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    Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

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    Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

    Beitrag von Gast am Mo 30 Nov 2009, 22:59

    Gestern haben sich die Schweizer Stimmbürger in einer Volksinitiatative, initiiert von der rechspopulistisch ausgerichteten SVP (Schweizerische Volkspartei) zu rund 60 Prozent für ein landesweites Bauverbot von Minaretten ausgesprochen.

    Ich gehöre zur kleinen Minderheit in diesem Land, die ein Nein zu diesem Volksbegehren in die Urne gelegt hat. Ich bin es zwar gewohnt, mit meiner Stimme oft nicht die öffentliche Meinung zu vertreten, aber in diesem Fall bin ich doch sehr bestürzt!

    Wie konnte es soweit kommen?
    Zumal sich die meisten Parteien, politisch vom Linken, über die Mitte hin, bis zum rechten Flügel hin, gegen dieses menschenrechtswidrige Ansinnen ausgesprochen hatten. Dazu kommt, dass dieser Volksentscheid auch kaum durchsetzbar sein wird. Denn er widerspricht europäischen der Menschenrechtskonvention, welche die Ausübung der Religionsfreiheit beachtet und an die die Schweiz gebunden ist.
    Staatsrechtlich gesehen, wird dieses Verbot also spätestens vor dem Europäischen Gerichtshof scheitern, vorausgesetzt, dass dort einige kluge Köpfe das Sagen haben, und diese Hoffnung verbleibt mir zumindest noch.

    Aber trotzdem frage ich mich: Wie konnte ein solch politisches Klima entstehen?
    "Die Angst vor der Islamisierung" so wird heute allgemein argumentiert. Und selbst in unserem Bundesrat, der sich klar und deutlich gegen diese Initiative gestellt hatte, wird nach diesem Volksentscheid nun "versöhnlich" nach einer solchen "Erklärung" gesucht.

    Aber nun mal ganz ernst, kann mit einem solchen Verbot dieser teilweise gerechtfertigten Angst beigekommen werden?
    Ich denke nicht. Ich denke, die Spannungen, die heute bestehen, werden sich jetzt um so mehr verhärten.

    Dazu ein Bericht aus Spiegel Online:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 35,00.html

    Miriam

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    Re: Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

    Beitrag von theo am Mo 30 Nov 2009, 23:21

    Du hegst Hoffnung, dass sich "die Schweiz" einen Deut drum schert, was Europa macht, sagt oder denkt? Kennst du deine Landsleute so schlecht?
    Was mich am meisten fasziniert an all den Berichten die ich heute gelesen hab war der Satz der sinngemäß ungefähr so gelautet hat: Die Schweiz befürchtet wirtschaftliche Nachteile weil die arabischen Länder Gelder zurückziehen könnten.
    Darum gehts.
    Mal ganz abgesehen davon: Ich darf hier in D mein Haus nur so bauen, dass es sich in "die Landschaft einfügt". Kirchen wird davon abweichend das Recht zugesprochen Phallussymbole zu errichten, sprich Türme und sonst solch hässliches Zeug. Wieso? Beten und glauben kann ich auch in einem ganz gewöhnlichen Haus. Ja, ich brauche dazu nicht mal ein Haus! Schon gar keinen Turm/Minarett. Vom Design her fügt sich so ein Minarett nicht grade optimal ein, das könnte man aber ändern, will es aber nicht. Denn: Ein Minarett gehört zum Islam halt dazu. Wie zu unsren Kirchen der (meist hässliche) Turm.

    Zur Angst vor der Islamisierung: Jeder soll meinetwegen glauben was er will. Er sollte nur drauf achten, mich damit in Frieden zu lassen. Und jeden damit in Frieden zu lassen. "Unsere Kirchen" haben das auch noch nicht kapiert, wie erst eine Kirche die Jahrhunderte zurückgegangen ist in seiner Ansicht?
    Ich habe Angst vor diesen "Gläubigen" die jemanden ihren Glauben aufzwingen wollen. Egal ob Katholisch, Evangelisch Jüdisch oder islamistisch, ganz was anderes oder gar nichts.
    Ob mit Turm oder ohne.

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    Re: Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

    Beitrag von Gast am Di 01 Dez 2009, 17:42

    Lieber Theo,

    Zuerst einmal, danke für Deine Antwort.

    Ich muss zugeben, beim ersten Lesen Deines Beitrages fühlte ich mich spontan etwas unwohl und tendierte zu einer auf Selbstverteidugung ausgerichteten Antwort. Aber ich denke, das würde uns beide nicht weiterbringen, somit versuche ich mal, mit ein paar Fragen, Deinem Beitrag anzuähern:

    Du hegst Hoffnung, dass sich "die Schweiz" einen Deut drum schert, was Europa macht, sagt oder denkt? Kennst du deine Landsleute so schlecht?

    Zuallererst einmal: Warum sollte ich keine Hoffnung hegen? Findest Du es grundsätzlich falsch, Hoffnungen zu hegen, was ein mehr oder weniger friedliches und freundachaftliches Zusammenleben zwischen Menschen auf diesem seltsamen Planet Erde anbetrifft?

    Zweite Frage:

    Was bedeutet für Dich das Wort Landsleute? Und in diesem Kontext: Deine Landsleute? Glaubst Du, dass Menschen sich auf solche Begriffe reduzieren lassen?

    Und spätestens hier, Theo, möchte ich intervenieren, denn ich glaube weder an den Begriff "Landsleute", noch an den Begriff "Schweizer".

    Hingegen glaube ich an die Vision: "Menscheit".
    Und dieser Vision bleibe ich treu, solange ich auf dieser Welt leben darf, im vollen Wissen darüber, dass die Umsetzung dieser Vision heute noch weitgehend in den Kinderstschuhen steckt.

    Noch immer gibt es Religionskriege. Der neueste Religionskrieg: "Das Verbot von Miraretten" agiert auf einer ideologischen Ebene, die vielleicht nicht minder gefährlich ist, als die bisherige Ebene offener Waffengewalt.

    Miriam

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    Re: Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

    Beitrag von theo am Di 01 Dez 2009, 23:08

    Hallo Miriam,

    die Hoffnung stirbt zuletzt. Da hast du ganz recht. Und ich will dir auch deine Hoffnung nicht nehmen.
    Es war auch kein Angriff auf dich persönlich oder "die Schweizer".
    Setze für die Schweizer einfach Deutsche, Österreicher, Holländer oder weiß der Teufel was. Egal. Die Species Mensch ist ein Raubtier und damit (leider) sehr sehr weit von deiner Vision entfernt.
    Woran liegt es, dass sich ein halbes Volk zur Wahlurne begibt und darüber abstimmt, dass es Angst hat vor einer Religion, die man mit Angst, Schrecken, blutigen Fetzen von Kindern, Frauen und Männern, toten Soldaten und brennenden Hochhäusern verbindet?
    Liegt es an der Presse? Liegt es an den Opfern, die sich zerfetzen ließen? An den "Amerikanern"?
    "Deine Landsleute" haben sich geoutet. So wie ich die Zahlen interpretiere die durch die Presse geistern, ist jeder zweite gegen die dämlichen Stängel in der schönen Schweizer Landschaft. Jeder zweite. Mach die Umfrage mal anonym bei uns in D...
    Unsere Vergangenheit in D zeigt mir immer wieder, wie einfach es ist, ein Volk auf "Landsleute" zu reduzieren. Du glaubst gar nicht, worauf sich Menschen noch reduzieren lassen!
    Im Namen von Religionen. Im Namen von Ideologien. Für mich ist das vollkommen identisch.

    Was mich am meisten entsetzen würde, gelänge das einer Nachricht überhaupt noch die sich um solche Themen dreht, ist das kaltblütige Kalkulieren.
    Nicht der Schaden am Image stört die Offiziellen!
    Der finanzielle Schaden!
    Keine Angst, ich vergesse meine Landsleute nicht. Wie schon erwähnt, mach die Umfrage mal bei uns.
    Oder die Reaktion darauf. Wie soll ein Land reagieren, das Körperverletzung geringer bestraft als Diebstahl?

    Hoffnung, wie du sie hast, hätte ich, wenn plötzlich, auf einen Schlag, alle Religionen verschwinden würden. Wenn wir an einen, an mehrere - oder gar keine Götter glauben könnten, ohne dass uns einer vorschreibt, wie wir das zu tun haben.
    Vielleicht wird die Menschheit mal so weit sein. Ich hoffe es für unsere Kinder!
    Oder wenigstens für unsere Enkel.

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    Re: Die Schweiz sagt Ja zur Antiminarettinitiative

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