Pooly's Kunst und Schreibforum

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Pooly & Co.

    Religion -Gott-

    Austausch

    Umfrage

    Existiert Gott?

    [ 15 ]
    24% [24%] 
    [ 23 ]
    37% [37%] 
    [ 24 ]
    38% [38%] 

    Stimmen insgesamt: 62

    Sinah
    Darf Tinte auswechseln
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    Beiträge: 372

    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Sinah am 07.12.09 22:38

    Also...
    Wo fängt man da an? Ich habe jetzt einmal alles durchgelesen.
    Sophies Welt wurde angesprochen und da bin ich auf eine komische Idee gekommen, die ich mich eigentlich gar nicht traue weiter zu denken.
    Zuerst einmal:
    Auf den Gedanken hat mich ein Teil im Buch gebracht. Ich habe das Buch leider nur ausgeliehen und jetzt habe ich es nicht mehr, aber es ging irgendwie so.

    Ein Astronaut trifft auf einen Gehirnforscher (oder -arzt oder so). Der Astronaut war Nicht-Christ, der Gehirnforscher gläubiger Christ.
    Astronaut: "Ich war jetzt schon im Weltall, aber deinen Gott im Himmel habe ich nicht gesehen."
    Der Gehirnforscher entgegnet: "Und ich habe schon viele Gehirne operiert, auch von sehr klugen Leuten, und habe noch nie einen einzigen Gedanken gefunden."


    Jetzt habe ich diesen Gedanken einmal weitergesponnen (mit Gedanken, die es ja nicht gibt (: ) und das hat mir eigentlich sehr gut gefallen. Nur weil man etwas nicht wirklich beweisen kann, heißt es nicht, dass es nicht vorhanden wäre. Ich habe zum Beispiel auch noch nie einen Gedanken gesehen und weiß nicht, ob Wissenschaftler das heutzutage jetzt schon können, aber trotzdem gibt es sie.

    Zum Thema zurück... Vor diesem Buch habe ich geglaubt, dass dort draußen noch irgendetwas ist, aber ich glaubte nicht unbedingt an Gott. Ich konnte mir Sachen vorstellen, dass die Erde nur ein Staubkorn in einer anderen Welt ist oder eine Rakete. Der Urknall war der Moment, in dem sie knallt, und jetzt breiten sich die Farben sozusagen gerade über den Himmel aus. (:
    Aber jetzt glaube ich eigentlich schon an einen Gott und das alles nur wegen diesem eigentlich fast schon kleinen Witz. Aber der Gedanken, an etwas, das wie ein Gedanke funktioniert, gefällt mir irgendwie.

    Und deshalb - ja, ich glaube an Gott.

    Elendor
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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Elendor am 17.12.09 10:46

    "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,
    sie fliegen vorbei, wie nächtliche Schatten.
    Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.
    Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!"

    In diesem Sinne ist das nachdenken über das Entdecken von Gedanken schwachsinn. Es sind vielleicht elektronische Impulse die in unserem Gehirn umherwandern, doch bezweifle ich, das der Mensch in nächster Zeit einen Weg finden wird, diese "einzufangen" oder einfach nur zu entdecken, um dann noch deren Aussage zu finden.
    Der Mensch ist und bleibt ein Rätsel.
    Ist es vielleicht deshalb der Grund, weshalb so viele Menschen an das übernatürliche, das große Wesen Namens Gott glauben? Weil sie erkennen, dass eine Macht existiert, die wir Menschen nicht verstehen.
    Aus diesem Grund lässt sich über Religion und den Glauben streiten.
    Die Menschen, die nichts dem Zufall, einer unbekannten Konstanten überlassen wollen, sehen in jedem Wunder in der Bibel einen natürlichen Lauf der Natur.
    Als Beispiel nenne ich aus dem 2. Buch Mose die 10 Plagen. Das Blut färbte sich rot und alle Lebewesen im Wasser starben ab, es wurde ungenießbar.
    Die Wissenschaftler erklären es sich ganz einfach: Algen.
    Ich könnte nun alle aufzählen, doch es nimmt nur zu viel Zeit weg. Zumindest die letzte Plage will ich noch erklären:
    Jeder erstgeborene Stirbt, wenn nicht die Türramen mit Lammblut beschmiert seien. Natürlich, selbstverständlich ist es die Pest! Es ist nicht abwegig, jedoch auch nicht ganz verständlich. Warum "nur" die Erstgeborenen? Laut den Professoren und Doktoren kam die Pest schon mit der Heuschreckenplage, die ja die Felder zerstörten. Die Menschen aßen das verpestete Getreide und erkrankten. Doch das genau in einer Nacht alle gleichzeitig sterben? Und aßen nicht ALLE davon? Also ist es nicht ganz zu erklären, wieso nur die Erstgeborenen "erwischt" wurden.
    Da steckt also noch ein kleiner Erklärungsfehler der Menschen.

    Doch ich will nicht sagen, das alle die nicht an diese Wissenschaftlichen Theorien glauben, auch einer Religion angehören und an Gott glauben.
    Um die Religion wird ein viel zu großes Tara gemacht. Keine Religion kann sich als die wahre Bezeichnen, da alle ihre Laster haben, weshalb ich selber mich vom Glauben distanziert habe. Man kann sagen ich habe versucht zu glauben, aber verschiedene Situationen ließen es nicht mehr zu. Dabei nicht nur die aus meinem Leben, auch andere Vorkommnisse, von Freunden; Geschichtliche (auch wenn ich da nicht Lebte aber allein die Taten zählen; ect, ließen meinen Versuch abbrechen.
    So zum Beispiel der Ablasshandel. Natürlich, die Bibel war damals auf Latein, die große Masse der Menschen konnte sie nicht Lesen... aber schon die tatsache das man soetwas tat, also falsch predigte...
    Auch eine Sache aus der Bibel ist widersprüchlich (bestimmt noch mehr, will aber nur das aufsagen):
    Sagte Gott nicht, nachdem er Noah die große Sinflut hat überleben lassen, "Ich mische mich nicht mehr in die Sachen der Menschen ein" (oder so ähnlich)? Natürlich war sein einmischen Gut, er hat ja mit dem Opfern Jesu unsere Sünden vergeben... dennoch ist es etwas fragwürdig. Genau das, das Sündenvergeben, kommt nun auf den Ablasshandel. In Bayern gibt es sogar noch Automaten bei denen man sich Ablassbriefe kaufen kann. Was soll das denn bitte schön?

    Religion ist also etwas für mich geworden, das ich abstoße. Jede Religion hat ihre guten seiten, dagegen sage ich nichts, aber das was geschehen ist (die Judenverfolgung durch die Christen) und das was immernoch passiert (Ablasshandel) ist für mich nicht zu rechtfertigen.

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von moriazwo am 17.12.09 12:20

    Ich denke, die Diskussionen und Betrachtungen aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln kann man endlos fortsetzen. Es ist der Menschheit in Jahrtausenden der Auseinandersetzung mit dem Thema nicht gelungen, die Wahrheit zu finden - vermutlich, weil es noch niemandem gelungen ist, zu erkennen, was "die Wahrheit" überhaupt ist.
    Glaube ist sicherlich die Antwort des Menschen darauf, sich mit dem Mysterium des Unerforschbaren auseinander zu setzen und es ist sicherlich nicht die schlechteste Art, damit umzugehen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man "Glaube" nicht unbedingt lernen kann. Man kann sich nicht selbst verkrampfen und sich gleichzeitig zwingen, jetzt etwas - was auch immer - zu glauben. Eine gewisse Bereitschaft dazu gehört sicherlich dazu. Eine grundlegende Verweigerungshaltung wäre hier sicherlich nicht förderlich.
    Mir ist durchaus bewusst, dass es speziell Jugendlichen oder jungen Erwachsenen oft äußerst schwer fällt, sich zu "outen", indem man bekennt, an Gott zu glauben. Das war bereits zu meiner Jugend so und es hat Zeiten gegeben, wo ich sehr überzeugend die Meinung vertreten habe, nicht an Gott zu glauben.
    Meine persönlichen Erfahrungen haben jedoch gezeigt, dass alles Gerede über Atheismus oder Nichtglauben sich angesichts wirklicher Notlagen, Ängsten oder Trauer plötzlich in Rauch auflösen und man sich auf wundersame Weise an eben jenen besinnt, an den man "offiziell" überhaupt nicht glaubt. Ich spüre an dieser Stelle förmlich den Widerspruch einiger Leser und will das hier und jetzt überhaupt nicht vertiefen. Vielleicht erinnert man sich später einmal an diese Aussage, wenn ein solches Schlüsselereignis eintritt.
    Ich jedenfalls hatte ein solches Schlüsselerlebnis und musste fast widerwillig entdecken, dass mein ganzes Gerede von Nichtglauben innerhalb von wenigen Minuten zu einer leeren Hülle mutierte. Nun bin ich inzwischen kein junger Mensch mehr und es ist nicht mehr "uncool", sich zum Glauben zu bekennen. Ja, inzwischen bin ich sicher, dass ich an ihn glaube. Ich habe es nicht gewollt - es ist einfach geschehen und ich habe es für mich akzeptiert.

    @Elendor: Die Bibel wurde übrigens nicht in lateinischer Sprache verfasst. Das alte Testament wurde in hebräischer Sprache geschrieben. Beim neuen Testament ist es etwas komplizierter, da die einzelnen Evangelien von unterschiedlichen Menschen zu unterschiedlichen Zeiten verfasst worden sind. Sie entstammten verschiedenen Sprachräumen und schrieben sie zunächst in ihren Muttersprachen, die aramäisch, hebräisch und altgriechisch waren. Wer also in den Zeiten bereits des Lesens kundig war, konnte von Anfang an die Schriften lesen und verstehen. Allein die Verbreitung der Inhalte war damals sicher ein Problem, da es noch keine Methode der Vervielfältigung gab.
    Erst die Vulgata war die erste Bibel in lateinischer Sprache, aber sie war lediglich eine Übersetzung der Originale.

    Gruß
    Michael


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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Elendor am 20.12.09 21:08

    Ich sagte auch nicht, das die Originale in Latein waren. Das wäre, wie du ja schon verdeutlich hast, Grundsätzlich falsch. Mit damals meine ich, hätte es vielleicht etwas verdeutlichen sollen, das Mittelalter. Die Bibel wurde ins Latein übersetzt (zumindest Teilweise) und dann durch Martin Luther ins Deutsche übersetzt (ob er der erste, oder einer der ersten war, ist mir im moment nicht ganz geläufig).
    Aber zu jedem Thema in diesem Bereich kann man sagen, dass es eine ewiglange Diskussion ist, die nie endet. Denn Themen, über die schon alles klar ist, gibt es nicht zu diskutieren.

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Cindy am 02.01.10 20:17

    Bubble schrieb: Ich denke, jeder geht anders damit um und in gewisser Weise glauben wir alle an Gott. Gott ist, meiner Ansicht nach, nichts Greifbares, nichts Materielles und auch kein Wesen mit Verstand und Urteilskraft, mit Gefühlen und "magischen" Kräften.



    Ich denk mal,das nicht jeder wirklich an Gott selbst glaubt, aber das komische ist ja irgendwie,
    wenn man sich zum Beispiel schuldig wegen einer Sache fühlt - da spielt zum einen ein schlechtes
    Gewissen den Menschen gegenüber, denen man vielleicht wehgetan hat oder so ähnlich, zum anderen
    entschuldigt man sich im Geiste auch für seine schlechte Tat,weil man denkt, man wird eben beobachtet.
    Ach tut mir leid,ich weiß nicht,wie ich das richtig erklären soll, ich glaube jedenfalls, dass man nicht jeder direkt
    an Gott glaubt, aber man sich immer zu etwas verpflichtet fühlt.

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    Ich schreibe: Gedichte, manchmal auch nur einzelne Verse. Wenn ich gerade in meiner kreativen Phase bin, auch mal Romane, oder besser gesagt Romananfänge bzw. einzelne Kapitel. Irgendwie bin ich nicht kontinuierlich genug und bekomme nie was zu Ende *.* Aber ich mags trotzdem :)
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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von mirrorsoul am 10.02.10 12:58

    Ein durchaus interessantes und viel dieskutiertes Thema, weswegen ich mir auchnicht alle Antworten durchgelesen habe, aber mich trotzdem gerne dazu äußern würde.
    Wie schon gesagt wurde, dient die Religon/Gott Menschen dazu, sogenannte "Rätselfragen" zu beantworten und auch eine gewisse, wenn auch nur gedankliche Stütze zu sein.
    Dabei gibt es für mich sowohl Vorteile als auch Nachteile.

    + Religion bringt Menschen zusammen (z.B gemeinsame Gebete, oder auch Feiertage usw.)
    + sie gibt, wie schon gesagt möglicherweise Erklärungen oder Antworten auf bestimmte Fragen
    + sie fördert ein gewissen moralisches Denke (wenn wir mal an die 10 Gebote z.B denken)

    aber

    - Religion, deren Grundsätze usw. werden von jedem anders interpretiert, und oft kann die falsche Interpretation sogar zu schaden führen (Hitler, hatte auch viele Christen an seiner Seite, weil er gewisse Grundsätze mal eben so nterpretiert hat, wie es ihm gepasst hat)
    - meiner Meinung nach hindert die Reeligion den Menschen in einem gewissen Maße. Man lebt nach Vorschriften (nicht immer, aber man hat ja schließlich als religiöser Mensch, seine Glaubens- und Lebensgrundsätze) und in gewisser Weise wird das Denkvermögen der Menschen eingeschränkt. Sie stützen sich auf eine höhere Macht, begründen Handeln mit dem und dem Absatz in der Bibel usw.

    Alles in einem finde ich, muss das jeder für sich selbst entscheiden.
    Ich glaube nicht direkt an Gott, aber dara, dass eine Art "Energie" existiert, die das ganze irgendwie zum Laufen gebracht hat und dafür sorgt, dass es soetwas wie den Kreislauf des Lebens geht.
    Eine Energie, die quasi nur Katalysater für die Lebewesen und das Leben ist, jedoch kein Steuerungsmittel oder ähnliches.

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Clouchen am 02.05.10 20:00

    Also ich bin ohne Religiöses Bekenntnis.
    Ich verstehe es aber, wenn Menschen eine Religion haben und fest daran glauben und ich respektiere es.

    Ich kann es nur nich ausstehen, wenn Religion ein Auslöser für Wut, Gewalt und Streit ist. Denn das sind die drei Dinge, die ich am wenigsten leiden kann.

    Ich verstehe, dass Leute gerne glauben wollen, dass jemand da ist, der sie beschützt und dass es leute gibt, die sich einfach nicht alles erklären können, das es so auf der Welt gibt und deswegen an einen Gott glauben.
    Der Gedanke von Nächstenliebe ist ja so auch sehr schön, nur sieht es in der Praxis der Religion dann wieder anders aus.
    Am meisten hasse ich es, wenn die Kirche, also die Priester und Bischöfe und solche Menschen, wenn es denen gar nicht so richtig um Gott und die Religion geht. Sowas ist wirklich verabscheuungswürdig.

    Aber ich finde es irgendwie nicht so gut, dass es so richtige "vorgesetzte" Religionen gibt, die man von den Eltern beigebracht bekommt und dann glaubt man auch daran, weil man es so gelernt hat. Ich finde, jeder Mensch sollte eine eigene Vorstellung von Gott haben.
    Ich glaube zwar nciht so richtig an Gott, wenn überhaupt, dann viel eher an mehrere Götter bzw. Geister, wie Naturgeister und so etwas in der Art...

    Es wäre wirklich superschön, wenn alle Leute auf der Welt ihre Religion wirklich so leben würden, wie es sein sollte.
    Also: Nächstenliebe, Liebe überhaupt, Vertrauen und vorallem Respekt vor den anderen Religionen.
    Dann würde ich rein garnichts gegen Religionen haben...

    LG Claudia

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    I want to look into your beautifull eyes one last time...

    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Racheengel am 02.05.10 21:45

    Ich möchte mich nicht hinstellen und behaupten es gibt einen Gott, aber ebenso möchte ich mich auch nicht hinstellen und behaupten das es keinen Gott gibt.

    Ich denke das es schon eine höhere Macht gibt, die unsere Geschicke lenkt, und, wenn man nur fest daran glaubt, doch noch Geschicke zum Guten lenken kann. Ich selbst habe es oft erlebt das eine scheinbar auswegslose Situation, sich wie durch ein Wunder, zum Guten gewendet hat.

    Allerdings gehöre ich keiner Religion wie dem Christentum an. Dennoch interessieren sie mich, und ich spreche mit religiösen Menschen gerne über ihre Religion und ihren Glauben. Dennoch gibt es in jeder Religion Dinge die ich persönlich nicht gut finde deswegen halte ich mich davor zurück, aber um niemanden zu kränken verzichte ich auf Beispiele.

    Auch ich bin der Meinung das man niemanden seinen Glauben aufzwingen sollte, denn ich denke das Schreckt eher ab. So ein Vorleben, z.B einen Tag lang in einer Muslimischen Familie verbringen, fragen stellen, und sich ansehen wie alles von statten geht, das finde ich wiederum interesant.

    Natürlich ist dies ein Thema das unendlich weitert dikutiert werden kann es gibt immer ein Für und ein Wieder. Aber ich denke letzten Endes liegt die Antwort, ob es einen Gott gibt oder nicht, bei jedem einzelnen selbst.

    alles Liebe,
    Jenny

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Jenova am 14.07.10 8:54

    Ich habe zum Thema "Gott" verschiedene ansichten.

    Auf der einen Seite, glaube ich nicht an Gott oder glaube auch nicht, dass es einen gibt. Und wenn, was will er für mich tun? Was kann ich für ihn tun?

    Allerdings auf der anderen Seite, "bete" ich manchmal, wenn ich weiß, dass mich was "schlimmes" erwartet, dass es nicht alzu heftig wird. Allerdings bin ich schon so Japan versessen, dass ich die Hände nicht zu einem Ball zusammenmache, sondern die Handinnenflächen gegeneinander drücke.
    Ich weiß auch nicht warum ich das mache xD

    Also in der Zusammenfassung würde ich sagen, dass ich nicht sagen kann, ob es nun einen Gott gibt oder nicht.
    Und ich schließe mich Jennys Meinung an:
    Racheengel schrieb:[...]
    Aber ich denke letzten Endes liegt die Antwort, ob es einen Gott gibt oder nicht, bei jedem einzelnen selbst.

    So sehe ich das auch: Jeder sollte an seine Sachen glauben, ob es nun Gott ist, ist jedem selbst überlassen.

    liebe Grüße
    Jyn

    XXIII
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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von XXIII am 14.07.10 12:49

    Ich habe zu Religionen / Gott ein relativ kritisches Verhältnis. An Gott zu glauben, stellt sich jedoch für mich nicht als Problem dar. Es Kann Kraft geben, Durchhaltevermögen und innere Festigung.
    ABER: Gefährlich wird es meiner Meinung nach, wenn eine Institution ins Spiel kommt (Kirche). Da diese Institution eine Hierarchie schafft, sind die Menschen nicht mehr alle gleich! AUßerdem besteht die Gefahr, dass Menschen sich nach und nach abgewöhnen, selbst zu denken.
    Viele meiner besten Freunde sind getauft und besuchen Regelmäßig die Kirche, ich bin auch schon einige Male mitgekommen, um mir das mal anzusehen. Von daher weiß ich natürlich, dass Religion nicht zwangsweise etwas mit Sektentum zu tun hat.
    Allerdings kenne ich auch einen sogenannten "Zeugen", also einen Zeugen Jehowas. Er ist ein hochintelligenter Mensch, aber sobald etwas seine religiösen Überzeugungen betrifft, blockt er ab.

    Fazit: Ich finde, dass Religionen positiv sein können, dann aber bitteschön solche, die sich ohne Institution begründen :)

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Rock am 14.07.10 22:30

    Ein Wahnsinn, dass ich zu diesem Thema noch gar nicht gesagt habe.

    Ich bin ein Feind jeglicher Einrichtung die mit dem Glauben zu tun hat.
    Warum hat XXIII vor mir schon ziemlich gut getroffen. Dem ganzen hab ich nicht mehr wirklich was hinzuzufügen.

    Ich bin allerdings kein Feind des Glaubens an sich. Nur sobald er das Denken übernimmt und jegliche Akzeptanz unterbindet ist er gefährlich. Ich meine damit nicht nur den Glaube an Gott sondern auch den Glaube an Ideale im allgemeinen. Jeder hat bestimmte Werte und Ideale, ich bin da keine Ausnahme. Ich bin sogar ein ziemlich krasses Beispiel dafür. Aber ich bin offen für andere Einstellungen und neue Eindrücke. Das sind viele leider nicht.

    Wie man allerdings an Gott glauben kann ist mir unbegreiflich. Er ist so offensichtlich eine menschliche Erfindung, dass es einfach nur traurig ist zu sehen wie fanatisch viele Leute an Götter im Allgemeinen glauben.

    So jetzt hab ich mal auch kurz meinen Senf dazugegeben. Very Happy
    lg Simon

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Amlughur am 22.07.10 17:37

    So, ich schalte mich jetzt auch mal ein...^^
    Ich will vorerst gar nicht direkt auf die Beiträge vor mir eingehen, da es so unendlich viel zu sagen gäbe, dass dieser Thread mit Sicherheit ausufern würde, versuchte man, alles gleichzeitig zu disputieren.
    Nein, ich will nur einige Grundsätze, Denkanregungen, Definitionen und (teilw. provokative) Behauptungen sammeln, auf die ihr gerne eingehen könnt. Wink



    I. Definition - Glaube

    1. Wenn ein Christ vom Glauben spricht, so spricht er von einer Beziehung zu Gott.
    Diese Beziehung ist vergleichbar mit der unter Menschen, die auf Vertrauen ("Ich glaube an dich!") und Liebe gegründet ist.
    Der Glaube drückt vor allem Vertrauen dem anderen gegenüber aus.
    Aber die Anwesenheit von Glauben verhindert kein Wissen über Gott. Vertrauen bezieht sich niemals auf die Existenz eines Wesens, sonder immer auf Dinge, die dieses selbst beeinflussen kann.

    2. Wenn in unserer Gesellschaft von Glauben gesprochen wird, so meint man zumeist das "für wahr halten" eines Sachverhaltes.
    Das bedeutet, die Überzeugung eine Sache treffe zu, ohne über einen absoluten Beweis zu verfügen.
    Jedoch wird der Begriff des Glaubens nur selten auf allgemein akzeptierte Annahmen angewandt, wie die eigene Existenz, die Wahrheit einer mathematischen Aussage, die Fähigkeit der Fische, zu schwimmen, etc.; also Annahmen, die zwar gut belegt, aber mitnichten sicher sind.


    II. Definition - Religion

    1. Religionen sind Lehren - oft großenteils metaphysischer Natur - , in denen in vielen Fällen Annahmen über Herkunft und Ziel (bzw. Sinn) des Menschen gemacht werden.
    Häufig prägen Religion einen Gottesbegriff, der sich von Religion zu Religion unterscheiden kann.

    2. Glaube und Religion stehen in keinem direkten Zusammenhang. Ich kann eine Beziehung zu einem Menschen haben, auch wenn ich nicht alles über ihn weiß, oder teilweise irrigen Vorstellungen über ihn unterliege. Genauso verhält es sich mit Gott.


    III. Die Frage nach Gott - Gedanken

    1. Die vom Menschen von alters her aufgeworfene Frage nach Gott beginnt bei dessen Existenz. Ohne die Überzeugung von der Existenz Gottes ist jede weitere Diskussion über diesen sinnlos.
    Das bedeutet auch: Bevor man über das Christentum debattieren kann, muss man klären, ob der christliche Gott existiert.

    2. WENN ein Gott existiert, ist dies automatisch von großer Bedeutung für das Leben eines Menschen.
    Das bedeutet, dass sich jeder mit dieser Frage auseinandersetzen muss, da die Existenz eines Gottes "alles ändern würde".
    Ich halte eine agnostische Geisteshaltung für unangemessen.
    Jeder Mensch muss eine Entscheidung fällen; besser eine falsche, als keine.
    Wenn ich an einer Kreuzung bin, so ist eine Entscheidung die einzige Möglichkeit, zu meinem Ziel (in unserem Fall der Wahrheit) zu gelangen, auch wenn eine falsche Entschedung mich davon entfernen wird.

    3. WENN ein Gott existiert, so ist er gut.
    Denn, warum sollte ein Gott, der in uns das empfinden für das Gute geschaffen hat, dieses so formen, dass es ihm nicht entsprechen würde?


    IV. Kirche und Kirchen - einige Grundsätze

    1. Der ursprüngliche Begriff der Kirche (im christlichen Sinn) bezeichnet die weltweite Gemeinschaft der Gläubigen, ohne von jede institutionelle Struktur.

    2. Die christlichen (katholischen und evangelsichen) Kirchen sind Institutionen, die das Ziel haben, die christliche Gemeinschaft zu gewährleisten, zu schützen und zu organisieren. Da daraus auch Macht für die Führungspersönlichkeiten der Kirchen entspringt, wurden sie nicht selten missbraucht, oder zur Sicherung oder Vermehrung von Macht pervertiert (bzw. ihre Aussagen).
    Dies aber liegt nicht an den Kirchen, sondern an der Korrumpierung einiger ihrer Mitglieder.
    Genausogut, wie den Kirchen beispielsweise die Schuld an Hexenverfolgungen zu geben, könnte man einen Stein als böse bezeichnen, weil er zu einer Steinigung gedient hat.

    3. Weder Diakonie, noch Evangelisation sind Aufgaben der Kirchen; wohl aber (vor allem letzteres) ihrer Mitglieder, der Christen.
    Die Kirchen sind Instrumente, um die Aktionen der Christen zu organisieren.

    4. Das Haupt der Kirche ist Jesus; das Haupt der Kirchen sind Menschen.
    Ergo: Die Kirchen sind fehlbar, hinterfragbar und reformationsbedürftig.


    V. Glaube und Denken

    1. Der Glaube steht nicht im Widerspruch zur Wissenschaft; diese beiden Bereiche sind nicht miteinander vergleichbar.
    Der Glaube ist eine Beziehung; Die Wissenschaft ist ein Werkzeug zur Interpretation empirischer Informationen.
    Genausogut könnte man sagen; der Hut von Fred widerspräche seiner Freundschaft zu Lara.

    2. Kaum eine Lehre ist so eindeutig, dass sie nicht unterschiedlich ausgelegt, verstanden, oder interpretiert werden könnte.
    Das trifft auf Religionen, wie auf wissenschaftliche Hypothesen und Theorien zu.
    Daraus folgt aber auch, dass jeder, der das Ziel hat, eine Theorie besser oder vollständiger zu verstehen, unablässig forschen muss.
    Wer seine Meinung nie ändert, ist entweder überheblich, feige, oder Agnostiker.
    (Über letzteres habe ich mich bereits geäußert)

    3. Bei einigen "wissenschaftlichen" Theorien, wie der Evolutionstheorie, haben die Diskussionen eine Leidenschaft erreicht, die von einer unwissenschaftlichen Geisteshaltung herrühren.
    Das bedeutet, weder den Befürwortern der Theorie, noch ihren Gegnern geht es letztendlich um das "Schaffen von Wissen" (siehe 'Wissenschaft'), sondern um das Aufrechterhalten und Verteidigen ihres jeweiligen Weltbildes (=Religion).

    4. Für die Meinungsbildung hat meist das Weltbild mehr Gewicht, als die Wahrscheinlichkeit/Logik - bei Angehörigen aller Weltanschauungen.

    5. Die Naturwissenschaften bestehen in der Interpretation empirisch erbrachter Daten, sodass sie per Definition Außnahmen zulassen, die nicht den Naturgesetzen - Ergebnis dieser Interpretation - entsprechen müssen.

    So, das sind einige Aussagen, die Teil meiner Anschauung sind.
    Falls es daraus noch nicht mit letzter Sicherheit erkenntlich ist: Ich bin Christ. Wink

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Rock am 26.07.10 0:26

    Also Amlughur ich werde jetzt nur ganz kurz auf zwei Sache in deinem sehr langen, informativen und interessanten Text standen.
    Ich werde jetzt wenn es notwendig ist immer von dem Standpunkt ausgehen dass es Gott gäbe, auch wenn ich das nicht so sehe.

    1. Wir sind Menschen Gott ist Gott. Wir können nicht wissen, dass Gott explizit und absolut gut ist. Das würde sowieso viele Fragen aufwerfen: Was ist gut? Kann etwas absolut nicht menschliches das menschliche Empfinden von diesem diffusen Gut überhaupt empfinden?
    Aber was meiner Meinung nach die wichtigere Frage ist an dich gerichtet jetzt: Wie kannst du dir als gottgläubiger Mensch erlauben über Gott zu urteilen ohne das geringste von ihm zu wissen? Das ist kein Vorwurf auch wenn es wie einer klingt aber ich verstehe es nicht. Man kann ja sagen "Ich glaube das Gott gut ist weil ...", aber zu sagen Gott ist gut, ist gerade bei einem so gottgläubigen Menschen meiner Meinung nach... naja sagen wir einfach mal komisch.
    Um jetzt aber nochmal auf deine Erklärung zurückzukommen: Die könnte man genauso gut in die andere Richtung ummünzen. Warum sollte uns Gut die Fähigkeit zur Grausamkeit gegeben haben usw usw, ich denke du weißt was ich meine. Ich könnte dazu jetzt noch ein bisschen mehr sagen aber ich denke es ist offensichtlich dass dieser Punkt etwas schwach fundiert ist.

    2. Warum ist eine agnostische Haltung unangemessen? Ich meine ich weiß auch nicht ob wir jemals Leben außerhalb unseres Sonnensystems finden werden obwohl es durchaus von Bedeutung für uns sein könnte. Ich könnte mich jetzt natürlich entscheiden nach Berücksichtigung der Entwicklung in der Raumfahrt, momentaner Stand der Wissenschaft zu diesem Thema, bla bla bla ob ich glaube dass wir etwas finden werden oder nicht. Aber ich sehe keinen Grund mich zu entscheiden da es eigentlich völlig irrelevant ist. Wenn ich nein sage und es gibt sie hatte ich halt Unrecht. Wenn ich ja sage und es gibt nichts hatte ich auch Unrecht. Meine Meinung ändert aber nichts.
    Genauso verhält es sich mit Gott.
    Dein Beispiel mit der Kreuzung ist da auch eigentlich ein falsches. Denn wenn man jetzt ein Ziel vor Augen hat, dann MUSS man sich entscheiden. Beispielsweise ich will ein Musiker werden der berühmt genug is um vor 1000-2000 Leuten auf einem Konzert spielen zu können. Jetzt kann ich mich dann zum Beispiel entscheiden ob ich vielleicht an dem einen Tag lieber in Wien oder in Berlin auftrete. Beides gleich gut bezahlt und so weiter. Jetzt nehmen wir mal an ich entscheide mich für Wien spiel in einem Club vor 100 Leuten die mich aber alle schon kannten und aus.
    Wenn ich aber nach Berlin gegangen wäre hätte ich in einem größeren Club vor 200 Leuten spielen können und ihnen allen hätte es gefallen und es wäre ein super Start für eine Fanbase in Deutschland gewesen.
    Allerdings ist es dann völlig egal ob ich glaube dass John Entwistle der größte Bassist auf Erden ist. (Tu ich nicht. Ich weiß nicht wer der größte Bassist auf Erden ist. Womit wir wieder bei dem Gott-Thema wären)

    Ich wette du schaffst es locker (bei allem was ich bis jetzt so von dir gelesen habe hat es diesen Anschein) zufriedenstellende Antworten auf meine Behauptungen zu geben

    lg Simon

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von XXIII am 26.07.10 8:39

    Hey Amlughur =) Ich habe auch einige Einwände, was deinen Text angeht, besonders die Teile III 2 und III 3

    Zu III 2:
    WENN ein Gott existiert, ist dies automatisch von großer Bedeutung für das Leben eines Menschen.

    Ist das wirklich so? Wann hat Gott in dein Leben eingegriffen? Wäre Gott wirklich wichtig? Jeder mag sich hierauf seine eigenen Gedanken machen Wink

    Zu III 3:
    WENN ein Gott existiert, so ist er gut.
    Denn, warum sollte ein Gott, der in uns das empfinden für das Gute geschaffen hat, dieses so formen, dass es ihm nicht entsprechen würde?

    Hier wird eine scheibar absolute Tatsache geäußert, die durch einen Satz mit einem Fragezeichen am Ende erklärt wird.
    Gegenthese:
    Hast du früher auch mit Lego gespielt (so wie ich) ? Hast du da nicht versucht, alles etwas besser zu machen, als es in wirklichkeit ist? Was, wenn es Gott genauso ergeht... er versuchte, etwas zu erschaffen, was in mancher Beziehung besser ist, wobei er natürlich nicht fähig wäre, dem geschaffenen seine eigene Größe zu geben. Könnte man daraus nicht folgern, dass Gott ein noch schlechterer "mensch" ist, als wir es sind?

    Zum Abschluss möchte ich noch einmal klarstellen, dass ich absolut nichts dagegen habe, wenn Leute an Gott glauben. Mein einer Arbeitskollege ist ein Zeuge Jehovas, und mit ihm kann man sich wunderbar über alles unterhalten.
    Aber verleitet nicht Gott uns dazu, sich mit vielem einfach zufrieden zu geben, weil es einfach gerade so ist?
    Glaube ist mit Sicherheit etwas positives, solange man Kraft daraus schöpft und die Fähigkeit nicht verliert, anderer Leute Meinung zu akzeptieren (sage ich als Heide/"Agnostiker")

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Amlughur am 26.07.10 16:03


    Zu 1.:
    Wir sind Menschen Gott ist Gott. Wir können nicht wissen, dass Gott explizit und absolut gut ist. Das würde sowieso viele Fragen aufwerfen: Was ist gut? Kann etwas absolut nicht menschliches das menschliche Empfinden von diesem diffusen Gut überhaupt empfinden?


    Wenn Gott der Schöpfer dieser Welt ist, also auch unser Schöpfer, so ist er auch der Schöpfer unseres Begriffes von "gut".
    Wenn Gott also möchte, dass er gut ist, dann ist er gut.


    Wie kannst du dir als gottgläubiger Mensch erlauben über Gott zu urteilen ohne das geringste von ihm zu wissen? Das ist kein Vorwurf auch wenn es wie einer klingt aber ich verstehe es nicht. Man kann ja sagen "Ich glaube das Gott gut ist weil ...", aber zu sagen Gott ist gut, ist gerade bei einem so gottgläubigen Menschen meiner Meinung nach... naja sagen wir einfach mal komisch.


    Ich kann aus obigen Gründen sagen, dass Gott gut ist. Mir erscheint es logisch, dass Gott eine Welt erschafft, die ihn "gut" findet; die also ihm entspricht.


    Warum sollte uns Gut die Fähigkeit zur Grausamkeit gegeben haben usw usw, ich denke du weißt was ich meine.


    Die Fähigkeit zur Grausamkeit entspringt der Kenntnis des Guten.
    Ohne das Gute kann es keine Grausamkeit und kein Böses geben.
    Denn Grausamkeit ist eine Empfindung, nicht die Tat selbst.
    Um etwas als "grausam" empfinden zu können, muss man davon ausgehen, dass es nicht richtig ist.
    Das aber setzt voraus, dass etwas anderes richtig ist: eben das "Gute".

    Und jetzte komme ich dazu, warum Gott uns die Fähigkeit zur Grausamkeit gegeben hat.
    Wenn es nur das Gute gäbe, gäbe es keine Entscheidungen.
    Denn, man könnte sich nicht dagegen entscheiden.
    Dann aber könnte der Mensch kein gleichwertiger Beziehungspartner Gottes sein, als den dieser ihn beabsichtigt hatte.
    Den dann hätte Gott dem Menschen die Möglichkeit genommen, oder besser: nicht gegeben, sich gegen diese Beziehung zu entscheiden, die ja auf Liebe, Vertrauen, etc. basiert.
    Vertrauen setzt die Möglichkeit voraus, dass der andere dich enttäuschen kann.
    Liebe ist Selbstaufgabe, d.h. ich übergebe mich dem anderen, und er sich mir.
    Das aber ist nur dann möglich, wenn ich mich besitze, also mit mir verfügen, mich entscheiden kann, wie ich will.


    Zu 2.:
    Ich meine ich weiß auch nicht ob wir jemals Leben außerhalb unseres Sonnensystems finden werden obwohl es durchaus von Bedeutung für uns sein könnte.


    Aber die Existenz Gottes beinhaltete den Sinn des Lebens, der durch den Zweck unserer Erschaffung definiert ist.
    Außerdem ist es etwas anderes, ob irgendwo im Universum Leben existiert, dass mit uns nichts zu tun hätte, und selbst wenn das der Fall wäre, so könnte ich in keinster Weise darauf reagieren.
    Wenn aber Gott existierte, UND er (wie im christlichen Glauben) Beziehung mit dir haben wollte, so würde diese Wahrheit dein ganzes Leben verändern.

    Du kennst vielleicht Platons Höhlenbeispiel. Obwohl es eigentlich auf etwas anderes hinaus will, ist es vielleicht ein gutes Beispiel hierfür.
    Die Menschen sitzen in einer Höhle, hinter ihnen ist eine Lichtquelle und sie blicken alle auf die Höhlenwand, auf die mittles der Lichtquelle ein Schattenspiel geworfen wird.
    Den Rest des Höhlenbeispiels erzähle ich hier jetzt nicht; er ist für diese Thematik nicht von Bedeutung.
    Wenn dir jedoch jemand in dieser Höhle erzählte, dass es ein "Draußen" gäbe, und du dich nur umdrehen und hinausgehen müsstest, um dorthin zu gelangen, dann wäre die Frage, ob das der Wahrheit entspricht, von immenser Bedeutung für dich, vor allem wenn er hinzufügte, dass dieses draußen das sei, wofür du gedacht bist, was also das beste ist, das es für dich gibt.


    Dein Beispiel mit der Kreuzung ist da auch eigentlich ein falsches. Denn wenn man jetzt ein Ziel vor Augen hat, dann MUSS man sich entscheiden.


    Ich hatte in diesem Fall die Wahrheit als Ziel vorrausgesetzt, unter der Annahme, dass diese für den Mensch an der Kreuzung von Bedeutung ist (Weshalb ich das annehme; siehe oben).


    Zu III 2:

    "WENN ein Gott existiert, ist dies automatisch von großer Bedeutung für das Leben eines Menschen."


    Ist das wirklich so? Wann hat Gott in dein Leben eingegriffen? Wäre Gott wirklich wichtig? Jeder mag sich hierauf seine eigenen Gedanken machen Wink


    Wenn Gott existiert, ist er per Definition wichtig für die Menschen. Denn, er hat sie geschaffen, und möchte ihr Leben mit ihnen leben.
    So viel zum Allgemeinen. Was mich persönlich betrifft...
    Gott ist nicht nur von Bedeutung für mein Leben; er ist die Bedeutung und der Grund meines Lebens.
    Gott greift nicht nur in das Leben ein, er formt es. Ich hätte ein anderes Leben ohne Gott.



    "WENN ein Gott existiert, so ist er gut.
    Denn, warum sollte ein Gott, der in uns das empfinden für das Gute geschaffen hat, dieses so formen, dass es ihm nicht entsprechen würde?"


    Hier wird eine scheibar absolute Tatsache geäußert, die durch einen Satz mit einem Fragezeichen am Ende erklärt wird.


    Der "Satz mit einem Fragezeichen am Ende" ist eine rhetorische Frage, gleichbedeutend mit der Aussage: "Denn ein Gott, der in uns ein Empfinden für das Gute (gleichbedeutend mit "das Perfekte", "so, wie es sein sollte") geschaffen hätte, das nicht mit ihm übereinstimmte, WOLLTE böse ("unperfekt") sein, obwohl es ihm ein leichtes gewesen wäre, sich selbst als "gut" zu definieren.


    Gegenthese:
    Hast du früher auch mit Lego gespielt (so wie ich) ? Hast du da nicht versucht, alles etwas besser zu machen, als es in wirklichkeit ist? Was, wenn es Gott genauso ergeht... er versuchte, etwas zu erschaffen, was in mancher Beziehung besser ist, wobei er natürlich nicht fähig wäre, dem geschaffenen seine eigene Größe zu geben. Könnte man daraus nicht folgern, dass Gott ein noch schlechterer "mensch" ist, als wir es sind?


    Wenn wir mit Lego spielen, dann ist es uns weder möglich, Naturgesetze, noch die Handlungsweisen der Menschen zu definieren.
    Gott aber ist das wohl möglich gewesen.
    Und er hat eine gute Welt geschaffen, der er tatsächlich "seine eigene Größe" gegeben hat.
    Außerdem: Besser als was sollte die Welt denn sein?
    Der Satz hat zwei Prämissen, die ich verneinen muss:
    1. Er setzt voraus, dass etwas außerhalb von Gott die Definition von "gut" vorgibt.
    2. Er setzt voraus, dass Gott in einer Welt ähnlich der unsren(?) lebt, die ebenfalls nicht gut/perfekt ist.


    Zum Abschluss möchte ich noch einmal klarstellen, dass ich absolut nichts dagegen habe, wenn Leute an Gott glauben.


    Warum sollte man etwas gegen eine Überzeugung haben?
    Wenn jemand glaubt, dass Katzen fliegen können, so ist das vollkommen in Ordnung, wenn er gute Gründe dafür hat.
    Einzig, wenn er das wider besseres Wissen glaubt, nur weil es ihm beispielsweise gefiel, wenn Katzen fliegen könnten, finde ich diese Überzeugung verwerflich.
    Verwerflich in dem Sinne, dass er, um es mit Josef Joubert zu sagen, "sich selbst mehr liebt, als die Wahrheit".


    Aber verleitet nicht Gott uns dazu, sich mit vielem einfach zufrieden zu geben, weil es einfach gerade so ist?


    Gott sicherlich nicht. Ich kann aus dem Satz nicht mit letzter Sicherheit schließen, wovon genau du sprichst, aber ich gehe mal davon aus, dass du Meinungen, Weltbilder, etc. meinst.
    Aber ich glaube, dass du da von einer irrigen Vorstellung der christlichen Religion ausgehst.
    Sie ist keineswegs so einfach und dogmatisch, wie oft angenommen wird; allein ist sie glücklicherweise nicht das letztlich bedeutende des christlichen Glaubens.
    Aber dennoch muss ich dir damit Recht geben, dass die christliche Religion oft dazu verleitet, sich mit vielem zufrieden zu geben.
    Das liegt weniger daran, dass sie dem Christen sein Weltbild klar vorgeben würde (sondern nur Teile davon; wenn er diesen zustimmt - das Weltbild macht die Angehörigkeit zur christlichen Religion, nicht umgekehrt); sonder es liegt vielmehr daran, dass viele Christen von einer der zwei folgenden (irrigen) Aussagen ausgeht.

    1. Die christliche Religion widerspricht ohnehin der Vernunft, der Wissenschaft, etc.; also darf man sich gar nicht damit auseinandersetzten, sondern muss dem einfach widerstehen und glauben.

    2. Ich bin ohnehin nicht fähig, die christliche Religion zu verstehen und all die Bedeutungen der Bibel zu ergründen, also übernehme ich sicherheitshalber alles wörtlich (auch Psalmen [=Liedtexte], etc.) und prüfe es nicht auf Zusammenhang, und Intention.


    Glaube ist mit Sicherheit etwas positives, solange man Kraft daraus schöpft und die Fähigkeit nicht verliert, anderer Leute Meinung zu akzeptieren (sage ich als Heide/"Agnostiker")


    Glaube (Das was du hier darunter verstehst) ist nichts positives, sondern etwas natürliches. Es ist das "Fürwahrhalten" eines bestimmten Umstandes, z.B. einer Lehre, oder eines Weltbildes.
    Jeder Mensch "glaubt" etwas (sogar der Agnostiker, wen auch in begrenztem Maße).
    Wenn einem also dieses Fürwahrgehaltene Kraft gibt, aber nicht der Wahrheit entspricht, so liegt die Quelle der Kraft nicht in diesem Fürwahrgehaltenen, sondern in dem Glaubenden selbst.
    Falls das der Grund eines Menschen ist, aus dem er glaubt, so empfehle ich ihm NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren), Selbsthypnose, oder Yoga.

    Gruß, Amlughur

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Polly am 27.02.11 20:09

    Ich weiß nicht genau... das hier ist doch immer ein heikles thema oder? an Gott im christlichen Sinne glaube ich weniger... aber irgendwie doch weil ich damit großgeworden bin und ich mich nicht richtig davon lösen kann und es auch nicht will... Aber ich finde das in allen religionen etwas geniales steckt... ich finde zum beispiel den Gedanken der Indiander toll das Gott in allem steckt, in den Bäumen, im Gras... überall. oder den Glauben der Hindus... ich selber trage kein Kreuz, auch wenn ich Christin bin... dafür trage ich einen schwarzen Donut-Stein um den Hals, einfach als Talismann... wenn ich ganz fest an etwas denke, mich konzentriere oder mir etwas wünsche dann nehme ich ihn einfach ganz automatisch in die Hand. Das kann für jeden etwas anderes sein, aber ich denke jeder hat so etwas... an Gott glauben definiert sich auch nicht darin jeden sonntag in die Kirche zu gehen... dafür ist Religion und Gott einfach viel zu komplex... So sehe ich das, aber ich bin auch offen für die Meinung anderer

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Imaginary am 05.03.11 21:15

    Da ich das Thema extrem interessant finde und auch sehr gerne darüber diskutiere, mische ich mich auch mal ein. Ich habe ehrlich gesagt die vorangegangenen Beiträge noch nicht gelesen, aber vielleicht hol ich das bei Gelegenheit nochmal nach. Aktuell hab ich dafür leider nicht genug Zeit, weshalb ich erstmal nur meine Meinung darlege.

    Ich persönlich bin absolut überzeugte Atheistin und glaube somit nicht an Gott. In meinen Augen passieren auf dieser Welt einfach zu viele schreckliche Dinge, die es in meinen Augen nicht geben würde, wenn es einen Gott gibt. Kriege, Gewaltverbrechen, schreckliche Krankheiten wie Aids, Krebs etc. pp. Die Liste ist lang. Manche Menschen ereilt wirklich ein schreckliches Schicksal, wenn man sich mal die ganzen Dinge ansieht, die auf der Welt passieren. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein allmächtiger und allgütiger Gott (und so wird er ja, wenn ich mich nicht irre, beschrieben) so etwas zulassen würde, wenn es ihn wirklich gibt. Warum sollte er? Weil er die Menschen testen will? Okay... so kann man natürlich argumentieren. Aber er muss doch sehen, dass die Menschen versagen und dieser Aufgabe nicht gewachsen sind (sieht man ja an allem, was geschieht), also warum gebietet er dem nicht Einhalt? Warum tut er nichts dagegen? Für mich ergibt das keinen Sinn. Und genau deshalb glaube ich nicht an Gott.

    Früher als Kind war ich mir nicht sicher, was ich darüber denken soll, wirklich intensiv an Gott geglaubt habe ich ehrlich gesagt noch nie. Früher habe ich es nicht ausgeschlossen, inzwischen habe ich aber für mich entschieden, dass ich nicht an Gott glaube. Ich kann es auch nicht, dafür habe ich zu viele Zweifel daran. Und in gewisser Weise bewundere ich es wirklich, wenn Menschen für sich entscheiden können, dass sie an Gott glauben. Für mich wäre das ein sehr großes Zugeständnis, denn dafür müsste ich einem Wesen mein bedingungsloses Vertrauen schenken, das mir nie ein Zeichen dafür gegeben hat, dass es wirklich existiert. Ich würde jemandem mein Vertrauen schenken, von dem ich nichts zurückbekomme. Ich persönlich könnte das nicht.

    Aber ich akzeptiere es, wenn Leute dennoch an Gott glauben. Vielen Leuten scheint es ja auch irgendwie Kraft zu geben, und das finde ich gut. Nicht gut finde ich aber, wenn sich Leute wegen Religionen bekriegen, das gibt es ja leider sogar heute noch. Aber alle Dinge haben eben ihre Vor- und ihre Nachteile, so eben auch Religionen.

    Was bei mir persönlich aber auf Unverständnis stößt, sind diese "Religionstouristen". So nach dem Motto "Ich glaube zwar nicht an Gott, will dann aber gefälligst trotzdem bei der Konfirmation die fette Kohle absahnen und bitte kirchlich getraut werden". Sorry, aber ich finde, Atheisten haben schlicht und ergreifend nichts in der Kirche verloren. Man entscheidet sich dafür, dass man daran nicht glauben kann oder will, also sollte man davon auch Abstand nehmen, alles andere finde ich heuchlerisch und respektlos gegenüber den gläubigen Menschen. Was anderes ist noch irgendwie, wenn jemand durch seine Familie oder ähnliches nicht wirklich die Wahl hat, weil die Familie eben sehr gläubig ist und nicht mit dem Nichtglauben zurecht kommt, da kann ich es noch irgendwie verstehen... aber einfach "dran glauben will ich nicht, haben will ich aber trotzdem alles" find ich persönlich einfach nicht in Ordnung.

    Aber das ist nur meine Meinung und ich kann es auch verstehen, wenn Leute das anders sehen :)


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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Belial am 01.05.11 22:14

    Also ich hab mal keine Lust jetzt, hier auf alle beiträge einzugehen und sage ganz klipp und klar, dass ich jegliche Auffassung von einem Gott oder sonstiger übernatürlicher Macht für ausgemachten Humbuk halte.
    Gott wurde früher erfunden um natürliche Phänomena zu erklären und sich verständlich zu machen, aber im heutigen Verlauf der Wissenschaft ist das nun wirklich überflüssig, auch wenn noch lange nicht alles geklärt ist, aber das kommt noch. Es dominiert Wissen über Glaube und das ist auch gut so.

    Wie ich schon oft mit anhören musste, der Glaube und eine religion schaffen Zugehörigkeit, Selbstvertrauen, Kraft, Rückendeckung und was auch immer. Auch hier muss ich mich fragen, wie dämlich sind diese Menschen eigentlich. Haben sie so wenig eigenes Selbstvertrauen, dass sie sich an dem Geschwätz einiger weniger Menschen festhalten müssen, die sich damals wie heute nur damit bereichern wollen? Oder sind sie so schüchtern, dass sie nicht von allein auf Menschen zugehen können, um sich Freundeskreise oder was auch immer aufzubauen, dass sie in ihre Ortsgruppe ihrer Religion gehen müssen?
    Noch besser: Man spricht so oft von christlichen Werten. Was aber sind christliche Werte? Sind das nicht einfach nur humanistische Werte, die da jemand versucht, sich selbst zuzuschreiben um damit einen Reibach zu machen?

    An die Gläubigen: Glaubt was ihr wollt, aber verschont mich damit.
    An die Religion: Ich bedauere es, dass ich solch eine Hirnwäsche nicht abschalten kann.


    Und für alle Kritiker meiner Worte: Gott wird mich sicher mit einem Blitz erschlagen, wenn ich doch so sehr an ihm zweifle, um mich eines Besseren zu belehren.

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von anouk am 06.11.11 0:20

    Gott wird mich sicher mit einem Blitz erschlagen, wenn ich doch so sehr an ihm zweifle, um mich eines Besseren zu belehren.

    Würdest du an ihn glauben, kannst du dir das einbilden. Da du nicht an ihn glaubst, wird es ohnehin nicht passieren Smile

    Belial: Ich finde es vermessen von dir, andere Menschen für einen selbstgewählten Lebens- bzw. Glaubensweg als "dämlich" zu bezeichnen. Das ist schlicht intolerant und entbehrt jeglicher Distanz, die vonnöten ist, um eine sinnvolle Diskussion führen zu können.

    Dass Wissen dominieren soll, finde ich fragwürdig. Weil wir Menschen dazu neigen, den Prozess der Ausschöpfung von Wissen als endlich zu betrachten, obwohl eben das schier unendlich sein dürfte. Nur weil wir jetzt Dinge als abgeschlossen betrachten, heißt das nicht, dass sich das später nicht ändert. Wir glauben, Wahrheiten zu kennen, sind aber in Wirklichkeit nur immer noch auf dem Weg der Wahrheitsfindung.

    Ähnlich verhält es sich mit dem Glauben: Wer glaubt, Religiösität beruhe einzig auf altertümlichen Traditionen und eben diese dürften niemals zugunsten eines modernen Weltbildes und einem gewandelten Selbstverständnis des Menschen angepasst werden, beendet die Wahrheitsfindung. So ist meine Meinung zumindest. Und selbst jene, die Altes nicht ändern, die Bilder nicht übertragen, sagen wir mal, "altmodische Christen" sind, wozu, im krassesten Falle, der Vatikan gehört, lasse ich zufrieden und klage nicht an. Soweit zumindest, wie es nicht anderen Menschen schadet.

    Und gerade hinsichtlich des letzten Punktes, haben sowohl Wissenschaft, als auch Glaube, wohl gleichermaßen die ein oder andere Schandtat begangen.

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    Re: Religion -Gott-

    Beitrag von Amlughur am 09.12.11 1:00

    @Imaginary:

    Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ein allmächtiger und allgütiger Gott (und so wird er ja, wenn ich mich nicht irre, beschrieben) so etwas zulassen würde, wenn es ihn wirklich gibt. Warum sollte er? Weil er die Menschen testen will?


    Nein, ich denke nicht, dass er die Menschen testen will. Er akzeptiert vielmehr ihre Entscheidung, die Welt ohne ihn zu beherrschen. Wie viele unserer Probleme sind menschengemacht! Und selbst diejenigen, auf die das nicht zutrifft; nun, vielleicht würden sie auch ohne Trennung von Gott auftreten, aber er hätte sicher eine bessere Antwort darauf, als wir.


    Für mich wäre das ein sehr großes Zugeständnis, denn dafür müsste ich einem Wesen mein bedingungsloses Vertrauen schenken, das mir nie ein Zeichen dafür gegeben hat, dass es wirklich existiert. Ich würde jemandem mein Vertrauen schenken, von dem ich nichts zurückbekomme. Ich persönlich könnte das nicht.


    Und du musst es auch nicht! Wenn ein Gott existiert, der ein Interesse daran hat, dein Vertrauen zu besitzen, dann liegt es auch in seiner Verantwortung, sich dieses Vertrauen zu erwerben, findest du nicht?
    Ich will dich darin bestärken, nicht "ins Blaue hinein" zu glauben. Wenn Glaube - und davon bin ich überzeugt, denn so erfahre ich ihn - eine lebendige Beziehung sein soll, dann braucht er eine andere Grundlage, als eine bloße Überzeugung.

    Aber ich glaube auch, dass der Mensch dazu geschaffen ist, diese Beziehung zu Gott zu haben; und dass wir alle eine tiefe Sehnsucht nach dieser Beziehung haben, die wir auf ganz verschiedene Arten versuchen, zu befriedigen und auszudrücken (ein gutes Beispiel ist die Lyrik in der Romantik, die immer nach "Geist" und "Unendlichkeit" etc. in der Natur, der Welt und darüber hinaus gesucht hat).
    Ich glaube, dass diese Sehnsucht ein Indiz für die Existenz Gottes ist. Gäbe es kein Wasser, so hätten wir keinen Hunger; gäbe es keine Menschen, so würden wir keine Einsamkeit fühlen. Und genauso verhält es sich, denke ich mit dieser tiefen Sehnsucht, die über unser Leben hinaus weist.


    Aber ich akzeptiere es, wenn Leute dennoch an Gott glauben. Vielen Leuten scheint es ja auch irgendwie Kraft zu geben, und das finde ich gut.


    Wie gesagt, wenn es Gott nicht gibt, oder er für uns nicht erreichbar ist, dann ist diese Kraft, die er den Leuten gibt, ein Placebo-Effekt, ein Selbstbetrug. Daran kann ich nicht viel Gutes, oder zumindest erstrebenswertes finden. Ich selbst zumindest wollte keine solche Kraftquelle besitzen, wie gut sie mir auch täte.



    "Ich glaube zwar nicht an Gott, will dann aber gefälligst trotzdem bei der Konfirmation die fette Kohle absahnen und bitte kirchlich getraut werden".


    Eben. Man kann auch ein Fest feiern und Verwandte einladen, ohne konfirmiert zu werden (Ich kenne jemanden, der das so gemacht hat, anstelle der Konfirmation).





    @Belial:

    Bevor ich auf deinen Beitrag antworte, möchte ich dich bitten, in Zukunft etwas umgängilcher zu schreiben. Es gibt nichts schädlicheres für eine Diskussion, als festgefügte Meinungen. Wer nicht damit rechnet, seine Meinung weiterzuentwickeln, der sollte an einer Diskussion nicht teilnehmen, da sie ihm genauso wenig einbringen wird, wie seinen Gesprächspartnern.


    Gott wurde früher erfunden um natürliche Phänomena zu erklären und sich verständlich zu machen, aber im heutigen Verlauf der Wissenschaft ist das nun wirklich überflüssig, auch wenn noch lange nicht alles geklärt ist, aber das kommt noch.


    Ich glaube, da machst du es dir zu einfach.
    Gott erklärt eigentlich keine "natürlichen Phänomene", allenfalls so ursprüngliche philosophische Fragen, wie "Woher kommen wir?" "Wer sind wir?", etc.
    Das sind Fragen, auf die die Wissenschaft niemals eine Antwort finden wird.
    Aber dessen ungeachtet ist der Gott, den ich damit meine, also der christliche absolut falsch verstanden, wenn man ihn auf derartige Erklärungen beschränkt.
    Vielmehr ist "Gott" aus christlicher Perspektive derjenige, der den Menschen geschaffen hat, heute Beziehung mit ihm möchte, und heute, wie in der Geschichte in die Welt eingegriffen hat.
    Man kann sicher nicht behaupten, er sei eine Erklärung für Naturphänomene, höchstens für die Ausnahmen von Naturphänomenen; denn seien wir ehrlich, auch vor zweitausend Jahren wusste man, dass niemand übers Wasser gehen kann und war dementsprechend nicht viel leichter zu beeindrucken, als heute.



    Noch besser: Man spricht so oft von christlichen Werten. Was aber sind christliche Werte? Sind das nicht einfach nur humanistische Werte, die da jemand versucht, sich selbst zuzuschreiben um damit einen Reibach zu machen?


    Christliche Werte haben mit humanistischen Werten ziemlich wenig zu tun.
    Dinge wie "wenn dich jemand auf die linke Backe schlägt, halte ihm auch die rechte hin", oder "wer unter euch der höchste sein will, ordne sich den anderen unter" oder auch einfach die grundlage aller christlichen Ethik "Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein."; all das wirst du in keiner humanistischen Ethik finden.
    Tatsächlich "funktioniert" Glaube nur, wenn es einen Gott gibt, der ihn legitimiert.
    Eine christliche Ethik ist absolut ungeeignet, um einen Staat darauf basieren zu lassen, obwohl z.B. in unserem Grundgesetz der Versuch dazu unternommen wurde. Es gibt nämlichen keine Kontrolle des Handelns. "Alles ist euch erlaubt, aber nicht alles ist nützlich." (Die Bibel - 1.Kor 6,12)
    Die christliche Ethik ist nur für Christen gedacht. Die einzige Motivation, sich daran zu halten, und gleichzeitig die einzige Regel ist Liebe.


    An die Gläubigen: Glaubt was ihr wollt, aber verschont mich damit.


    Wie gesagt, bitte sei in Zukunft etwas offener für die Diskussion, wenn du dich daran beteiligst. Der Wunsch, in einer Diskussion keine Antwort zu erhalten, ist, nun ja... unpassend.

    Gruß, Tobias

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: 24.05.12 17:45