Sry für den Doppelpost
Aber ich habs in Rekordzeit geschafft

Marie, ich muss dich nachher noch was fragen

Schreib ich dir per PN.
Drittens:
Erinnerungen
„Wer seid ihr? Wollt ihr etwa auch Suna überfallen?“
Als ich meinen Kopf etwas anhob, um zu sehen welchen Gegnern wir gegenüber standen, traute ich meinen Augen kaum. Auf der Lichtung standen doch wirklich drei kleine Genin, Anfänger der Ninjakunst, in der Kleidung Sunagakures, einer braunen Jacke, die den Oberkörper und Hals vor dem Sand schützte. Dazu trugen sie alle vorbildlich ihr Stirnband.
Sie waren vielleicht zehn Jahre oder jünger und der Junge, der ihr Anführer zu sein schien, hatte eine drohende Position eingenommen. Er hatte irgendwie Ähnlichkeit mit Naruto. Die zerzausten, braunen Haare standen ihm genauso dämlich vom Kopf ab und die seine Knie waren aufgeschürft.
Im Gegensatz zu seinen ängstlichen Gefährten, einem kleinen Mädchen mit zwei roten Zöpfen und einem anderen Jungen, dessen Kopf in einen braunen Turban gehüllt war, musste er ziemlich viel Mut haben. Sicher war er es gewesen, der die Shuriken auf uns abgefeuert hatte.
Naruto hatte sich vor sie gestellt und hob beschwichtigend lachend die Hände. Dabei konnte dieser Kerl sich das Lachen nicht verkneifen und ich schloss die Augen.
„Idiot. Er wird noch den Hass dieses Bengels auf uns ziehen.“,flüsterte ich leise und Sakura wandte sich zu Naruto um, der anfing mit den Kleinen zu reden: „Bleibt mal ganz locker und hört zu! Ihr habt meinem Kumpel ganz schön eins ausgewischt. Zugegeben, das habe noch nicht einmal ich bisher geschafft. Aber trotzdem war es unrecht uns anzugreifen, denn wir sind aus Kono ...“
„Aus Konohagakure? Echt jetzt? Cool!“, der kleine Junge ließ sein Kunai sinken und bekam große Augen.
Er ließ Naruto gar nicht mehr zu Wort kommen und stürzte stattdessen auf ihn zu, um ungeduldig an seinem Ärmel zu ziehen.
„Ich heiße Katame und das ist mein Team. Das süße Mädchen da ist Ryuu und der Typ, der die ganze Zeit nur doof guckt und schweigt ist Akasaku. Wir sind das Genin-Team Nummer eins aus Suna!“
Sakura wollte gerade eine weitere Prellung an meinen Rippen versorgen, doch beim Namen dieses einen Jungens setzte ich mich schließlich ganz auf. Es war ein typischer Name für den Uchiha Klan! War er vielleicht …
„Wääääääh! Katame-san, wie kannst du mich nur so bloß stellen? Du bist so gemein.“, schrie der Kleine plötzlich und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht.
Entnervt wandte ich den Blick wieder ab. So eine Heulsuse würde in meinem Klan keine drei Jahre alt werden. Er konnte also gar niemand sein, den ich kannte und mein Bruder damals übersehen hatte.
Er hatte niemanden übersehen. Das musste ich mit eigenen Augen mit ansehen. Niemand überlebte dieses Massaker. Niemand...
„ … Sasuke und Sakura. Wir sind das Spitzenteam aus Konoha, und kommen um Ermittlungen zu starten!“
Die Art und Weise wie Naruto meinen Namen aussprach riss mich aus den finsteren Gedanken. Natürlich hatte er uns vorgestellt. Übertrieben, wie immer. Doch Sakura lächelte die Kleinen liebevoll an und ich stand schließlich auf.
Die Sonne fiel unangenehm grell durch die Blätter der Bäume und beleuchtete mich, als ich mir den Staub vom Kimono klopfte. Dieses Bild schien auf die Genin ziemlich einschüchternd zu wirken, denn sie beobachteten mich voller Ehrfurcht.
Naruto beugte sich zu Katame herunter und flüsterte: „Vor dem braucht ihr keine Angst zu haben. Wenn man weiß, wie man ihn behandeln muss, ist er ganz pflegeleicht.“
Wie erbärmlich. Er redete mal wieder von mir, als sei ich ein zickiger Schoßhund. Das tat der Kerl in letzter Zeit etwas zu oft für meinen Geschmack. Und gerade beim ersten Eindruck kam das nicht gut. Diese Kinder sollten Respekt und Angst vor mir haben, doch nun grinsten sie nur hämisch und winkten ab.
„Ich werde dich töten, Naruto Uzumaki. Ich hätte es schon lange tun sollen...“, murmelte ich leise und hielt mir den schmerzenden Rücken.
Sakura war auch aufgestanden, um mich zu stützen, doch ich signalisierte ihr mich alleine laufen zu lassen.
Ich humpelte zu den Genin, die nun doch einen Schritt zurück taten, und baute mich vor ihnen auf.
„Wie könnt ihr es wagen, mich mit einem Shuriken anzugreifen und zu Boden fallen zu lassen?“, sprach ich trocken und stützte die Hände in die Hüfte.
Das Mädchen, Ryuu, wurde nervös als ich sprach und fummelte an ihrem orangen Rock herum, unter dem sie eine schwarze Netzhose trug. Auch der kleine Möchtegern-Uchiha rieb sich die schwitzigen Hände. Noch ein Zeichen dafür, dass er niemand meines Klans sein konnte. Er schien ein Weichei ersten Grades zu sein und ich musste ein Lächeln unterdrücken.
Diese Kinder würden nicht ohne eine ordentliche Standpauke davon kommen. So dachte ich es zumindest, bis zu diesem Moment.
„Ach, komm schon, Sasuke. Sein kein Frosch!“, rief Sakura und erschien ganz plötzlich mit Naruto neben mir.
Die Atmosphäre, die ich für die Kinder geschaffen hatte, verflog sofort wieder und wich der Belustigung. Am liebsten hätte ich diese Ignoranten in ein Gen-Jutsu gestürzt, doch das war sicher nicht gut für die Kompetenz unter uns.
„Genau, Sasuke! Kommt lieber mit nach Suna! Unser toller Kazegake erwartet euch sicher schon.“, rief Katame aus und ich setzte mein teilnahmsloses Gesicht auf, doch in mir brodelte es vor unterdrückter Wut.
Doch bevor noch weitere, sinnlose Unterhaltungen entstehen konnten, wendete Sakura beim Gehen ein: „Warum seid ihr eigentlich so weit von Suna entfernt? Hier ist schließlich schon Wald, und ihr seid gerade Genin geworden.“
Die Abstände zwischen den Bäumen wurden größer und der Boden unter meinen Füßen fing schon an zu knirschen. Das Land des Sandes, wir kamen ihm mit jedem Schritt näher. Schon bald würde die erbarmungslose Wüstensonne auf unsere Köpfe prallen und Wüste die einzige Landschaft sein.
Wüsten empfand ich immer noch als karge, unschöne Landschaftsbilder und es überzog mich ein Grauen, wenn einige Felsen weiter aus dem Boden ragten als üblich. Genau, wie es damals viele Verstecke von Orochimaru getan hatten. Die aufdringliche Stimme dieses Jungen holte mich wieder aus meinen Erinnerungen: „Wir sollten eigentlich den entlaufenen Hund von unserer Nachbarin fangen, aber in der Wüste war es total langweilig. Der Hund ist sicher schon längst zurück gelaufen, da wollten wir mal die Gegend erkunden.“
„Ja, und das gibt sicher Ärger mit Sensei Takamaru! Der wird stinksauer sein.“, meldete sich Akasaku zu Wort und sah sich ängstlich um, als würde der wütende Sensei jeden Moment hinter einem der kahlen Bäume erscheinen und ihn anspringen.
Komischerweise war die einzige zu der ich Sympathie entwickelte, Ryuu. Das rothaarige Mädchen hatte bis jetzt noch kein Wort gesprochen. Sie starrte die ganze Zeit zu Boden und schien über irgendetwas angestrengt nachzudenken.
Auch Sakura fiel sie auf und sie stellte sich neben das Mädchen.
„Du bist Ryuu, nicht wahr? Geht es dir nicht gut? Keine Sorge, euer Sensei wird euch diesen kleinen Ausflug nicht verübeln.“, sprach sie beruhigend auf sie ein und bekam dafür einen fragenden Blick zugeworfen.
„Sie spricht nicht. Ihre Familie wurde von Akatsukimitgliedern getötet und die Körper verschleppt.“
Naruto, Sakura und ich blieben zeitgleich stehen und sahen und ernst in die Augen. Dieser dumme Junge Katame hatte diese Worte ausgesprochen, als seien sie ein lustiges Wortspiel, bei dem man die Hände zusammen klatscht und lauthals über sinnlose Texte singt.
„Katame! Das sollst du doch nicht sagen!“, fuhr ihn Akasaku scharf an und ich bedachte ihn dafür mit mehr oder weniger anerkennenden Blicken, doch der Rowdy äußerte sich kurz und knapp dazu: „Wenn es doch wahr ist? Sie wohnt beim Kazekage und lebt dort wie eine kleine Prinzessin! Sie soll sich bloß nicht beklagen!“
Ich hörte sofort am Tonfall des Kleinen, dass er eifersüchtig auf Ryuu war. Doch wie er von ihrem Schicksal sprach, passte mir ganz und gar nicht. Ich stellte mich vor ihn, strafte ihn mit abwertenden Blicken und schlug ihm dann die flache Hand ins Gesicht, dass er nach hinten flog und sich am Boden sitzend wieder fand.
Die Schramme auf seiner Wange war klein, natürlich. Ich hatte mich zurück gehalten, schließlich würde es unserer Alianz mit Suna schaden, wenn ich ein Kind umbringen würde.
Katame sah mich mit großen Augen an und verstand die Welt nicht mehr. Ein großer Held aus Konohagakure hatte ihm die Faust ins Gesicht geschlagen. Doch was hätte ich anderes tun sollen? Es war unverzeihlich, so von der zerütteten Kindheit eines kleinen Mädchens zu sprechen.
Naruto fasst mich am Arm und wollte mich zurück ziehen, doch ich riss mich wieder von ihm los.
„Lass' mich, Naruto! Gerade du müsstest verstehen, wie sich Ryuu fühlt, wenn dauernd so ein taktloser Kerl Dinge in den Mund nimmt, von denen er in Wirklichkeit keine Ahnung hat!“
Mein Freund sah mir tief in die Augen und ich musste ihnen ausweichen. Diesem Blick hielt ich nicht stand. Das war das einzige, in dem ich Naruto nach stand. Diese Augen … Sie waren es, die mich davor bewahrt hatten meine Seele zu verkaufen.
Ich wollte sie nicht sehen, doch ausstechen konnte ich sie ihm ja auch nicht.
Sakura ging zwischen und um einen Streit zu verhindern und ich musterte Naruto abfällig.
„Gerade du ...“
Ich war einfach so wütend auf seine Reaktion! Gerade er müsste die Kleine doch verstehen … oder war ich es vielleicht, den es so wütend machte?
Schließlich wurden meine Eltern auch durch ein Mitglied Akatsukis getötet: Meinen eigenen Bruder.
„Lasst uns endlich nach Suna gehen und diesen Zwischenfall vergessen. Das gilt auch für euch Drei, okay? Sonst streitet ihr Jungs euch noch den ganzen Tag weiter.“, lachte Sakura gekünstelt und half dem beleidigten Katame auf die Beine.
Naruto und mir einen warnenden Blick zu werfend, liefen wir weiter und der Geruch des trockenen Sandes kribbelte unangenehm in meiner Nase. Genauso wie Narutos Seitenblicke, von denen er dachte, ich bemerkte sie nicht. Doch sie stachen schlimmer auf der Haut, als die plötzliche Hitze, die uns in dem Moment zu umgeben begann, als wir die letzten Bäume hinter und gelassen hatten, und nun an einer riesigen Klippe standen.
Unter den Felskanten erstreckte sich die riesige Wüstenlandschaft, des Landes der Winde.
Und weiter hinten am Horizont konnte ich mit meinen übermenschlich ausgeprägten Augen die Silhouetten der Stadt mitten in der Wüste sehen.
Sunagakure. Das Dorf, versteckt im Sand.