Hab mal den Anfang gemacht^^
Letzten Samstagmorgen, als ich aufgestanden bin, ist mir etwas Seltsames passiert.
Nicht, dass mir nie etwas Ungewöhnliches passieren würde, nein, ich bin bekannt dafür, Komisches wie ein Magnet anzuziehen. Aber das Meiste bekommt außer mir niemand mit. Und trotzdem gibt es viele Leute, die mich für verrückt erklären.
Wie immer am Wochenende klingelte um halb 9 mein Wecker. Ich schaltete ihn aus, drehte mich noch einmal um und stand dann auf, um ins Badezimmer zu schlurfen. Verschlafen griff ich nach Zahnpasta und Zahnbürste, aber währenddessen fiel mein noch getrübter Blick in den Spiegel.
Zuerst bemerkte ich es nicht richtig und guckte wieder weg. Aber irgendetwas kam mir sonderbar vor und ich sah doch wieder hinein. Mit meinen Ohren stimmte etwas nicht. Ich blinzelte.
Die waren irgendwie spitzer geworden. Auch fiel mir plötzlich auf, dass ich lange Haare hatte. Lange, schwarze Haare, die bis knapp über den Hintern reichten.
„Aaaaaaaaaaaaah!“, schrie ich und die Zahnputzutensilien plumpsten ins Waschbecken. „Mamaaaaaaa!“
Aus dem Wohnzimmer vernahm ich dumpf die Stimme meines älteren Bruders. „Mama ist nicht da, weißte doch“, quakte er.
„Aber …“
„Was ist denn los, Kleiner?“ Ich hörte schlurfende Schritte und plötzlich stand Jason in der Tür.
„Wie siehst du denn aus?“, fragte er irritiert. „Fasching ist doch erst nächsten Monat.“
„Du … du siehst das auch …?“ Ich war geschockt. Wenn sonst etwas derartiges geschah, konnte das außer mir doch niemand beobachten.
„Natürlich. Und du solltest das wegmachen, ehe die Eltern wieder kommen“, meinte er altklug.
„Haha. Wie denn?“, wollte ich wissen.
„Also die Haare würde ich schulterlang abschneiden, damit du die Ohren verdecken kannst.“ Wow, das war endlich mal ein cleverer Vorschlag von meinem Bruder.
„Okay.“ Ich drückte ihm die Haarschere in die Hand.
Ein wenig angewidert griff er sich eine Strähne und schnibbelte sie ab. Sie fiel auf den Boden.
Ich hörte Jason grunzen, doch er schnitt weiter. Und hektischer.
„Was ist los?“
„Das Zeug wächst sofort nach!“, knurrte er.
„Wie bitte?!“
„Ja, ich krieg da nichts ab.“
Ich blickte zu Boden. Inzwischen war er übersät von dunklen Strähnchen, aber meine neue Frisur sah tatsächlich noch genauso aus wie vorher.
Ein Schimpfwort schlich mir über die Lippen.
„Na na na“, machte Jason.
Ich sah ihn nur böse an und begann dann, die Haare vom Boden aufzusammeln und in den Mülleimer zu werfen.
„Und was machen wir jetzt?“


