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- Zu unserem Abiball musste alle Klassen ein Kulturprogramm machen. Und wir haben uns entschieden, ein Gedicht umzuschreiben und es dann im Klassenverbund vorzutragen. Lisa und ich haben uns natürlich für die Schreiberarbeit bereit erklärt.
Ich bin mal gespannt, was ihr dazu sagt ^.^
Der Wissenerwerbende
von Lisa Hartmann und Marie Graßhoff
nach Johann Wolfgang Goethes „Zauberlehrling“
Hat der weise Schulvorsteher
sich doch einmal wegbegeben
und nun sollen seine Lehrer
auch nach uns'rem Willen leben.
Ihre Wort' und Werke
waren nichts als Hauch
und ohne Geistesstärke
verflogen sie wie Rauch.
Ruhm dem, Ruhm dem
der uns erwecke
dass zum Zwecke
Wissen fließe
und mit reichem, vollen Schwalle
in uns'ren Köpfen sich ergieße.
Und nun komm, du kluger Tutor!
Nimm die leeren Hirnhauthüllen;
bist schon lange Knecht gewesen
sollst uns'ren Kopf mit Wissen füllen.
Vor der Tafel stehe
mit prall gefülltem Kopf,
beeile dich nun, ehe
die Gunst weicht uns'rem Schopf.
Seht, er streckt schon seine Glieder
schreibt den Satz mit flinker Hand
und mit Blitzesschnelle wieder
ist er uns fragend zugewandt.
Fast schon auf der Stelle
ist die Tafel ausgefüllt.
Seht, wie jede Zelle
mit Wissen sich nun füllt.
Stehe! Stehe!
Denn wir haben
deiner Gaben
vollgemessen! -
Ach, wir merken! Wehe, wehe!
Haben doch das Wort vergessen!
Ach das Wort, worauf am Ende
er wieder behält sein Wissen ein.
Doch er schreibt und lehrt behende.
Ach, würd' er nur wieder stille sein.
Immer neue Lehrergüsse
presst er in uns hinein.
Ach, und hundert Gedankenflüsse
stürzen auf uns ein.
Nein, nicht länger
kann ichs lassen;
will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach! Nun wird mir immer bänger!
Welche Miene, welche Blicke!
Oh, du Ausgeburt der Hölle,
soll das ganze Hirn uns platzen?
Siehst du nicht die Geistesvölle
schon an uns'ren Köpfen kratzen?
Ein nimmermüder Lehrer
der nicht stoppen will!
Knecht der du gewesen,
schweig doch wieder still!
Willst's am Ende
gar nicht lassen?
Will dich fassen,
will dich halten
damit du aufhörst hier behende
deine Worte zu entfalten.
Seht, da schreibt er Sätze wieder!
Wie ich nur dein' Mund will schließen!
Gleich legst du die Kreide nieder.
Freude will ich nun genießen.
Wahrlich, gute Arbeit
steht, er gibt klein bei.
Wir hoffen, für die Ewigkeit
atmen wir nun frei.
Wehe! Wehe!
Neue Könner
stehn' wie Gönner
schon als Knechter
vorbereitet in der Türe.
Helft uns, acht ihr hohen Mächte.
Und sie lehren, noch und nöcher
steigern sich in großen Stufen
überfüllen uns're Wissenslöcher
Dr. Schiller! Hör uns rufen! -
Ach, da kommt der Schulvorsteher
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Lehrer
werd ich nun nicht los.
„In die Pause
hört auf zu lesen!
Das ist's gewesen.
Denn als Lehrer
ruft euch nur, in diesem Hause
erst hervor der weise Schulvorsteher.“
Zuletzt von Pooly am Mi 07 Jul 2010, 13:14 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet


