Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Beitrag von Alania am Mo 31 März 2008, 13:29

    Die Zeit

    Die Zeit, ein Thema, das mich schon seit langem beschäftigt und mich einfach nicht los lässt.

    Gibt es wirklich Zeit?

    Man misst Zeit an Veränderungen, also ist die Zeit abhängig von Veränderungen, oder sind die Veränderungen abhängig von der Zeit?

    Würde alles immer gleich bleiben, gäbe es dann sowas wie Zeit?

    Mir erscheint es so komisch etwas wie Zeit einteilen zu wollen.
    Manchmal erscheint sie kurz und manchmal lang, dann kann man doch nicht davon reden, dass sie ständig gleich ist, oder?

    Hier ein Zitat aus einem GEO Heft, das vielleicht weiterhilft:


    [...vor dem Urknall...] Damals, so zeigen Berechnungen, muss das ganze Universum in einem einzigen Punkt vereint gewesen sein - unendlich viel kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. Außer dieser so genannten Singularität gab es damals nichts - keine Sterne, keine Planeten, kein Licht, kein Drumherum. Nicht einmal die Zeit gab es.



    Also, was haltet ihr davon?

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    Re: Zeit

    Beitrag von moriazwo am Mi 23 Apr 2008, 10:47

    Zeit ist ein ganz kurioses Thema. Alania sagt, man messe Zeit an Veränderungen. Das klingt logisch und entspricht sicher unserem Verständnis von Zeit. Nun gibt es aber auch Theorien, wonach der Prozess der Messung bereits das Ergebnis eben dieser Messung verändern kann. Man hat solche Versuche im Teilchenbeschleuniger gemacht und festgestellt, dass bestimmte Vorgänge in einem ganz bestimmten Rahmen abliefen - bis man versuchte, durch Messung eine Regel aufzustellen. In diesem Moment kam es zu anderen Ergebnissen. Wenn das also wirklich so ist, was würde geschehen, wenn wir aufhören würden, die Zeit zu messen?

    Manchmal erscheint sie kurz und manchmal lang, dann kann man doch nicht davon reden, dass sie ständig gleich ist, oder?

    Wer sagt uns eigentlich, dass es so ist - dass die Zeit immer gleich ist? Sowohl wir selbst, als auch unsere Messinstrumente sind doch "systemimmanent", befinden sich innerhalb des zu messenden Mediums - der Zeit. Somit würde sowohl unserem Empfinden, als auch unseren so unbestechlichen Uhren jede Veränderung der Zeit entgehen müssen.

    Wenn es die Zeit wirklich gibt, was ist sie dann? Ist sie eine Dimension? Wenn sie eine ist, welcher Geometrie folgt sie? Oder existiert Zeit parallel zu den Dimensionen? Verläuft sie - wenn sie überhaupt verläuft - linear, oder verzweigt sie sich? Ich meine, wir messen Zeit an Veränderungen. Das bedeutet doch, dass wir das Ergebnis von Entscheidungsprozessen beobachten. Was ist mit der alternativen Möglichkeit der beobachteten Veränderung/Entscheidung? Wird sie zerstört, oder existiert sie auch weiter?
    Eine ganz verrückte Idee, die mich immer wieder verfolgt, ist die Sache mit der Datumsgrenze. Wir haben die ganze Welt in Zeitzonen eingeteilt, damit wir überall etwa um die Mittagszeit den Sonnenhöchststand haben. Dadurch muss es einen Längengrad geben, an dem das Datum kippt. Fliege ich nun mit einem Flugzeug gegen die Drehrichtung der Erde und überquere diese imaginäre Grenze, kann es sein, dass ich an einem Montag starte und am Sonntag davor lande. Habe ich nun eine Zeitreise unternommen? Sicher nicht. Aber was geschieht, wenn ich direkt auf einem unserer Pole ein Karussell aufstelle, das sich gegen die Erddrehung bewegt? Ich würde in jeder Minute mehrfach die Datumsgrenze überqueren. Warum ist das dann keine Zeitreise?
    Ihr seht, auch ich habe eigentlich nur Fragen und keine Antworten, aber es ist ein faszinierendes Thema.


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    Re: Zeit

    Beitrag von Jenova am Mo 09 Aug 2010, 20:36

    Also ich habe die Doku gesehen gestern abend (in meinem Universum-Wahn xD), da haben die das so ähnlich wie in dem GEO Heft gesagt.
    Danach hab ich mir gedacht: Also wurde die Zeit vom Menschen erfunden.

    Wenn es keine Zwit gäbe, müsste man sich auf sein Zeitgefühl verlassen. Doch manchen (ob nun viele oder wenige sein mal dahingestellt) haben kein Zeitgefühl und dann ist es wieder ein menschlicher Fehler.

    Ich habe gerade mal bei Wikipedia geschaut und fande das hier eigentlich ganz interessant:
    Wikipedia schrieb:Die wohl markanteste Eigenschaft der Zeit ist der Umstand, dass es stets eine in gewissem Sinne aktuelle und ausgezeichnete Stelle zu geben scheint, die wir die Gegenwart nennen, und die sich unaufhaltsam von der Vergangenheit in Richtung Zukunft zu bewegen scheint. Dieses Phänomen wird auch als das Fließen der Zeit bezeichnet. Dieses Fließen entzieht sich jedoch einer naturwissenschaftlichen Betrachtung, wie im Folgenden dargelegt wird. Auch die Geisteswissenschaften können die Frage nicht eindeutig klären.

    Wikipedia ~LINK~


    Die Zeit richtet sich nach der Erdumdrehung und ich hab im Fernsehen mal gesehen, dass die Zeit sich "verändert", denn ca. alle 1-2 jahre (bin mir jetzt nicht so sicha ob es 1-2 jahre sind), Die Zeit neu eingestellt werden muss. Weil die Erde sich immer mehr in richtung Ei-Form bewegt (sich also ausdehnt), muss die Uhr eine Sekunde zurück gestellt werden.
    Heißt das jetzt, dass sie uns Sekunden klauen?
    Ja, ich weiß, klingt übertrieben, weil eine Sekunde eigentlich ein kurzer Moment ist, aber es ist doch immer doch ZEIT,oder?

    Also wie auch schon A. Einstein sagte:
    "Zeit ist Relativ"... Was sagt uns das jetzt? Also mich würde jetzt interessieren, was ihr zu Einsteins Aussage meint.^^


    liebe Grüße
    Jyn^^

    PS:Falls ich irgendetwas falsch habe, wie zB das mit der Erde, dann tut es mir leid und bitte klärt mich auf xD

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    Re: Zeit

    Beitrag von Susa am Di 10 Aug 2010, 17:45

    Hm , schwieriges Thema, ich schreib jetzt einfach mal ein paar Gedanken dazu auf in der Hoffnung, dass ich mir nicht völlig widerspreche XD

    Ich denke, Zeit an sich vergeht gleichmäßig und unabhängig. Sie vergeht überall gleich. Eigentlich ist die Zeit ja die Aneinanderreihung von Ereignissen, würd ich meinen.
    Was die Einteilung der Zeit angeht - in Tag, Stunde, Minute, etc. - würde ich nicht sagen, dass dies die Zeit selbst ist, sondern nur eine Möglichkeit, die sich der Mensch geschaffen hat, um Zeit messen zu können, genauso wie die Zeitzonen. Deswegen mache ich auch keine Zeitreise, wenn ich die Datumsgrenze überquere, weil das lediglich eine menschliche Erfindung/ Einteilung ist.
    Diese Einteilung wiederum hilft dem Mensch, das gleichmäßige Vergehen der Zeit mitzuverolgen, weil ja jeder doch eine subjektive Wahrnehmung hat, was den Zeitverlauf angeht. Damit meine ich: Wenn ich es eilig habe, scheint die Zeit nur so zu rasen, wenn mir langweilig ist, scheint sie zu stehen.
    Zum Schluss fällt mir nur noch ein Spruch zum Thema Zeit ein:
    Zeit ist ein hilfsmittel, damit nicht alles auf einmal abläuft.



    Zuletzt von Susa am Mi 11 Aug 2010, 20:54 bearbeitet, insgesamt 2 mal bearbeitet

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    Re: Zeit

    Beitrag von Dawn am Mi 11 Aug 2010, 00:46

    Zeit ist ein heikles Thema.
    Für mich ist es eher wie Susa schon sagte.
    Es ist eine Erfindung des Menschen, die uns hilft, etwas einzuteilen.
    Der Mensch braucht Planung und Ordnung, um durch den Alltag zu kommen.
    Ohne die Zeit wäre der Mensch doch vollkommen aufgeschmissen, weshalb die Menschen angefangen haben sich nach dem Licht und der Sonne, etwas unvergänglichen zu orientieren. Genau, wie all die anderen Lebewesen auch.
    In Wirklichkeit gibt es keine Sekunden, Minuten, Stunden...das sind alle durch den Menschen festgesetzte Dinge und Begriffe meiner Meinung nach.

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    Re: Zeit

    Beitrag von Racheengel am Mi 11 Aug 2010, 23:07

    Der Meinung bin ich auch, die Zeit wie wir sie deffinieren ist etwas was unsere Vorfahren vor langer Zeit erfunden haben. Und mehr noch, der Mensch spielt noch an der Zeit herum, ich sage nur das umstellen der Uhren, eine menschliche Erfindung, die der Natur realiv egal ist.
    Ich glaube in der Natur spielt Zeit eine andere Rolle, oder sie ist Zeitunabhängig.
    Ich frage mich was wohl passieren würde wenn die Zeitmessung gänzlich abgeschafft würde. Denn brauchen wir die Zeitmessung unbedingt zum Leben?

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    Re: Zeit

    Beitrag von Susa am Do 12 Aug 2010, 17:14

    Nun ja, auch ohne Uhren und Kalender hat der Mensch ja eine innere Uhr - wenn es dunkel wird, wird der Mensch müde, wenn es hell wird, wird der Mensch munter (gaaaaanz allgemein gesagt XD). Selbst ohne eine Uhr können wir ja ungefähr einschätzen, wie viel Zeit vergangen ist. Oder wir wachen pünktlich auf, obwohl der Wecker nicht klingelt, etc.
    Bei uns brauchen wir auf jeden Fall die Zeitmessung, da wir ja zum Beispiel Termine einhalten müssen, rechtzeitig zur Arbeit/ Schule gehen müssen, und so weiter.
    Aber denkt man etwa an Naturvölker, die ohne Zeitmessung und auch ohne Zivilisation gut leben, sieht man ja, dass es auch ohne Zeitmessung möglich ist zu leben. Nur dort, wo der Mensch von Technik und Industrie abhängig ist, ist auch die Zeitmessung unverzichtbar.

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    Re: Zeit

    Beitrag von Jenova am Sa 14 Aug 2010, 21:09

    Also ich denke auch wie Susa: Ohne Zeit, würden wir auch klar kommen.

    Vllt. ist es ja ein wenig weitläufig was das kommende ist, aber das kam mir heute so in den Kopf.
    Also: Ich hab heute ne Doku über das Universum geschaut und das hieß es Sinngemäß: In einem Schwarzen Loch gibt es kein festen Raum und auch keine Zeit.
    Was passiert, wenn die Erde in so ein Schwarzes Loch kommt? Ist die Zeitmässung dann immer noch vorhanden?
    Desweiteren wurde in der Doku auch noch erzählt, dass Sonnen ja eine entwicklung durch machen und wenn sie im sterben liegt, dann Dauert das meist so circa 1.000 Jahre, bis sie genzlich Inpludieren und zu einen weißen riesen, Pulsa oder zu einem schwarzen loch werden. Das ist so zu da eine normale zeit.
    Aber für uns ist es eine große Menge an Zeit. Also wenn Planeten bzw. Sonnen ein Zeotgefühl hätten, dann währe bestimmt diese 1.000 Jahre vllt. in unserer Zeit umgemessen ein paar Jahre( also so 2-5 Jahre).

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    Re: Zeit

    Beitrag von FreeButterfly am Mi 03 Aug 2011, 16:56

    Hm,
    Also Zeit ist meiner Meinung nach ein sehr schwieriges Thema.
    Ich denke, dass wir uns die Zeit einfach ausgedacht haben, damit es einfacher ist, sich nach Sachen zu richten. Sich generell alles einfacher zu machen um die eigenen Ziele zu erreichen - ist es nicht das, was wir wollen?
    Ich persönlich kann Zeit nicht wirklich nicht als festen, existierenden Gegenstand einschätzen. Eher als... Hilfsmittel.
    Also ich teile Susas Meinung schon.

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    Re: Zeit

    Beitrag von FREEMAN am Mo 08 Aug 2011, 16:39

    Zeit existiert absolut, d.h. sie kann von Menschen nicht beeinflusst werden. Sie ist ein Naturgesetz, von dem die Reihenfolge von Ereignissen abhängt. Wenn Zeit, wie Michael vermutet, eine eigene Dimension ist, dann sind die anderen Dimension von ihr abhängig.

    Beispiel: Ich kann mich an zwei unterschiedlichen Orten befinden, jedoch nicht gleichzeitig.

    Menschengemacht ist lediglich die Zeitmessung, d.h. die Einteilung der Zeit in gleiche Abschnitte (Jahre, Tage, Sekunden etc.) und nicht die Zeit selbst. Die Wahrnehmung der Zeit jedoch ist nicht absolut, sondern vom Beobachter abhängig. Zeit scheint unterschiedlich schnell zu vergehen, abhängig davon, ob ich zur Bushaltestelle hetze oder den Sekundenzeiger einer Uhr beobachte.

    Früher hatten die Menschen sehr viel mehr Zeit als heute, obwohl die Lebenserwartung geringer war. Da Zeit immer gleich schnell vergeht, bedeutet das, dass früher weniger Ereignisse pro Zeiteinheit stattfanden als heute. Vor dreißig Jahren betrug die Zeit zwischen zwei Telefonaten (zumindest bei mir) manchmal mehrere Tage. Dass heute die Zeit schneller zu veregehen scheint, liegt daran, dass pro Tag wesentlich mehr Aktionen stattfinden und so die Zeit pro Aktion wesentlich kürzer ist.

    Die Zeitmessung ist, wie erwähnt, eine menschliche Erfindung. Ein Leben ohne Zeitmessung - wie hier angesprochen - funktioniert heute nicht mehr. Würde man auf einen Schag alle Uhren anhalten, hätte das einen weltweiten Kollaps zur Folge. Züge, Schiffe und Flugzeuge würden kollidieren, Produktionen von Waren könnten nicht aufrecht erhalten werden, weil entweder zu viele oder zu wenige Arbeiter an den Maschienen stehen würden, es gäbe weder Unterricht noch Kinoprogramm, weder Sportveranstaltungen noch Öffnungszeiten, kein EKG-Gerät würde funktionieren und kein Teleskop könnte die Entfernung zur nächsten Sonne berechnen. Die Zeitmessung ist in unserer heutigen Welt ebenso fundamental wie Sauerstoff oder Fotosynthese.

    Ein schöner Spruch zum Thema Zeit stammt von Norbert Ney:

    Als die Uhren noch mit Sonne liefen, war die Zeit ruhig.
    Als sie zu ticken begannen, wurde sie nervös.


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    Re: Zeit

    Beitrag von Joachim am Fr 26 Aug 2011, 16:11

    #Sorry, dass es soviel geworden ist. Ging nicht anders! Very Happy


    Ich denke, wie Freeman, dass Zeit ein Naturgesetz ist. Schließlich könnten wir wohl kaum etwas messen was es nicht gibt. Wir können Zeit messen und wir können damit Rechnen. Mit ihrer Hilfe errechnen wir Geschwindigkeiten, mit Geschwindigkeiten errechnen wir Anziehungskraft, Gewicht, sämtliche anderen Kräfte. Da wird Zeit wohlkaum kein Naturgesetz sein.
    Allerdings wirft sich hier schon eine Frage auf:
    GEO schreibt, dass es einmal keine Zeit gab. Aber der ZEITraum, in dem das so war, war begrenzt, er hatte ein Ende, sonst wären wir nicht hier. Nun muss man sich aber fragen, können wir denn wirklich mit Zeit rechnen, wo wir doch nur wissen, dass dieser Zeitraum ein Ende hatte, aber seinen Anfang und/oder Ursprung nicht kennen? Also müssen wir ja davon ausgehen, dass aller berechenbaren Zeit die wir kennen einen Zeitraum voraus geht, den wir nicht berechnen können, womit ein sehr starkes Argument für die "Zeit ist ein Naturgesetz"-Seite wieder geschwächt wird.

    Auch eine interessante Frage ist, ob es denn ein Gegenteil zu Zeit gibt. Es gibt Materie, und Antimaterie. Es gibt Sein und Antisein. Aber gibt es auch ein Gegenteil zur Zeit? Wenn ja, dann können wir wohl davon ausgehen, dass Zeit eine Dimension ist. Denn lediglich Dimensionen schaffen es ein Gegenteil zu haben, gleichzeitig zu existieren und sich nicht gleichzeitig aufzulösen. Was ich meine ist, wenn ich etwas positives habe, und etwas negatives, einen Wert, z.B. 1 und Minus 1, dann gleichen die sich aus zu 0/nichts. Elektronen und Protonen gleichen sich aus zu Nichts, es sei denn, man entfernt Protonen ODER Elektronen aus einem Atom, erst dann entsteht Ladung. Wenn ich aber Links und Rechts habe, gleichen die sich nicht aus zu Nichts. Zugegeben, in einem Atom indem sich Protonen und Elektronen ausgleichen herrscht immerhin "theoretische" Ladung, aber theoretische Dinge gibt es aber NUR bei den Menschen, nicht in der Natur.

    Was die Zeitrechnung bzw. messung angeht nochmal, so finde ich es sowieso illosorisch, wir können Dinge messen, die kürzer sind als eine Sekunde, Millisekunde oder das Zehntel einer Sekunde. Aber die Zeit wird, ungemessen, auch nach unserem Verschwinden noch Ewig (Achtung, unbegrenzt = nicht berechenbar) weiterlaufen.....
    Den Anfang der Zeit kennen wir nicht, ihr Ende kennen wir nicht. Vom Ende kann man sagen, dass es vielleicht niemals eins geben wird, aber was ist dann mit dem Anfang, den muss es gegeben haben, es sei denn wir Menschen haben ihn gesetzt. Gewisser weise machen wir das immer, geht ja auch nicht anders.
    "Ich stoppe die Zeit aaaaab, JETZT" und danach
    "uuuuuund STOPP!" Kann man sich den "Ursprung der Zeit" in etwa so vorstellen?.......Denn eigentlich kann man nichts berechnen, wovon man Anfang und Ende nicht kennt.

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    Re: Zeit

    Beitrag von Tim am Fr 26 Aug 2011, 19:31

    Hallo Alania,

    es ist eine Weile her, dass ich die anderen Beiträge bis auf den letzten von Joachim gelesen habe, daher kann ich leider nicht mehr richtig darauf eingehen, obwohl einige interessante Dinge darin standen (ich bin jetzt ganz ehrlich zu faul sie noch einmal genau zu lesen), daher jetzt weitestgehend ohne Bezugnahme.

    Zunächst muss man einige physikalische Gesetzmäßigkeiten beachten, wenn man mit der Zeit umgeht. Zeit und Raum sind miteinander gekoppelt. Ohne Raum, keine Zeit - deshalb sagt man auch, dass vor dem Urknall keine Zeit existierte, denn es gab keinen Raum. Daher wird in der Relativitätstheorie auch von der sogenannten vierdimensionalen Raumzeit od. auch dem "Raum-Zeit-Kontinuum" gesprochen.
    Tiefgreifenderer Exkurs zur Relativitätstheorie:
    Zeit existiert also nicht ohne Raum, aber Raum existiert auch nur beim Vorhandensein von Materie und diese wiederum verändert sich (das ist physikalisch schlicht nicht anders möglich, und wenn es nur die Bewegung der Elektronen um den Atomkern ist) und diese Veränderung - eine Änderung von Zuständen - zusammen mit dem Auftreten bestimmter Ereignisse im Raum, wie eben bspw. Zustandsänderungen der Materie, werden durch die Zeit bestimmt, denn irgendwie müssen sie ja ablaufen, wobei der Mensch die Zeit als den Ablauf dieser Änderung der Zustände wahrnimmt. Somit ist dies gleichzeitig die Begründung warum ohne Raum keine Zeit sein kann, denn kein Raum keine Materie, keine Materie keine Zustandsänderung, keine Zustandsänderung keine Zeit.

    "Raum-Zeit-Kontinuum" (um das kurz näher zu erläutern) besagt im Übrigen, dass die Abfolge von Ereignissen, auch weil sie sich untereinander bedingen/beeinflussen können, sich nicht verändern darf, egal wie man die Zeit einteilt. Denn wenn Ereignis A in der einen Einteilung Ereignis B bedingt, darf in der anderen nicht plötzlich Ereignis B Ereignis A bedingen. Das wäre schlicht unlogisch.

    Vierdimensional bedeutet nichts anderes, als ein Koordinatensystem mit den drei Dimensionen des Raums und der Zeit als vierte Koordinate. Die Zeit ist so gesehen also kein Naturgesetz in dem Sinne, sondern die vierte "Dimension unseres Raumes". Somit ist auch ausgeschlossen, wie Joachim ansprach, dass es zu ihr ein Gegenteil gibt. Es gibt nur Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleich einem Zeitstrahl. (Falsch ist, dass nur Dimensionen ein Gegenteil haben können, die eher sogar gar nicht, zumindest nicht in dieser Bedeutung von "Dimension". Die Minusbereiche auf den Koordinatenachsen dieses vierdimensionalen Koordinatensystems (was gern mit "gegenteilig" assoziiert wird) sind, wie bei jedem anderen Koordinatensystem nämlich auch, nur davon abhängig, wie man den Koordinatenursprung legt - je nachdem könnte an der Stelle 3 genauso gut eine 1 oder eine -10 stehen, je nachdem, wo der Nullpunkt liegt.)
    Der Beginn der Zeit ist, im Rahmen der bisher akzeptierten Standardtheorie der Kosmologie, also klar definiert. Mit dem Entstehen des Raums mit dem Urknall existiert die Zeit in unserem Universum (ob unsere Berechnung für die Zeit seit diesem Ereignis stimmen, ist eine andere Frage). Der Urknall selbst ist dabei als Nullpunkt auf einem Zeitstrahl ohne negativen Bereich (Vergangenheit) zu betrachten, da erst durch ihn der Raum - mit Energie und später Materie - und damit die Zeit entstand.
    (Ist alles recht schwer zu verdauen, ich weiß, aber an einem gewissen Punkt muss man derart abstrakt erscheinende Dinge einfach hinnehmen ^^)

    Um nun zu deinen Fragen zu kommen:
    Gibt es wirklich Zeit?
    Ja, es gibt sie.

    Man misst Zeit an Veränderungen, also ist die Zeit abhängig von Veränderungen, oder sind die Veränderungen abhängig von der Zeit?
    Die Veränderungen sind wohl in erster Linie abhängig von der Zeit. Wobei ich hier mit meinem eingeschränkten Verständnis der und Wissen über die Relativitätstheorie keine abschließend feststehende Antwort geben kann. (Müsste ich mal ein paar Bekannte fragen, die weitaus mehr mit dieser Materie involviert sind um Rat ersuchen - interessiert mich jetzt dann doch auch ziemlich sehr.)

    Würde alles immer gleich bleiben, gäbe es dann sowas wie Zeit?
    Da ein "Immer gleich bleiben" nur möglich ist, wenn es keine Materie gibt (der Zustand der sog. Singularitität vor dem Urknall), gäbe es dann keine Zeit.

    Mir erscheint es so komisch etwas wie Zeit einteilen zu wollen.
    Manchmal erscheint sie kurz und manchmal lang, dann kann man doch nicht davon reden, dass sie ständig gleich ist, oder?

    Wir haben uns nur Größen zur Messung der Zeit ausgedacht, ebenso wie bei Entfernungen, Gewichten oder anderem. Und ebenso wie ein Kilo Eisen einem manchmal schwerer vorkommt als ein Kilo Zucker, oder eine 200m Sprintstrecke sich häufig länger anfühlt als 200m Autofahrt, erscheint die Zeit einem auch unterschiedlich schnell zu vergehen. Deswegen heißt dass aber nicht, dass sie nicht stetig ist. Zeitempfinden beruht eben auch nur auf Empfindungen und diese sind ziemlich ungleichmäßig.


    @Joachim:
    Vergib mir, ich möchte an dieser Stelle nicht wirklich den Lehrmeister spielen, aber an einem Punkt habe ich mich dann doch gestoßen, den ich nun gern (auch für dein eigenes Verständnis) korrigieren möchte:
    Elektronen und Protonen gleichen sich aus zu Nichts, es sei denn, man entfernt Protonen ODER Elektronen aus einem Atom, erst dann entsteht Ladung. [...] Zugegeben, in einem Atom indem sich Protonen und Elektronen ausgleichen herrscht immerhin "theoretische" Ladung, aber theoretische Dinge gibt es aber NUR bei den Menschen, nicht in der Natur.
    1.) Protonen und Elektronen gleichen sich nicht zu Nichts aus. Das ist physikalisch nicht möglich, da sie schon nicht einmal die gleiche Masse besitzen und mit Ausnahme von der Ladung auch nicht gleich aufgebaut sind. Presst man ein Elektron in ein Proton entsteht ein Neutron. Elektronen und Positronen (Antimaterie) gleichen sich, streng genommen, aber ebenfalls nicht zu Nichts aus. Treffen sie aufeinander entsteht Energie in Form von Photonen.
    Einzig richtig ist, dass das Neutron, wie der Name sagt, am Ende keine Ladung nach außen hin besitzt - falls du das "Nichts" darauf beziehst, sei meine Ausführung nichtig.
    2.) In einem Atom herrschen auch praktisch Ladungen. Denn die Protonen im Kern und die Elektronen in der Hülle sind voneinander getrennt und besitzen jeweils ihre individuelle Ladung. Das Atom erscheint aber aufgrund der in ihrem Betrag gleichen positiven und negativen Ladungen, die sich nach außen hin (also zu anderen Atomen hin) ausgleichen in ihrem Effekt, neutral. Entfernt man Elektronen aus der Hülle oder fügt welche hinzu, spricht man dann von Ionen. Die Ladung entsteht aber nicht, sondern besteht bereits in Form eines Elektronenmangels (positives Ion), oder Elektronenüberschusses (negatives Ion).


    In diesem Sinne (nach ewig viel Text) hoffe ich, dass du, Alania, etwas mit meinem stark an der trockenen wissenschaftlichen Theorie orientierten Geschreibsel anfangen kannst :)

    lG
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    Re: Zeit

    Beitrag von sbumoritz am Do 01 Sep 2011, 20:22

    Zeit ist denke ich wirklich ein Naturgesetz und den Begriff Zeit hat erst die Menschheit geprägt um zugleich einer Definition für die Vergänglichkeit einen Namen zu geben.
    Zeit ist für jedes Lebewesen relativ und in Abhängigkeit zu seinem eigenen Dasein zu sehen. Ein Mäuseherz rast und schlägt unendlich Male in seinem kurzen Leben, aber relativ gesehen, schlägt es vielleicht genauso oft, wie das Herz eines Elefanten in dessem Lebensabschnitt, der soviel länger wärt.

    Zeit ist auch für leblose Stoffe und Weiten relativ in Abhängigkeit der Dimensionen. Wir Menschen existieren im Leben unseres Planeten erst wenige Augenblicke, unsere Welt hingegen uns gegenüber schon ewig, aber im Vergleich zu einigen anderen Galaxien und ihren Sonnen ebenso erst einen Bruchteil deren Existenz.

    Zeit ist also immer eine abhängige Größe und nur wir Menschen versuchen sie in einen messbaren, benennbaren, kalkulierbaren Rahmen zu pressen. Für ein "Futtertier" ist die Zeit die Zeitspanne in der es vor den Tagräubern oder den Nachträubern auf der Hut sein muß. Sein Zeitmaß ist der Lauf der Sonne. Und zugleich die Wachstumsperioden der Fauna, denn ohne die könnte es nicht leben, usw.

    Was also kann Zeit sein? Was ist Zeit, wenn es für jede Existenz in seinem Schwerpunkt etwas ganz anderes bedeutet? Und wenn man bedenkt, daß es immer wieder einen Anfang und ein Ende gibt. Ist die Zeit vielleicht ein Kreis, nie endend, nie für alles einheitlich definierbar? Man sagt alles kommt irgendwann wieder, alles wiederholt sich. Wie können wir das sagen? Weil sich Modetrends wiederfinden? Vielleicht ist das nur ein Neuanfang einer Periode und nicht die Wiederholung.

    Zeit, einzig sicher ist, das ein jeder sie letztlich anders empfindet und ein jeder seinen eigenen Rhythmus finden muß, heißt die Zeit finden sollte, in der er leben will und wie er sie verbringen möchte. Dann kann auch eine kurze Zeitspanne eine erfüllte Zeit sein ohne Bedauern, wenn sie schneller vorbei ist, als man selbst erwartet hatte.

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    Re: Zeit

    Beitrag von Amlughur am Di 10 Jan 2012, 04:11

    Ich finde dieses Thema äußerst spannend, auch da es an der Grenze zwischen Physik und Philosophie liegt. Aber es ist auch relativ komplex, deshalb entschuldige bitte den langen Beitrag.

    Ich möchte, bevor ich auf die anfänglichen Fragen eingehe, ein paar Vorüberlegungen vorausschicken.

    1. Wie kommen wir dazu, von etwas wie "Zeit" zu sprechen?
    In unserer Wahrnehmung stellen wir fest, dass gewisse Dinge nur in einer bestimmten Reihenfolge geschehen. Wer hätte beispielsweise schon einmal einen zu Boden gefallenen Teller sich selbst zusammensetzen sehen? Die späteren Zustände haben alle eines gemeinsam: Sie entsprechen einem energetisch günstigeren Zustand. Der Physiker sagt hierzu, die Entropie, das Maß der Gleichverteilung von Energie/Masse, sei gestiegen. Im Falle unseres Tellers bedeutet dass, das er zuvor, als es auf dem Tisch stand eine gewisse potentielle Energie (die durch die gegenseitige Anziehung von Erde und Teller gespeichert ist) besaß, die beim herunterfallen in kinetische Energie umgewandelt wurde, d.h. die Energie des Aufpralls, später das Zerbrechen des Tellers und ein wenig Wärme, die bei dem Aufprall entstand.

    Die Zeit ist also die Bezeichnung für ein vorerst einmal hypothetisches System, welches gewisse Gesetzmäßigkeiten in allen Ereignissen unseres Universums beschreibt.
    Diese Eigenschaften sind z.B. die beschriebene Gerichtetheit und Unumkehrbarkeit der Zeit, die Entropiezunahme zwischen zwei Zeitpunkten, oder der Umstand, dass man sich an die Vergangenheit erinnern kann, an die Zukunft aber nicht.

    2. Fließt die Zeit überall gleich?
    Ich ziele mit dieser Frage nicht darauf ab, ob die Zeit subjektiv unterschiedlich wahrgenommen wird, ein Bereich, der in die Psychologie, nicht die Physik fällt, sondern ich möchte vielmehr die Frage aufwerfen, ob Zeit tatsächlich an verschiedenen Orten für jedes physikalische Objekt immer gleich schnell vergeht.
    Unsere Alltagserfahrung liefert die klare Antwort, dass dies der Fall ist. Wenn ich an einen anderen Ort kommen, so scheinen dort alle von derselben Zeit auszugehen, wie ich, wenn man von der Zeitumstellung einmal absieht, die andere Ursachen hat.
    Doch seit Einsteins spezifischer Relativitätstheorie wissen wir, dass die Zeit, oder besser der Zeitfluss nicht immer konstant ist. Vielmehr vergeht Zeit an einem Ort unterschiedlich schnell, abhängig von der Geschwindigkeit des Zeit Messenden. Das ganze kommt dadurch zustande, dass die Lichtgeschwindigkeit konstant ist. Man nennt dieses Phänomen Zeitdilatation.
    Daraus lassen sich uns sehr merkwürdig erscheinende Folgen ableiten. Zum Beispiel laufen Uhren in einem Flugzeug langsamer, als solche auf der Erde. Das lässt sich sogar experimentell nachweisen (Versuch von Hafele, Keating). Allerdings ist der Unterschied nicht sonderlich groß ( bei dem genannten Experiment betrug die Differenz etwa 10-7 Sekunden), da ein Flugzeug, verglichen mit der Lichtgeschwindigkeit sehr langsam ist.


    Im folgenden, Alania, werde ich nun auf deine Fragen eingehen.

    Gibt es Zeit wirklich?

    Wir können allein mittels unserer empirischen Erkenntnisse (d.h. alles was wir wahrnehmen, messen, etc. können) nicht sicher sagen, was Zeit ist. (Strenggenommen, können wir das von überhaupt nichts, außer dem, das wir selbst geschaffen haben, aber das ist ein anderes Kapitel.)
    Wir können aber sagen, wie Zeit sich auswirkt. Genaugenommen haben wir nur diese Auswirkungen, messbare Eigenschaften der beobachtbaren Realität und nun sagen wir, "das, das diese Eigenschaften hevorruft, was auch immer es ist, heißt Zeit". Das bedeutet, es gibt Zeit, wir können allerdings nicht sagen, was es ist, nur einige Merkmale davon feststellen. Zeit muss aber nicht das sein, was wir uns darunter vorstellen; zum Beispiel widerspricht die Relativität der Zeit (siehe oben) unserer Erfahrung und Vorstellung.

    Man misst Zeit an Veränderungen, also ist die Zeit abhängig von Veränderungen, oder sind die Veränderungen abhängig von der Zeit?

    Ich habe oben darüber geschrieben, dass die genannte Veränderung nichts anderes bedeutet als eine Zunahme der Gleichverteilung (Entropie). Interessanterweise gibt es keine physikalische Begründung für die Entropiezunahme mit der Zeit. Alle physikalischen Gesetze erlauben jedes Ereignis in beide Zeitrichtung. Allerdings beobachtet man, dass die Mehrzahl der physikalischen Vorgänge eine Entropiezunahme darstellen.
    Das bedeutet, die Zeit ist eigentlich ein Hilfskonstrukt, eine Art "Arbeitstitel" für etwas, von dem überhaupt nicht geklärt ist, wie es aussieht, das aber notwendig ist, um die Realität zu beschreiben. Da die Zeit vor allem beschreibende Funktion hat, verursacht oder beeinflusst sie die Veränderungen nicht im eigentlichen Sinne; nicht mehr, als ein Panoramabild die Landschaft beeinflusst. Die Veränderungen beeinflussen allerdings auch nicht die Zeit, sondern nur unseren Begriff von der Zeit. Eigentlich ist die Zeit die Art und Weise, wie die "Veränderungen" stattfinden.

    Würde alles immer gleich bleiben, gäbe es dann sowas wie Zeit?

    Wenn alles gleich bleiben würde, was (fast) gleichbedeutend mit absoluter Entropie wäre, so könnten wir Zeit zumindest nicht mehr messen. Und physikalisch gesehen existiert alles dass man nicht messen kann, das also keine Auswirkungen auf die Welt hat, nicht. Beziehungsweise existiert es durchaus, ist aber für den Physiker ohne Belang. Tatsächlich ist es physikalisch richtig, zu behaupten, auf dem Eiffelturm stünde ein blauer Elefant, den man aber weder sehen, noch sonstwie wahrnehmen könne, der also in keinerlei Wechselwirkung mit der Welt stehe.

    Mir erscheint es so komisch etwas wie Zeit einteilen zu wollen.
    Manchmal erscheint sie kurz und manchmal lang, dann kann man doch nicht davon reden, dass sie ständig gleich ist, oder?

    Wie gesagt, ich denke, dass dieser Eindruck in der Zeitwahrnehmung, die ohnehin wenig aussagekräftig ist, begründet ist, und nicht in der Beschaffenheit der Zeit.
    Aber auch rein physikalisch ist die Zeit nicht immer gleich, sondern von der relativen Geschwindigkeit der Uhr zur Geschwindigkeit der Vergleichsuhr abhängig (siehe oben).

    [...vor dem Urknall...] Damals, so zeigen Berechnungen, muss das ganze Universum in einem einzigen Punkt vereint gewesen sein - unendlich viel kleiner als der Punkt am Ende dieses Satzes. Außer dieser so genannten Singularität gab es damals nichts - keine Sterne, keine Planeten, kein Licht, kein Drumherum. Nicht einmal die Zeit gab es.


    Also, was haltet ihr davon?


    Alle Naturgesetze, alles, das an Aussagen in der Physik gemacht werden kann, besteht letzten Endes in Regelmäßigkeiten die in der beobachtbaren Welt gemacht wurden. Das bedeutet, dass es vor dem ersten Ereignis ohnehin unmöglich Gesetzmäßigkeiten - Naturgesetze - gegeben haben kann. Denn alle Gesetzmäßigkeiten erfordern zumindest eine ausreichende Anzahl an Ereignissen um Wahrscheinlichkeiten und Häufigkeiten, also Statistiken zu errechnen. Das gilt auch für die Zeit.


    Noch ein etwas anderer, Gedanke (Ich fürchte, durchaus mit dem Potential, zusätzlich zu verwirren Wink):

    Wird die Zeitrichtung nur durch unsere Erinnerung bestimmt? Wenn wir uns an die Zukunft, anststatt der Vergangenheit erinnern würden, so würden wir keinen Unterschied feststellen. Vielleicht wird unser Gedächtnis kontinuierlich gelöscht, statt gebildet.
    In der Quantenphysik gibt es zu jedem Vorgang einen anderen mit umgekehrter Zeitachse, der diesem entspricht...
    Hat die Zeit vielleicht gar keine Richtung, sondern ist diese nur eine Illusion unseres Gedächtnisses?


    LG, Tobias

    PS: Noch ein etwas ausführlicherer Text zum Thema: Was versteht ein Physiker unter Zeit?

    PPS:
    Noch eine etwas ausführlichere Ausführung zur Zeitdilatation (powered by Microsoft-Paint Laughing )::

    Ich will das Phänomen der Zeitdilatation einmal an folgendem Gedankenexperiment verdeutlichen.

    In einem Zug wird ein Ball fallen gelassen. Die Entfernung von der Decke bis zum Boden entspricht dem Abstand s1, die Zeit, die er benötigt ist t1; die Geschwindigkeit des Balls, wie sie von einem Beobachter im Zug wahrgenommen wird beträgt v1 = s1/t1.
    Wenn außerhalb des Zuges jemand Zeuge des Versuchs wird, so sieht er den Ball nicht gerade zu Boden fallen, sondern er sieht außerdem, dass der Ball sich im Verhältnis zu diesem Beobachter mit der Geschwindigkeit des Zuges nach rechts bewegt.
    Dadurch ist der Weg s2, den der Ball in der Zeit t1 zurücklegt, deutlich größer, seine Geschwindigkeit v2 somit größer.


    Nun ersetzt man den Ball durch einen Laserpointer, der einen Lichtstrahl auf den Boden des Zuges schießt.
    Es gilt dasselbe wie beim ersten Versuch. Da aber die Geschwindigkeit des Laserstrahls die Lichtgeschwindigkeit nicht überschreiten kann, für den Beobachter außerhalb des Zugs der Weg, den der Laserstrahl zurücklegt, aber größer ist, stimmt die Formel v1 = v2 = s1/t1 = s2/t2 nur dann, wenn t1 nicht gleich t2 ist. Das bedeutet, die Zeit verläuft für den Beobachter außerhalb des Zugs schneller, da bei selber Geschwindigkeit eine größere Strecke zurückgelegt wird.


      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Do 24 Mai 2012, 16:58