Pooly's Kunst und Schreibforum

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    Linwood Barclay - Dem Tode nah

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    Linwood Barclay - Dem Tode nah

    Beitrag von Gast am Mi 17 Dez 2008, 15:00

    Irren ist menschlich! / Der Mörder ist immer der Gärtner!

    Buch

    Titel: Dem Tode nah OT: Too close to home Seiten: 512
    Verlag: Ullstein Taschenbuch Verlag ISBN: 978-3-548-26744-9 EUR: 8.95

    Autor

    Linwood Barclay: geboren in den Vereinigten Staaten
    Abschluss in Literaturwissenschaften, Trent University / Petersborough (Ontario), langjährig tätig als Journalist und Kolumnist, verheiratet, 2 Kinder

    Buchinhalt

    Derek Cutters ausgeklügelter Plan, das Nachbarhaus der Familie Langley eine ganze Woche für sich und seine Freundin Penny Tucker nutzen zu können, endlich mal seine Ruhe vor den Erwachsenen zu haben, scheint zunächst aufzugehen. Doch während er noch vergeblich auf Penny wartet, geschieht das Unfassbare.
    Die Langleys kommen aufgrund Unwohlseins Mrs. Langleys zurück nach Hause. Während Derek noch überlegt wie er dieser Situation entkommt, erscheinen zwei Besucher. Derek wird unfreiwillig Zeuge eines Dreifachmordes: einer nach dem anderen wird die komplette Familie Langley erschossen.
    Aus Angst vor den Konsequenzen verrät er Eltern und Polizei vorerst nichts.

    Meine Meinung

    Dreh- und Angelpunkt des Plots ist Derek Cutters Erlebnis im Keller der Familie Langley.
    Während der Prolog noch Dereks Sicht der Dinge widerspiegelt, erleben wir das weitere Geschehen ab Kapitel 1 durch Jim Cutters Augen, Dereks Vater.
    Die Ich-Perspektive hat den Vorteil, nur die Gedanken und Vermutungen einer Person zu kennen. Somit bleibt genug Rätselspaß während der gesamten Handlung.
    (Auch wenn ich hier und da tatsächlich doch einen Penny für anderer Protagonisten Gedanken geben würde. ;-) )

    Barclays Ideenreichtum drückt sich insbesondere in der Vielfalt vorkommender Charaktere aus. So treffen wir unter anderem – ohne zuviel vom Inhalt preiszugeben – auf einen unentdeckten Künstler im Gärtnerservice, einen Politiker, der wahrlich kein Saubermann ist, einen Chauffeur mit zahlreichen zwielichtigen Kontakten, der selbst das Unmögliche möglich macht, einen fragwürdigen Bestsellerautor, einen vermeintlichen Selbstmörder, einen homosexuellen Lehrer, skrupellose Gangster und Mitglieder des Syndikats, eine ahnungslose Seniorin, einen irrenden Detective, einen Bankräuber, minderjährige drogenabhängige Mädchen des horizontalen Gewerbes, sowie Ehefrauen, die es mit der Treue nicht so genau nehmen.

    Die unterschiedlichen Persönlichkeiten sind gut herausgearbeitet, was die verschiedenen Handlungsstränge lebendig, größtenteils glaubwürdig macht und eine gewisse Nähe vermittelt.

    Was als zufällige Einstreuung verwirrender Elemente beginnt, mausert sich mit zunehmender Anzahl von Seiten als parallele Rätsel, die zunächst austauschbar als mögliche Hintergründe der Ermordung der Familie Langley scheinen, sich am Ende des Buchs jedoch nach und nach differenzieren und als ureigene Aspekte aufklären.
    Besonders gefallen mir die kleinen aber feinen Details und Hinweise mit denen Barclay seinen Roman gespickt hat. Da schrillt bei vielen Thriller- / Krimifans doch sicher gleich die Alarmanlage: Achtung, Achtung – hier haben wir einen Meilenstein zur Lösung diverser Situationen und Umstände.
    So fiel mir beispielsweise sofort das Telefon neben dem Sofa im Keller auf oder der kurz erwähnte Laptop, ebenso wie das gut beschriebene verbogene Rasenmähermesser im Regal.
    Unweigerlich macht das Herz einen freudigen Hüpfer, wenn eben genau diese scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten wahrgenommen, an anderer Ort und Stelle wieder aufgegriffen werden und schließlich keine unbedeutenden Nebensächlichkeiten mehr sind.

    Und eins muss ich Linwood Barclay lassen: Mit dem Ohrstecker hat er mich erfolgreich getäuscht! Ich war (aus eigener Erfahrung) felsenfest davon überzeugt, dass der Stecker bei der panischen Entledigung seines Shirts abhanden kam (Seite 13/14) und damit im Stauraum des Kellers entdeckt wird.
    Wo er tatsächlich aufgefunden wird und bei welcher Gelegenheit Derek ihn dort verlor, kam selbst für mich ziemlich überraschend, noch dazu passend zur Aussage der Schwester von Donna Langley – wer hätte das gedacht!

    Allerdings der wieder und noch mal erwähnte Briefkasten, vielfach in Kombination mit Vermutungen über einen schlichten Irrtum, ist schon kein ‚Wink’ mehr mit dem Zaunpfahl, sondern ein ‚kräftiger Hieb’! Und spätestens in Kapitel 32 wird auch der ungeübte Thriller- / Krimifan Lunte riechen.

    Barclay verfügt über einen sympathischen, angenehm flüssigen Schreibstil und versteht es, mit Spannungsspitzen umzugehen, so dass während des gesamten Buchs keine Langeweile aufkommt.
    Die wahrlich gelungene Unterhaltung tröstet über das leicht idealisierte Ende und den ein oder anderen Fehler im Text definitiv hinweg.

    Fazit

    Für den routinierten Thriller- / Krimifan vorhersehbar, dennoch unterhaltsam und fesselnd, für ungeübte Leser ein überraschendes Kompendium an Genre-Elementen, kann ich ‚Dem Tode nah’ guten Gewissens weiterempfehlen.
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    Re: Linwood Barclay - Dem Tode nah

    Beitrag von Bloodangel am Fr 27 März 2009, 02:51

    Hey,

    oh mann ich habe leider erst jetzt gesehen, das du das Buch hier vorgestellt hast. Das klingt wirklich sehr spannend und ich werde es auf meine noch lesen Liste setzten.
    Danke für deine Vorstellung.

    LG
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    Re: Linwood Barclay - Dem Tode nah

    Beitrag von Jojo am So 07 Jun 2009, 12:40

    Okay ich hab das Buch jetzt durch.
    Und ich muss sagen, dass ich es nicht allzu gut finde...
    Ich hab mir mehr davon erhofft.

    Der EInstieg war echt klasse, da hab ich wirklich gedacht: wow das buch wird richtig gut und spannend.
    Danach kam allerdings erstmal sehr viel gerede und alles mögliche... wirklich schade...
    Spoiler:
    und irgendwann stellte sich dann heraus, dass der "Gärtner" Der Mörder war... Ist schon so ein bisschen Klischee mäßig aufgebaut... vielleicht mochte ich es aus dem Grund auch nicht so wirklich...

    Aber es ist hin und wieder auch wirklich lustig geschrieben und das lockert dann die manchmal sogar etwas langweiligen Dialoge auf.
    Vor allem wenns um den Bürgermeister "Randall Finley" geht, der wirklich ein komischer Charakter ist.

    Ich kann das Buch nicht so wirklich weiterempfehlen, aber wer Thriller nach dieser Art mag, findet diesen hier bestimmt auch gut Wink

    LG Jojo
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    Re: Linwood Barclay - Dem Tode nah

    Beitrag von Pooly am Do 14 Okt 2010, 00:27

    Danke, für die Rezension.

    Von dem Buch hatte ich schon gehört und schon einmal nach Rezensionen bei amazon gestöbert. Mensch, da wusste ich noch nicht, dass es hier auch vorgestellt worden war. Schade über mich Very Happy

    Das Buch klingt echt interessant und ich habe schon viel Gutes darüber gelesen. Schon die Ausgangssituation ist irgendwie ungewöhnlich und interessant und ich denke, das kommt auf die Liste der Bücher, die ich mir mal kaufe, wenn ich nichts anderes finde, ganz einfach aus dem Grund, weil ich kein unbedingter Krimi-Fan bin, auch wenn ich ab und zu gern mal einen lese :]


    Liebe Grüße
    Marie


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    Die ganze verdammte Nacht lebt in meinem Kopf.«

     

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    Re: Linwood Barclay - Dem Tode nah

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