Marie und mir kam heute ganz spontan die Idee, etwas zusammenzuschreiben.
Wie sich das Ganze genau entwickeln soll, wissen wir selbst noch nicht, aber ein paar Anhaltspunkte haben wir schon (die aber noch nicht verraten werden
).
Hab einfach mal angefangen und es ist schon ein ganzes Stück.^^
„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Der Angeklagte ist in allen Punkten freizusprechen. Die Kosten des Verfahrens gehen zu Lasten der Staatskasse.“
Die Gründe hörte er schon nicht mehr. Er hatte es wieder einmal geschafft! Nicht nur, dass die Kosten seines Mandanten übernommen wurden, nein, er war auch noch in allen Punkten freigesprochen! Andrew Morgan war stolz auf sich. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem gepflegten Gesicht. Ein selbstgefälliges Lächeln.
Der Mandant, welcher ebenfalls noch stand, umarmte ihn stürmisch und schluchzte unter Freundentränen: „Danke, Mr. Morgan, vielen Dank!“
Etwas pikiert schob der Anwalt ihn zur Seite. „Nichts für ungut, Mr. Grant, ich werde schließlich dafür bezahlt!“
„Sie sind so bescheiden, Mr. Morgan, ich weiß gar nicht …“
„Gehen Sie nach Hause und freuen Sie sich mit ihrer Familie, ich habe noch eine Besprechung zu führen“, fiel man dem armen, aufgelösten Kerl ins Wort. Ob er tatsächlich unschuldig war oder nicht, spielte keine Rolle. Wenn man das Böse auf seiner Seite hatte, wovor sollte man sich dann fürchten?
„Aber natürlich, Mr. Morgan, verzeihen Sie …“
Genervt von der Aufdringlichkeit und unter Zeitdruck verdrehte der Plädoyer die Augen.
„Pardon, Pardon, ich geh’ ja schon …“, murmelte der euphorische Prozessgewinner und verließ mit beschwingtem Schritt den Gerichtssaal.
Erleichtert atmete Morgan auf. Von solchen Mandanten sollte er ein Extragehalt verlangen.
Durch eine Tür hinter den Richterbänken betrat er den Raum, indem sich bereits der Richter mit seinen Schöffen und dem Anwalt der Gegenpartei versammelt hatte.
Der Kopf seines Gegners hatte ein dunkles Rot angenommen und da er sowieso bloß spärlich von Haaren besetzt war, erweckte er unvermeidlich den Anschein einer überreifen, riesigen Tomate.
„Das habe ich nicht geschrieben!“, schrie er außer sich vor Zorn. „Die Anklageschrift lautete ganz anders. Fragen Sie meinen Mandanten!“
„Beruhigen Sie sich, Mr. Jones. Niemand hat etwas an der Anklageschrift verändert, dies hier ist eindeutig das Original.“ Indem er dem aufgedrehten Anwalt das Dokument vor die Nase hielt, versuchte der Richter, die Angelegenheit realistisch anzugehen.
„Kann ich helfen?“, fragte Morgan unschuldig und schloss die Tür hinter sich.
„Kann nicht sein! Das ist Hexerei, Zauberei! Teufelswerk!“, regte Jones sich weiter auf. „Sie!“ Nun deutete er entschlossen mit dem Zeigefinger auf den Mann, der soeben hereingekommen war. „Sie schon wieder! Ganz gewiss stecken Sie dahinter!“
Der Verteidiger blieb stehen und hob nur erstaunt die Brauen.
„Mr. Jones, unterlassen Sie bitte die Unterstellungen“, räumte der Richter ein. „Wie sollte Mr. Morgan hier etwas verändert haben? Er sah die Akte heute zum ersten Mal.“
Der Anwalt des Klägers schnaubte empört. „Und ich bin mir sicher, Herr Richter. Da geht es nicht mehr mit rechten Dingen zu. Jeden Prozess, den Morgan führt, gewinnt er!“
Ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen des Beschuldigten. „Vielleicht sollten Sie nach Hause gehen und sich ausruhen, Mr. Jones“, riet er.
„Das ist eine hervorragende Idee“, pflichtete der Richter bei.
Aufgebracht schüttelte Morgans Gegner den Kopf und stürmte aus dem Raum. Die Tür ließ er hinter sich offen stehen.
„Ich glaube, Mr. Morgan, da gönnt Ihnen jemand nicht den Ruhm.“
„Es scheint so.“
Die Schöffen sagten dazu nichts, sie wollten nicht unnötig in Sachen verstrickt werden, die ihnen nachher irgendwie schaden konnten. Schließlich wusste jeder, dass Morgan im Gericht ein unerbittlicher Kämpfer war und seit Jahren keinen Prozess mehr verloren hatte. Mit dem war also nicht gut Kirschenessen.
„Brauchen Sie mich noch, Herr Richter?“, wollte er scheinbar hilfsbereit wissen.
„Nein, nein, Sie haben für heute genug getan. Sie können gehen.“
„Vielen Dank. Einen guten Tag noch, wünsche ich.“ Mit diesen Worten verschwand nun auch Morgan aus dem Raum.
„Ebenfalls“, brummelte der Richter, doch der, an den dies eigentlich gerichtet war, befand sich schon beinahe auf der Straße.
Wie sich das Ganze genau entwickeln soll, wissen wir selbst noch nicht, aber ein paar Anhaltspunkte haben wir schon (die aber noch nicht verraten werden
Hab einfach mal angefangen und es ist schon ein ganzes Stück.^^
Crossing Worlds
„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil: Der Angeklagte ist in allen Punkten freizusprechen. Die Kosten des Verfahrens gehen zu Lasten der Staatskasse.“
Die Gründe hörte er schon nicht mehr. Er hatte es wieder einmal geschafft! Nicht nur, dass die Kosten seines Mandanten übernommen wurden, nein, er war auch noch in allen Punkten freigesprochen! Andrew Morgan war stolz auf sich. Ein Lächeln zeigte sich auf seinem gepflegten Gesicht. Ein selbstgefälliges Lächeln.
Der Mandant, welcher ebenfalls noch stand, umarmte ihn stürmisch und schluchzte unter Freundentränen: „Danke, Mr. Morgan, vielen Dank!“
Etwas pikiert schob der Anwalt ihn zur Seite. „Nichts für ungut, Mr. Grant, ich werde schließlich dafür bezahlt!“
„Sie sind so bescheiden, Mr. Morgan, ich weiß gar nicht …“
„Gehen Sie nach Hause und freuen Sie sich mit ihrer Familie, ich habe noch eine Besprechung zu führen“, fiel man dem armen, aufgelösten Kerl ins Wort. Ob er tatsächlich unschuldig war oder nicht, spielte keine Rolle. Wenn man das Böse auf seiner Seite hatte, wovor sollte man sich dann fürchten?
„Aber natürlich, Mr. Morgan, verzeihen Sie …“
Genervt von der Aufdringlichkeit und unter Zeitdruck verdrehte der Plädoyer die Augen.
„Pardon, Pardon, ich geh’ ja schon …“, murmelte der euphorische Prozessgewinner und verließ mit beschwingtem Schritt den Gerichtssaal.
Erleichtert atmete Morgan auf. Von solchen Mandanten sollte er ein Extragehalt verlangen.
Durch eine Tür hinter den Richterbänken betrat er den Raum, indem sich bereits der Richter mit seinen Schöffen und dem Anwalt der Gegenpartei versammelt hatte.
Der Kopf seines Gegners hatte ein dunkles Rot angenommen und da er sowieso bloß spärlich von Haaren besetzt war, erweckte er unvermeidlich den Anschein einer überreifen, riesigen Tomate.
„Das habe ich nicht geschrieben!“, schrie er außer sich vor Zorn. „Die Anklageschrift lautete ganz anders. Fragen Sie meinen Mandanten!“
„Beruhigen Sie sich, Mr. Jones. Niemand hat etwas an der Anklageschrift verändert, dies hier ist eindeutig das Original.“ Indem er dem aufgedrehten Anwalt das Dokument vor die Nase hielt, versuchte der Richter, die Angelegenheit realistisch anzugehen.
„Kann ich helfen?“, fragte Morgan unschuldig und schloss die Tür hinter sich.
„Kann nicht sein! Das ist Hexerei, Zauberei! Teufelswerk!“, regte Jones sich weiter auf. „Sie!“ Nun deutete er entschlossen mit dem Zeigefinger auf den Mann, der soeben hereingekommen war. „Sie schon wieder! Ganz gewiss stecken Sie dahinter!“
Der Verteidiger blieb stehen und hob nur erstaunt die Brauen.
„Mr. Jones, unterlassen Sie bitte die Unterstellungen“, räumte der Richter ein. „Wie sollte Mr. Morgan hier etwas verändert haben? Er sah die Akte heute zum ersten Mal.“
Der Anwalt des Klägers schnaubte empört. „Und ich bin mir sicher, Herr Richter. Da geht es nicht mehr mit rechten Dingen zu. Jeden Prozess, den Morgan führt, gewinnt er!“
Ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen des Beschuldigten. „Vielleicht sollten Sie nach Hause gehen und sich ausruhen, Mr. Jones“, riet er.
„Das ist eine hervorragende Idee“, pflichtete der Richter bei.
Aufgebracht schüttelte Morgans Gegner den Kopf und stürmte aus dem Raum. Die Tür ließ er hinter sich offen stehen.
„Ich glaube, Mr. Morgan, da gönnt Ihnen jemand nicht den Ruhm.“
„Es scheint so.“
Die Schöffen sagten dazu nichts, sie wollten nicht unnötig in Sachen verstrickt werden, die ihnen nachher irgendwie schaden konnten. Schließlich wusste jeder, dass Morgan im Gericht ein unerbittlicher Kämpfer war und seit Jahren keinen Prozess mehr verloren hatte. Mit dem war also nicht gut Kirschenessen.
„Brauchen Sie mich noch, Herr Richter?“, wollte er scheinbar hilfsbereit wissen.
„Nein, nein, Sie haben für heute genug getan. Sie können gehen.“
„Vielen Dank. Einen guten Tag noch, wünsche ich.“ Mit diesen Worten verschwand nun auch Morgan aus dem Raum.
„Ebenfalls“, brummelte der Richter, doch der, an den dies eigentlich gerichtet war, befand sich schon beinahe auf der Straße.
















