Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Tibet, 10. März 1959

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    Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von June am Di 10 März 2009, 19:26

    Tibet, 10. März 1959

    Ich habe erst mal eine kleine Auflistung wichtiger Daten für euch:

    1955
    Ein spontaner, aber brutal niedergeschlagener Aufstand
    1959
    10. März
    Tibetaufstand
    17. März
    Flucht des Dalai Lama nach Indien
    19. März
    Kämpfe in Lhasa
    21. März
    Volksaufstand wird brutal niedergeschlagen

    Die Zahl der Opfer wird von Exiltibetern mit zehntausenden beziffert.
    (Schätzungsweise 86.000 Menschen)

    1966-1976
    Zerstörung mehrere Klöster und Kulturdenkmäler

    Zwischen 1987 und 1989:
    Unruhen in Lhasa -> Ausrufung des Ausnahmezustandes

    1987
    21. September
    Vorschlag eines Fünf-Punkte-Planes des Dalai Lama zur Annäherung von Tibet und China:
    1. Umwandlung von ganz Tibet, einschließlich der östlichen Provinzen Kham und Amdo, in eine Zone der Gewaltlosigkeit
    2. Aufgabe der chinesischen Politik der Bevölkerungsumsiedlungen
    3. Achtung der Menschenrechte und demokratischen Freiheiten des tibetischen Volkes
    4. Wiederherstellung und Schutz der Umwelt Tibets
    5. Aufnahme ernsthafter Verhandlungen über den künftigen Status Tibets sowie Beziehungen zwischen dem tibetischen und dem chinesischen Volk

    Zurückweisung des Plans am 17. Oktober

    Nach dem Volksaufstand am 10. März 1959 kam es zu öffentlichen Hinrichtungen der Leibwache des 14. Dalai Lama und einigen anderen Tibetern, die Waffen versteckt hatten. Außerdem Mönche, deren Klöster zerstört oder geplündert wurden.

    Und hier nun ein eigener kurzer Text dazu:
    Die Liste der Menschenrechtsverletzungen in Tibet ist lang, dennoch regt sich seit dem 10. März 1959 kaum noch bewaffneter Widerstand gegen China. Das Volk wehrt sich nicht mehr mit Waffen, der Widerstand bleibt passiv – und die Welt schaut zu.
    50 Jahre Menschenrechtsverletzungen in einem kleinen Land im Himalaja sind genug. Endgültig genug.
    Damals in Berlin hat uns hier in Deutschland ein amerikanischer Präsident namens John F. Kennedy mit einer Rede geholfen („Ich bin ein Berliner“). Dieser Vergleich aus der Tageszeitung, der mir heute ins Auge gesprungen ist, hat mich aufmerken lassen.
    Wir als Menschen können nicht einfach nur da stehen und zuschauen. Worte allein reichen nicht, um etwas zu ändern. Da hilft nur Verständnis und Wissen, deswegen habe ich hier diese Daten für euch zusammen gesucht.
    Also lasst uns aufstehen und Solidarität bekunden mit einem Volk, das 50 harte Jahre hinter sich hat. Lasst uns mit Stolz sagen:
    „Wir sind Tibeter!“

    Und noch ein paar Quellen, für diejenigen, die mehr wissen wollen:
    Tibet
    Tibetaufstand
    Tibetgesprächskreis
    Zeittafel
    Sämtlich von Wikipedia Wink

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von Nachtfalter am Di 10 März 2009, 23:46

    ähhh auf die Gefahr hin das du dir wohl jetzt am Kopf greifst, aber ich kapier das nicht so ganz mit den Jahreszahlen ... irgendwie bin ich verwirrt -.- sorry ich begreife das manchmal nicht so schnell....

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von moriazwo am Mi 11 März 2009, 12:49

    Das Regime in Peking ist erst 1948 durch eine Revolution an die Macht gekommen und hat sich seit dem zahlloser Verbrechen an der Menschheit schuldig gemacht. Häufig erfährt man nicht viel darüber, weil das Regime es hervorragend versteht, Nachrichtenkanäle zu blockieren und so das wahre Ausmaß seiner Repressalien zu verschleiern. Selbst das Internet kann nur zu einem geringen Teil zur Aufklärung beitragen, da man die zentralen Knotenpunkte, welche einen Zugang zum WWW bieten, kontrolliert und bei Bedarf einfach abschaltet.
    Ein Freund von mir muss dienstlich häufiger nach Schanghai. Er erzählte mir schon davon, dass bei diversen Krisen oder Verstimmungen - z. B. als Angela Merkel den Delai Lama persönlich empfing - gegen den ausdrücklichen Willen Chinas - plötzlich keine westlichen Fernsehkanäle mehr in die Kabelnetze der chinesischen Hotels in China eingespeist wurden. Als er sich darüber beschwerte - fest im Glauben, es handele sich um ein technisches Problem - wurde ihm an der Rezeption gesagt, die Regierung habe angeordnet, dass westliche Sender bis auf Weiteres nicht mehr angeboten werden sollen. Man gab sich noch nicht einmal den Anschein einer normalen Berichterstattung.
    Über den heftigsten Zwischenfall der letzten 20 Jahre, das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens, weiß man auch heute noch nicht genau Bescheid.
    Alles begann mit dem plötzlichen Tod des chinesischen Politikers Hu Yaobang, der Berichten zu Folge einem Herzinfarkt erlegen war. Vor seinem Tod hatte er sich für wichtige Reformen in China eingesetzt und eine ganze Generation von Studenten hatte ihre ganze Hoffnung in ihn gesetzt. Nach seinem Tod kam es zu Demonstrationen in zahlreichen Städten überall im Land. Alles gipfelte in einer Großdemonstration und Besetzung des Platzes des himmlischen Friedens im Zentrum Pekings. Anfangs war die Regierung noch unentschlossen und fast hilflos gegen diesen ungewohnten Widerstand der geistigen Elite, doch nach kurzer Zeit fassten sie den Entschluss, diesen "Aufstand", wie sie ihn nannten, mit allen Mitteln niederzuschlagen. Ausländische Korrespondenten erhielten keinen Zugang mehr und wurden vom Ort des Geschehens fern gehalten. Am 4. Juni 1989 entsandten sie die Armee zum Platz des himmlischen Friedens - Allein der Name ist ein Hohn - die mit Panzern und Gewehren mit Dum-Dum-Munition wahllos in die Menge der unbewaffneten Demonstranten feuerte. Die genaue Zahl der Getöteten wurde nie bekannt.
    Eine solche Verhaltensweise dokumentiert auf entsetzliche Weise, dass sich ein solches Regime nicht nur gegen fremde Völker, sondern sogar gegen das eigene Volk wendet, wenn es dazu geeignet ist, den Bestand des Regimes zu sichern.
    Selbst heute kann man davon ausgehen, dass sich in den Köpfen der chinesischen Politiker noch keine Wandlung vollzogen hat. Wir sind uns doch alle darüber im Klaren, dass wir im vergangenen Jahr eine perfekte Inszenierung einer Sommer-Olympiade gesehen haben - nicht mehr und nicht weniger. Es hatte nichts zu tun mit der Fröhlichkeit solcher Veranstaltungen vergangener Jahre. Es war eine Fassade, die man der Welt präsentiert hat und die allen zeigen sollte, wie man die Großmacht China sehen sollte.

    Gruß
    Michael

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von Schwertdieb-Zorro am Mi 11 März 2009, 13:06

    deswegen gab es auch diese extremen demonstrationen und versuche die olympische flagge nach peking zu transportieren. Es ist wirklich eine Schande wie China die würde des Menschen mit füßen tritt. meine meinung dazu ist die einzig richte sache was diesen fall angeht:
    WEG MIT DIESER BESCHISSENEN REGIERUNG

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von June am Mi 11 März 2009, 13:17

    @ Nachtfalter:
    Die Jahreszahlen hatte ich für mich rausgesucht, um ein paar mehr Infos zusammen zu kriegen, da ich dachte, dass sie für euch auch interessant sind, habe ich sie mit dazu geschrieben.

    @ Michael:
    Ganz richtig, eine Fassade, aber es wird leider nicht versucht, sie einzureißen. Die USA, die sich wirklich überall einmischen, halten die Klappe bzw. reden nur, wo sie in anderen Ländern bereits Soldaten hingeschickt hätten. Aber wer kann es ihnen verdenken? Ich würde mich als Staatsoberhaupt auch nicht mit China auf diese Weise anlegen wollen.

    @ Zorro:
    Genau so sieht's aus, aber ich wollte es nicht ganz so drastisch sagen Wink

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von Tin am Mi 11 März 2009, 15:40

    Ich bin einfach immer wieder fassunglos, dass gegen ein solches Verhalten nichts unternommen wird. Aber natürlich - wer sollte auch schon was gegen die REGIERUNG auszusetzen wissen!?
    Mit deiner Meinung über die USA hast du ganz recht, wie ich finde...aber es ist leider überall so, dass man sich lieber mit seinen Schandtaten als mit seinen Wohltaten für andere (Länder, Völker,...) rühmt. Weiß der Geier, warum....

    Ich persönlich finde es einfach eine Sauerei, dass Menschen sich so verhalten.

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    Re: Tibet, 10. März 1959

    Beitrag von June am Mi 11 März 2009, 18:22

    Richtig, Tin, ich auch.
    Vor allem, wo die USA doch die "Demokratie in die Welt bringen wollen" oder hat sich Obama da was anderes überlegt? Wenn ich seine Rede richtig im Kopf habe, dann eigentlich nicht...

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    Re: Tibet, 10. März 1959

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