Klugscheißer spielen und sagen "Aber Abteiben ist doch schlecht, wie konntest du das nur tun?"
    Genau das macht es denen, die sich dafür entscheiden, nämlich noch schwerer.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Racheengel am Di 23 Feb 2010, 18:10

    Liebe Marie,
    natürlich bin ich mir bewusst das es jede werdende Mutter allein entscheiden muss ob sie sich der Herausforderung gewachsen fühlt.

    Eine Bekannte von mir erzählte mir auch das sie abgetrieben hat, und ich habe sie deswegen auch nicht fertig gemacht, und ich verurteile auch keine Mutter wenn sie ihr Kind abtreibt.

    Aber:
    Außerdem: versetzt euch doch mal in die Lage eines Kindes, das im Heim ist. Kennt die Eltern nicht, fragt sich ewig, was es falsch gemacht hat, warum man es abgeschoben hat, es nicht wollte. Natürlich: Es lebt. Aber unter welchen Umständen?! Ist das fair? Einfach auf Teufel komm raus sagen: "Ach, das bekomm ich jetzt und dann werf ichs weg."
    ?

    Spoiler:
    Dazu möchte ich einmal etwas persönliches Erzählen, damit ihr vielleicht versteht warum ich diese Meinung habe.
    Ich weis wie sich das anfühlt, wenn man seine richtigen Eltern nicht kennt. Ich habe selbst die ersten Jahre meines Lebens in einem Heim verbracht, bis meine jetzigen Eltern kamen und mich adoptierten.
    Ich war wurde aus einem Unfall heraus gezeugt, und wurde nach der Geburt vernachlässigt.
    Nur dem Eingreifen beherzter Nachbarn und der schnellen Reaktion des zuständigen Jugendamtes habe ich es zu verdanken das ich heute noch am Leben bin.
    Damals als ich es erfuhr, war es ein großer Schock für mich, aber heute bin ich froh das sich meine leibliche Mutter damals gegen eine Abreibung entschieden hat, und mich geboren hat obwohl sie mich nicht gewollt hat.
    Denn meine Eltern können selbst keine Kinder bekommen, und so kam ich dank Adoption in meine Familie und habe zwei Menschen damit sehr glücklich gemacht.

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Rock am Di 23 Feb 2010, 19:02

    Ich denke jeder Mensch der potenzielles Abtreibungsopfer gewesen ist und trotzdem überlebt hat ist froh, dass er oder sie überlebt hat. Das sieht man ja auch hier im Forum. Ich würde gerne auf alles was hier geschrieben worden ist eingehen aber ich glaube, dass würde jeden Rahmen sprengen nur ein paar Sachen:

    Irgendjemand hat gesagt, dass man nicht pauschal sagen kann, da kann man abtreiben und da nicht.
    So sehe ich das natürlich nicht ich habe nur gewisse Rahmenbedingungen aufgelistet bei denen ich mir denke, dass eine Abtreibung vertretbar ist.
    Ich persönlich bin ja auch nicht dafür einen Menschen zu töten. Natürlich ist die Möglichkeit der Adoption wesentlich besser aber ich verurteile sicher niemanden der sich für die Abtreibung entscheidet.

    Zu Michaels Geschichte möchte ich sagen, dass ich bei solchen Fällen eine Abtreibung verstehen würde. Natürlich sind solche Menschen auch glücklich mit ihrer Existenz ich meine es ist das Einzige das man kennt. Für solche Leute gibt es nichts anderes aber ich denke hier muss man wirklich Rücksicht auf die Eltern nehmen. Bei solch schweren Pflegefällen ist es sicher nicht leicht und es gibt leider Menschen die nicht so stark sind und so etwas schaffen.
    Genau das selbe kann man auch bei Alex' Geschichte sagen.
    Ich finde es wirklich bewundernswert und toll, dass du und deine Mutter das geschafft haben. Aber es gibt Leute die nicht so stark sind oder einfach zu egoistisch und sonstiges. Da kann dann leicht so etwas passieren wie bei Jenny und wenn da nicht eben Nachbarn, Verwandte oder sonstjemand schnell eingreift kann das schlimm enden. Auch wenn ich solche Personen nicht mag denke ich es ist besser sie treiben ab als sie bringen ein Kind zur Welt um es dann zu vernachlässigen und sterben zu lassen.

    Aber ich verstehe auch Alex' und Jennys Standpunkt und keine Sorge ich fühle mich nicht vor den Kopf gestoßen. Wie gesagt ich habe viele Freundinnen die mich für das was ich hier bisher geschrieben habe wohl lynchen würden und ich verstehe das auch. Es geht ja doch um Lebewesen.

    lg Simon

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Pooly am Di 23 Feb 2010, 20:44

    ²Jenny: Ja, klar, du hast recht, es ist schön, dass es die Möglichkeit eines Heims gibt, wenn die Eltern sich nicht um das Kind sorgen wollen oder können. Aber ich bin der Meinung, wenn sie das nicht wollen oder können, dann sollen sie gar kein Kind erst in die Welt setzen.
    Klar ist es schön zu hören, das potenzielle "Abteibungsopfer" jetzt auch leben und ein schönes Leben haben können. Meine beste Freundin ist das Kind einer Mutter, die damals erst 17 war und schon im Krankenhaus war, wegen des Abtreibens. Wenn ihre Oma nicht gewesen wäre, dann würde sie jetzt auch nicht mehr leben und ich bin unheimlich dankbar, dass ihre Oma ihre Mutter vor dem Abtreiben bewahrt hat.
    Trotzdem bin ich nicht der Meinung, dass jemand ein Kind zur Welt bringen sollte, wenn er schon weiß, dass er es ins Heim geben wird. Es gibt so viele Kinder in den Heimen hier. Ich sage ja nicht, dass die Mütter abtreiben müssen, egal ob wenn oder aber.
    Ich würde diesen Menschen aber nie einen Vorwurf machen, weil sie es tun! NIE!
    Weil ich finde, dass es dumm ist, Menschen wegen einer Handlung zu verurteilen, wenn man noch nie in deren Lage war.


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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von Dawn am Di 23 Feb 2010, 20:58

    @Marie:
    Pooly schrieb: als einen kleinen Zellklumpen ohne Form aus meinem Körper entfernen zu lassen.

    Sorry, aber diese Beschreibung kann ich nicht verstehen. Ich finde egal in welcher Form oder Größe, es ist immerhin Leben. Etwas, was so weit entwickelt ist, dass es sich zu einem Menschen entwickeln kann.

    Pooly schrieb:Außerdem: versetzt euch doch mal in die Lage eines Kindes, das im Heim ist. Kennt die Eltern nicht, fragt sich ewig, was es falsch gemacht hat, warum man es abgeschoben hat, es nicht wollte. Natürlich: Es lebt. Aber unter welchen Umständen?! Ist das fair? Einfach auf Teufel komm raus sagen: "Ach, das bekomm ich jetzt und dann werf ichs weg."

    Ich kenne jemanden die im Heim wohnt und sie ist wenigstens froh, die Chance bekommen zu haben zu leben. Die Jahre im Heim sind vielleicht nicht immer die schönsten, aber dennoch können sie sich mit 18 anfangen ein eigenes Leben aufzubauen.

    Pooly schrieb:Hast du dir mal Michaels Beitrag durchgelesen?

    Ja, habe ich. Und klar, dass ist ein wirklich schwieriger Fall.
    Ich war einmal ein Wochenende mit schwerbehinderten Kindern in einem Camp. Ich habe sie mitterlebt. Und gesehen, dass sie, wenn man ihnen nur Hoffnung gibt, glücklich sein können. Wenn du ein Kind siehst, was in seiner eigenen Welt lebt, kaum was von der Außenwelt mitbekommt und verstoßen wird und trotzdem lacht und das in deren Augen siehst, ist das was besonderes.
    Wenn ich wüsste das mein Kind mit einer Behinderung auf die Welt kommt, würde ich dazu stehen. Ich würde diesem Kind eine Chance auf das Leben geben. Es wäre mein Kind und ich trage die Verantwortung. Es würde Höhen und Tiefen geben. Momente in denen man es bereut, aber wenn man dann nur kleine Momente hat, in denen man eine Spur von Freude oder ähnlichem in dem Kind sieht, macht es für mich alles wieder wett. Und selbst wenn das nie der Fall sein sollte. Sorry ich könnte mein Kind dann nicht abtreiben.

    Und ich sag ja auch nicht, dass ich die Leute die abtreiben verurteile. Es ist den ihre Sache. Ich vertrete hier lediglich MEINEN Standpunkt. Und das ich dagegen bin. Was andere machen, ist ihre Entscheidung. Jeder geht anders mit dem Standpunkt um. Wenn mir eine Freundin sagen würde, dass sie abgetrieben hat, würde ich sie dafür nicht verurteilen.

    Lg, Alex

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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von SilentDream am Di 23 Feb 2010, 20:59

    Also ich steh da total hinter dir, Marie.

    Und wenn Michael schreibt, was der arme Junge alles hat, dann tut er mir leid und ich wäre mir nicht sicher, ob ich, sofern man es vorher feststellen kann, dem Kind "soein" Leben "schenken" wollen würde.

    Ich finde auch, dass es einfacher ist, einen Zellhaufen (so bitter das auch klingen mag) wegzugeben als ein Kind, welches man geboren hat und man weiß, irgendwo, ja irgendwo ist mein Kind. Ist es glücklich? Geht es ihm gut? Meint ihr nicht, dass die Gewissensbisse und Gedanken da größer sind?

    Verstehe auch die Eltern, die einen schweren Pflegefall nicht halten können. Aus welchen Gründen auch immer.
    Mein Onkel selber ist solch Einer und ich sehe, wie sehr meine Oma damit zu kämpfen hat und vorallem auchnoch hatte, wo sie den ganzen Tag arbeiten ging. Gott weiß, wie sie das bis zur Rente durchgehalten hat.

    Ich verstehe aber auch die Leute, die (oft aus persönlicher Erfahrung oder speziellen Einwirkungen) total gegen Abtreibungen sind.

    Und ich muss klar sagen: "Nichts bieten können bzw sich selber den Weg zu verbauen, wenn man keinen Abschluss hat o.Ä" dann bin ich trozdem dafür.
    Haltet mich für einen Unmensch, aber ich würde, wenn ich jetzt schwanger werden würde so "egoistisch" sein und das Kind nicht bekommen. Wir haben so nicht viel Geld und später alles nachzuholen ist verdammt schwer.
    Ich mein, sicher geht es immer "irgendwie".
    Aber ich musste in früher Kindheit mitbekommen, wie es ist, wenn man nichts hat. Das war schlimm für mich und ich verstand das damals nicht..
    Ich möchte einem Kind sowas nicht "antun".

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    Upd.: 23.05.2012
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    Re: Abtreibung?

    Beitrag von moriazwo am Mi 24 Feb 2010, 09:08

    Hallo Alex,

    ich habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und muss gestehen, dass ich dieser unumstößlichen Bejahung des Lebens nur meine Hochachtung zollen kann. Du vertrittst Grundsätze, die den höchsten Moralvorstellungen entsprechen, die man sich nur vorstellen kann. Dir ist klar, dass du im "Ernstfall" den schweren Weg gehen würdest. Dagegen kann man nicht argumentieren und ich will es auch nicht.
    Ich bin da in einer gänzlich anderen Position, schon allein, weil ich ein Mann bin. Trotzdem hätte ich - aus den in meinem weiter oben geposteten Gründen - Zweifel und könnte niemals eine so klare Linie verfolgen, wie du sie aufzeigst. Die Frage, was richtig oder falsch ist, dürfte hier auch ohne Belang sein. Jeder ist letztlich seinem eigenen Gewissen gegenüber verantwortlich und aus dieser Perspektive ist auch eine Entscheidung gegen das Leben keine einfache Entscheidung. Speziell eine Frau baut naturgemäß dabei bereits sehr früh eine Beziehung zu dem beginnenden Leben auf - schließlich geschieht unmittelbar Etwas mit ihrem Körper. Ein Mann steht immer ein wenig außen vor und ist zum Beobachter degradiert.
    Ich muss auch gestehen, dass ich heilfroh bin, niemals vor der tatsächlichen Entscheidung gestanden habe, für oder gegen das Leben eines Kindes entscheiden zu müssen. Bei unserem ersten Kind wurde uns diese Entscheidung leider bereits von der Natur abgenommen - es war eine Fehlgeburt und es hat sowohl meine Frau, als auch mich, stark mitgenommen. Ich kann auch nur Gott auf Knien danken, dass meine beiden Jungens gesund sind, nachdem ich erleben musste, was alles geschehen kann.

    Gruß
    Michael


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