Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

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    Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Pooly am Di 11 Aug 2009, 09:47

    Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn
    (Ein Gedicht über das Beten)

    AUTOR: Izo



    Nichts.
    Vertonte Stille in leeren Worten.
    Kehre ein,
    ergreife Besitz von mir.
    Nimm mich
    mit
    Haut und Haar
    von dieser Welt,
    getrieben
    von Irrationalität,
    Religion unserer abstrusen Gedanken,
    Pfeiler unserer maroden Welt,
    Quintessenz unseres kaputten Seins.
    Beuge die Knie und lasse ab.
    Ein neuer Einschnitt
    Ein/Schnitt.
    Nimm die abgetrennte Masse,
    wirf sie hinfort in den
    säurehaltigen Ausfluss
    der Zufriedenheit.
    Alles kleine Fische.
    Da kommt der Reiher!
    Spring, Fisch!
    <----- raus < aus < fluss
    rauf > aufs > blatt ----->
    Stillos heruntergereihert.
    Erleichtere dich deiner Selbst,
    wasche deine Hände in Dusch Das,
    wie Mutti ihre Haare in Herbal Essences,
    sowie auch du, ehrenwerter Vater,
    dich jeden Morgen selbst neu erschaffst,
    indem du, dein Gesicht in After Shave tauchst
    und dadurch frische erlangst,
    welche vor 2000 Jahren noch undenkbar war.
    Herr,
    Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
    durch meine Schuld, durch meine Schuld,
    durch meine große Schuld.
    Beuge die Knie und lasse ab.
    Amen.


    Zuletzt von Pooly am Mi 30 Sep 2009, 22:07 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet


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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Teleri am Di 11 Aug 2009, 19:40

    Hmmm... also sehr abstrus, die Worte interesssant zusammengefügt, ich finde nichts, dass ich bemängeln könnte. Aber - und ja es gibt ein Aber- ich verstehe nicht, wie dieses Gedicht zum Thema passt?
    Ich verstehe nicht, was das Emotionale an diesem Gedicht sein soll und besonders eklatant finde ich am Ende diese Reihenfolge von "Vater ich habe gesündigt!"- ich verstehe diese Zeilen einfach nicht. Sie öffnen sich mir nicht... sie sagen einfach null aus, für mich, schon gar nicht, wenn ich das vorgegebene Thema noch mit heranziehe. Erschlag mich, wenn ich den tieferen Sinn hier nicht erkenne, dann habe ich wohl gesündigt, aber tut mir leid - Worte allein reichen mir nicht.
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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Alania am Mo 17 Aug 2009, 16:27

    Hallo, Dichter! (:

    Wie allgemein bekannt sein dürfte, bin ich kein großer Fan von allzu abstrakten oder wie es Dany gesagt hat "abstrusen" Gedichten. ^^

    Ich kann mir vorstellen, dass manch einer dein Werk faszinierend findet, aber ich kann mit so etwas nicht viel anfangen. Sorry ...

    Ich habe nichts zu bemängeln, weil bei solchen Gedichten ja keine Grenzen auferlegt und keine Regeln festgelegt sind. Wink

    Ich kann auch nicht wirklich etwas loben, da ich dieses Abstrakte mit nicht unbedingt Positivem verbinde.

    Wie das Gedicht nun zum Thema passt, da kann ich nur vage Spekulationen anstellen.
    Vielleicht bezieht sich die Sünde [...], von der das lyrische Ich spricht, auf die wirren, manchmal kritischen Gedanken, die im Gedicht stehen und diese parodieähnliche Erwähnung bestimmter Begebenheiten ... ?

    Ach ... tut mir leid, an solchen Gedichten scheitere ich immer, weswegen ich auch kein Urteil fällen möchte.

    LG
    Angie


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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Pooly am Mi 30 Sep 2009, 22:09

    Dieses Gedicht ist von Izo =)


    [Ich werde nachher noch einen ausführlichen Kommentar dazu schreiben Wink]


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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von IamChasingKeanu am Mi 30 Sep 2009, 22:23

    oh gott, ich ahne schlimmes ... <<
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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Pooly am Do 01 Okt 2009, 00:17

    Musst du nicht Wink

    Hallo Izo =)
    Zu dem Gedicht musste ich einfach etwas schreiben. Ich wollte es nur nicht während des Wettbewerbs tun, da man danach seinen Kommentar persönlicher verfassen kann Wink

    Also dein Werk besteht aus zwei Teilen, in meinen Augen. Darauf gehe ich gleich noch genauer ein. Der erste ist grandios, ich liebe ihn! Wirklich fabelhaft!
    Den zweiten habe ich mindestens acht mal gelesen, aber er erschließt sich mir nicht recht. Aber ich analysiere jetzt noch einmal genauer, vielleicht fällt mir dabei noch etwas auf, das ich bisher übersehen hatte.
    Da sind jetzt natürlich Interpretationsansätze dabei. Aber kann auch sein, dass ich vollkommen falsch liege Wink



    Nichts.
    Vertonte Stille in leeren Worten.
    Allein schon der Einstieg gefällt mir super.
    "Vertonte Stille in leeren Worten" ... was für eine gelungene Formulierung! Gefällt mir wirklich ausgesprochen gut. Schon diese Zeile hat mich an das Gedicht gefesselt.
    Ich denke, hier geht es um das Beten in der Gemeinde. Es wird viel geredet, aber im Grunde genommen sind die Worte leer und ausdruckslos. Sie sagen nichts.

    Kehre ein,
    ergreife Besitz von mir.
    Hier spricht anscheinend ein Gläubiger, der diese Worte glaubt und in sich wirken lassen will.
    Formal fände ich hier kehr' und ergreif' schöner. Aber das ist Geschmackssache.

    Nimm mich
    mit
    Haut und Haar
    von dieser Welt,
    getrieben
    von Irrationalität,
    Religion unserer abstrusen Gedanken,
    Pfeiler unserer maroden Welt,
    Quintessenz unseres kaputten Seins.
    Hier vermutlich wieder die Worte des Gläubigen.
    Eigentlich muss ich da nicht viel deuten, die Zeilen sind relativ klar.
    Wenn diese Worte wahrlich von einem Gläubigen gesprochen/gedacht werden, dann steckt hierin aus eine gewaltige Ironie. Denn gerade diese Worte, diese Gebete, diese gläubigen Gedanken sind ja (aus Sicht des Gedichts) irrational und abstrus.
    Besonders schön finde ich die letzten beiden Verse.
    Sehr schön umschrieben.

    Beuge die Knie und lasse ab.
    Das könnte zweideutig sein. Entweder der Gläubige fordert andere auf, dies zu tun, oder der Pfarrer sagt das.
    Interessant.


    Ein neuer Einschnitt
    Ein/Schnitt.
    Finde ich klasse *.*
    Es ist, als wenn der Sprecher sich noch einmal das Wort auf der Zunge zergehen lässt und nicht nur über dessen Bedeutung nachdenkt, sondern auch darüber, aus was es sich zusammensetzt. Dadurch entsteht für das Wort eine vollkommen nee Bedeutung.
    Cooler Kniff.

    Nimm die abgetrennte Masse,
    wirf sie hinfort in den
    säurehaltigen Ausfluss
    der Zufriedenheit.
    Hier bin ich mir mit der Interpretation nicht sicher. Vielleicht ist die abgetrennte Masse das, was den Gläubigen noch an die Welt gefesselt hatte. Und er soll sie hinfortwerfen.
    Dieser säurehaltiger Ausfluss der Zufriedenheit macht mir zu schaffen. Es klingt fast so, als würde die Zufriedenheit etwas Ekelhaftes aussondern. Genau. Vielleicht bringt die Zufriedenheit etwas Schlimmes mit sich. Müßiggang? Intoleranz? Konservativität?

    Alles kleine Fische.
    Da kommt der Reiher!
    Spring, Fisch!
    <----- raus < aus < fluss
    rauf > aufs > blatt ----->
    Hier ist der Schnitt. Sogar deutlich gekennzeichnet.
    Wie nett ^^
    Aber ab hier komme ich nicht mehr so ganz mit.
    Wer ist der Reiher? Vielleicht ein Pastor? Oder Gott höchstpersönlich? Auf jeden Fall irgendein hohes Tier. Und da der Reiher Fische frisst, wird hier wohl deutlich, dass Kirche/Glauben nicht Gutes für die Menschen offen hat. Um ihm zu entkommen, muss der Fishc sich verändern. Muss seine Lebensgewohnheiten umstellen. Nur so kann er überleben.
    Das ist aber nur eine ganz wage Interpretation.
    Interessant finde ich ja den Pfeil, der seine Richtung ändert.


    Stillos heruntergereihert.
    Erleichtere dich deiner Selbst,
    wasche deine Hände in Dusch Das,
    wie Mutti ihre Haare in Herbal Essences,
    sowie auch du, ehrenwerter Vater,
    dich jeden Morgen selbst neu erschaffst,
    indem du, dein Gesicht in After Shave tauchst
    und dadurch frische erlangst,
    welche vor 2000 Jahren noch undenkbar war.
    Das klingt beinahe, wie aus einem Psalm. Sicherlich von dir beabsichtigt. Klingt so, als wäre die Kirche an der Vermarktung von Markenprodukten interessiert.

    Herr,
    Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
    durch meine Schuld, durch meine Schuld,
    durch meine große Schuld.
    Beuge die Knie und lasse ab.
    Amen.
    Und hier endest du mit einem Teil aus einem Schuldbekenntnis, wenn ich mich recht entsinne.
    Confiteor Deo omnipotenti, et vobis, fratres, quia peccavi nimis cogitatione, verbo, opere et omissione: mea culpa, mea culpa, mea maxima culpa.
    Intelligenter Kniff, um das Ganze noch einmal zu verdeutlichen.
    Hier hat der Gläubige das Stadium erreicht, in dem er dem Herren vollkommen unterlegen ist.


    Alles in Allem finde ich das Gedicht sehr gut (besonders den Anfang). Über eine Erklärung den zweiten Teil betreffend, würde ich mich wirklich sehr freuen. Wenn ich den ersten Teil falsch interpretiert hab, dann bin ich schon einmal gespannt, wie es wirklich sein muss.
    Da ich selbst gern ab und an mal abstruse Gedichte schreibe, liebe ich es andere zu lesen und mir einen Zusammenhang zwischen den Versen zu knüpfen.
    Echt vollkommen mein Geschmack Very Happy


    So und jetzt habe ich Kopfschmerzen und lege mich zur Ruhe.

    Gute Nacht!
    Marie


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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von IamChasingKeanu am Fr 02 Okt 2009, 03:16

    Nun, was hat das Gedicht nun mit dem Thema: Emotionale Momente zu tun.

    Ich weiß nicht wie weit ich hier alles reinschreiben sollte, es ist ja so, dass ein Gedicht für sich selbst spricht, aber nun gut, ich werde mein Schweigezölibat hier brechen.
    Ich bin immerhin früh aufgestanden nur um das hier zu schreiben.

    Nun gut, auf alle Fälle möchte ich dir danken Marie für die Mühe, die du dir hier wieder gemacht hast. Ich werde jetzt einfach das Gedicht zerstören, in dem ich alles klar darlege XD

    Sagen wir mal: Ich habe mir wieder unnötig meinen Kopf zerbrochen und mir Gedanken über "Gott und die Welt" gemacht.
    Ja, das würde es am besten treffen.

    Es geht am Anfang um Einsamkeit:

    Nichts.
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    Kehre ein,
    ergreife Besitz von mir.


    Es ist diese Art der Stille, die alles vernichtet. Es ist schwer zu beschreiben, es ist so als würde man innerlich verrecken, wenn man einmal damit versetzt ist. Es ist als wäre man besessen. Krank.

    Nimm mich
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    von dieser Welt,
    getrieben
    von Irrationalität,
    Religion unserer abstrusen Gedanken,
    Pfeiler unserer maroden Welt,
    Quintessenz unseres kaputten Seins.


    Versetzt mit dieser Krankheit kommt einem alles sinnlos und leer vor.
    Der Mensch ist nicht vollkommen, ist also irrational, was die Religion seiner Gedanken ist. Irrationalität, Unvollkommenheit, daraus besteht unsere Welt. Sie ist voll davon und würde man alles zusammenfassen was wir im Grunde sind, dann wären wir eins. Nicht perfekt.
    Deshalb: Quintessenz unseres kaputten Seins.

    Beuge die Knie und lasse ab.

    Vergiss einfach, diese Gedanken, lasse ab von ihnen, sie zerstören dich, sie schaden dir. Beuge die Knie und lasse alles Negative raus, lass es ab“fließen“.
    Ihr seht, es handelt sich nicht um einen Ablass in normalem Wortsinn.

    Ein neuer Einschnitt
    Ein/Schnitt.


    Der Einschnitt in dem ganzen Gedankenkonstrukt erfolgt. Umdenken.

    Nimm die abgetrennte Masse,
    wirf sie hinfort in den
    säurehaltigen Ausfluss
    der Zufriedenheit.


    Man hat sich seiner negativen Gedanken, seines negativen Teils entledigt und wirft ihn hinfort.
    Was der Ausfluss der Zufriedenheit ist, muss ich hoffentlich, nachdem ich oben erläutert habe was mit Ablass gemeint ist, nicht näher erklären. Da der Ausfluss säurehaltig ist, hoffentlich auch nicht wo er raus kommt.

    Es war ja keine große Sache -> Alles kleine Fische > Fische > Fische können von Vögeln gegessen werden > Vögel > Reiher > Reihern > Säurehaltiger Ausfluss > Ablass

    Alles kleine Fische.
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    Spring, Fisch!
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    rauf > aufs > blatt ----->
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    Ein lustiger Gedanke: Der Fisch springt aus dem Wasser der Gedanken, man fängt ihn auf und schmeißt ihn aufs Papier, wo er sicher vor dem Reiher ist und ihr ihn auch lesen könnt. Den Weg zeigen sogar die Pfeile, bin ich nicht lieb?^^

    Die Steigerung, jetzt nimmt der Erzähler fahrt auf und steigert sich in einen irrwitzigen Rausch.

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    Ketzerei! Niemand redet so über die Kirche!
    Deshalb wird noch einmal eingeschwenkt.

    Liebe, Trauer, Hass, Verzweiflung, Freude …
    Wer lebt, ist selbst Schuld daran, das alles durch zu machen, es ist Schicksal.
    Wer möchte kann immer noch den Notausstieg wählen.

    In diesem Gedicht ist auch nicht von einem Gläubigen die Rede.
    Es geht wie gehabt um die Erlösung vom eigenen Sein.
    Selbstzerstörung.
    Es ist wie ein Ruf, ein Ruf ins Nichts, weil keiner einen hören kann, weil keiner da ist, der so denkt wie man selbst. Man ist in diesem Moment auf sich alleine gestellt, muss sich seinen Dämonen stellen. Und wenn man gut ist, kann man ein Abkommen mit ihnen treffen und sagen: „Ok Leute, dann ist für heute Feierabend. Bis zum nächsten mal wieder.“

    Ich schlug beim Schreiben extra eine Parallele in diese Richtung, weil ich bei Erlösung an die Ablassbriefe gedacht hatte. Man konnte sich seinen Platz im Himmel erkaufen.
    Da frage ich mich doch auch, ob ich nicht auch durch so etwas mich frei machen kann von diesen Gedanken. Dann fängt man an herum zu spinnen und am Ende kommt dann so was wie der zweite Teil heraus,

    darauf könnt ihr einen (ab)lassen.

    Herr,
    Ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken
    durch meine Schuld, durch meine Schuld,
    durch meine große Schuld.


    Was kann man tun um wahrhaft Erlösung zu erfahren?
    Erlösung von all dieser Schuld?

    Beuge die Knie und lasse ab.
    Amen.



    Emotionale Momente im Leben.
    Was hat das Gedicht mit diesem Thema zu tun?
    Nun ich würde sagen
    Alles.
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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von Teleri am Fr 02 Okt 2009, 14:18

    Wow das ist sehr tiefgründig und jetzt verstehe ich es besser und nun wird es auch emotional etwas klarer - das ist deutlicher geworden. Manchmal sollte man wirklich versuchen alles auseinander zu nehmen. Wie gesagt ich fand es abstrus - aber nicht schlecht - das hatte ich ja bereits gesagt und jetzt wird von nicht schlecht auf recht gut erhöht ^^

    Das ist sehr gut, dass du dass dazu geschrieben hast, weil ich absolut zu blöd war, das zu verstehen.

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    Re: Ablass oder Der frühe Reiher fängt den Sinn - Izo

    Beitrag von IamChasingKeanu am Fr 02 Okt 2009, 16:51

    Ich hab euch auch ganz bös in die Irre geführt.
    *IronieModeon* Auf alle Fälle, wenn ihr wollt ich könnte einen Workshop machen: How to read an Izo XD *Ironiemodeoff*

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